Flatout 4: Total Insanity - Review zum Crash-Nachfolger von Kylotonn und Big Ben Interactive
Test
Eine Fortsetzung, die selbst beinharte Flatout-Fans nicht brauchen: Flatout 4: Total Insanity hinterlässt in unserem Test keinen guten Eindruck. Warum ihr den Nachfolger des ebenfalls grottigen dritten Teils sowohl auf PC wie Playstation 4 und Xbox One meiden solltet, verrät unser Review zum Crash-Rennspiel.
Flatout 4: Total Insanity gibt es schon seit dem 17. März 2017 für PS4 und Xbox One, der PC-Release erfolgte am 4. April. Zeit für einen Test! Schließlich zückt man als Rennspiel-Fan mit einer Vorliebe für heftige Crashes schnell seine Geldbörse, wenn man sieht, dass endlich ein vierter Teil der Flatout-Reihe auf dem Markt ist. Sollte man allerdings nicht, denn Bugbear, die finnischen Entwickler des Originals, schrauben mittlerweile an ihrem neuen Spiel Wreckfest herum. Lizenzhalter Big Ben beauftragte also Kylotonn mit einem neuen Flatout. Das französische Studio ist vor allem für die mittelmäßigen Rallyespiele WRC 5 und WRC 6 bekannt. Dementsprechend wenig darf man dann auch vom neuen Flatout erwarten.
Auf der Suche nach Spaß
Quelle: PC Games
Die Stunts orientieren sich an ursprünglichen Flatout-Modi, bei denen ihr den Fahrer eures Autos durch die Luft katapultiert.
27 Fahrzeuge, 20 Rennen und zehn Spielmodi bietet Total Insanity, was allein in Sachen Quantität schon verdammt wenig ist, wenn man bedenkt, dass man für den Titel ganze 60 Euro (Konsolen) beziehungsweise 45 Euro (PC, Steam) löhnen soll. Qualitativ wird dann sogar noch weniger geboten. Eine Gegner-KI ist so gut wie nicht vorhanden, das Schadenmodell ist erbärmlich und die Kollisionsphysik geradezu lachhaft. Einmal fiel unser Auto auf die Seite, fuhr so noch etwa hundert Meter weiter, schleuderte plötzlich in die Luft, überschlug sich gefühlte 40 Mal und landete dann auf dem Dach. Das ist besonders blöd, da ihr mit Crashes und Umgebungszerstörung euren Nitro-Boost aufladen sollt. Oftmals erkennt das Spiel auch gar nicht, dass ihr einen KI-Fahrer oder Online-Mitspieler gerammt habt. Aufgrund der desolaten KI gewinnt ihr zudem jedes Rennen, wenn ihr es einmal schafft, aus dem Anfangspulk auf Platz 1 vorzufahren.
Quelle: PC Games
Flatout 4 ist nicht nur hässlich, es bietet auch keine inneren Werte zum Liebhaben. Die Rennen sind stinklangweilig und die KI grauenhaft.
Ob ihr nun normale Rennen, Zeitrennen oder Rennen fahrt, in denen ihr Gegner mit Items abschießen könnt, ist vollkommen wurscht, denn Spaß macht keiner der Spielmodi länger als fünf Minuten. Lediglich die wenigen Arena-Kämpfe machen ein wenig Laune. Als wäre das alles nicht genug, ist Flatout: Total Insanity auch noch technisch eine Frechheit. Die Grafik ist matschig und verwaschen und andauernd kommt es in der getesteten PS4-Fassung zu starken Rucklern. Die PC-Version sieht kaum besser aus, kann dafür aber mit einer stabileren Performance punkten - auf unseren Testrechnern erreichte das Spiel zu jedem Zeitpunkt flüssige 60 Fps. Dafür nervt die fehlende Mausunterstützung in den Menüs.
In der PC-Fassung gibt es außerdem zwei exklusive Arenen (Ice Lake und Factory Arena), zwei Fahrzeuge (Toe Truck, Ice Breaker) sowie zwei exklusive Fahrer (Gadget Stewart und Dave Worker) als Entschädigung für die längere Wartezeit. Ein besseres Spiel wäre uns da aber lieber gewesen. Der Titel ist nämlich zudem ziemlich verbuggt. Selbst die gewonnenen Punkte in der Meisterschaft oder Rundenzeiten werden teilweise falsch berechnet. Insgesamt wirkt Total Insanity, als wäre es lieblos und schnell higerotzt worden.
