Gamezone - Die Community von Spielern für Spieler!

Glass Rose (PS2)

Release:
25.03.2004
Genre:
Action
Publisher:
k.A.
Übersicht News(3) Tests(1) Tipps Specials Bilder Videos Downloads

Glass Rose: Mal wieder eine japanische Obskurität

23.12.2012 12:52 Uhr
|
Neu
|
Schon erstaunlich, dass es dieses PS2-Spiel nach Deutschland/Europa geschafft hat. Erstaunlich aus folgenden Gründen: Zum einen handelt es sich um ein Point & Click-Adventure (und zwar mit richtiger Cursorsteuerung!), ein Genre welches auf Konsolen nicht unbedingt beliebt ist. Dann haben wir es mit einem japanischen Cast zu tun, was ebenfalls kein großes Kaufargument darstellen dürfte und zu guter Letzt ist Glass Rose ein recht experimentelles Spiel, welches - eher weniger erfolgreich - versucht, innovative Gameplay-Elemente ins angestaubte Genre zu bringen. Manchmal sind die Gedankengänge der Publisher eben recht abenteuerlich, vor allem wenn man bedenkt, dass es Glass Rose noch nicht mal in die USA geschafft hat.

Entwickler: Cing, Capcom Production Studio 3 Deutsches Cover von Glass Rose Deutsches Cover von Glass Rose [Quelle: amazon.de]
Publisher: Capcom
System: PS2
Genre: Point & Click-Adventure
Sprache: Englisch
Altersfreigabe: 6

Ein Nischentitel hoch zehn:
Schon erstaunlich, dass es dieses PS2-Spiel nach Deutschland/Europa geschafft hat. Erstaunlich aus folgenden Gründen: Zum einen handelt es sich um ein Point & Click-Adventure (und zwar mit richtiger Cursorsteuerung!), ein Genre welches auf Konsolen nicht unbedingt beliebt ist. Dann haben wir es mit einem japanischen Cast zu tun, was ebenfalls kein großes Kaufargument darstellen dürfte und zu guter Letzt ist Glass Rose ein recht experimentelles Spiel, welches – eher weniger erfolgreich – versucht, innovative Gameplay-Elemente ins angestaubte Genre zu bringen. Manchmal sind die Gedankengänge der Publisher eben recht abenteuerlich, vor allem wenn man bedenkt, dass es Glass Rose noch nicht mal in die USA geschafft hat.
Abgesehen davon, mag es den ein oder anderen interessieren, dass sich Teilentwickler Cing für weitere Adventures wie Hotel Dusk und Another Code verantwortlich zeichnet. Da sich zuletzt genannte Spiele einer weitaus größeren Bekanntheit und Beliebtheit erfreuen als Glass Rose, mag der Ein oder Andere nun doch Interesse an diesem verqueren Adventure-Experiment gefunden haben. Wer sich angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen weiterzulesen!

Zeitreise meets Mystery-Krimi:

Glass Rose (3) Glass Rose (3) [Quelle: ] Held der Geschichte ist der Reporter Takashi Kagetani (der übrigens vom japanischen Schauspieler und Musiker Masahiro Matsuoka verkörpert wird). Dieser recherchiert derzeit für seinen neuesten Bericht bezüglich der "Cinema Mansion Murders," die sich vom Zeitraum des 22-24 Oktober 1929 in eben genannten Herrenhaus ereignet haben und niemals aufgeklärt wurden. Während seiner Recherchen stößt die hübsche Emi Katagiri zu ihm, die ebenfalls an dieser Mordserie interessiert ist, da ihr Großvater Kotarou Katagiri einer der zuständigen Detective's dieses Falles war und seine Erlebnisse dieser Tage in einem Notizbuch niederschrieb.
Die eigentliche Geschichte beginnt, als Takashi und Emi in das mittlerweile verfallene Herrenhaus eindringen, um nach Hinweisen zu forschen, als sie urplötzlich in ein Zeitloch latschen. Takashi verschlägt es in die Vergangenheit – nämlich den 22 Oktober 1929. Emi hingegen, ist in einer Zwischenzeitdimension gefangen und kann nur erlöst werden, wenn Takashi die Fragmente ihrer Existenz aufsammelt, die überall in der Cinema Mansion verstreut liegen.

