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  • God Hand im Gamezone-Test

    Der Titel bietet uns einen abgedrehten Humor, unglaublich viele Schlagkombinationen und einen fiesen Schwierigkeitsgrad.

    Zwölf Uhr Mittags, die Sonne brennt hoch am Himmel, Staub und ein einsamer Strauch werden durch die Straßen der abgelegenen Stadt im Westen geweht. Keine Seele ist in Sicht, nur aus dem Saloon dringen einige gedämpfte Geräusche an das Ohr des einsamen Wanderers und seiner Begleiterin. Durstig und müde betritt er die Bar und ist nicht im geringsten erstaunt eine von Dämonen aufgeführte Gay-Burleske Show vorzufinden, Komplett mit zwei California-Dream-Demons und einigen untergeordneten Zombies, die zu der laufenden Surfmusik Formationstanz betreiben. Nebenbei werden auch noch die letzten menschlichen Bewohner des Ortes als Samstagmittagvergnügen ein wenig gefoltert. Die miese Qualität der Show könnte unser Macho- Held gerade noch verkraften, aber gegen die Tortur von Unschuldigen hat er was. Time to kick some demonic ass!

    Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle

    God Hand God Hand Gene, unseren Helden und seine leichtgeschürzte Begleiterin Olivia leben in einer seltsamen, fast vollständig von Dämonen überrannten Welt und die vier Lords der Hölle sind gekommen, um den Job zu beenden. Nur der Clan der God Hand steht ihnen im Weg. Gene ist eigentlich nur ein kleiner Macho, der zur falschen Zeit am falschen Ort der falschen Frau aushelfen wollte und bekommt dafür von den Dämonen den rechten Arm abgehackt. Die trotzdem gerettete Olivia zeigt sich allerdings dankbar, indem sie ihm mit der God Hand aushilft, einem Superarm, der stärker ist als alles, was es sonst so auf der Welt gibt. Obwohl er völlig unmotiviert ist, den Unterdrückten zu helfen, muss sich Gene beugen und gegen die Höllenfürsten und ihre Legionen antreten, wenn er seinen neuen Arm nicht wieder einbüßen möchte.

    God Hand God Hand So ziehen die beiden durch eine moderne Westernwelt, die spontan an die Italowesternära, gemischt mit Fist of the North Star, erinnert. Nahmen sich diese beiden aber noch selbst, zumindest meistens, ernst, hat Capcom das Spaßpotential des Szenarios erkannt und alles weit über die Spitze und dann noch ein Stück weiter getrieben. Wo sonst sieht man schon, wie ein hilfloser Bauer mit einem vergifteten Chihuahua bedroht wird oder ein unsichtbares Publikum sich scheckig lacht, nachdem man einen Gegner einen kräftigen Tritt in die Kronjuwelen verpasst hat? Und wer glaubt, die dämonische Burleske-Show aus meinem Auftakt wäre meiner verwirrten Phantasie entsprungen, kann sich hier auf einiges gefasst machen. Dazu gesellen sich absolute Trashdialoge, die man nur erhält wenn man eine Van Damme-, Bud Spencer und Teeniehorror-DVD zulange zusammen in einem Raum lässt. Man muss es lieben oder hassen, viel dazwischen gibt es bei dieser Art von Humor nicht, auch vor offenen Sexismus sollte man nicht zurückschrecken. Eine weibliche Geisel spricht diese erstaunlichen Worte, nachdem sie von einem Dämon gerettet wurde, der ihr den Hintern versohlte : "Sie haben mir so oft auf den Hintern gehauen. Es war furchtbar. Aber zum Schluss gefiel es mir dann doch." Und das ist noch eher harmlos.

