Fuse von Insomniac angespielt: Komplexität fehlt noch (8) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Es ist allgemein bekannt, dass die US-Regierung schon vor einigen Jahrzehnten ein abgestürztes Raumschiff aus dem Weltall geborgen hat und seitdem an außerirdischen Technologien werkelt. Insomniac, die Macher der Resistance-Reihe, spielen mit ihrem neuesten Machwerk Fuse in die Hände solcher (Verschwörungs-)Theorien: In ihrer Welt stimmt das und die Substanz, die sie aus dem Schiff extrahiert haben, heißt Fuse. Die Ressource verleiht Testpersonen, mit denen CIA und US-Militär geforscht haben, einige coole Fähigkeiten und Super-Waffen.
Natürlich läuft irgendwann alles schief: Raven, eine paramilitärische Söldnertruppe, bekommt in der nahen Zukunft Wind von dem Projekt, bricht ein und klaut das Zeug. Ziemlich schnell können Ravens Wissenschaftler das Material waffenfähig machen und bedrohen damit die ganze Welt. Und weil die mit Alien-Technologie aufgemotzte Privatarmee alles übersteigt, mit dem die regulären US-Truppen zurechtkämen, ruft die Regierung ein geheimes CIA-Team herbei: Overstrike 9. Der Trupp besteht aus vier Geheimagenten, die sich Fuse zunutze machen.
Das Team
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Mit zwei Männern und zwei Frauen gehen wir gegen Raven vor, immer mit dem Ziel vor Augen, den die Welt vor ihrem Untergang zu bewahren. Team Leader von Overstrike 9 ist Dalton Brooks. Dank Fuse kann er ein Schild vor sich aufbauen, das feindliche Kugeln abwehrt, eigenen Beschuss aber auf die andere Seite durchlässt. Mit ihm lassen sich schon früh Teamplay-Taktiken austüfteln: Weil das Schild eine wirklich große Fläche abdeckt und schützt, können die drei anderen Mitspieler sich dahinter verstecken und Feinde kaltmachen. In einer späteren Ausbaustufe wird der Schild sogar tödlich, wenn er Feinde berührt. Man kann also theoretisch durch den Level rennen und zusehen, wie Feinde hinter einem zu Boden gehen. Aber Vorsicht: jede Verwendung kostet Fuse und die Ressource lässt sich nur durch Punkte auffüllen, die man im Zusammenspiel mit den Kollegen und im Kampf erhält. Trotzdem gibt es auch stinknormale Kanonen, mit denen man im Zweifelsfall auch ein paar Kills generieren kann, um sein Fuse-Konto aufzuladen.
Die drei anderen Charaktere haben natürlich eigene Fähigkeiten, sie alle sollen sich ergänzen. Die Assassinin Naya Deveraux beispielsweise kann sich dank Fuse unsichtbar machen und so Feindbasen infiltrieren. Von hinten schnappt sie sich Feinde, kann sie mit einem Schlag in die Bewusstlosigkeit schicken und ungesehen weitere Ziele aufs Korn nehmen. Cooler noch ist ihre Knarre: Sie trägt ein Warp-Gewehr mit sich, das Schwarze Löcher bei Gegnern erscheinen lässt. Dieses hebt sie für andere Mitspieler aus der Deckung oder verschlingt sie komplett. Außerdem gibt es Umgebungsschäden, wenn viele Gegner an einer Stelle stehen, gibt es eine Kettenreaktion und ein Ereignishorizont nach dem anderen taucht auf.
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Isabelle Sinclair hingegen nutzt die Shattergun. Wenn die Munition aus dieser Knarre einen Gegner trifft, besteht die Chance, dass er ganz oder teilweise zu einem Kristall erstarrt. So kann Isabelle Feinde aus Deckung hervorheben oder Gegner für die anderen Mitspieler lähmen. Die gute Seele des Teams ist aber Jacob Kimble. Er ist ehemaliger Police Detective und nicht mit allen rabiaten Methoden des Haudegens Dalton einverstanden. Er überwacht also auch, dass Overstrike weiter für "die Guten" kämpft. Seine Spezialwumme ist eine umgebaute Armbrust. Sie verschießt Quecksilber-Fuse-Pfeile, die brennen. Mit ihr lassen sich große Gruppen von Feinden auseinandersprengen – wortwörtlich! Noch cooler und gleichzeitig ziemlich brutal: Wenn Gegner von den Pfeilen getroffen werden, können sie durchbohrt und an dahinterliegende Wände gepinnt werden. Dann verbrennen oder explodieren sie langsam – ganz schön brutal.