Selbstverständlich sieht sich unser Journalist ebenfalls dazu veranlasst die Mordserie zu untersuchen, die sich gerade ereignet. Die Tatsache, dass ihn seine Mitmenschen für einen gewissen "Kazuya Nanase" halten – dem erstgeborenen Sohn des ersten Mordopfers "Denemon Yoshinodou" – ist hierfür sicherlich hilfreich. Aber warum halten ihn die Bewohner und Gäste der Cinema Mansion überhaupt für Kazuya? Sieht er ihm wirklich so ähnlich? Warum hört er immer wieder die Stimme des ermordeten Denemon und kann plötzlich die Gedanken seiner Mitmenschen lesen? Was hat es mit dem Puzzle der Glass Rose auf sich? Ist es etwa der Schlüssel zum Zeitportal? Wer ist der Mörder und was für ein Motiv hat er? Wird es Takashi gelingen Emi zu retten und zurück in seine Zeit zu gelangen? Fragen über Fragen, die es nun aufzulösen gilt.

Glass Rose (4) Glass Rose (4) [Quelle: ] Glass Rose wird gerne als psychologisches Horror/Grusel-Abenteuer bezeichnet. Das auf die Psychen der NPC's eingegangen wird, will ich auch gar nicht abstreiten und ist durchaus einer der interessanteren Aspekte dieses Adventures. Mit Horror/Grusel hat Glass Rose allerdings nichts zu tun, da schon eher mit Mystery, welche allerdings eher schlecht als recht in die eigentlich grundsolide Krimihandlung eingebaut wurde. Wie es so oft bei Mystery der Fall ist, wird der Konsument bei einem Großteil der Fragen im Regen stehen gelassen oder die Fragen werden relativ unbefriedigend beantwortet. Genauso ist es auch in Glass Rose. Man erfährt nicht was es mit dem Zeitportal auf sich hat, warum wir hier und da von Denemons Geisterstimme angequatscht werden oder was eigentlich hinter allem steckt (naja, eigentlich schon, aber ich möchte an dieser Stelle nicht präziser werden, um nichts zu spoilern). Richtig enttäuschend ist auch die Identität und vor allem die Motivation des Täters – diese war sowohl unterirdisch als auch überdreht zugleich.

Bedenkt man, dass neben den Rätseln die Story in einem Adventure das A und O ist, fällt Glass Rose schon recht enttäuschend aus. Dies ist vor allem deswegen ärgerlich, da es gerade der Drang zu erfahren, was denn nun hinter den Morden steckt, über weite Strecken die Hauptmotivationsquelle dieses Videospiels darstellt! Diesbezüglich erhält man leider keine vollständige Befriedigung und da ändern auch die vier verschiedenen Endings nichts daran.

Innovativ aber dennoch eintönig:

Glass Rose (2) Glass Rose (2) [Quelle: ] Wie bereits in der Einleitung erwähnt, dirigieren wir Takashi nicht direkt durch die Renderbilder, sondern per Cursor, den man laut Handbuch auch per Maus kontrollieren kann (was ich nicht ausprobiert habe), ganz so wie in einem PC-Adventure. Nach etwas Eingewöhnung, funktioniert das aber auch mit Controller ganz passabel. Sogar an den Doppelklick für Ein- und Ausgänge und zügige Fortbewegung der Spielfigur wurde hier gedacht! Dies, sowie das altbekannte 2.5D-Grafikschema, sind dann aber auch schon die gröbsten Gemeinsamkeiten zwischen Glass Rose und einem generischen P&C-Adventure. Denn wo wir in Baphomets Fluch oder Syberia zahlreiche Items zusammenklauben, um mit ihnen Inventarrätsel zu lösen, so dienen die ohnehin äußerst spärlich gesäten Objekte, in erster Linie dazu, die Story weiter voranzutreiben. Soll heißen, dass es keinerlei Inventarrätsel in diesem Spiel zu lösen gibt! Dennoch gilt es die Hotspots abzuklappern, um Ereignisse auszulösen und voranzukommen.

