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  • Forza-Chef im Interview: "Privat fahr ich einen M3"

    Wir sprachen mit dem Forza-Chef über Forza 4, Autobahnen und welches Auto denn zurzeit eigentlich in seiner Garage steht.

    Am Rande eines Preview-Events zu Forza Motorsport 4 am Münchner Flughafen hatten wir die Chance uns mit Dan Greenawalt über Forza, das Wetter und die Faszination "Auto" zu unterhalten.

    GZ: Hi Dan! Können Sie uns einmal erklären welche Schritte nötig sind um die physischen Aspekte eines Autos zu digitalisieren?

    Greenawalt: "Auf der Seite der physischen Übertragungen sind mehrere Schritte von Nöten. Natürlich bekommen wir von den Herstellern Werte geliefert, dabei handelt es sich jedoch meist um Testwerte wie Beschleunigungs-, Brems-, Slalomwerte und dergleichen. Diese Werte machen keine Simulation aus, sie sind vielmehr das Endergebnis einer Simulation. Zudem wissen wir nie unter welcher Last die Werte erzielt wurden, sei es nun der Fahrer oder die Spritmenge. Also müssen wir unsere eigenen Nachforschungen anstellen. Wir haben über eintausend Autos analysiert um auf die fünfhundert Fahrzeuge von Forza zu kommen. Wir untersuchen den Unterbau eines Autos um bei einer Mehrlenkerachse herauszufinden, was wo zusammenhängt und wo dieses Gebilde dann mit dem Gesamtkonstrukt verbunden ist, um die optimale Bewegung des Rades zu ermitteln. Wir stehen aber auch in Gesprächen mit den Ingenieuren der Hersteller um zum Beispiel das Gewicht der Schwungscheibe herauszufinden. Außerdem kontaktieren wir die ursprünglichen Hersteller wie KW, H&R oder Bilstein um die echten Daten über Federn und dergleichen zu bekommen. Hinzu kommt, dass wir Autos auch auseinander nehmen. Und dazu gehören auch Fahrzeuge die zwar nicht in Forza vorkommen, aber genau die gleichen Teile verbaut haben wie Fahrzeuge die es ins Spiel geschafft haben. Diese Methodik wird gerade bei sehr neuen oder sehr seltenen Autos angewandt. Unsere Simulation wird auch deswegen so gut weil wir so viel von Autos verstehen. Wir stellen viele Spezialisten für die unterschiedlichsten Themenbereiche ein, die dann für uns erforschen, Daten einholen und dann unser Repertoire kontinuierlich erweitern."

    GZ: Fahrt ihr die Autos dann auch mal selbst um euch ein Bild zu machen?

    Greenawalt: "In den meisten Fällen fahren wir die Autos nicht selbst. Denn wie ein Auto fährt liegt nicht etwa an der Farbe oder der Marke, sondern an den Reifen, den Achsen und nicht zuletzt am Fahrer. Ab und an fahren wir ein paar Autos für die Endkontrolle nur um dort dann festzustellen, dass sich die Autos im Spiel genauso verhalten wie in echt. Und das verdanken wir einer korrekt durchgeführten Simulation. Deswegen müssen wir unsere Autos auch nicht irgendwie tunen um sie für das Spiel besser zu machen, weil wir einfach exakt arbeiten."

    GZ: Und wie lang dauert dieser Prozess?

    Greenawalt: "Im Grunde ist es ein immer fortdauernder Prozess. Wir untersuchen nun schon seit 2002 Autos für Forza Motorsports und arbeiten Jahr um Jahr neue Daten in unser System ein. Bevor dann also ein Auto den Weg ins Spiel findet, kommt eine "Automagic" genannte Simulation vor der Simulation zum Tragen. In dieser werden alle Daten zusammengetragen und zum gewünschten Auto im Spiel geformt. Auf diese Weise wird jedes Auto zu einem einzigartigen Konstrukt aus etwa neuntausend Parametern. Und aus diesen Werten wird letztendlich das Spiel selbst erbaut und zusammengehalten.

    GZ: Nächste Frage: Wäre Autovista auch ohne Kinect integriert worden?