Mit Kumpels zusammen oder mit der KI
Jeder der vier Charaktere hat einen eigenen Talentbaum, der sich in drei Stufen und vier Kategorien unterteilt. Das Co-Op-System von FUSE ist das altbekannte Drop-in und Drop-Out. Man kann dem Spiel von Freunden jederzeit beitreten und es verlassen, am Spielfortschritt ändert sich nichts. Sobald ein Spieler das Spiel verlässt, übernimmt die KI die Steuerung, den vollen Spaß wird das Spiel aber natürlich nur im Zusammenspiel mit echten Menschen entfalten. Wer nicht so gerne Online spielt, kommt auch allein zurecht. Hierfür kann man jederzeit zwischen seinen Spielfiguren wechseln.
Wie sich Fuse anfühlt
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Auf den ersten Blick sieht Fuse gar nicht schlecht aus. Die coolen Effekte, die mit den speziellen Alien-Waffen einhergehen, sehen toll aus und ergänzen sich gegenseitig. Sie sind eindeutig auf eine Rollenverteilung a la Beschützer (Schild), Damagedealer (Feuer-Armbrust und Shattergun) und Deckungsausheber (Warp Rifle) ausgelegt. Und tatsächlich benötigen wir in dem Level, das wir spielen, die Fähigkeiten jeder einzelnen Klasse. So können wir als unsichtbarer Assassine Gegner umkreisen und ihnen in den Rücken fallen.
Etwas ungewohnt ist Fuse als Ressource aber schon. Mit jedem Kopftreffer oder normalem Kill bekommt man ein wenig von der Alien-Substanz auf das eigene Konto zurück. Während man erwartet, dass die Munition sinkt während man volle Kanne auf einen Gegnertrupp schießt, ist das genaue Gegenteil der Fall: Man bekommt die Munition zurück. Das fühlt sich eigenartig easy an, die Ressource wird so zu einem unbegrenzt verfügbaren Gebrauchsgegenstand.
Zwei große Bossfights warten in unserer Demo auf uns. Den ersten erleben wir, nachdem wir in eine erstaunlich langweilige Forschungsanlage einbrechen. Helikopter schweben heran und setzen Gegner ab, außerdem karrt Raven auch auf LKWs neue Feinde ran. An dieser Stelle postieren wir zwei Kämpfer am Eingang der Station, Dalton ist als mobiler Deckungsgeber mit seinem Magshield natürlich dabei. Zwei weitere Charaktere übernehmen stationäre Geschütze über dem Eingangstor. Es verschießt fette Raketen und hat ein MG, mit den Hubschraubern machen wir also schnell kurzen Prozess.
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Der zweite Missions-Höhepunkt, neben einer ziemlich unkomplizierten Rätseleinlage, ist ein riesiger Killerroboter. Am Ende enttäuscht uns aber, dass wir ihn nach nur wenigen Sekunden und ohne große Schwierigkeiten plattmachen. Drei Kollegen lenken das Feuer auf sich, während wir hinter einer Deckung kauernd dem robotischen Zeitgenossen in den Rücken schießen. Ein wenig mehr Komplexität kann Fuse auf jeden Fall vertragen.
Dieselbe Kritik gilt auch für den Rest des Third-Person-Shooters: Fuse sieht zwar ganz okay aus, spielt sich flüssig und ist Deckungs-basiert, aber ein Aha-Gefühl erleben wir nie. Das Insomniac-Projekt sticht in der von uns gespielten Mission nie aus der Mittelmäßigkeit vieler Genrekollegen hervor. Von einer Deckung zur nächsten hüpft man in vielen Games und Co-Op kennt man mittlerweile auch ziemlich gut. Einzig die Alienwaffen verleihen Fuse ein wenig Einzigartigkeit, aber die erste Mission ist deutlich zu einfach gestrickt, um das volle Potential zu zeigen. Ganz abschreiben wollen wir Fuse noch nicht, aber Insomniac muss beweisen, dass mehr drin steckt. Ob das Team, das Resistance und Ratchet & Clank gemacht hat, das schafft, erfahren wir im März 2013 – dann erscheint der Shooter für Playstation 3 und Xbox 360. Eine PC-Version ist nicht geplant.