Glass Rose (5) Glass Rose (5) [Quelle: ] Zu Beginn des Spiels steht übrigens die Wahl zwischen zwei Schwierigkeitsgraden "Standard" und "Easy". Wählt man die niedrigere Stufe, leuchtet der Cursor auf, sobald man über einem wichtigen Hotspot fährt. Auch innerhalb der Dialoge gibt es dann diese Hilfestellung, womit wir schon beim nächsten Gameplay-Element angelangt wären. Denn anders als gewohnt, muss man sich in diesem Spiel den Dialog-Fortschritt erarbeiten, indem man einzelne Wörter, Namen oder Satzteile aus der Textbox markiert – klingt komisch ist aber so. Witzig ist auch, dass sich durch die dadurch gewählten Dialogthemen, verschiedene Dialogzweige eröffnen können. Es entstehen sozusagen alternative Dialogrouten. Perfektionisten haben auch die Option den Dialogzweig innerhalb des Gespräches aufzurufen, und in ein vorheriges Gesprächssegment zurückzuspringen, falls es dort noch immer etwas nachzuhaken gibt (es wird durch die Farben Rot und Blau signalisiert, ob das jeweilige Segment komplettiert wurde oder nicht). Dies ist manchmal unumgänglich, wenn das Gespräch in einer Sackgasse endet. Wem jetzt schon der Kopf schwirrt, dem sei gesagt, dass mittels Takashi's neu erworbener Fähigkeit des Gedankenlesens noch eins drauf gesetzt wird (und hab ich eigentlich schon deutlich erwähnt, dass der gesamte Schrifttext in Englisch gehalten ist?). Gedankenlesen funktioniert wie normales Wortmarkieren, nur mit anderer Bestätigungstaste. Es ist auch relativ einfach zu mutmaßen, wann diese Aktion erforderlich ist, da Takashi eigentlich immer darauf hindeutet. Dennoch sollte man es mit dieser Fähigkeit nicht übertreiben (man darf übrigens auch außerhalb der Dialoge in den Köpfen seiner Mitmenschen rumschnüffeln, auch wenn dies dort eher eine Art Gimmick darstellt). Takashi hat nämlich nur einen begrenzten Vorrat an hierfür vorgesehenen "Mind Points," den man keinesfalls auf Null sinken lassen sollte, da ansonsten das Game Over in bedrohliche Nähe rückt.

Glass Rose (6) Glass Rose (6) [Quelle: ] Weitere Möglichkeiten Mind Points einzubüßen wären zum einen das Zeitlimit und zum anderen die "Suspense Events." Jeder Tag ist in Stunden eingeteilt und in jeder Stunde hat man gewisse Aufgaben zu erfüllen oder bestimmte Ermittlungsfortschritte zu erzielen. Scheitert man bei der Erfüllung seiner Pflichten innerhalb des vorgegebenen Zeitlimits, so wird man eine Stunde in die Vergangenheit zurückgeschleudert, um es noch mal zu versuchen. Recht schadhaft für die Mind Points, auch wenn der bis dato erzielte Fortschritt erhalten bleibt. Bei den Suspense Events hingegen, handelt es sich um kleine Quick Time-artige Sequenzen, in denen man innerhalb eines sehr kurzen Zeitlimits einen beschrifteten "Farbklecks" auf dem Screen anklicken muss, um einen Mordanschlag zu überleben. Später wird dieses Spielchen noch durch mehrere verschiedene "Farbkleckse" erweitert, die mehrere mögliche Reaktionen Takashi's widerspiegeln. Klar, das nur die korrekte Reaktion sein Überleben sichert. Wird man ermordet, stirbt Takashi nicht sofort, sondern verliert Mind Points und muss das Event nochmals in Angriff nehmen.
Über kurz oder lang, kann man es also nicht vermeiden, dass der Heilbalken für die Geistige Gesundheit in den Keller rutscht. Zum Glück, kann man ihn wieder auffrischen, indem man die blauen Geisterschmetterlinge per Cursor einsammelt, die hier und da im Herrenhaus herumflattern – ja ich weiß, klingt ebenfalls komisch.

Glass Rose (7) Glass Rose (7) [Quelle: ] Im Kern wäre damit auch der primäre Spielinhalt abgehakt, aber einige kleine Details gibt es dann doch noch zu erwähnen. Am wichtigsten wären da die "Heart Fragments" von Emi, die überall im Herrenhaus herumliegen und aufgesammelt werden sollten, um ein gutes Ending zu ermöglichen. Die Fragmente leuchten und blinken fröhlich vor sich hin, so dass es eigentlich relativ einfach ist sie einzusacken. Laut Tutorial soll es aber auch Tainted Heart Fragments geben, die negative Auswirkungen auf Emi's Rettung haben, jedoch bin ich nie auf diese Dinger gestoßen. Apropos negative Auswirkungen: Man wird auch dazu angehalten, sich bei Suspense Events und der drohenden Überschreitung des Zeitlimits nicht zu dumm anzustellen, da ansonsten ebenfalls ein böses Ende droht!