    Greenawalt: "Nein. Wir wurden von Kinect inspiriert. Ich wurde von Kinect schier überwältigt als ich es das erste Mal sah. Weil unsere Vision immer von der Auto-Leidenschaft gelenkt wird. Sicher machen wir gute Rennspiele und Simulationen, aber auch nur weil das einer der Pfeiler ist die diese Leidenschaft hochhalten. Kinect ist ein komplett neues Paradigma. Man kann also nicht einfach ein controllergesteuertes Spiel und Gameplay nehmen und einfach Kinect mit hineinstopfen, weil das so nicht funktionieren würde. Man muss also alles über den Haufen werfen und auf einem weißen Blatt Papier neu anfangen. Also haben wir uns gefragt wie dieser Sensor genutzt werden kann um Menschen die Automobile Leidenschaft näher zu bringen oder sie zu intensivieren. Also haben wir das Spiel zunächst auf Kinect abgestimmt und dann erst den Controller integriert. Man kann also sagen dass wir es genau umgekehrt gemacht haben. Mir persönlich gefällt das Spiel mit Kinect sogar deutlich besser, weil man ein stärkeres Gefühl der Dreidimensionalität hat."

    GZ: Eine Frage die uns schon seit geraumer Zeit beschäftigt ist, ob es jemals ein Wettersystem oder sogar Nachtrennen in Forza geben wird.

    Greenawalt: "Wir haben unser Team in kleinere Teams auseinandergebrochen und sie auf Gameplay, Grafik, Physik und viele andere Bereiche spezialisiert. Und wir fordern jedes Team immer wieder auf tausende Ideen zu haben und diese dann im Zweifelsfall wieder fallen zu lassen, um der Vision von Forza Motorsports auf lange Sicht gerecht zu werden. Mit 350 Mitarbeitern funktioniert es einfach nicht mehr wie früher, dass ein Kopf der Gruppe das Sagen, die Ideen und die Entscheidungsgewalt hat. Als es schließlich um das grafische Leistungsvermögen des Spiels ging entschieden wir uns recht schnell dafür zu jeder Zeit mit sechzig Frames zu operieren. Wenn du nun aber ein Partikelsystem für Witterung oder ein Schattensystem für die Lichtkegel der Autoscheinwerfer bei Nacht integrierst zehren diese sehr am Prozessor. Natürlich könnten wir das auf der Xbox umsetzen, jedoch ist es sehr schwer dem vorhandenen Experten-Team, das mit einigen der besten Entwickler weltweit bestückt ist und in jahrelanger Arbeit zusammengestellt wurde, neue Kräfte auf gleichem Niveau an die Seite zu stellen. Also können sie sich für jede Version nur einem großen Projekt annehmen. Dieses Jahr war es IBL, also "image based lighting", was das Spiel auf der ganzen Linie besser gemacht hat. Das wurde dann optimiert, sodass auch IBL zu jeder Zeit mit sechzig Frames stabil läuft. IBL und ein Wettersystem oder ein Schattensystem gleichzeitig in Angriff zu nehmen wäre daher schon äußerst ambitioniert gewesen. Hinzu kommt die Tatsache, dass wir einfach nicht bereit sind zu tauschen. Viele Spiele nehmen eine geringere Framerate in Anspruch um Partikeleffekte zu haben, für uns ist das jedoch einer Simulation unwürdig. Da wir unsere Daten für die Reifen im Spiel von Pirelli haben kann ich an dieser Stelle sagen, dass wir von Pirelli keinerlei Regen-Informationen bekommen haben. Allerdings haben wir auch nicht danach gefragt. Prinzipiell denken wir schon vor jedem Spiel über Witterung und Tag-Nacht-Wechsel nach, allerdings haben wir auch andere Ideen und müssen daher ein Ranking erstellen, was uns am meisten in Richtung Visionserfüllung bringt. Für Hardcore-Racer ist so ein Verhältniswechsel vielleicht super, aber nicht für jeden anderen Spieler. Und wenn ihr euch das "image-based lighting" anschaut, oh mein Gott sieht das fantastisch aus, dann seht ihr dass jeder davon profitiert. Fahrer können in das Rennen viel tiefer eintauchen, Fotografen bekommen bessere Schüsse und es macht noch mehr Spaß die Autos einfach zu demolieren."


    GZ: Du sagtest man könne die Karriere mit jedem Auto des Spiels spielen und immer eine andere Karriere erleben. Gibt es überhaupt ein Ende der Karriere?

