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Fussball Manager 13 (PC)

Release:
25.10.2012
Genre:
Sportspiel
Publisher:
Electronic Arts

Fussball Manager 13 im Test: Wie sehr unterscheidet sich die PC-Simulation vom Vorjahresmodell?

14.11.2012 10:18 Uhr
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Neu
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Eigentlich bin ich ein eingefleischter Konsolenspieler und sehe in einem PC nur die normale Arbeitsmaschine. Sollte ich aber dann doch mal den heimischen Rechner wegen eines Spieles hochfahren, dann kann das nur einen Grund haben, den Fussball Manager. Sich zu verlieren in den Tiefen des Geschäftes Fußball, um seinen Heimatverein von der grauen Maus in einer der unteren Ligen zum leuchtenden Stern in der Champions League zu machen, reizt selbst in der 12. Auflage der Managersimulation immer noch enorm. Die Installation ist beendet, ein Origin-Konto angelegt - lasst uns also sehen, ob der Fussball Manager 13 nicht nur reizt, sondern eben auch Spaß macht.

Fussball Manager 13 im Test: Neuerungen sind Fehlanzeige (2) Fussball Manager 13 im Test: Neuerungen sind Fehlanzeige (2) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Umfang und Technik - der Vorgänger lässt grüßen

Neu erfunden wurde der Fussball Manager auch in der Version mit der 13 im Titel ganz sicher nicht. Was uns in den diversen Vorgänger bereits vorgelebt wurde, findet im FM 13 seine konsequente Fortsetzung – einziges, großes Problem, es fehlt die Eigenständigkeit des aktuellen Ablegers. Zu viel ist bereits bekannt, zu viel hat man die letzten Jahre schon gesehen und, was besonders ärgerlich ist, über zu viel hat man sich bereits im Vorgänger aufregen dürfen. Erwähnt sei hier beispielsweise die weiterhin vorhandene, extreme hohe Anzahl an eklatanten Bugs, etwa wenn man es kaum mal schafft ein Spiel ohne nervige Abstürze zu beenden oder unerklärlich lange Ladenzeiten schon zur Normalität werden. Trotzdem ist natürlich nicht alles schlecht, was die Kölner Bright Future-Studios mit dem Fussball Manager 13 in die deutschen Läden gestellt haben. Besonders schön, es wird weiterhin sofort wieder dieses Gefühl erzeugt, wirklich alle Fäden eines Vereins in Händen zu halten, sowohl finanziell, wie auch sportlich. Ob es die Aufstellung, die Taktik oder das spezielle Training der Mannschaft ist, ob es die Verpflichtung, Vertragsverlängerung oder der Verkauf von Spielern ist oder ob es um den Ausbau der Jugendakademie, des Vereinsgeländes oder des Stadions geht, alles geht ganz locker von der Tastatur bzw. der Maus. Übrigens bleibt es dabei, dass ihr natürlich nicht alle Tätigkeiten selbst durchführen müsst, FM 13 stellt euch, wie schon der Vorgänger auch, diverse Möglichkeiten zur Verfügung um bestimmte Aufgabengebiete einfach an die CPU zu delegieren. Grundsätzlich macht diese die entsprechenden Arbeiten dann auch sehr gut und bietet eigentlich kaum Anlass zur Kritik.

Fussball Manager 13 im Test: Neuerungen sind Fehlanzeige (3) Fussball Manager 13 im Test: Neuerungen sind Fehlanzeige (3) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Wenig bis keine Kritik, aber das sind wir von EA Sports auch nicht anders gewöhnt, lassen die ins Spiel integrierten Verwertungsrechte zu. Über 40000 originalgetreue Spieler aus 86 Ligen, die komplette FIFA-, sowie die besonders für deutsche Spieler interessante DFL- und DFB-Lizenz lassen wohl das Herz jedes Fußballfans höherschlagen. Besonders neu ist das allerdings natürlich auch nicht. Ebenso wenig wie die Möglichkeit sich im Standardmodus als Vereins- und Nationaltrainer zu probieren, im Karrieremodus auf Angebote von Klubs zu warten oder gleich einen komplett neuen Fantasieverein zu gründen, um mit selbigen die eingefahrene Fußballszene mal richtig aufzumischen. Falls euer Dorfklub übrigens nicht den Weg ins Spiel geschafft hat, ist das nicht wirklich ein Problem, denn über den sehr umfangreichen Editor könnt ihr vom Wappen bis zum Trikot einfach alles selbst erstellen. Schade nur, dass es Multiplayer, mit bis zu vier Spielern, nur noch vor einem PC gibt, einen richtigen Online-Modus werdet ihr in FM 13 nicht mehr finden. Ganz ohne Internet geht es dann aber doch nicht, denn durch das Erfüllen diverser Herausforderungen könnt ihr via World Wide Web zumindest diverse Boni freischalten.

