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Gladiator: Schwert der Rache (PS2)

Release:
23.11.2005
Genre:
Action
Publisher:
Acclaim Entertainment
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Gladiator: Schwert der Rache im Gamezone-Test

07.10.2003 12:59 Uhr
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Neu
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Gladiator überzeugte uns auf ganzer Linie und bietet epochalen Spielspaß mit oder ohne Jugendfreigabe.

Auch im Tod liegt Gerechtigkeit

Deine Eltern hast Du nie kennen gelernt, aufgewachsen bist du als Sklave unter einem ehrlichen Kaiser. An deinen Namen kannst du dich schon lange nicht mehr erinnern, du bist einfach nur der Gladiator, vor seinem letzten Kampf und unter einem neuen Herrscher, dem Despoten Arruntius, einem blutrünstigem und ungerechten Kaiser. Dunkle Gedanken plagen dich als du das vermeintlich letzte Mal die Arena betrittst, den letzten Kampf austrägst und das letzte Mal den Tod über deine Leidensgenossen bringst, von dem du dir selbst die Freiheit erwartest. Doch es kommt alles ganz anders. Arruntius hat dein Leben schon längst den dunklen Mächten versprochen um seine eigene Position zu sichern. So ereilt dich das unausweichliche Schicksal schneller als du erwartet hast. Doch der Tod bringt dir nicht die erwartete Erlösung, denn die Götter des Elysium haben noch etwas vor mit dir. Sie schicken dich als Abgesandten wieder zurück um die Herrschaft Arruntius zu beenden, denn es ist nicht der Wille der Götter ihn auf dem Kaiserthron sitzen zu sehen.

Soviel zur Vorgeschichte von "Gladiator - Schwert der Rache", welches mit einem gigantisch inszenierten Einzug in das römische Kolosseum beginnt. Anfangs noch am Mob vorbei in die kleinen Kampfarenen, streckt man die Unwürdigen schnell nieder und zieht in immer größere Arenen bis man schließlich im Kolosseum von der johlenden Menge und dem hochnäsigen Kaiser empfangen wird. Dieser erste Einlauf wird geschickt genutzt um den Spieler die Steuerung beizubringen, durch kurz eingeblendete Textfenster welche erklären wie man den Gladiator bewegt und seine Waffe benutzt. Zu beginn des Spiels verfügen wir nämlich erst über eine einzige Waffe, den Gauntlets. Diese beiden Klingen sind ideal für den Nahkampf und man kann damit sehr schnell kämpfen. Die verschiedenen Schläge setzen sich ausschließlich aus Kombinationen der X und Quadrat-Taste zusammen, wobei den Angriffen mit dem linken Analogstick eine Richtung gegeben werden kann. Ab einer bestimmten Nähe zum Gegner schaltet der Gladiator quasi auf das Ziel auf und richtet seine Bewegungen danach aus. Da man gerne und oft von ganzen Gegnerscharen angegriffen wird, gibt es zwei Möglichkeiten das Aufschaltfeature zu beeinflussen. Mit der R1-Taste kann man es generell Ein- oder Ausschalten, um sich mitten im Kampf besser positionieren zu können, und mit der L1-Taste kann man sich vorübergehend vom aktuellen Gegner lösen und denjenigen Anvisieren der einen am nächsten steht. Dieses Feature ist deswegen so praktisch, weil die Feinde durchaus so schlau sind ihr massenhaftes Auftreten geschickt auszunutzen, indem sie einen fleißig in den Rücken hauen wenn man eben mit einem anderen Gegner zu Werke ist. So kann man schnell auf hinterrücks Angreifenden schalten, ihm einige Hiebe verpassen und sofort nach dem loslassen der linken Schulter geht der Gladiator wieder auf das ursprüngliche Ziel los.

Nach unserem gewaltsamen Tod finden wir uns im Elysium wieder, von wo aus die Wege in die einzelnen Stages führen. Dieses wird bis zum grandiosen Ende der epochalen Geschichte unsere zweite Heimat, von wo aus wir die verschiedenen Welten betreten und wo wir uns die Kräfte des Herkules, des Pluto und des Jupiters erarbeiten. Um diese Zauber anwenden zu können müssen wir im Kampf unsere Blutrauschanzeige so weit steigern, dass der Zauber aktiviert werden kann. Gleich beim ersten Besuch des Elysium erhalten wir die Chance uns die Power des Herkules zu erkämpfen, die bei größerem Gegneraufkommen so richtig für Aktion sorgt, da wir mit ihr in unglaublicher Geschwindigkeit von einem zum nächsten Kontrahenten springen können und selbstverständlich kräftig Schaden damit anrichten. Den Pluto und Jupiter Zauber erhalten wir dann im Laufe des Spiels, immer dann wenn wir einen Hauptlevel erfolgreich beendet haben. Ebenso die zwei weiteren Waffen, das Schwert und die Kampfaxt, die genauso wie die Gauntlets in mehreren Stufen aufgepowert werden können. Dafür existieren im Spiel viele sogenannte Herausforderungen. Diese kann man sich als kleine Kampfarenen vorstellen die über symbolische Portale betreten werden können. Es besteht keine Pflicht die Herausforderungen anzunehmen, allerdings erleichtern die zu gewinnenden Updates und Gesundheitspunkte das weitere Spiel ungemein. Ein nicht unerheblicher Bestandteil des Gameplays ist nämlich das möglichst komplette Sammeln der Collectables, die neben den Waffenupdates auch Goldmünzen und Steinplatten enthalten. Verfolgt man auf dem schnellstmöglichsten Weg das Ziel der Geschichte, gelangt man zwar unter zehn Stunden an ihr Ende, kann aber gerade Mal gut die Hälfte alle Gegenstände einsammeln. Selbstverständlich gibt es auch einige geheime Gegenstände in den Dungeons die so manche Überraschung für uns bereithalten.

