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  • Ghost Rider im Gamezone-Test

    Egal was man vom Ghost Rider hält, diesen Superhelden hätte 2k Games mal lieber in der Schublade des Vergessens gelassen.

    Eine Filmlizenz für ein Spiel zu erstehen scheint so kostspielig zu sein, dass sich die verantwortlichen Programmierstudios von Filmumsetzungen offensichtlich gezwungen sehen, ihre kreativen Köpfe auf die Straße zu setzen und stattdessen so viel an Spielelementen zusammen zu klauen, wie eben geht. Das ganze wird dann noch hastig und lieblos verquirlt, damit man auch pünktlich zum Filmstart mit der passenden Abzocke Software aufwarten kann. Diese Beschreibung passt auf viele Filmumsetzungen, aber in der thematischen PSP und PS2 Versoftung zum gerade angelaufenen "Ghost Rider" Film von den Climax Studios findet man ein Paradebeispiel aller erster Kajüte.

    Ganz ehrlich, bevor ich zum ersten Mal etwas über den Filmstart von Ghost Rider hörte, hatte ich eigentlich keine Ahnung, worum es bei diesem Comicstoff geht. Klar, den Namen hat man irgendwo schon Mal gehört, aber im Gegensatz zu anderen Marvel Helden hat Ghost Rider nicht unbedingt Comic Geschichte Geschrieben und dürfte im Wust der unzähligen Supernaturen untergegangen sein. Sei es drum, der Film macht den Stoff aktuell, und so bekommen wir natürlich auch eine obligatorische Videospielumsetzung vorgelegt.

    Geistig zurückgeblieben

    I´m on a Highway to Hell I´m on a Highway to Hell Die Geschichte des Stuntman Johnny Blaze, der seine Seele an den Teufel verkauft, um seinen Vater zu retten, aber vom Teufel betrogen wird, dürfte selbst für einige Comic Fans relativ neu sein, und klingt auch recht interessant. Der coole Look des hitzköpfigen und mit Ketten um sich schwingenden Teufelsbikers weckt jedenfalls hohe Erwartungen, und so freut man sich bei Spielstart durchaus darüber, dass man keine kunterbunte Comicwelt vorgesetzt bekommt, sondern ein dunkles Endzeitszenario, in dem man es mit den Schergen der Hölle aufnehmen soll. Ein mit Sprache unterlegter Comic führt euch jedenfalls recht stimmungsvoll in die Geschehnisse ein und weckt Lust auf mehr. Kaum im eigentlichen Spiel angekommen, lässt die Euphorie jedoch recht schnell wieder nach, denn der unterdurchschnittliche und halb gare God of War Abklatsch, den ihr hier vorgesetzt bekommt ist furchtbar eintönig.

    Ghost Rider Ghost Rider Dabei kränkelt der Titel leider schon an einem brauchbaren Spielaufbau, denn es wird kein durchgehendes Szenario geboten, welches ihr ablauft, sondern lediglich eine Anzahl an Spielstufen, die aus begrenzten Arealen bestehen, die der Held Johnny per Kettenpeitsche und Schrotgewehr von diversem Ungetier befreit - erstmal ohne Motorrad versteht sich, denn großartige Laufwege gibt es in den Stages nicht. Vielmehr befindet ihr euch auf einem Plaza in der nächtlichen Stadt, der meist nicht größer ist als ein großzügiger Hinterhof. Ist ein Platz von allen Feinden befreit worden, was selten länger als drei bis fünf Minuten dauert, so werdet ihr zurück ins Menü befördert, um euch eine weitere der acht Stages jeder Welt auszusuchen. Große Unterschiede zwischen den Spielabschnitten sucht man jedoch vergebens, denn mit Ausnahme der gelegentlich wechselnden Feindesschar und dem minimal veränderten Hintergrund wird euch in jedem Level der selbe Spielablauf vorgesetzt, der aus reiner, stupider Metzelei besteht. Es gibt keine Umgebungen zu erforschen, keine Rätsel zu lösen und keine interessanten Charaktere, denen man begegnet. Die einzige Abwechlung im Spielsystem sind die wenigen Biker-Stages, auf die wir später noch zu sprechen kommen.

