Der Ausnahmeshooter geht in die dritte Runde und erscheint erstmals auch bei uns. Kann das Ende der Trilogie noch so flashen wie 2006?
Multiplayer 2.0
Quelle: Epic Games/ Microsoft
Gears of War 3
Die Kampagne ist aber nicht allein Schauplatz der Koop- und Multiplayer-Modi von Gears of War 3. Epics Shooter bringt auch gängige Versus-Spiele wie Deathmatch und Team-Deathmatch, Capture the Flag und Co. sowie einen neuen Beast-Modus und Horde 2.0 mit. Auf zehn Karten geht es darin ordentlich zur Sache. Während man in den Versus-Modes wie gehabt gegeneinander antritt, wird es im Beast-Mode interessanter: Erstmals übernimmt man darin so richtig die Rolle eines Locust, denn in den Versus-Modes unterscheiden sich beide Parteien nämlich nur optisch voneinander. Das Gefühl, erstmals in die Haut des seit Jahren verhassten Gears-Feindes zu schlüpfen, ist intensiv - und genauso hitzig spielt sich auch der Modus.
Gears of War 3
Das absolute Highlight ist und bleibt jedoch der Horde-Modus, heuer sozusagen in der Version 2.0. Darin lässt man Feinde in Wellen auf sich zukommen und muss einfach nur überleben. Ziel ist es, dies so lang wie möglich zu schaffen. Der Clou: Dieses mal gibt es Unterstützung, indem man für jeden Kill Geld sammelt, das man dann in Items wie Munition, neue Waffen, Standgeschütze oder neue Deckungen oder Barrieren umtauschen kann. Denn mit jeder Welle werden die Angreifer stärker, wer nicht sein eigenes Depot aufstockt und sich eine kleine Festung aufbaut, verliert. Genau darin brilliert Gears of War 3: In Momenten der zahlenmäßigen Dominanz kommt ein richtiger Teamgedanke auf. Unschaffbar schwere Gegner werden dann ganz schnell geplättet und das Glücksgefühl, wenn man sich in einer höherleveligen Welle dutzendfach gegenseitig wiederbelebt und die Runde dann am Ende doch schafft, ist phänomenal.
Technik
Gears of War 3
Während es sonst vor allem die Grafik ist, an der wir technisch etwas auszusetzen haben, trifft es bei Gears of War 3 leider den Sound. Denn die deutsche Synchronisation wurde auf ganzer Linie verhunzt. Nicht nur wirken die Sprecher in ihren Rollen leicht deplaziert, manche Sätze sind außerdem am Anfang oder Ende abgeschnitten und fast alle Dialoge sind um bis zu 1-3 Sekunden lippenasynchron. So richtig synchron sind Spiele nur selten, aber hier fällt es doch besonders stark auf, weil sich die Lippen noch bis zu zwei oder gar drei Sekunden nach Ende einer Tonpassage bewegen. Weil dadurch Atmosphäre verloren geht, ziehen wir Punkte ab. Kleines Trostpflaster: Die englische Tonspur ist auch auf der Disc und kann jederzeit gewechselt werden - dann gibt's auch synchrone Dialoge und Stimmen, die den Charakteren wie auf den Leib geschneidert passen.
Ansonsten gibt es wenig auszusetzen. Abgesehen von der Synchro ist der Sound nämlich eine Wucht. Vor allem der Soundtrack von Steve Jablonsky tut atmosphärisch sein übriges und versetzt einen zu jedem Zeitpunkt im Spiel in die passende Gemütslage. Abgerundet wird das durch wuchtige Knarrensounds, schrilles Locust-Kreischen und natürlich das Rattern des Kettensägenaufsatzes. Hrhr!
Quelle: Epic Games/ Microsoft
Gears of War 3
Grafisch bekommt man sicherlich das hübscheste Gears of War geboten, dass es jemals gab. Und auch sonst reizt das Spiel die Konsole ordentlich aus. Gegner, Charaktere und Landschaften sind detailliert wie noch nie und endlich erlebt der Gears-Fan auch mal ein wenig Farbpracht abseits der schon erwähnten Palette von Höhlen-Brauntönen. Aber: Fehler findet man doch. Gerade an Kanten und Mauerecken, wie sich zwei Wände "treffen" gibt es zum Teil Spalten, in Bewegung sieht es dann aus, als würde daraus Licht hervorglitzern. Das stört, vor allem im Multiplayer, wo es drauf ankommt Gegner zu sehen bevor sie es tun... Wer das Spiel übrigens nicht installiert, muss manchmal ein paar Momente auf das Nachladen von Texturen warten, ansonsten kommt man aber kaum ins Stocken.