Das A und O bei einem Aktionadventure mit kräftiger Hack'n Slay Einlage wie diesem ist natürlich die Steuerung und das Leveldesign. Schließlich will man nicht an akrobatischen Fingerverrenkungen verzweifeln während man sich durch die immer gleichen Dungeons schlägt. Beides wurde in "Gladiator - Schwert der Rache" vorbildlich umgesetzt. Die Steuerung ist einfach genug um auf Anhieb ins Spiel einsteigen zu können, bietet gleichzeitig aber auch die Möglichkeit ganz gezielte Aktionen verzögerungsfrei umzusetzen. Sehr positiv hierbei ist das schnelle Aufschalten auf die Gegner, welches so gut funktioniert, dass man sogar eine Schlagcombo auf mehrere Gegner ausdehnen kann. Benutzt man z.B. eine Kombination aus X, Quadrat, X, und streckt bereits mit X den Gegner nieder, folgt der letzte Schlag Quadrat bereits auf den nächst erreichbaren Gegner. In Verbindung mit einer der zusätzlichen Götterkräfte kann man so in unglaublicher Geschwindigkeit durch die Gegnerhorden holzen.
Das Leveldesign wurde ebenso vorbildlich gelöst und bietet uns viel Abwechslung fürs Auge sorgt aber vor allen Dingen für diesen berühmten "nur noch einen Level" Zwang. Da man sich um das Sichern des Spielstandes nicht kümmern muss, er wird automatisch bei jedem Levelwechsel gespeichert, kann es einem schon passieren, dass man alle Zeit vergisst und komplett in der Welt von Thrax dem Gladiator versinkt. Dies liegt sicher auch an der herrlichen Inszenierung der gelebten Geschichte, die etwas an die klassischen Römerfilme erinnert, mit ihren animierten Skeletten und der Welt voller Götter- und Heldensagen.

Die präsentierte Grafik bewegt sich zwischen gut und Exzellent, wobei es meist eher Richtung Exzellent tendiert, auch wenn die PS2 in Sachen Details nicht ganz mit der Xbox mithalten kann. Die einzelnen Areas geben sich sehr unterschiedlich und besitzen einen hohen Wiedererkennungswert. Dabei bewegen wir uns in unterirdischen Dungeons ebenso wie am Meeresstrand oder in verfallenen Tempelanlagen. An Filtern und grafischen Effekten wird nicht gespart und besonders während des Kampfes wird oft ein ganzes Feuerwerk an Special-Effekts ausgelöst, dass es eine wahre Freude ist. Sprungpassagen oder Irrgärten sucht man vergeblich in diesem Spiel, ganz im Gegenteil ist immer klar wo es weiter geht und die wenigen Sprünge die es zu vollführen gibt sind technisch so umgesetzt worden, dass unser Gladiator nicht versehentlich an einer Felskante in die Tiefe stürzen kann. Er springt nur da wo er es auch kann.
Die verwendeten Kamerafahrten erfüllen ihren Zweck ebenfalls vorbildlich und geben dem Spieler meist den ersten Hinweis wie der bevorstehende Level zu knacken ist. Sehr schön auch, dass wichtige Objekte oder Schalter immer aus einem Standpunkt gezeigt werden der das Objekt sowie den Gladiator im Hintergrund zeigt, so kann selbst bei einer sich drehenden Kamera keine Verwirrung aufkommen, da man sich räumlich sehr gut orientieren kann. Die Sicht selbst ist nämlich nicht frei steuerbar, sie hält sich streng an ein vorgearbeitetes Script, welches für den filmreifen Eindruck sorgen soll. Dies gelingt ihr auch recht gut und es gibt im gesamten Spiel vielleicht zwei Stellen an denen die Kamera nicht ganz optimal postiert wurde. Etwas Freiheit aber lässt sie dem Spieler, es ist nämlich jederzeit möglich ins Geschehen hinein zu zoomen oder etwas heraus.