    Greenawalt: "Im Grunde genommen nicht. In Forza Motorsports 3 hatten wir etwa zweihundert Renn-Events, in Forza Motorsports 4 haben wir fünfzig Prozent mehr, also etwa dreihundert Events. Mein Ziel ist es nicht, dass die Spieler alle Rennen wirklich fahren. Manche taten das zwar in Forza 3 weil es ein Achievement gab, aber das ist ein sehr seltenes Achievement. Wir haben dreihundert Events und fünfhundert Autos, aber ich will nicht dass ihr alle Autos und alle Events fahrt. Wir haben die Events nur so zahlreich integriert um genau deinem Spielstil die passenden Events bereitstellen zu können. Unser Ansatz ist es, anders als andere Spiele, eine individuelle Karriere zu schaffen, die genau auf dich zugeschnitten ist. Hätten wir nun nur sechzig Events, würdest du als BMW-Fan eben nur zwei BMW-Events fahren können. Mit dreihundert Events können wir dich natürlich mit mehr Rennen zu deinem Lieblingsauto versorgen."

    GZ: Zum Schluss noch einige persönliche Fragen. Wenn du dir ein Auto kaufst, was ist dir wichtig?

    Greenawalt: "Mein Leben lang habe ich Autos gewechselt um ehrlich zu sein. Ich kaufe mir ein Auto um es dann wieder zu verkaufen. Meine Autos unterscheiden sich meist radikal vom Vorgänger, weil ich es einfach interessant finde. Mein letztes Auto war ein Audi S4 und ich habe es länger besessen als jedes Auto davor. Und im Grunde habe ich es sogar zu lange gehabt. Ich tendiere sehr stark dazu meine Autos zu verbessern und zu tunen, was sie aber immer anfälliger und unzuverlässiger macht. Ich sollte also ein Auto wirklich nicht länger als drei bis fünf Jahre fahren, weil ich es selbst natürlich immer unzuverlässiger und instabiler mache, also muss ich es verkaufen. Ich habe also meine Lektion gelernt, hab das Auto verkauft und mir erst kürzlich einen BMW M3 gekauft. Selbstverständlich habe ich umgehend angefangen ihn zu tunen. Den behalt ich jetzt eben für drei bis fünf Jahre. Der Hauptgrund warum ich mich für den M3 entschied war, dass ich von einem Allrad-Auto wie dem S4 zu einem Hecktriebler wie dem M3 wechseln wollte, weil mich das vollkommen unterschiedliche Fahrverhalten gereizt hat. Zudem ist der Audi sehr frontlastig in Sachen Gewicht und der BMW hat eine ausgewogene Gewichtsverteilung von 50:50. Was mein nächstes Auto wird weiß ich selber nicht. Es könnte ein Klassiker werden, ein Leichtgewicht wie der Lotus Elise, oder etwas völlig anderes. Es kommt dann wirklich auf den Kauftag an, denn selbst der M3 war ein Impulskauf. Ich war auf der Suche nach einem neuen Auto und dachte eigentlich an ein klassisches Modell, das komplett neu aufgebaut und modernen Teilen versehen wurde. Ich hatte also schon geplant, geplant und geplant bis ich mit meinem Vater einen BMW Probe fuhr. Und im Verkaufsraum stand ein M3 herum. Ich sah ihn an und dachte mir 'Irgendwie find ich den gut'. Also fuhr ich ihn spontan Probe und kaufte ihn gleich am nächsten Tag. Drei Tage später habe ich den Audi dann verkauft."

    GZ: Wenn du dir aus heutiger Sicht ein Auto aussuchen dürftest, welches wäre es?

    Greenawalt: "Mein All-Time Favourite ist vollkommen unerrichbar: Das Shelby Daytona Coupé. Und es wäre auch furchtbar in Seattle zu fahren, weil es die ganze Zeit regnet und das Coupé ein superleichter Hecktriebler ist und ich mich darin wahrscheinlich töten würde. Dazu ist es richtig teuer und zudem sehr laut und besitzt keinerlei moderne Bequemlichkeiten. Aber es ist eben mein absolutes Lieblingsauto und natürlich würde ich es mir holen. Wenn ich aber wirklich viel fahren würde...(überlegt)...würde ich das Auto sowieso wieder wechseln. Vor kurzem bin ich einen Ferrari 458 in Catalunja gefahren und habe darauf Rennrunden gedreht. Oh Gott ist dieses Auto umwerfend. Ich bin davor noch in einen 430 Scuderia Rennrunden gefahren und dann in den 458 umgestiegen. Der 458 ist zahmer und doch schneller als der Scuderia. Wenn man im Scuderia schaltet macht es 'Bumm, Bumm, Bumm' und im 458 fließen die Gänge mehr. Der 458 war ein wundervolles Auto mit einem grandiosen Set-Up aber ich weiß, dass ich es nach drei Jahren sowieso wieder loswerden will."

