Der Online-Modus ist das Besondere an diesem unkomplizierten Fun-Racer aus dem Hause Konami.
Als Konami 1996 den Arcade-Titel GTI Club veröffentlichte, beschritt man im Genre der Rennspiele neues Terrain. Eine frei befahrbare Stadt, die unzählige Möglichkeiten an Abkürzungen bot, eine Handbremsen-Funktion, die schnelles und zielgenaues Kurven-Handling ermöglichte und eine für damalige Verhältnisse tolle Grafik - im Gegensatz zu aktuellen Spielen nahm man all das noch nicht für selbstverständlich. Nun, viele Jahre später kommt nach der PSN-Version jetzt auch eine Umsetzung für die Nintendo Wii auf den Markt, die sich allerdings deutlich von dem Download-Bruder unterscheidet, exklusive einer erkundbaren Stadt.
Klein aber fein
GTI Club Supermini Festa!
Obwohl man sich bei GTI Club: Supermini Festa nur mit den etwas kleineren Wagen beschäftigt, zum Beispiel einem Fiat Abrath 500, dem VW Polo GTI oder dem Mini Cooper S, haben es immerhin 16 Wagen ins Spiel geschafft, die in vier Punkten wie Geschwindigkeit oder Handling variieren. Große Unterschiede wird man zwischen den Boliden dennoch nicht feststellen können. Wenn man sich das Hauptmenü anschaut, fällt zunächst der Arcade-Modus auf. Hier kann man alle Rennvarianten gegen Freunde oder die KI bestreiten. Motivierender ist da schon der Missions-Modus. Dabei absolviert man bezeichnenderweise verschiedene Missionen, bekommt dafür Punkte bzw. Meilen gutgeschrieben, die nach und nach neue Wagen und Ausrüstungsgegenstände freischalten. Meisterschaften gibt es nicht. Irgendwann darf man den eigenen Kleinwagen mit Spoilern, schicken Felgen oder Sonderlackierungen ausstatten. Zudem kann man die einzelnen Eigenschaften des Boliden in fünf Stufen erhöhen. In der Werkstatt werden anschließend nicht nur die Bodykits angebracht, der süße Flitzer darf ebenfalls umlackiert oder tiefer gelegt werden.
GTI Club Supermini Festa!
Der Missions-Modus gibt sich durchaus Mühe genügend Abwechslung zu suggerieren. So werden nicht nur Rennen mit und ohne Straßenverkehr gefahren, es stehen auch diverse Minispiele auf dem Programm. Man muss dem Gegenspieler beispielsweise eine Bombe anheften, ihn mit Tomaten beschießen, sich im Münzensammeln beweisen oder Autoball spielen. Einige der Missionen lassen sich wie im Arcade-Modus auch mit Freunden angehen. Zunächst steht uns der erste von drei Schwierigkeitsgraden zur Verfügung, in dem man pro Stadt drei bis vier Aufträge absolviert. Neben Frankreich stehen Rennstrecken in den USA, Japan, Italien und Großbritannien auf dem Programm. Je nach Schwierigkeitsgrad wird der Streckenverlauf geändert. Leider bieten die vorhandenen Kurse nicht genügend Abwechslung, ebenso wie die wenig spektakulären Rennen. Das liegt vor allem daran, dass man sehr oft gegen nur einen einzigen Kontrahenten antritt. Maximal befinden sich drei Gegner auf der Strecke, die sich zu leicht abhängen lassen. Beim Umfang geizt GTI Club ebenfalls: Nach wenigen Stunden ist der Singleplayer erledigt.
Rückwärts den Berg hinunter
GTI Club Supermini Festa!
GTI Club kann kein besonders gutes Geschwindigkeitsgefühl vermitteln, was zwar bei Kleinwagen nicht verwunderlich ist, doch da der Racer einen Arcade-Anspruch hegt, hätte man ruhigen Gewissens einen Zahn zulegen dürfen, zumindest sollte man nicht das Gefühl bekommen, dass man den Berg gleich rückwärts herunter rollt. Das Fahrverhalten zeigt sich natürlich denkbar einfach, dennoch ist vor allem das Driften völlig misslungen. Irgendwie eiert man um die Kurven, besonders viel Spaß kommt dabei nicht auf, auch wenn die Bremse nur selten zum Einsatz kommt. Nichtsdestotrotz ist das ruckartige Fahrverhalten völlig unzeitgemäß. Leider muss man festhalten, dass die Steuerung über allein die Wiimote so ziemlich unbrauchbar ist. Hält man den Controller wie ein Lenkrad, ist die Bedienung viel zu schwammig, weswegen man oft den Straßenverkehr rammt. Besser ist da schon die Steuerung via Nunchuk oder Classic-Controller.
GTI Club Supermini Festa!
GTI Club auf der Wii führt im reinen Singleplayer zu keinen Begeisterungsstürmen, da man schlicht kein besonders gutes Gefühl für die Strecken und Wagen bekommt. Man kriecht ein wenig umher, langweilt sich gegen die unfähige KI und fühlt sich an selige Zeiten zurück erinnert, als Rennspiel gerade das Laufen lernten und man nur wenige Ansprüche an das Genre hatte. Heute erwartet man einfach mehr. Immerhin darf man sich im Splitscreen mit bis zu vier Spieler austoben. Besonders viel Laune macht dabei Autofußball. Leider ist dies auch bezeichnend für GTI Club, denn ein Rennspiel sollte nicht unbedingt bei irgendwelchen Minispiele den meisten Spaß bereiten. Beim Kerngeschäft versagt der Titel nämlich in vielen Punkten. Online geht es übrigens auch zur Sachen, auch wenn nur vier Spieler antreten. Wer sich den Stress gegen menschliche Gegner ersparen will, greift zum Zeitmodus und misst sich auf diese Weise mit der Welt.
