Front Mission Evolved im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Ein akzeptabler Shooter, bei dem man es mit den riesigen und stark bewaffneten Wanzern ordentlich krachen lässt.

Die bekannte Strategiespiel-Reihe Front Mission wird fortgesetzt. Von Square Enix wurde dafür der westliche Entwickler Double Helix Games verpflichtet, der unter anderem für Silent Hill: Homecoming verantwortlich war. Das neue Front Mission Evolved ist jedoch anders als es sich die Fans vielleicht erhofft haben. Was hier für die PlayStation 3, die Xbox 360 und den PC veröffentlicht wurde, ist ein waschechter Third Person Shooter.

Angriffsziel New York

Front Mission Evolved Front Mission Evolved Gleich zu Beginn des Spiels wird New York von einer unbekannten Streitmacht angegriffen und in Schutt und Asche gelegt. Als Spieler arbeitet man eigentlich nur in der Entwicklungsabteilung eines Unternehmens und schlüpft zufällig in den Wanzer, einen riesigen Mech, und bekämpft die Invasoren. Nach einer kleinen Wendung nach rund einer Stunde Spielzeit ist schnell klar wer der Bösewicht ist, und dass er eine neue Weltordnung erschaffen will. Die Rollen sind klar verteilt, dazwischen werden oberflächliche Freundschaften mit eben so einfach gestrickten Charakteren geknüpft, während auch noch eine 08/15 Liebschaft abgespult wird. Zwar schauen wir uns teils überlange Zwischensequenzen an, die Story ist dennoch sehr lahm inszeniert und bietet rein gar nichts Überraschendes an. Die verschiedenen Charaktere bedienen extrem das "Gut gegen Böse"-Schema, was fast schon weh tut. Natürlich haben viele Spiele oberflächliche Figuren, doch Front Mission Evolved schlägt dem Fass den Boden auf beeindruckende Weise aus. Auch wenn man die Storysequenzen überspringen sollte, verpassen würde man als Spieler nichts.

Wanzer - come in and find out

Front Mission Evolved Front Mission Evolved Wanzer sind haushohe Mechs, die in ihren Händen riesige Wummen oder Schwerter tragen und über den Asphalt skaten. Vor einer Mission steht jedoch die Individualisierung des Wanzers auf dem Programm. Hier können zahlreiche Sticker, Muster und Farben ausprobiert werden. Darüber hinaus wird mit dem in Missionen verdienten Geld neue Ausrüstung gekauft. Für jeden der beiden Arme kann jeweils eine Waffe erworben werden. Ob MGs, Schrotflinten, Scharfschützengewehre, Bazookas oder Schwerter, die Auswahl ist riesig. Zudem darf man auf die beiden Schultern zusätzlich diverse Raketenwerfer und Co. anbringen. Die Waffen werden dabei mit den vier Schulterbuttons der Gamepads abgefeuert. Auf dem PC ist dies unter Umständen etwas kniffliger zu bewerkstelligen. Hier haben Gamepad-Akrobaten klare Vorteile.

Front Mission Evolved Front Mission Evolved Doch das ist noch nicht alles, was sich mit dem Wanzer anstellen lässt. Ob Rumpf, Arme oder die Beine, auch dieses Mal stehen verschiedene Varianten zur Auswahl, die sich in Geschwindigkeit, Präzision oder Panzerung unterscheiden. Aufpassen muss man nur, dass die vorhandene Energie nicht überschritten wird, da man den Hangar sonst nicht verlassen kann. Auf dem Rücken lassen sich darüber hinaus verschiedene Extras schnallen. Ob mehr Munition und Energie, ein Jetpack oder diverse Abwehrmaßnahmen, man kann aus einem reichhaltigen Angebot wählen. Es macht sehr viel Spaß den eigenen Wanzer von Mission zu Mission zu optimieren. Nur bei wenigen Aufträgen wird uns leider eine Konfiguration vorgegeben. Demnach verbringt man einen beachtlichen Teil der Zeit im Hangar. Wer darauf jedoch keine Lust hat, darf aus vorgefertigten Konfiguration wählen. Es ist sogar möglich, während einer Mission den Wanzer neu auszurüsten.

Die Zerstörung ruft

Front Mission Evolved Front Mission Evolved Die Einsätze von Front Mission Evolved sind eigentlich recht einfach gestrickt. Man muss sehr oft von Punkt A nach Punkt B kommen und dabei jede Menge Zerstörung hinterlassen. Mit der Zeit werden die Gegner zwar immer zahlreicher und die Umgebung ändert sich auch, Abwechslung ist jedoch kaum gegeben. Ab und zu setzt man sich hinter die MGs eine Kampfhubschraubers, das war auch schon alles. Dennoch kann das Third Person-Spiel sehr viel Spaß machen, da so ein Wanzer eine unglaubliche Feuerkraft besitzt und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen kann. So zischen im Sekundentakt Raketenschwärme durch die Luft, während feindliche Wanzer in gleißenden Explosionen zu Boden gehen. Ansonsten bekämpft man noch Hubschrauber, Geschütztürme, harmlose Panzer (auch Opfer genannt) und Fußsoldaten (noch größere Opfer).

Front Mission Evolved Front Mission Evolved Front Mission Evolved ist wahrlich keine Offenbarung und verlässt sich auf bekannte Konzepte. Da die Action aber stimmt und die Feinde teils harte Gegner sind und verschiedene Ausweichmanöver zu bieten haben, macht der Shooter über weite Strecken durchaus viel Spaß, da man einfach den Verstand abschalten und los ballern kann. Ich weiß nicht, was sich die Entwickler dabei gedacht haben, aber bei rund einem Drittel der Spielzeit steigt man aus dem Wanzer aus und kämpft sich zu Fuß im 3rd Person Shooter-Stil durch belanglose Gegner. Dabei erreicht das Gameplay seinen absoluten Tiefpunkt, denn diese Abschnitte sind weit weg vom gewohnten Genredurchschnitt. Hier kommt Front Mission Evolved ca. 15 Jahre zu spät, da die Spielmechanik völlig veraltet und misslungen wirkt. Die Steuerung ist träge, die Zielerfassung ist ein Graus und die Gegner sind nichts weiter als Kanonenfutter. Zum Glück kann man meistens recht schnell wieder in seinen Wanzer steigen.

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