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God of War 3 (PS3)

Release:
19.03.2010
Genre:
Action
Publisher:
Sony Computer Entertainment

God of War 3: Mega-Schnetzel-Burger mit extra viel Ketchup - Leser-Test von alpha_omega

16.01.2012 15:18 Uhr
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Neu
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Das Videospieljahr 2010 sollte speziell für das fast schon totgeglaubte Hack'n Slay Genre ein großartiges sein. Denn mit solch Titeln wie Bayonetta, Darksiders oder auch EA's Höllentrip namens Dante's Inferno wurde man gleich in den ersten beiden Monaten mit genügend Futter in Form von blutrünstiger Action versorgt, während der neueste Teil der Castlevania-Serie mit dem Ableger Lords of Shadow im Oktober für den krönenden Abschluss eines hervorragenden Jahres sorgte. Bereits im März sollte hingegen Kriegsgott Kratos im dritten und vorerst auch wohl letzten Teil der God of War Serie sein Debüt auf der HD-Konsole Playstation 3 feiern, nachdem er bereits die Vorgängerkonsole von Sony an ihre Leistungsgrenze brachte und mit zwei unglaublich impulsiv inszenierten Abenteuern für helle Begeisterung sorgte. Für die Produktion sollte, wie auch schon im Falle der beiden Vorgänger, die in den Jahren 2005 und 2007 in den Handel gelangten, sich die Macher von Sony Santa Monica verantwortlich zeigen. Sodass auch God of War III exklusiv für die Sony-Konsole veröffentlicht wurde. Ob Kratos auf seinem wohl letzten großen Feldzug durch die griechische Mythologie eine ähnlich atemberaubende Performance ablieferte, wie in all seinen Auftritten zuvor, verrät euch nun folgender Artikel.


Wir erinnern uns, nachdem Kratos im ersten Teil Kriegsgott Ares niederstreckte und dessen Platz im Olymp einnahm, stellte im zweiten Teil Obergott Zeus seinem Sprössling eine fiese Falle, da dieser die ständigen Eskapaden von Kratos satt hatte. Nachdem Kratos sein Schicksal, das eigene Ableben durch die Tötung der Moiren ändern konnte, verbündete sich dieser mit den Titanen und stürmte mit diesen den Olymp. Sprich die Story von Teil drei fängt genau da an, wo sie im zweiten endet und so erklimmen wir auf Gaia's Rücken den riesigen Berg des Olymps, wo wir wie in jedem Teil der Serie gleich zu Beginn mit einer gigantischen Schlacht, diesmal gegen Poseidon, den Gott der Meere konfrontiert werden. Wie so ziemlich jeder Gott des Olymps, so hat auch Poseidon einen tierischen Hass auf den von Zeus degradierten Kriegsgott. Im Falle von Poseidon erfuhr man die wahren Hintergründe allerdings erst im später erschienenen PSP-Port Ghost of Sparta. Auf jeden Fall gelingt es uns zwar Poseidon, der mit gigantisch großen Wasserrössen auf uns wartet zu vernichten und bereits hier wird man mit dem unglaublichen Hass auf die Götter, den Kratos aufgrund seiner Alpträume seiner schlimmen Vergangenheit in sich trägt konfrontiert, eskaliert bereits der erste gigantische Kampf durch eine äußerst brutale Inszenierung, die sich wie ein roter, blutiger Faden durch das gesamte Spiel zieht. Umso unglaublicher dass das Spiel in Deutschland völlig ungeschnitten auf den Markt kam.


Auf jeden Fall hat der Tod von Poseidon zur Folge, dass die Welt von einer gigantischen Flutkatastrophe heimgesucht wird, unser Held sowie sämtliche Titanen drohen vom erklimmten Berg abzurutschen und ausgerechnet Gaia Kratos nun die kalte Schulter zeigt und mit zusieht wie Kratos in den Tod stürzt. Wie in eigentlich jedem Teil der Serie durchqueren wir nun den Hades wo gleichnamiger Gott des Todes schon sehnsüchtig auf seine Rache wartet, da dieser für den Tod seiner Gemahlin verantwortlich war. Auch wenn die Story schon vom vornherein absehbar ist, schließlich handelt es sich hier beim letzten Teil einer Trilogie und irgendwann gibt es eben keine Gegner mehr, die Kratos noch nicht auf dem Gewissen hat, ist die Verknüpfung zu den Geschehnissen aus bereits erschienenen und auch später veröffentlichten Titeln wirklich immer wieder verblüffend. Alles fügt sich wie ein Puzzle, an dessen Ende man auf die wahren Hintergründe und Absichten der einzelnen Charaktere trifft. Erzählt wird die Story wie immer mit imposanten Rendersequenzen, die natürlich aufgrund der weitaus besseren Hardware der PS3 um ein einiges spektakulärer wirken als auf der Vorgängerkonsole.


