Forza Horizon 2: Playgrounds Rennspielhit im Test

Test Peter Grubmair
Forza Horizon 2: Playgrounds Rennspielhit im Test
Quelle: Microsoft

Bereits mit dem ersten Forza Horizon bewies Playground Games eindrucksvoll wie viel sie von Rennspielen verstehen. Nun steht der Nachfolger in den Startlöchern und wir verbrachten Tage und Nächte hinter dem Steuer um herauszufinden, ob sich das Studio auf der neuen Konsole nochmal steigern konnte.

Forza Horizon ist kein Forza Motorsport, auch der zweite Teil nicht. Erneut verkaufen uns Playground Games einen Traum, den Traum von schnellen Autos und der absoluten Freiheit, sich jedes Supercar leisten zu können, einfach nur um seinen Spaß damit zu haben. Und weil man mit diesem Traum nicht alleine dasteht, veranstaltet man mit Gleichgesinnten ein Festival, der Dreh und Angelpunkt des Spiels.

Screenshot: Forza Horizon 2 Quelle: Microsoft Darf in keinem Rennspiel fehlen, der Bugatti Veyron. Soviel kann man schon zu Beginn sagen, Playground schaffte es erneut uns diesen Traum wirklich schmackhaft zu machen. Schon der Anfang lässt jedem Rennspieler das Herz höher schlagen. Nicht nur wegen der beeindruckenden Grafik der Open-World-Umgebung, die in super knusprigen 1080p an uns vorüber gleitet, sondern wegen des Lamborghini Veneno, mit dem wir die ersten Meter im Spiel zurücklegen dürfen. Dahin geht die Reise also, denk ich mir, versuche das Supercar auf der Strecke zu halten, genieße den herrlichen Sound der Maschine und die wummernden Bässe aus dem Radio. Das erste Rennen hat noch gar nicht angefangen, da erlag ich schon dem Zauber von Forza Horizon 2.

Natürlich war der Veneno nur ein Appetithäppchen und ich muss mich erst einmal mit einem kleineren Gefährt abfinden. Dabei fällt sofort auf, dass die Meisterschaften nun anders organisiert sind, als noch in Forza Horizon. Statt nämlich der Farbe meines Bändchens gemäß immer mehr Rennen auf der Übersichtskarte anzuzeigen, was bei nun insgesamt 168 Meisterschafte zu je vier Rennen auch verdammt unübersichtlich wäre, tauchen auf der Karte immer nur die vier Rennen der aktuellen Meisterschaft auf. Diese wiederum finden in den verschiedenen Städten in Frankreich und Italien statt, durch die sich die Festivalteilnehmer bewegen. Dabei allerdings hat man immer die freie Wahl, welche Meisterschaft man fahren möchte, immer passend zu dem Auto, welches einem augenblicklich genehm ist. Dieses System sorgt nicht nur für eine hohe Übersichtlichkeit, es erlaubt den Spieler auch jederzeit sein Lieblingsgefährt zu fahren und auf diese Weise auch selbst zu bestimmen, wie schnell der Schwierigkeitsgrad ansteigt. Man kann sich also Klasse für Klasse die Meisterschaften hocharbeiten, ebenso aber sich schon ziemlich früh eins der Supercars besorgen und dann diese Meisterschaften fahren, die natürlich entsprechend anspruchsvoller sind. Ein interessantes neues Feature dabei ist, dass die Wagen nicht mehr nur in Leistungsklassen eingeteilt sind, davon gibt es nun übrigens weniger, nämlich nur noch D bis A und S1 und S2, sondern auch in Meisterschaftsklassen. Das ist ungemein praktisch, denn man sieht bereits beim Kauf eines Autos in welcher Meisterschaft man es einsetzen kann. Da gibt es die Offroader, die Classic Cars, die Supercars und noch viele mehr. Diese Einteilung macht viel mehr Sinn als die nach Leistungsklassen, da damit in den verschiedenen Rennen automatisch nur Autos selben Typs gegeneinander antreten.
Open World & Gameplay

