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  • Genesis Rising: The Universal Crusade im Gamezone-Test

    Die interessante Geschichte und der frei verteilbare Genpool machen aus dem Titel durchaus etwas Besonderes.

    Die Spielerfahrung von Genesis Rising lässt sich wunderbar mit dem Roman-Klassiker Das Restaurant am Ende des Universums vergleichen. Das Spiel an sich ist wie das schwarze Raumschiff der Desaster Area: Es sieht wahnsinnig hinreißend und unglaublich genial aus und man will es haben. Das Problem beginnt allerdings auch hier, wenn man es dann hat, denn was so cool aussieht, kann ruhig auf ein paar andere Aspekte verzichten, wie z.B. Steuerung oder Flugeigenschaften. Oder etwa nicht? Bleibt die Frage ob Genesis Rising auch in Schönheit in die Sonne stürzt oder hinter der hinreißenden Hülle auch noch andere Werte stecken.

    Genesis Rising: The Universal Crusade Genesis Rising: The Universal Crusade Die Handlung ist jedenfalls innovativ genug und so verrückt, dass es glatt funktionieren könnte. Eine brutale und rücksichtslose Rasse unterdrückt die gesamte Galaxis, die anderen kauern im Schatten und können nur hoffen, dass sie nicht die Aufmerksamkeit dieser gnadenlosen Herrscher erregen. Wer Widerstand leistet, wird ausgelöscht, wer sich ergibt, muss dienen. Normalerweise kommt jetzt der Punkt, wo die Menscheit und speziell eine tapfere Raumschiffcrew sich als Retter des Universums anbietet, nur gibt es bei Genesis Rising das Problem, dass die Menscheit selbst diesmal moralisch fragwürdig dasteht und die Knute in der Hand hält. Das Universum wird von der menschlichen Dualität der Kirche und des Militärs geleitet, wobei die beiden sich stets kräftig um die Vorherrschaft bekämpfen, meist allerdings mit den Mitteln der Politik. Die Macht der Kirche rührt von der Ankunft des Erlösers her, der vor über drei Jahrtausenden der Menscheit einreden konnte, dass sie die Masterrace des Universums sind und durch selbiges dann einen blutigen Kreuzzug starten müssen. Dieser konnte dank der Organics, lebender Raumschiffe, die die Fertigkeiten anderer Schiff assimilieren können und so sich jeder Taktik anpassten, recht schnell erlangt werden. Die Lebendigkeit dieser eigenwilligen Schiffe geht sogar so weit, dass beschädigte von anderen leergepumpt werden, ihnen also wie ein riesiger Weltraumvampir das Blut absaugen. Nur eine Region des Raumes ist noch unerkundet: Das Galaktisch Herz. Hier wird der Ursprung allen Lebens und der Sitz der Göttlichkeit erwartet und das Militär will ihn haben. Denn wer selbst zu einem Gott wird, braucht keine Kirche mehr... Der erfahrene Kapitän Iconah wird ausgesandt, um dorthin zu gehen, wo noch kein Mensch zuvor war.

    Genpools im 2D-Raum

    Genesis Rising: The Universal Crusade Genesis Rising: The Universal Crusade Bis hierher haben wir also bluttrinkende Raumschiffe, der Hybris verfallene Menschen und religiöse Fragen, was einen interessanten Mix als Ausgangspunkt für ein Echtzeitstrategiespiel bildet. Genesis Rising will aber auch spielerisch neue Akzente setzen und in dem etwas ausgetretenen Genre der Echtzeittaktik ist diese Absicht sicher löblich. Gleiches gilt, nachdem eine Mission begonnen hat, für die Art der Darstellung des Weltraums. Wir wissen alle, dass der groß, leer und, zumindest in vielen Regionen, räumlich dreidimensional ist. Trotzdem reduziert sich das Geschehen von Genesis Rising auf eine Ebene, die die Z-Achse komplett ignoriert. Gut so. Seien wir ehrlich, wir wollen spielen und nicht stundenlang mit einer möglicherweise realistischen aber sicherlich unspielbaren Bewegung in etwas verbringen, was definitiv eine Dimension zuviel hat. Auch ist Genesis Rising kein Spiel der Massenschlachten und der Build&Rush Technik. Jedes Schiff, das man hat, zählt und Verluste schmerzen sofort und bitter.