Doch nicht nur an der Präsentation schraubten die Macher, nein auch am Spieldesign, welches in seinem Grundprinzip zwar gleich blieb uns aber genügend neue tolle Ideen offenbart, zu denen ich im Detail noch kommen werde. Noch immer metzeln wir also gegen Gegnerhorden - die bestehend aus untoten Soldaten, Gorgonen, Medusen, Minotauren, sprich sämtlichen Wesen der griechischen Mythologie - in Massenschlachten und noch immer bekommen wir als Augleich Kletterpartien an Vorsprüngen und Decken sowie das eine oder andere kleine Rätsel, welche auch diesmal nicht allzu schwer ausfallen. Besonders ins Zeug legte man sich dagegen bei den Endbossen, ein Knackpunkt der speziell im ersten Teil noch etwas dürftig war, gab es hier lediglich zwei dicke Brocken zu eliminieren. Doch scheinbar war dies gewollte Absicht von den Machern, denn bietet uns God of War eine wahre Überflutung an gigantischen und teilweise gnadenlos kreativen Endkämpfen. Und so steht uns eine epische Schlacht mit dem Titanen Kronos bevor, dessen gigantischen Körper wir erklimmen müssen und ihn dabei immer wieder mit blutrünstigen Aktionen quälen, wie beispielsweise das Abreisen eines Fingernagels. Des weiteren liefern wir uns eine Hetzjagd mit dem überaus flinken Götterboten Hermes und ganz zum Schluss wartet natürlich der ungeliebte Vater Zeus auf uns, der scheinbar nicht totzukriegen uns immer wieder und wieder hart entgegensetzt.


Mit jeder gewonnenen Schlacht erhalten wir zudem nützliche Waffen und Fähigkeiten, die und so viel Zeit muss sein, noch nie in annähernd großer Vielfalt jemals in einem Spiel gleichen Genres vorhanden waren. Und so erhalten wir neben den Nemesis-Handschuhen, die wir unseren Halbbruder Herkules abnehmen, drei verschiedene Klingen, die allesamt mit unterschiedlichen Fertigkeiten ausgestattet wurden. So können wir unter anderen mit Hades Klingen spezielle Gegner, die sich im Erdreich verziehen ausgraben und ihnen die Seele entziehen während wir mit den Handschuhen Schutzschilde zertrümmern. Für jede einzelne Waffe erhalten wir auch zuzüglich auch gleich die jeweils passende Magie, sodass wir auch hier wieder deren vier in Anspruch nehmen können. Dazu gesellen sich noch solch nützliche Dinge wie Apollos Bogen, mit dem wir Gegner in Brand setzen können, den Kopf von Sonnengott Helios mit dem wir Gegner blenden und stockdüstere Areale ausleuchten sowie Hermes Stiefel mit denen wir hohe Wände hinauf sprinten. Selbstverständlich stellen die einzelnen Waffen auch Schlüssel für versperrte Bereiche dar, die wir nach einer gewissen Zeit wieder aufsuchen müssen, Backtracking ist also auch in God of War III kein Fremdwort.


Trotz des enorm hohen Aufkommen an Waffen und Artefakten gelang es den Machern erneut die einzelnen Elemente hervorragend auf den Controller der PS3 zu pressen und das ohne dabei auf das phänomenale Kombosystem zu verzichten, welches sich erneut mittels roten Orbs bis zur Vollendung upgraden lässt und uns spektakuläre Moves mit vorzüglicher Kollisionsabfrage bietet. Neben der vorzüglichen Bedienung fallen natürlich auch die teilweise überragenden Kamerafahrten auf, die uns die ganze Pracht der genialen Architektur offenbaren. Nur in wirklich ganz wenigen Fällen steht die Kamera, speziell bei Kämpfen hin und wieder ein wenig ungünstig, was aber wie gesagt eher die Ausnahme ist und man ansonsten sich nicht beschweren darf. Ansonsten steuern wir Kratos völlig zielsicher durch die einzelnen Areale, die auch diesmal wieder viele Abzweigungen bieten, in denen wir mit wichtigen Upgrades versorgt werden. Wie ihr seht, bietet die gut zehn stündige Abenteuerreise eigentlich kaum eine Möglichkeit zur Atempause. Die Spielzeit ist somit zwar nicht ganz so ausgiebig wie im zweiten Teil, dort benötigte man gut zwölf Stunden, doch dafür motivieren vier Schwierigkeitsgrade sowie zahlreiche Trophäen dafür, dass man sich ein weiteres Mal auf die finale Reise mit Kratos begibt. Nach Vollendung der Storykampagne erhalten wir natürlich auch wieder ein paar Herausforderungen sowie jede Menge Bonusmaterial in Form von Videos, Artworks und natürlich das eine oder andere Bonuskostüm in denen wir dann noch mächtiger sind.


