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  • Flower im Gamezone-Test

    Flower beeindruckt durch einen ganz eigenen Stil, der zur Abwechslung Entspannung statt Spannung und Action bietet.

    Typische massenkompatible Arcade-Spiele begeben sich meist auf die Seitenbahn, wenn von potenziellen Hitkandidaten der aktuellen Konsolengeneration gesprochen wird. Kein Wunder, bieten derartige Titel doch meist nicht genug, um als herausstechendes Exemplar mit Videospielmaßstäben zu überzeugen. Das neue Werk aus den Santa Monica Studios von Sony trägt den so ungewohnt wie simpel klingenden Namen "flower", hinter dessen Fassade jedoch weit mehr zu stecken scheint, als man zunächst vermuten mag. Denn hier wird kein Kratos durch die Hölle geschickt, keine Figur bei seinen Heldentaten gesteuert - hier übernehmt ihr etwas ganz anderes: eine Blüte.

    Ein Anblick der Gegensätze

    Flower Flower Ein graue Stadt, überzogen mit schwarzem Rauch, entkommen aus meterhohen Häuserfassaden, deren erstickende Stille einzig von dem lauten Lärm rauchiger Motoren des überfluteten Verkehrs inmitten verwinkelter und verschmutzter Großstadtstraßen durchbrochen wird - der Startpunkt und gleichzeitiges Problem: Die Natur spielt hier keine Rolle, Farbe sucht man vergebens. Doch dann ein Büro, ein einziges Gefäß mit einem sich versteckenden Stück Hoffnung. Angewählt stürzen wir uns in eine schönere Welt, eine traumhafte Fantasie, einem Kunstwerk in Spielform, zunächst dem ersten Level.

    Flower Flower Eine grüne Wiese, erhellt von einer glänzend strahlenden Sonne, geformt mit angenehmen Hügeleinlagen, aus der Erde gestoßenen Gesteinen und im Winde tanzenden Gras. Keine Gestalten, kein Lebewesen, keinerlei Anzeichen irgendeiner Störung einer wunderschönen und wunderbar friedlich anmutenden Naturlandschaft. Nur der über die Grashalme pfeifende Wind und die sanften Klänge einer musikalischen Untermalung bestimmen die entspannte Idylle. Kurz: Die Welt von flower.

    Die sofort packende Stoa wird jedoch kurz darauf von euch beeinflusst, denn schnell wird euch bewusst, welche Aufgabe euch zuteil wird: Die Kamera schwenkt auf eine sich in den Weiten hüfthoher Grashalme beinahe verlierenden Blume, mit einem Befehl lasst ihr diese in ihrer ganzen Pracht aufgehen. Dabei herauskommt eurer Hauptcharakter, euer Star auf der Bühne: Ein einziges Blütenblatt, welches ihr fortan über das gesamte Level steuert.

    Vom Winde verweht...

    Flower Flower Eben jene Kontrolle erweist sich kurz darauf ebenso ungewöhnlich, wie faszinierend: Im Gegensatz zu vielen anderen Titeln, in den die Sixaxis-Steuerung nur bruchstückhaft Verwendung findet, kontrolliert ihr die Blüte quasi die gesamte Spielzeit hinüber mit den einfachen Bewegungen eures Playstation 3 Controllers. Lenkt ihr diesen also nach rechts oder links, bewegt sich demzufolge auch das Blütenblatt in die entsprechende Richtung. Anheben oder Senken des Bedienungspads sorgt für sanftes Aufsteigen oder Absinken der Blüte, je nach Schnelligkeit dieser Bewegungen verhält sich auch die Blüte eher in Form einer schwebenden Feder oder kann zum rasanten Sturzflug in das grüne Grasmeer ansetzen. Damit das kleine Stück der wunderbaren Natur sich jedoch vom Fleck bewegt, ist Wind erforderlich, den ihr mit einem Druck auf eine beliebige Taste des Controllers in göttlicher Manier herbeiruft. Dies funktioniert alles nicht nur einwandfrei, es fühlt sich zudem auch noch angenehm erfrischend an und verleiht dem Titel in der Steuerung die gewollte künstlerische und harmonische Note.