    Das Gegenteil von Dr. Kawashimas Gehirnjogging

    Kratos lässt grüßen Kratos lässt grüßen Sei es drum, es geht also nur ums Metzeln, was ja nicht automatisch heißt, dass Ghost Rider keinen Spaß machen muss. Doch bereits nach der ersten Minute lässt sich problemlos feststellen, dass das Kampfsystem schamlos und stümperhaft bei God of War abgekupfert wurde, auch wenn hier nur eine statt zwei Kettenpeitschen zum Einsatz kommt, und man hin und wieder von Johnny's Shotgun gebrauch macht. Sowohl das Kombosystem als auch die allgemeine Steuerung wurden quasi direkt übernommen, doch sind die Animationen nicht halb so liebevoll gestaltet worden und die Kräfteverhältnisse zwischen Johnny und seinen Feinden scheinen nicht gerade gut ausbalanciert. Doch dafür gibt's ja ein Upgrade System, mit dem ihr euch neue Kombos sowie andere Eigenschaften wie z.B. mehr Lebenskraft aneignen könnt, sofern ihr in den Spielstufen kleine Aufgaben erfüllt, wie z.B. eine bestimmte Anzahl von Punkten (in Form von gefangenen Seelen) zu erreichen oder unter einem Zeitlimit das aktuelle Level zu beenden. Doch auch hier hat sich Climax kräftig bei anderen Actiontiteln bedient und kann nicht mit Überraschungen aufwarten, was nicht so schlimm wäre, wenn man zumindest die Hälfte der erlernbaren Fähigkeiten wirklich gebrauchen könnte. Die meisten Kombos die ihr erlernen könnt sind leider völlig unbrauchbar und helfen euch keineswegs dabei, die Kampfdauer zu verkürzen. Ehrlich gesagt sehen die meisten davon nicht einmal wirklich gut aus, und so gestaltet sich die Metzelei auf Dauer sehr eintönig, da man natürlich nur auf die wirklich wirksamen Kampfkombos zurückgreift.

    Ghost Rider Ghost Rider Unglücklicher Weise verlangt Ghost Rider aber vom Spieler, dass er an der ein oder anderen Stelle zu abwechslungsreicheren Kombos greift, denn bestimmte Gegner haben eine Art Schutzschild, welches nur durch eine Steigerung des Kampfniveaus gebrochen werden kann. Ein Indikator an der rechten Bildschirmseite zeigt euch hierzu das aktuelle Niveau an, welches aber bei jedem Treffer vom Gegner wieder auf null gesetzt wird, und einen zwingt, sich in mühseliger Kleinarbeit wieder hoch zu arbeiten. Da es jedoch fast unmöglich ist, einem Feindkontakt auf Dauer aus dem Weg zu gehen, stellt sich das Erreichen eines bestimmten Kampfniveaus hin und wieder als ganz schön nervenaufreibend heraus, erst recht, wenn ihr gleich mehreren Feinden mit Schutzschild begegnet. Letztendlich resultiert dies in einem reinen Buttongesmashe ohne großartige Strategie, was sich erstaunlicher Weise als beste Methode herausstellt, um das Kampfniveau zu erhöhen. Klingt unheimlich dröge und ist auch so, denn nicht einmal optisch kommen die Kämpfe richtig zur Geltung. Zwischen den im Überfluss eingesetzten Feuereffekten erkennt man nämlich kaum, wohin man eigentlich schlägt, oder welcher der Feinde getroffen wurde, erst recht, wenn man von einem Gegnerpulk umzingelt wurde.

    Höllen-Harley

    Ghost Rider Ghost Rider Hin und wieder dürft ihr euch allerdings auch auf euer Motorrad schwingen und eine Rennstrecke abfahren, auf der neben motorisiertem Höllengesindel auch ein paar Sprungchancen und Hindernisse vorzufinden sind. Zum Wohle der Abwechslung im Spiel mögen diese Passagen durchaus ein Highlight sein, doch spielerisch bewegen sie sich auf ähnlich schlichtem Niveau wie die Prügel-Stages Bereits die gewählte Steuerung dürfte PSP Ridern einige Krämpfe bereiten, denn genau wie auf der PS2 wird hier mit den Schulterbuttons beschleunigt bzw. gebremst, was bei der Ergonomie des Sony Handhelds jedoch sehr unbequem ist. Die klassische Steuerung per X und Quadrat Button wäre jedenfalls weit komfortabler gewesen, während die Sprung- und Slidekommandos viel seltener verwendet werden und so prima auf den Schulterbuttons Platz gefunden hätten. Zudem ist das Handling des Motorrades etwas zu störrisch ausgefallen. Letztendlich macht dies den Kohl jedoch auch nicht fett, denn der Verlauf der linearen Strecken ist ganz genauso wenig durchdacht und wirkt lustlos zusammengeschustert. Fast schon zufällig erscheint die Platzierung von Hindernissen unter die ihr durchrutschen müsst, und auch die Sprungpassagen helfen dem Spielspaß nicht weiter. Es kommt weder ein Geschwindigkeitsrausch auf, noch hat man das Gefühl, die Gegner der Strecke gezielt auszuschalten. Viel eher triggert man wie wild auf dem Shotgun Button herum, in der Hoffnung den einen oder anderen von Satans Schergen mitzunehmen, was letztendlich eher dem Zufall zuzuschreiben ist, als eurem Können. Zudem seid ihr nicht in der Pflicht, alle Gegner auszuschalten, sondern müsst lediglich das Streckenziel erreichen, was oft problemlos bewerkstelligt werden kann, da Johnny nach jedem Crash ohne größere Verluste ein Stück zurückgesetzt wird und lediglich an Zeit verliert. Somit ist die Herausforderung gleich null.

