Wenn auch kein Überflieger, so doch ein Geheimtipp für Freunde einzigartiger Settings und Storys.
Es gibt Spiele, die hat man noch keine fünf Minuten gespielt und dennoch wirkt die virtuell entstehende Geschichte sofort sympathisch bzw. irgendwie vertraut. Grund dafür ist meistens die Tatsache, dass sich die Schöpfer einem zumeist durchaus erfolgreichen Vorbild bedient haben. Spielerische Elemente, Eigenheiten oder aber das Setting lassen gewisse Parallelen zu, so dass man sich von Anfang an heimisch fühlen kann. Auch "Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon" ist so ein Kandidat, der das Gefühl vom Klassenprimus ""A Legend of Zelda: Ocarina of Time" aufkommen lässt. Das sich hier die Entwickler buchstäblich nach den Sternen gereckt haben, liegt auf der Hand und ob das Ergebnis der sprichwörtliche "wahre Jakob" ist oder ob die Spiele-Macher doch besser ganz eigene Wege hätten gehen sollen, haben wir für euch heraus gefunden.
"Du bist nicht allein" ...
Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon
... das sind die letzten Worte von Setos Weggefährten, einem alten, geheimnisvollen Mann, mit dem Seto in einem verlassenen Observatorium lebte. Für Seto ist der Tod seines Begleiters ein schwerer Schlag, wuchs er doch in einer Zeit auf, da die Menschen gegen ihre Vernichtung kämpfen. Aber nicht weil Kriege herrschen oder habgierige Zeitgenossen alles unterjochen wollen, nein, die Natur hat zum Gegenschlag ausgeholt und holt sich Stück für Stück zurück, was ihr der Mensch genommen hat. Einstige Städte sind zu moderne Ruinen geworden, bewohnt von Geistern vergangener Zeiten und ohne handlungsfähig zu sein, müssen die körperlosen Wesen der drohenden, vollkommenen Vernichtung der Gattung Homo Sapiens zusehen. Und in all diesem Elend macht sich Seto nach dem Tod des alten Mannes mit der Hoffnung auf den Weg vielleicht doch noch andere Überlebende zu finden.
Mister Hahn hilft
Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon
Ausgestattet mit diesem Wissen übernehmt ihr die Rolle von Seto und macht euch auf den Weg andere wie euch zu finden. Dass dieses Unterfangen auch nicht umsonst ist, wird euch gleich zu Anfang bewusst gemacht, da ihr die liebliche Ren kennenlernt. Allerdings ist das gute Mädchen dezent durch den Wind und es bedarf einiger Anläufe, um mit ihr klar zu kommen. Eine Aufgabe, die allerdings lohnenswert ist und natürlich ein elementares Ziel im Spiel darstellt, wobei Spieler mit Katzenhaarallergie sicher weniger ihren Spaß an dieser Aufgabe haben werden, muss sich Seto doch mit einer großen Anzahl an Stubentigern anfreunden, um dem seltsamen Mädchen näher kommen zu können. Darüber hinaus werdet ihr die Bekanntschaft von weiteren mehr oder weniger lebenden Personen machen. Geister, allen voran die freche Sai, statten euch hin und wieder Besuche ab. Manches Mal zieht sie einen auf, manches Mal hat sie ein paar nützliche Informationen zur Hand. Zuhören - allerdings sollte man dann der englischen Sprache mächtig sein - oder aber Untertitel lesen - gehalten in deutscher Sprache - ist bisweilen unabdingbar. Gleiches gilt dann auch, wenn ihr dem jungen Raben begegnet; Ein Junge ohne Vergangenheit, mit dem ihr auch noch allerhand erleben werdet.
Bei all den Zusammentreffen darf auch ein überaus wichtiger Zeitgenosse nicht fehlen, denn dieser Herr versorgt euch zu allen möglichen und unmöglichen Momenten mit wichtigen oder gern auch mal unnützen Dingen, die ihr bei ihm kaufen könnt. Die Rede ist vom Händler, einem komischen Kauz mit Hahnenkostüm-Kopf auf den Schultern. Vor seinem anderen Aussehen sollte man sich nicht fürchten - im Gegenteil, der denn der gute Mann ist immer für einen Tausch, ein Geschäft als auch ein gutes Gespräch zu haben.
Vorwärts, ich weiß wo's lang geht!
Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon
Um den Eingangs verwendeten Vergleich mit der Adventure-Königsklasse wieder aufzunehmen, kann an dieser Stelle gesagt werden, dass "Fragile Dreams" durchaus den Charme als auch den Reiz eines "Zelda-Titels" mit bringt. Die Machart, die Aufgabenstellungen als auch das Vorgehen mit dem sozusagen Helden des Spiels offenbaren gewisse Gleichheiten - ohne natürlich wirklich gleich zu sein. Es ist ein Gefühl, das vermittelt wird und so durchaus dazu beiträgt, dass man dem jungen Sato ganz sicher nicht den Rücken kehrt! Ganz das Gegenteil ist der Fall, wenngleich auch die Spielweise deutlich vereinfacht als auch sehr linear dargeboten wird. Während man mit dem Elfenjungen "Link" in den "Zelda" Abenteuern frei agieren, verschiedene Aufgaben, Aufträge und dergleichen mehr annehmen kann, ist man mit Seto beschränkt. Hier verfolgt man ganz klar das klassische Schema F, bei dem eine Aufgabe angenommen, anschließend erledigt werden muss, und danach kann wieder eine neue Aufgabe folgen. Deutlich wird dies auch mit den zahlreich gesetzten Speicherpunkten! Viele, viele Lagerfeuer, die euch nicht nur Schutz in der Dunkelheit bieten als auch den Platz zum Kochen offerieren, warten darauf von euch genutzt zu werden. Eure im Kampf verbrauchte Energie wird ebenso aufgeladen wie ihr euren erspielten Fortschritt in den Speicher jagt. Auf diese Weise legt ihr eure Wege zurück, die euch u.a. durch einen verlassenen Bahnhof führen, in einen unheimlichen Vergnügungspark oder in ein lange geschlossenes Hotel. So nett dabei die Umgebungen anmuten und wahrlich zum Erkunden einladen, hat man euch diese Möglichkeit leider verwehrt. So beschreitet ihr lediglich die vorgesehenen Routen, die zwar auch schön, umfangreich und mit allerlei Aufgaben bestückt sind - aber die Entdeckernaturen bleiben nichts desto weniger auf der Strecke. Selbst die hin und wieder zum Zertrümmern einladenden Kisten und Truhen, die euch wichtige Goodies als auch Items servieren, sind so platziert, dass ihr fast schon darüber stolpert.