Aber keine Sorge, es werden dem Spieler nicht nur Steine in den Weg gelegt! So gibt es eine vorbildliche Speicherfunktion nach Vorbild von PC-Adventures (man darf außerhalb eines Gespräches oder Events jederzeit in verschiedenen Blöcken speichern). Außerdem hat man nach einiger Zeit zugriff auf das "Tangram"-Minigame. Ein sehr unterhaltsames Puzzle, bei dem man aus geometrischen Holzstücken, vorgegebene Figuren nachbauen muss. Gelingt dies, winkt ein Hinweis, wo man als nächstes hin muss, um in der Story voranzukommen. Ohne diese Hilfe würde man oftmals verzweifeln, da nicht immer klar ist, wo Takashi's Aufmerksamkeit als nächstes gefordert ist. Dies erspart einem jede Menge Lauf- und Sucharbeit! Ferner gibt es noch "Denemon's Notes." Notizzettel von denen in jedem Kapitel eines verborgen liegt und ein kleines Nebenrätsel offenbaren, für deren erfolgreichen Abschluss weitere Heart Fragments auf unserem Konto verbucht werden. Wer sich für die Motive und Hintergrundgeschichten der NPC's interessiert, findet an manchen Stellen auch deren Tagebücher. Bei Letzteren handelt es sich jedoch um einen reinen Bonus, der keinen Einfluss auf den Spielablauf oder das Ending hat.

Glass Rose (8) Glass Rose (8) [Quelle: ] Der große Schwachpunkt von Glass Rose, der sich aus meinem bisherigen Text auch überhaupt nicht herauslesen konnte, ist übrigens die enorme Eintönigkeit! Nicht nur, dass sich die Handlung äußerst schleppend entfaltet (obwohl man stets motiviert ist den Fortgang weiterzuverfolgen), so enttäuscht in erster Linie das Gameplay durch Langatmigkeit und Monotonie – auch wenn man diesen Aspekt bei meiner bisherigen Beschreibung nun überhaupt nicht erwartet hätte! Es ist aber leider so, dass man das Spiel nach einer gewissen Zeit "durchschaut" hat und ganz genau weiß, wie die einzelnen Gameplay-Abschnitte funktionieren. Am furchtbarsten bleibt jedoch die ständige Lauferei durch immer gleiche Räume. Ein Kritikpunkt der für diejenigen Spieler, die Emi retten wollen doppelt und dreifach wirkt, denn man weiß ja nicht, wo denn jetzt wieder neue Heart Fragments aufgetaucht sind. Irgendwann gipfelt das Ganze dann eben in akute Abwechslungsarmut und handfeste Langeweile, die man bei einem Spiel mit solch innovativen Spielelementen auch nicht erwartet hätte. So verkommt das anfangs gute Spiel schlussendlich zum mittelmäßigen Langweiler – Schade.

Grafik, Sound und Präsentation:

Glass Rose (9) Glass Rose (9) [Quelle: ] Grafik: Wie an anderer Stelle schon erwähnt, setzt Glass Rose auf genretypische 2.5D Standards. Die Renderbilder und 3D-Figuren, sehen dabei ganz vernünftig aus und brauchen sich nicht zu verstecken. Leider leidet das Szenario unter massiver Eintönigkeit! Das gesamte, doch recht quantitative, Spiel spielt sich im Cinema-Herrenhaus und deren überschaubarer Gartenanlagen ab. Dieses Gebiet bietet auf Dauer leider nicht genügend Abwechslung, und enttäuscht vor allem in Hinsicht auf die starke westliche Konkurrenz, welche den Spieler gerne mal auf Weltreise durch die unterschiedlichsten Länder schickt. Dafür hat Glass Rose aber noch ein anderes Ass im Ärmel: Wie von japanischen Spielen gewohnt, wartet der Titel mit zahlreichen sehr sehenswerten Rendersequenzen auf, die die Story weiterspinnen. Zumindest in dieser Hinsicht sticht das Spiel heraus. Schön ist weiterhin, das neben dem 50hz-Modus auch noch ein 60hz-Modus für eine bessere Bildqualität angeboten wird. Die PAL-Balken halten sich glücklicherweise auch sehr stark in Grenzen.

Sound: Passend zur Mystery-Atmosphäre, setzt sich der gesamte OST aus entsprechenden Melodien zusammen, welche die Grundstimmung sehr gut einfangen. Witzig ist die Idee, hektischere Versionen der einzelnen Stücke abzuspielen, wenn sich der Stundentimer dem Ende zuneigt. Aber auch dieser Aspekt täuscht nicht ganz darüber hinweg, dass die immer gleichen Stücke auf Dauer genauso an öden wie der repetitive Spielablauf im allgemeinen.
Die Sprachausgabe, die leider nur in den Zwischensequenzen Verwendung findet, gestaltet sich etwas durchwachsen. Einige Stimmen, wie die von Protagonist Takashi sind durchaus gut gelungen. Andere, wie die seiner Leidensgenossin Emi, hätte man hingegen besser von jemand qualifizierterem synchronisieren lassen sollen.