    Genesis Rising: The Universal Crusade Genesis Rising: The Universal Crusade Damit aber jedes Schiff wirklich etwas tun kann, müssen zunächst ein paar Gene gesammelt werden, die die Fertigkeiten eines Schiffs repräsentieren. Finden tun diese sich zumeist in den Wracks von Schiffen, die vorher diese Fertigkeit hatten. Zusammen mit dem Blut werden sie beim Entern dann dem eigenen Genpool hinzugefügt. Jeder Schiffstyp kann eine verschiedene Anzahl dieser Gene benutzen, deren Spektrum vom schlichten mehr an Feuerkraft bis zu komplexeren Enter- und Übernahmefertigkeiten, Schilden gegen dies und das und vieles mehr reicht. Fast alle diese Extras machen auch Sinn und viele von ihnen können nach dem guten, alten Schere-Stein-Papier-Prinzip gegeneinander ausgespielt werden. Das netteste an den Aufrüstmaßnahmen ist aber der optische Effekt, durch den die sowieso schon fremdartig aussehenden Schiffe mit zahlreichen Kanonen und Dingen bestückt noch bedrohlicher wirken. Der Rollenspielaspekt des Aufrüstens und Hortens von Genen ist vor allem in der Einzelspielerkampagne nicht zu unterschätzen, da man die Schiffe mit ihrer Fracht in den nächsten Level übernimmt und sich so eine immer mächtigere Flotte aufbaut.

    Lost in Space

    Genesis Rising: The Universal Crusade Genesis Rising: The Universal Crusade Die Kampagne ist auch etwas mehr Storybasiert, als man es vom Durchschnitts-RTS gewohnt ist. Viele Dialoge erzählen relativ spannend von der Suche nach dem Galactic Heart, zahlreiche Aliens werden getroffen und Konflikte nicht nur mit Waffengewalt ausgetragen. Und, man höre und staune, der Spieler kann direkten Einfluss auf den Verlauf der Handlung nehmen. In fast jedem Gespräch kann an einem oder zwei Punkten entschieden werden, ob man jetzt auf einen Gesprächspartner gutmütig oder eher aggressiv reagiert. Leider ist das Ergebnis dieser Auswahl nur sehr schwer einzuschätzen und ehe man es sich versehen hat, befindet sich die eigene Flotte in Konkurrenzhand, nur weil man eigentlich nicht sein Gegenüber gleich ganz verärgern wollte. Es gibt zwar auch Stellen, wo einen ein vorzeitiges Ende bei falscher Wahl ereilen kann, trotzdem ist das Feature insgesamt eher nett als eine Bürde.

    Genesis Rising: The Universal Crusade Genesis Rising: The Universal Crusade Sind alle Worte gesagt, geht es in den Kampf, je nach Verlauf gegen die eine oder andere Alienrasse. Der Weltraum ist groß und weit und dieses Gefühl haben die Programmierer ganz gut umgesetzt. Es dauert eine ganze Weile, bis man einen entfernten Punkt erreicht und, sofern man nicht die Gitternetzlinien einblendet, hat man gelegentlich das Gefühl, als würde die eigene Flotte an ihrem Platz verharren. Die Steuerung der Ansicht ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn sie lässt sich nur an einen fixen Punkt im Raum richten und anschließend wird sie manuell angepasst oder, meist praktischer, ein Schiff wird mittels der Statusleiste, die alle anzeigt, fixiert und die Kamera folgt ihm. Das ist solange gut und schön, wie der Spieler seine Flotte nicht aufteilen möchte, denn dann beginnt es schwierig zu werden. Die manuelle Kamera ist zu träge, um verschieden Orte im Blick zu halten und beim durchklicken der Schiffe in der Statusanzeige kann es schon mal passieren, dass man aus den Augen verliert, wer wo ist. Die meisten Spiele lösen das Problem verteilter Einheiten mit einer mehr oder weniger eleganten Minikarte, die mich schnell springen lässt. Diese gibt es bei GR auch, nur leider gehört sie in die weniger-elegant-Kategorie. Ein schwarzer Kreis zeigt eine Reihe nichtssagender bunter Punkte, die scheinbar willkürlich verteilt sind. Es dauert eine ganze Zeit, bis man weiß, was wo zu finden ist und selbst dann ist es nicht ganz einfach, dorthin zu gelangen, wo man sein möchte.