Klar, auch Forza Horizon 2 benutzt die Drivatare, quasi die digitalen Klone anderer Fahrer. Dabei sorgt das Spiel dafür, dass man es im Singleplayer besonders oft mit Fahrern aus dem eigenen Freundeskreis zu tun bekommt. Doch nicht nur das sorgt für Laune, nach jedem Rennen wird uns angeboten auf derselben Strecke noch einmal gegen unseren Rivalen anzutreten, so wie wir das aus dem Vorgänger her kennen. Auch die in der Welt versteckten Schilder gibt es wieder zu entdecken, diesmal in zwei Varianten. Einmal in Form von Reiserabatttafeln, je mehr wir finden und zerstören desto günstiger werden die Sofortreisen, und einmal in Form von EP-Tafeln, welche unseren Level nach oben pushen. Denn trotz des neuen Meisterschaftssystems gibt es nach wie vor die bunten Bändchen und Fahrerlevel, die wir uns offline ebenso wie online verdienen können.

Die Barrierefreie Welt sorgt für spannende Wendungen während der Rennen. Quelle: Microsoft Die Barrierefreie Welt sorgt für spannende Wendungen während der Rennen. Wie schon bekannt, gibt es in Forza Horizon 2 praktisch keine Grenzen mehr, fast überall kann man sich auch querfeldein bewegen, was sich ziemlich stark auf das Gameplay auswirkt. Denn während man auf den Stadtkursen nach wie vor gezwungen wird auf der Straße zu bleiben, gibt aus auf dem Land kiloweise Möglichkeiten abzukürzen, was man sich auch ziemlich schnell angewöhnt. Bremszonen oder unsichtbare Rampen, wie sie noch in Forza Horizon verwendet wurden, gibt es nicht mehr, weswegen man die Kurven schneiden sollte, wo es nur geht. Mitunter lohnt es sich auch einmal mitten durchs Feld zu fahren, was aber die Drivatare ebenso wissen, wie erst recht die anderen Online-Fahrer. Natürlich waren die Entwickler nicht dumm und haben die Checkpoints gerne direkt nach einer Kurve postiert, ebenso gibt es genügend Abschnitte, wie die Bergwege oder Schnellstraßen, wo ein Verlassen der Strecke unmöglich ist, um das Spielgeschehen nicht komplett ins Feld zu verlagern. Ebenso dafür sorgt der Umstand, dass man innerhalb weniger Sekunden zurückgesetzt wird, verpasst man einen der Kontrollpunkte.

Forza Horizon ist kein Forza Motorsport, das erwähnte ich Eingangs schon, trotzdem aber finden sich auch in Forza Horizon 2 erneut viele Funktionen der Simulation im Fun-Racer. So können wir erwartungsgemäß wieder wählen, ob sich Schäden nur kosmetisch oder richtig auf das Fahrverhalten auswirken sollen. Dies geht soweit, dass unser Untersatz auch komplett stillgelegt werden kann, da hilft dann auch kein Zurückspulen mehr, was ebenfalls wieder integriert wurde. Wer ein richtiger Rennspieler ist, deaktiviert das natürlich und heimst so am Ende jedes Rennens mehr EP ein. Dort können wir uns dann auch die Wiederholung aus allen möglichen Kameraperspektiven zu Gemüte führen, und das sind erneut unglaublich viele. Schade nur, dass wir das Replay wieder nicht abspeichern können. Als Ersatz dafür zeichnet der Titel besonders spektakuläre Vorgänge automatisch als Clip zum Weiterverwenden für uns auf.

Auch wieder mit an Bord sind die drei bekannten Radiosender, doch mit der Zeit gesellen sich drei weitere hinzu, für noch mehr musikalische Abwechslung. Erstmals gibt es nun auch einen Klassik-Sender, der mit vielen bekannten Titeln des Genres aufwartet und nicht nur die Fahrt in einem Bentley noch authentischer wirken lässt.

  1. Seite 1 Open World & Gameplay
  2. Seite 2 Der Online-Mutlipayer
  3. Seite 3 Grafik, Sound & Fazit
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