Die gebotene Soundkulisse trägt ihr Übriges zu dem fulminanten Erlebnis bei welches uns Gladiator beschert. Werden wir im Haupt- und Pausemenü noch von einer sanften Minesängerin bei Laune gehalten, geht es im Spiel selbst oft ganz schön zur Sache. Die Streicher und Bläser geben während der Kämpfe alles um für entsprechende Sounduntermalung zu sorgen und die Kampfgeräusche zu übertönen, haben aber auch manch gruselige und spannungsfördernde Töne auf Lager für die stilleren Passagen. Die Gegner besitzen ebenfalls allesamt ganz typische Stimmen und Waffengeräusche, was einem im Kampfgetümmel ganz zuträglich ist, erkennt man doch schon am Schlaggeräusch auf welchen Feind man eben eindrischt. Optisch ist das in der großen Menge der Angreifer oft nicht ganz klar, soviel tummelt sich auf dem dicht besiedelten Schlachtfeldern.

"Gladiator - Schwert der Rache" wird es in zwei Versionen geben, einmal mit einer Jugendfreigabe ab 12 Jahren und das zweite Mal ohne, also erst ab 18 Jahren freigegeben. Dabei handelt es sich aber um genau das gleiche Spiel, welches man in der 12er Version lediglich der Brutalitäten erleichtert hat. So fließt in ihr kein Blut in den Schlachten und es können auch keine Gegner zerstückelt werden. Statt des roten Saftes wird dafür viel weißer Schweiß verspritzt, der aber keinerlei Spuren auf der Umwelt hinterlässt. Ebenso hat man der 12er Version die "Executions" vorenthalten, wobei es sich um besonders martialische Finishing-Moves handelt. Die kann man in der 18er Version immer dann anwenden wenn ein stärkerer Gegner kurz vor dem Kollaps steht. Einmal ausgelöst wird der Hintergrund weggeblendet und die Kamera konzentriert sich voll auf die Nahansicht des letzten tödlichen Schlages. Dabei wird mit Blut nicht gespart und die Entwickler zeigen sich erstaunlich fantasievoll beim Abschlachten der bösen Brut. Eine Auswirkung auf das Spiel selbst allerdings haben die Finishing-Moves nicht, man powert damit also keine Kräfte auf oder Ähnliches, sie sehen einfach nur gut aus und sorgen für entsprechend Stimmung.
Sehr gut gelöst wurde das Speichermanagement, denn die Spielstände der 18er und 12er Version sind zueinander kompatibel. Sollte man also in die Verlegenheit kommen für den Nachwuchs zusätzlich die 12er Version zu erwerben, steht einem gemeinsamen Spielerlebnis nichts im Wege. Da Gladiator pro Spiel einen der drei verfügbaren Slots zum Speichern benutzt, kann man bis zu drei Spiele gleichzeitig am Laufen haben, was im Normalfall voll ausreichen sollte.

Unter diesem Link könnt ihr zu Gladiator - Schwert der Rache auch einen fast dreiminütigen Trailer downloaden.

   
Peter Grubmair
"Gladiator - Schwert der Rache" ist eine hervorragend spielbare Kombination aus Action-Adventure und Hack´n Slay, gewürzt mit einer Priese Rollenspielelementen die ideal in ein Gameplay eingebettet wurden welches einen durch die herrliche Präsentation und der epochalen Geschichte zu fesseln vermag. Das ausgereifte aber nicht zu komplizierte Kampfsystem sorgt in Verbindung mit dem ideal ausgewogenen Schwierigkeitsgrad für ein frustfreies Spielerlebnis bis zum glorreichen Ende. Da es dank der vielen zur Verfügung stehenden "Herausforderungen" auch jede Menge einzusammeln gibt und man beim ersten Durchgang sicher nicht alle Geheimnisse entdecken wird, kann man sich kaum von dem Zwang befreien einen weiteren noch besseren Durchgang zu starten, was für die erwartete Langzeitmotivation sorgt, auch wenn Gladiator mit seinen knappen zehn Stunden sicher nicht zu den längsten Spielen gehört. Dafür kredenzt uns das Spiel viele grafische Highlights und eine epochale Musikuntermalung die so richtig für Stimmung sorgen, eldiglich in Sachen Details muss die PS2 im Vergleich mit der Xbox etwas zurückstecken. Wer also dem Genre nicht abgeneigt ist sollte unbedingt zugreifen, denn bei "Gladiator - Schwert der Rache" handelt es sich um ein sehr gelungenes Spiel ohne Ecken und Kanten.
   
Gladiator: Schwert der Rache (PS2)
Singleplayer-Wertung

8,5 /10
Leserwertung
(7 Votes):
8,1
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
8/10
8/10
9/10
9/10
Sehr ausgewogener Schwierigkeitsgrad und gelungenes Gameplay
Unter zehn Stunden Spielzeit für einen schnellen Durchgang
herrliche Grafik und angenehm unterschiedliche Welten
bombastische Sounduntermalung
Redakteur
Moderation
07.10.2003 12:59 Uhr
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Gladiator: Schwert der Rache im Gamezone-Test
Gladiator überzeugte uns auf ganzer Linie und bietet epochalen Spielspaß mit oder ohne Jugendfreigabe.
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07.10.2003
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