    Zu viel zu tun in zu kurzer Zeit

    Genesis Rising: The Universal Crusade Genesis Rising: The Universal Crusade In den Gefechten herrscht dann auch mildes Chaos, was aber nicht an vielen Schiffsbewegungen liegt, sondern daran, dass die meisten der wirklich tollen Gen-Waffen und Fertigkeiten manuell ausgelöst werden. Dies geschieht über ein etwas gewöhnungsbedürftiges Interface, bei dem man eigentlich bei jedem Schiff der Flotte im Kopf haben muss, welche Waffen und Fertigkeiten wo installiert sind. Zum Suchen und Nutzen bleibt nur wenig Zeit, denn diese verstreicht gnadenlos weiter. Es gibt keine Pausetaste, um neue Befehle zu verteilen, es gibt keine Verlangsamung und damit auch wenig Chancen einen Pulk von z.B. sieben Schiffen mit dutzenden von Genen wirklich gezielt zu handhaben. Der Entwickler nennt das Ganze Action-RTS und mit einem einfacheren Interface und weniger Optionen hätte das sogar richtig gut werden können. So erschlägt fast jeder größere Kampf den Spieler mit der großen und definitiv gelungenen Spieltiefe, die allerdings in der vorhandenen Zeit meist scher in den Griff zu kriegen und gelegentlich auch frustrierend ist. Auch gibt es neben dem Problem der endlos langsamen Phasen der Reise zu einem Kampf, gefolgt von wahnsinnig hektischer Aktivität im Kampf auch zu wenig Balance im Design des Schwierigkeitsgrades. Die Missionen sind lang und sehr oft in mehrere umfangreiche Abschnitte gegliedert. Es ist in der Regel einfach die ersten Kämpfe zu gewinnen, die Kunst besteht aber darin, dies ohne Verluste zu tun. In vielen Missionen wird man von heranrauschenden Wellen von Gegnern bedrängt, die keine Zeit lassen, groß für Nachschub bei den eigenen Schiffen zu sorgen, denn es braucht eine Weile, bis die lebendigen Ungetüme ein neues Schiff produziert haben.

    Genesis Rising: The Universal Crusade Genesis Rising: The Universal Crusade Der durchschnittliche Kampfverlauf hilft hier auch nicht wirklich. In zumindest meiner Vorstellung funktioniert ein Raumkampf zwischen zwei zahlenmäßig ausgewogenen Flotten so, dass sich Paare mehr oder weniger finden und dann aufeinander losgehen. So brachten es uns wenigsten Star Wars und Co. bei. Hier aber parken beide Flotten voreinander und eröffnen jeweils aus allen Rohren das Feuer auf ein bestimmtes Schiff des Feindes. Ist dieses zerstört, wird zum nächsten umgeschwenkt. Das Heilen und Manövrieren ist dabei zu schwerfällig, als das der Spieler meist eine reale Chance hätte, aus so einer Situation mit keinen oder zumindest geringen Verlusten herauszukommen, die es erlauben, den Rest der Mission zu überstehen. Und ein echter Killer ist die nicht vorhandene Möglichkeit innerhalb einer der ca. 25 sehr umfangreichen Missionen zu speichern. Damit meine ich nicht einmal einen Quicksave sondern wenigstens die Möglichkeit in den Missionscutscenes meinen bescheiden Fortschritt zu sichern.

  • Genesis Rising: The Universal Crusade
    Genesis Rising: The Universal Crusade
    Publisher
    cdv Software Entertainment AG (DE)
    Developer
    Dreamcatcher
    Release
    17.04.2007

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Genesis Rising: The Universal Crusade
Genesis Rising: The Universal Crusade im Gamezone-Test
Die interessante Geschichte und der frei verteilbare Genpool machen aus dem Titel durchaus etwas Besonderes.
http://www.gamezone.de/Genesis-Rising-The-Universal-Crusade-Spiel-3494/Tests/Genesis-Rising-The-Universal-Crusade-im-Gamezone-Test-991273/
26.04.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/02/GenesisRisingBeta_2007-02-21_20-58-31-85.jpg
tests