    Technisches

    Ghost Rider Ghost Rider Climax hat sich spielerisch schon nicht mit Ruhm bekleckert, und auf der technischen Seite sieht es nicht viel besser aus. Auf der PSP ist die Bildrate fast permanent unkonstant und schwankt zwischen einer äußerst flüssigen und einer akzeptablem Framerate, je nach Anzahl der Gegner on Screen. Doch sieht das Geschehen für PSP Verhältnisse teilweise ganz nett aus. Die die (schwache) dynamische Beleuchtung und die vielen Feuereffekte fallen zumindest positiv ins Gewicht. Bei der Gestaltung der Umwelt gibt es jedoch einiges zu meckern, denn farblich ist es auf Dauer einfach zu eintönig. Fast das ganze Spiel wurde in rot, grau und Brauntönen gehalten, was zwar in einigen Level nicht so stark auffällt wie in anderen, aber letztendlich nicht zu leugnen ist, weil euch die wenigen blauen Effekte sofort ins Auge stechen. Auch thematisch gibt es nicht viel zu sehen, denn jede Stage hat irgendwie etwas von Hinterhof oder von einem Kerker und wurde zudem mit eher detailarmen Texturen realisiert, ganz zu schweigen von der stark begrenzten Sichtweite in den Biker Leveln. Man hat eigentlich nie das Gefühl eine wirklich neue Umgebung vorgesetzt zu bekommen, auch wenn einem spätere Level dies vermitteln wollen. Da es, wie schon erwähnt, sowieso keine erforschbaren Levelstrukturen gibt, und auch das Gegnerdesign alles andere als abwechslungsreich ausfällt, ist der Gesamteindruck somit recht trist. PS2 Jünger werden sich jedoch wundern, warum die Grafik auf der Heimkonsole nicht zumindest um einiges Detailreicher ausgefallen ist als auf der PSP. Man hat fast schon das Gefühl einen PSP Port auf der PS2 zu spielen, was der alt ehrwürdigen Kiste überhaupt nicht gerecht wird. Dadurch fällt der Gesamteindruck der PS2 Version sogar noch schlechter aus, als der der Handheldfassung. Auf den kaum hörbaren und gelangweilt dudelnden Rocksound im Hintergrund, den belanglosen Soundeffekten und die teilweise krächzenden Sprachsamples wollen wir gar nicht erst näher eingehen.

    Ghost Rider (PS2)

    Singleplayer
    4 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    4/10
    Sound
    4/10
    Steuerung
    5/10
    Gameplay
    3/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Nettes, aber abgekupfertes Upgrade- bzw. Challenge System
    nette Verwirklichung der Comic Sequenzen
    freispielbare Original-Comics und Video Dokus
    abwechslungsarmes Gameplay aus zusammengeklauten Elementen
    z.T. schlecht in Szene gesetzte Animationen
    detailarme und repetive Umgebungen
    Spielstruktur fördert hirnloses Button-Smashing
    Biker-Passagen sind lieblos gestaltet und mies zu steuern
    grottiger, schlecht abgemischter Sound mit z.T. unterirdischen Samples (speziell auf PSP)
  • Ghost Rider
    Ghost Rider
    Publisher
    Take-Two Interactive
    Developer
    2K Games
    Release
    23.02.2007

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Ghost Rider
Ghost Rider im Gamezone-Test
Egal was man vom Ghost Rider hält, diesen Superhelden hätte 2k Games mal lieber in der Schublade des Vergessens gelassen.
http://www.gamezone.de/Ghost-Rider-Spiel-3790/Tests/Ghost-Rider-im-Gamezone-Test-991175/
28.02.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/02/Grab101.JPG
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