    Knochenbrecher im Wilden Westen

    God Hand God Hand Diese Krudität geht aber bis in das Spiel und beschränkt sich nicht nur auf das Drumherum. Sobald es in die Schlacht geht, werden Schläge ausgeteilt, wie man es in einem Prügelspiel selten gesehen hat. Neben dem üblichen Repertoire an Kinnhaken und Backspinkicks gibt es grandiose Dinge wie den Ballbuster oder den Pimpslap, ein seitlicher Schlag mit dem flachen Handrücken. Es spricht hier auch nichts dagegen einen im Staub liegenden Gegner ruhig noch weiter in diesen zu treten oder ihn zu packen, übers Knie zu legen und ein wenig altmodische Kindererziehung zu betreiben. Zahllose Moves, einer respektloser und überdrehter als der andere können angewendet werden und nach einer endlosen Reihe bierernster Prügler ist das hier einfach erfrischend und launig.

    God Hand God Hand Es ist auch der Humor und die Absurdität, mit der Capcom den unbedarften Spieler in die Falle lockt, denn der Schwierigkeitsgrad ist hammerhart. Die eigene Lebensenergie ist gering, die Gegner greifen häufig zu dritt und viert gleichzeitig an, Lebensenergie ist selten und besonders die Endgegner haben mich vor Frust beinahe das Pad essen lassen, so oft habe ich vor Wut hineingebissen. Selbst auf dem leichtesten der drei Schwierigkeitsgrade sind die zum Glück relativ kurzen Levelabschnitte teilweise teuflisch und es ist ein Segen, dass man zwischen ihnen abspeichern darf. Die Feinde haben nicht nur verheerende Kombos auf Lager, sondern genießen praktisch immer den Vorteil der Überzahl. Es kommt häufiger vor, dass man sich gerade um das Problem vor einem kümmert und das Schicksal in Form eines keulenbewaffneten Irren einem von hinten eins drüberzieht. Und selbst wenn sie fair kämpfen, bleiben es formidable Gegner, die sicher decken und gezielt austeilen. Zu allem Überfluss kommt es auch noch vor, dass ein gefallener Feind sich am Boden zufällig in einen Dämon verwandelt, der dann stärker und schneller ist, als alles, was sonst so einem das Leben schon schwer genug macht.

    Die rechte und die linke Hand des Teufels

    God Hand God Hand Zum Glück ist Gene nicht ganz wehrlos, denn schließlich ist der Träger der God Hand. Dieser relativ normal aussehende Arm hat ein paar Features, die das Kräftegleichgewicht zumindest etwas wieder herstellen. Erst einmal lädt sich ein Balken mit ausgeteilten Schlägen auf und ist dieser gefüllt, kann die God Hand aktiviert werden, der Arm beginnt zu leuchten und Gene kann richtig und stark erhöhtem Schaden austeilen, ohne dass die Dämonen ihm etwas anhaben können. Zusätzlich können noch Totenschädelmünzen gesammelt werden, für jede dieser Münzen kann ein Spezialangriff ausgelöst werden. Diese sind praktisch unblockbar, verursachen Unmengen an Schaden und dass ein "Heavenly Ball Buster" das eigene kindliche Gemüt fröhlich stimmt, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Leider sind diese Specials selten einsetzbar und eigentlich erst bei den Bossfights wirklich bitter nötig, so dass man die meiste Zeit auf Gene's normale Kampfkünste angewiesen ist.