Weitestgehend unverändert geben sich hingegen die Optik und der Sound. Zwar wurde einerseits die Standardauflösung nun auf 1280x1024 Pixel erhöhen und auch die Menüleiste kann absolut frei konfiguriert werden, was grundsätzlich ja schon mal sehr löblich ist, anderseits stören einem weiterhin die mittlerweile stark in die Jahre gekommene 3D-Matchdarstellung, die kaum passende akustische Fanunterstützung und die mehr als lächerlichen Spielkommentare. Hier hätte sich der FM mal etwas mehr vom großen Bruder FIFA 13 abschauen sollen.

Wenn wir gerade bei der Spieldarstellung sind, sowohl im 3D-Modus als auch im Live Ticker (Textmodus) wurde etwas an den Einstellungsmöglichkeiten gefeilt. Durch das neue Entscheidungssystem kann man nun in bestimmten Situationen noch besser ins Spielgeschehen eingreifen. So dürft ihr etwa per Regler stufenlos die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Passvarianten einstellen oder Elfmeter über Minispiele praktisch selbst steuern. Insgesamt hört sich das alles aber weitreichender an, als es sich dann im eigentlichen Spiel wirklich gibt – und genau dieses Problem zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche von FM 13.

01:19
Fussball Manager 13 - Offizieller Werbespot
Für die Verwendung in unseren Foren:


Spielerisch gibt es dann doch ein paar Neuerungen

Fussball Manager 13 im Test: Neuerungen sind Fehlanzeige (4) Fussball Manager 13 im Test: Neuerungen sind Fehlanzeige (4) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Wenn man in einem Spieletest mit den Satz "Zum Vorgänger hat sich wenig geändert" beginnt, ist das grundsätzlich schon mal ein schlechtes Zeichen – trotzdem muss das aber noch lange nicht heißen, dass es überhaupt keine Neuerungen gibt. Und beim FM 13? Ja, es gibt in punkto Gameplay Änderungen – und nein, die bemerkbaren Auswirkungen auf das eigentliche Spielgeschehen lassen uns nicht wirklich in großen Jubel ausbrechen. Einerseits sind die Neuerungen teilweise so marginal, dass man sie kaum bemerkt, andererseits ist die Umsetzung selbiger meist wenig sinnvoll erfolgt.

Mit Hilfe der neuen Team-Dynamik soll z. B. ein besonderes Augenmerk auf die Hierarchie innerhalb eines Teams, auf die Rivalitäten zwischen den Spielern und auf die sportlichen Ziele der Mannschaft bzw. der einzelnen Teammitgliedern gelegt werden. Dargestellt wird das Ganze in einer Art Matrix, die euch optisch sofort alle Probleme innerhalb der Mannschaft kennzeichnet. Rein theoretisch könnt ihr somit Fehler, etwa bei der Spielerintegration, ausbügeln, um schlussendlich eine bessere Teamstimmung, vor allem aber eine bessere Teamleistung zu erzeugen. Theoretisch, denn praktisch wirkt sich das Ganze dann doch nur eher sehr wenig auf das eigentliche Verhalten der Mannschaft aus. Man kann zwar mit seinen Co-Trainer bis ins kleinste Detail Teamanalysen durchführen oder gar vor einer Verpflichtung psychologische Profile der gewünschten Spieler erstellen, insgesamt bringt der damit in Verbindung stehende Arbeitsaufwand, aber bei weitem nicht das erwartete Ergebnis.