    GZ: War es hart dann wieder in den M3 zu steigen, wenn man gerade einen Ferrari gefahren ist?

    Greenawalt: "Die Sache ist die, dass ich den M3 erst vor zwei bis drei Monaten gekauft habe als wir das Spiel ausgeliefert haben, ich also viel arbeiten musste. Ich habe den M3 bekommen, ihn ein wenig getunt, aber noch fast gar nicht gefahren. Als ich ein paar Mal spät aus der Arbeit kam habe ich im Regen noch ein paar Runden gedreht. Ich liebe es zu driften, speziell im Regen. Ich habe in diesen Nächten auch die Stabilitätskontrollen ausgeschalten und bin einfach im Regen ein wenig durch die Gegend gedriftet. Allerdings hat es mich auch zweimal gedreht, ich muss mich also noch an das Auto gewöhnen."

    GZ: Allerletzte Frage: Wie findest du die deutschen Autobahnen? Bist du schon mal auf einer gefahren?

    Greenawalt: "Auf einer Autobahn bin ich selber noch nicht gefahren. Ich wurde aber schon auf einer Autobahn gefahren. Ich glaube es war ein 7er BMW der sehr, sehr schnell fuhr und es war einfach toll. Ich wusste allerdings nicht was daran nun das Auto und was die Autobahn war, denn die Fahrt war viel weicher als es auf einer amerikanischen Straße der Fall ist. In Amerika haben wir viele gerade Strecken, was auf die Dauer echt langweilig werden kann. Zudem sind sie auch noch sehr holprig und irgendwie sehr beschissen, total aufgeplatzt und kaputt. Die Autobahn dagegen schien sehr weich. Am meisten Fasziniert hat mich, dass die Autobahn kulturell gesehen zu Innovationen der deutschen Autos führt. Und genau aus diesem Grund fahren meine Mutter, mein Vater und ich deutsche Autos. Eben weil es zu Innovationen im Bezug auf Federung, Leistungsentfaltung und Beständigkeit führt. Amerikanische Autos sind schlicht dazu gebaut um sechzig Meilen die Stunde auf buckligen Pisten zu fahren. Das bedeutet dass die Federung meist etwas lockerer ist, weil die Straßen so hart sind. Auch sind sie nicht für den Wind optimiert, der einem bei Tempo zweihundert entgegenweht, weil sie das auch nicht müssen."

    GZ: Deswegen sind bei euch wohl auch Cupholder Serienausstattung.

    Greenawalt: "Nein, das ist weil wir fett sind" (Und reibt sich den Bauch)

    GZ: Herzlichen Dank für das ausführliche Interview.

    Wir verweisen an dieser Stelle freundlichst auf unser Forza Motorsport 4 Preview, welches ebenfalls heute online ging.

    Quelle: www.gamezone.de

  • Forza Motorsport 4
    Forza Motorsport 4
    Publisher
    Microsoft
    Developer
    Turn 10 Studios
    Release
    14.10.2011
    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
    Von Gee85
    Ja, den fand ich auch sehr sympathisch! Und das obwohl der viele viele Autos fährt bzw. gefahren hat, die ich auch…
    Von schröder1112
    Cooles Interview, der Mann ist mir sympathisch^^

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    • Es gibt 2 Kommentare zum Artikel

      • Von Gee85
        Ja, den fand ich auch sehr sympathisch! Und das obwohl der viele viele Autos fährt bzw. gefahren hat, die ich auch gerne mal fahren würde 
      • Von schröder1112 Erfahrener Benutzer
        Cooles Interview, der Mann ist mir sympathisch^^
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http://www.gamezone.de/Forza-Motorsport-4-Spiel-2207/News/Forza-Chef-im-Interview-Privat-fahr-ich-einen-M3-984483/
23.09.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2011/09/DanGreenawalt.jpg
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