    God Hand God Hand Die Steuerung dieser ist etwas ungewöhnlich. Mit dem linken Analogstick steuert man den Helden über die Kampffläche, wobei drei Tasten mit Schlägen und Tritten belegt sind und die Kreistaste für Spezialaktionen zuständig ist. Mit dieser lassen sich nicht nur Extras und Healthpacks in Form von Frischobst einsammeln, auch während des Mano-a-mano können damit Counter und Grapple-Moves ausgeführt werden. Besonders letzte sollte man schnell nutzen, nicht nur weil sie ordentlich Schaden austeilen, sondern es auch sehr befriedigend ist, wenn der Gegner unangespitzt Kopf voraus in den Boden gestampft oder ordentlich übers Knie gelegt wird. Geblockt wird mehr oder weniger automatisch, wenn man sich rückwärts von einem Gegner entfernt. Besonders effektiv ist dies aber nicht, da häufig ein anderer die Chance nutzen kann und seitlich dem Spieler zu Leibe rückt. Der rechte Analogstick bietet da mehr Hilfe, indem man schnell einen Sidestep oder einen Sprung nach hinten aus der feindlichen Reichweite heraus ausführen kann. Hier liegt bei vielen Feinden der Schlüssel zum Sieg, denn durch das richtige Ausweichen kann man schnell und effizient Konter landen. Die Steuerung kann ihre neuen Ansätze gut einbringen und schon nach einer kurzen Eingewöhnung kommt man wunderbar mit ihr zurecht. Es wäre schön wenn man das auch über die Kameraführung sagen könnte. Diese lässt einen regelmäßig im Regen mit dem Gegner im Rücken stehen, wenn man mal etwas am Ziel vorbeigeschossen ist. In solchen Momenten wünscht man sich die Möglichkeit, einen Feind anzuvisieren, statt dessen lässt man Gene die Beine in die Hand nehmen und positioniert sich neu, während man versucht den Gegner ins Blick- und Schlagfeld zurückzuholen. Dies passiert leider dauernd. Keine Kudos für euch, Capcom, so etwas ist ein absolutes No-No und eigentlich könnt ihr das besser.

    Für eine Handvoll Dollar

    God Hand God Hand Es gibt nicht weniger als 114 verschiedene Schläge und Tritte, die auf drei Tasten verteilt werden wollen. Keine Panik, sie liegen dort nicht alle gleichzeitig, sondern lassen sich bequem in einem Menü auf die Tasten verteilen. Zu Beginn startet Gene mit gerade mal einem halben Dutzend eher trauriger Angriffe. Um sein Repertoire zu erweitern, müssen Käufe auf einer kleinen Insel getätigt werden. Gelegentlich findet er zwar auch eine Schriftrolle mit einer Technik, die meisten gibt es aber im kleinen Gemischtwarenladen neben dem Kasino. Sollte denn das Geld für den Hammer Punch oder das Upgrade der Lebensenergie nicht reichen, kann man sein Glück am Spieltisch versuchen. Zur Auswahl stehen Videopoker, Blackjack, Slotmachine und natürlich ein Roulettetisch. Diese Minispiele sind allerdings sehr realistisch geraten, denn am Ende siegt fast immer die Bank, bei God Hand ist halt nichts einfach. Auch die Arena ist ehrliche Arbeit, wenn man dort für eine handvoll Doller vier bis fünf Gegner gleichzeitig auf die Bretter schicken soll. Die Minispiele sind nett, wirken allerdings etwas lieblos und lenken dadurch, dass sie unglaublich zeitaufwendig sind, für meinen Geschmack zu sehr von der Haupthandlung ab, als dass ich mich länger damit beschäftigen würde. Wer taktisch zu Geld kommen möchte, kann dies übrigens in reichen Levelabschnitten tun, indem er am Ende eines solchen stirbt. Gene startet am letzten Ortswechsel neu und das erbeutete Geld behält er. Glücklicherweise liegt das meiste auch wieder im Level herum, so dass man dieses Vorgehen zwar cheaten nennen kann, aber bei God Hand ist kein Trick zu dreckig, denn schließlich nutzt die KI sie ja auch.

  • God Hand
    God Hand
    Developer
    Clover Studios
    Release
    16.02.2007

    Aktuelle Action-Spiele Releases

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God Hand
God Hand im Gamezone-Test
Der Titel bietet uns einen abgedrehten Humor, unglaublich viele Schlagkombinationen und einen fiesen Schwierigkeitsgrad.
http://www.gamezone.de/God-Hand-Spiel-4084/Tests/God-Hand-im-Gamezone-Test-991141/
29.01.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/01/God_Hand-PlayStation_2Screenshots7223action05_copy.jpg
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