Noch etwas sinnloser gibt sich aber das neue Feature Individuelle Spielerziele – dies allerdings nicht, weil man die Auswirkungen nicht spüren würde, sondern weil das System um die Moral der Kicker viel zu sensibel gestaltet wurde. Die Idee, dass jeder Spieler eigene Ziele verfolgt und beispielsweise Führungsspieler im Team werden, seine Fähigkeiten verbessern oder sich irgendwann als Stammspieler in der Nationalmannschaft wiederfinden will, ist grundsätzlich nicht die schlechteste und entspricht vor allem auch der Realität. Schade nur, dass wir als Manager hier so schnell so viel verkehrt machen können. Bei einem der diversen Spielergespräche nur einmal die falschen Worte gewählt, schon rauscht die Moral des fußballspielenden Protagonisten ins Bodenlose. Richtige Sensibelchen, mit denen man da in FM 13 zurechtkommen muss. Noch schlimmer ist aber, dass man manchmal überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann, weshalb ein Spieler plötzlich glücklich ist, ein anderer mit dir überhaupt nicht mehr reden will. Das nervt auf Dauer enorm und ob hier noch wirklich die Realität Vorbild war, sei auch mal dahingestellt.

Fussball Manager 13 im Test: Neuerungen sind Fehlanzeige (5) Fussball Manager 13 im Test: Neuerungen sind Fehlanzeige (5) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Und was noch? Unter anderem haben neue Planungstools den Weg in den aktuellen Ableger des Fussball Managers gefunden. Etwa der Kaderplaner, der euch die Möglichkeit gibt, einen Blick in die sprichwörtliche Kristallkugel zu werfen. Stimmt die Mischung an vorhandenen Spielern, Jugendspielern und eventuellen Neuzugängen? Was müsste an der Kaderzusammenstellung noch geändert werden, um eine erfolgreiche Saison zu spielen? Und passen die beobachteten Spieler auch wirklich ins Team?

Ebenfalls neu, dass alle anstehenden Ereignisse beim Verein auf einen Blick aufgelistet werden und es nun eine Art Vorhersage gibt, die den wahrscheinlichen Karriereverlauf eines Spielers simuliert. Aber nicht genug damit. Es gibt neue Eingriffsmöglichkeiten innerhalb der Halbzeit, die Rückkauf-Option, um eventuelle Fehlverkäufe rückgängig zu machen, und das regionale Scouten – die Liste könnte noch um einiges erweitert werden, doch es ändert nichts am eigentlichen Problem. Alle genannten Neuerung sind ohne Zweifel nette Erweiterungen, die auch den ein oder anderen Fan der Serie komplett ansprechen werden, trotzdem stellt man bei objektiver Betrachtung auch fest, dass sich der spielerische Mehrwert im Vergleich zum Vorgänger einfach arg in Grenzen hält. So gilt halt auch für den FM 13 ganz klar: Quantität kann Qualität nicht ersetzen.

   
Thomas Pfnür
Fussball Manager 13: Neuerungen im Vergleich zum Vorjahresmodell zu marginal
Ohne Zweifel der aktuelle Ableger der Fussball Manager Reihe bietet solide Simulationskost – alles andere hätte uns auch sehr überrascht. Einziges, großes Problem des Titels, die Unterschiede zum Vorgänger sind so marginal und, wenn doch vorhanden, dann teilweise so sinnlos umgesetzt, dass man selbst als Fan der Serie ins Grübeln kommt. Besonders schade, dass sich technisch schon seit Jahren nichts mehr tut und man mittlerweile aufgrund des Gebotenen in punkto Optik, Sound und Performance richtig genervt ist. Ein Fauxpas ist aber, dass durchaus gute Ideen, wie etwa die individuellen Spielerziele oder die Teamdynamik, so schwach ins finale Spiel integriert wurden. Zu allem Überfluss, übersieht man dadurch dann fast, dass es durchaus auch sinnvolle Neuerungen, wie das regionale Scouten oder auch den Kaderplaner, gibt. Ob sich die Anschaffung vom Fussball Manager 13 zum Vollpreis nun wirklich lohnt, muss, wie immer, jeder für sich selbst entscheiden, wir von der Gamezone-Redaktion aber meinen: Geld sparen und auf den Nachfolger warten.
   
Fussball Manager 13 (PC)
Singleplayer-Wertung

7,5 /10
Leserwertung
(0 Votes):
-
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
6/10
6/10
5/10
8/10
8/10
Es wird weiterhin solide Simulationskost geboten
Nur wenige Unterschiede zum Vorgänger
Teilweise enorm tiefgängiges Gameplay
Teilweise überladenes Gameplay
Sportliche, finanzielle und private Aspekte
Viele Aufgaben behindern nur
Erfahrener Benutzer
Moderation
14.11.2012 10:18 Uhr
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