    Flower Flower Alsbald ihr die ersten Grashalme hinter euch gelassen habt, entdeckt ihr in der Ferne weitere Blumen, deren Knospen es zu öffnen gilt - Ziel ist es, eben jene farblich hervorstechenden Exemplare anzusteuern und durch Berührung zum endgültigen Aufgehen zu befähigen. Der Clou: Durch das Öffnen von Knospen gesellen sich jeweils immer mehr verschiedene, bunte Blütenblätter an euren Erstling. Da die Zahl von zu öffnenden Blumen im Verlauf des Spiels stetig ansteigt, ergibt sich daraus früher oder später eine meterlange Kette von Blütenblättern, die ihr in schlangenähnlicher Erscheinungsform durch die Levels wehen lasst. Da die Kamera sich jedoch immer auf den vordersten Punkt der Kette fokussiert, geht dabei eigentlich nie die Übersicht verloren. Die Pracht aus wunderbar animierten und farbigen Blütenblättern erscheint in den unterschiedlichen Levels eher als Strahl, der in seinem ganzen hellen Glanz die Dunkelheit und Leblosigkeit der durch die Stadt zerstörten Natur zu neuem Leben erweckt.

    Auch der Kleinste kann die Welt verändern

    Flower Flower Denn durch das Aufblühen aller Blumen bringt ihr die Naturlandschaften in den Levels dazu, wieder in der althergebrachten Schönheit aufzutrumpfen, neu zu wachsen und dem eigentlichen Übel einen Schritt näher zu kommen: Insgesamt sieben verschiedene Orte bereist ihr und stellt schnell fest, dass die zu Beginn noch wolhgesinnt anmutende Wiesenlandschaft sich mehr und mehr in trockene, steinige und von Eisenbauten der Stadt bewucherte Gebiete verwandelt.

    Flower Flower Wer jetzt denkt, sich in allen Leveln den sich immer wiederholenden Ablauf der Geschehnisse hingeben zu müssen, mag auf den ersten Blick Recht haben, denn Grundgedanke und Ziel von flower bleibt es, mit euren Blüten Blumen anzusteuern. Doch die Entwickler haben dabei eine solch komplexe Zahl von abwechslungsreichen Ereignissen verwendet, dass repetive Abläufe kaum zu erkennen sind. Denn bisweilen fliegt ihr auch in sogenannte Zugschläuche, in denen euch der Wind in bester Achterbahnmanier durch meterhohe Schluchten jagt, vorbei an episch anmutenden Gesteinsbrocken und nicht enden wollenden Flächen, die ihr verändern müsst. Mal gilt es, Windräder ihren Antrieb wiederzuverleihen, um kurz darauf in stilvoller Perfektion durch selbige hindurchzugleiten, mal müsst ihr in Form von leuchtenden Blütenblättern den Stromfluss wiederherstellen. Doch erst im famosen Finale, bei dem ihr die Stadt von all ihrer mechanisch und metallischen Fassade befreit, um im allerletzten Kern des Unheils den perfekt designten Höhepunkt zu genießen, wird euch der tiefgründige und spielerische Hintergrund klar: In flower gibt es keine Zeitlimits, keine Game Over, keine Frustmomente - dieses Spiel lässt euch alle Zeit der Welt, sich dem Ziel einer entspannenden Fantasiereise hinzugeben, indem der Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Natur und Industrie, selbst Gut und Böse in einer derartig künstlerischen Gestaltung präsentiert wird, dass es dem Spieler schwer fallen wird, sich dem Zwang zu lösen, der Welt ihren fundamentalen Wert wiederzugeben.

    Ein perfekt unterlegtes Gemälde

    Flower Flower Technisch, als auch grafisch gelingt euch das in sauberer und einwandfreier Form. In Zeiten aktueller Konsolenspiele treten Ruckler, Pop-Ups und lange Ladezeiten mittlerweile häufiger auf, als es der Spielergemeinde Recht sein dürfte. Die Entwickler aus den Santa Monica Studios bilden mit flower ein beinahe perfektes Beispiel dafür, wie ein ordentlich programmiertes Videospiel auszusehen hat: Ladezeiten kennen Blumen nicht, Ruckler oder ähnliche technische Schwierigkeiten treten ebenfalls nicht auf.

  • Flower
    Flower
    Publisher
    Sony
    Developer
    thatgamecompany
    Release
    12.02.2009
    Leserwertung
     
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Flower
Flower im Gamezone-Test
Flower beeindruckt durch einen ganz eigenen Stil, der zur Abwechslung Entspannung statt Spannung und Action bietet.
http://www.gamezone.de/Flower-Spiel-511/Tests/Flower-im-Gamezone-Test-992116/
23.02.2009
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2009/02/1412158962_a77faa385e.jpg
tests