Glass Rose (10) Glass Rose (10) [Quelle: ] Präsentation: Abgesehen von der Eintönigkeit, unter der das Spiel leidet, sticht wohl in erster Linie die fehlende deutsche Übersetzung heraus. Wer die englische Sprache also nicht einigermaßen beherrscht, kann sich den Kauf von Glass Rose definitiv sparen. Ansonsten wird jedoch gute Arbeit geleistet. Grafik und Sound sind zwar nicht herausragend, aber sauber umgesetzt und die Story motiviert durchaus am Ball zu bleiben - auch wenn sie letztendlich enttäuschend endet. Und ich denke das ist das große Problem: Die Rohdiamanten sind vorhanden, aber sie wurden allesamt stümperhaft geschliffen! Sie können einfach nicht so stark funkeln wie sie sollten, um Freude zu bereiten! Gute Ideen alleine reichen eben nicht aus, wenn sie nicht konsequent genug umgesetzt werden. Und so bleibt Glass Rose weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.


Pro und Kontra:

Pro:
- innovative Ideen (Dialogsystem, Zeitlimit u. a.)
- gute Steuerung + Maus-Unterstützung
- schöne audiovisuelle Umsetzung

Kontra:
- nur in englischer Sprache
- es gibt keine richtigen Adventure-Rätsel zu lösen
- auf Dauer enorm monotoner Spielablauf
- Geschichte entwickelt sich sehr schleppend, einzelne Fragen werden nicht beantwortet und die Auflösung des Falls ist überdreht und enttäuschend zugleich


Was für Sammler, Freunde unbekannter Spiele und Fans experimenteller Spielideen:

Glass Rose ist aber auch wirklich nur für diese Gruppen von Spielern geeignet! Wer ein Adventure als solches sucht, hat selbst auf der PS2 bessere Optionen zur Verfügung, zumal Glass Rose sowieso kein klassisches Adventure im eigentlichen Sinne ist, sondern eher ein typisch japanisches "Experiment." Und wie so oft, ist das Experiment nicht wirklich von Erfolg gekrönt, obwohl das Spiel anfangs durchaus Spaß macht – einfach weil es so anders ist! Aber auch dieser Aspekt nützt nichts, wenn nach dem ersten Spieldrittel die Langeweile erbarmungslos zuschlägt und aufzeigt, dass sich hinter all den schönen Einfällen doch nur ein recht schematisches, in die Länge gezogenes Machwerk verbirgt. Hätte mich Glass Rose anfangs nicht so gut unterhalten, dann wäre die Endwertung deutlich schlechter ausgefallen.


Endwertung:

Punktvergabe von 1 (schlecht) bis 10 (spitze)

Grafik: 7,5
Sound: 7,5
Steuerung: 7,5 (mit Controller)
Umfang: 8
Story: 7
Spielspaß: 6
Gesamtwertung objektiv: 6,5

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
Sly Boots

6.5
Gamezone
Spielspaß-Wertung
3/10
Spielspaß Multiplayer
-
Grafik
7/10
Steuerung
8/10
Sound
7/10
Gameplay
6/10
Erfahrener Benutzer
Moderation
23.12.2012 12:52 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar
article
1041533
Glass Rose
Glass Rose: Mal wieder eine japanische Obskurität
Schon erstaunlich, dass es dieses PS2-Spiel nach Deutschland/Europa geschafft hat. Erstaunlich aus folgenden Gründen: Zum einen handelt es sich um ein Point & Click-Adventure (und zwar mit richtiger Cursorsteuerung!), ein Genre welches auf Konsolen nicht unbedingt beliebt ist. Dann haben wir es mit einem japanischen Cast zu tun, was ebenfalls kein großes Kaufargument darstellen dürfte und zu guter Letzt ist Glass Rose ein recht experimentelles Spiel, welches - eher weniger erfolgreich - versucht, innovative Gameplay-Elemente ins angestaubte Genre zu bringen. Manchmal sind die Gedankengänge der Publisher eben recht abenteuerlich, vor allem wenn man bedenkt, dass es Glass Rose noch nicht mal in die USA geschafft hat.
http://www.gamezone.de/Glass-Rose-PS2-90002/Lesertests/Glass-Rose-Mal-wieder-eine-japanische-Obskuritaet-1041533/
23.12.2012
http://www.gamezone.de/screenshots/thumb/2004/04/TV2004040512020900.jpg
adventure
lesertests