Was God of War sonst noch auszeichnete und auch in Teil drei nochmals deutlich verbessert wurde, ist das überaus gute Gegner-Design und damit mein ich nicht nur die einprägsamen Endfeinde sondern auch die eher mittelgroßen und ganz kleinen Handlanger des Todes. Die einzelnen Kreaturen zeichnen sich nicht nur durch tolles Design aus, nein wurden sie ebenso wie Kratos mit richtig tollen Animationen versehen. Besonders deutlich bekommt man dies vor Augen gehalten, wenn wir mal wieder zu einem Minispiel in Form eines Quicktime-Events ansetzt und somit zum Beispiel Gorgonen die Kehle durchschneidet, während diese optisch beeindruckend mit ihrem Leben kämpft. Noch pompöser warten hingegen die einzelnen Hintergrundgrafiken auf, die uns unter anderen architektonische Highlights oder auch den einen oder anderen Titanen in gigantischer Form spendieren. Prinzipiell wurde die Grafik noch einmal richtig aufgebohrt, mehr als deutlich sieht man den Unterschied zwischen den beiden Konsolenablegern und das obwohl die Grafik aus dem Vorgänger so manchen aktuellen Titel selbst heute noch in die Tasche steckt. Für den Fortschritt verantwortlich sind dabei auch die tollen Lichteffekte, vor allem wenn wir Helios Kopf als Taschenlampe nutzen oder auch mit die funkelnden Klingen wetzen wird dies deutlich spürbar.


Dass die Grafik dennoch nicht das Maß aller Dinge darstellt, liegt zum einen daran, dass der eine oder andere Schauplatz nicht so detailliert ausfällt und zum anderen, dass ein Uncharted 2, welches gut ein halbes Jahr vor God of War III erschien, die Messlatte durch ein unglaublich tolles Art-Design und atemberaubenden Locations sehr hoch legte. Über allen erhaben und somit immer noch unübertroffen bleibt hingegen der Sound, der durch seine tollen orchestralen Soundtrack mit bereits bekannten aber auch neuen Stücken gekonnt in den einzelnen Spielphasen und Cutszenen einsetzt und somit für die passende Atmosphäre sorgt. Ein besonders großes Lob möchte ich natürlich der deutschen Sprachausgabe zollen, wohl auch weil sie im Gegensatz zu den meisten anderen durch eine vorzügliche Auswahl an Sprechern verfügt, die scheinbar ihren Job, im Gegensatz zu den meisten anderen Kollegen völlig ernst nehmen und mit gekonnter Vertonung ihrem Charakter den letzten Feinschliff verpassen, allen voran Tilo Schmitz, der wie schon in jedem anderen Teil der Serie Kratos seine heroisch klingen lassende Stimme verlieh.


Fazit. Auch im dritten und wohl letzten Teil von God of War stellt Kriegsgott Kratos seine Vorherrschaft im Genre der Action-Adventure noch einmal mehr als deutlich unter Beweis. Wer geglaubt hatte, dass eine Steigerung der ohnehin schon spektakulären PS-2 Vorgänger nicht möglich wäre, wird hier klar eines besseren belehrt. Es scheint so, als hätten die Macher bewusst in den zwei vorangegangenen Auflagen, speziell in Sachen Endbosse sich dezent zurückgehalten, um dann im letzten und entscheidenden dritten Teil noch einmal alles aufzufahren, was die griechische Mythologie und der Olymp so hergibt. Darüber hinaus gibt es aber auch weitere neue und innovative Ideen zu bewundern, die man eben zuvor noch nicht kannte, auch wenn diese am Grundprinzip der auf Massenschlachten ausgelegten Fights mit gelegentlichen Kletterpassagen und simplen Rätseln nichts entscheidendes ändern. Wohl auch aus diesem Grunde ist der Abstand zur Konkurrenz bei Weitem nicht mehr so groß wie zuvor, in Sachen Grafik zieht Kratos gegenüber Nathan Drake sogar knapp den kürzeren und das obwohl die gesamte Präsentation erneut bombastisch und mit vielen Eye-Catchern versehen wurde. Die überaus brutale Gewaltdarstellung dürfte zwar nicht unbedingt jeden Geschmack treffen, teilweise hat man es hier wirklich ein wenig übertrieben, doch sorgt sie auf der anderen Seite dafür, dass man Kratos die Rolle des gefrusteten und von den Göttern und Titanen verratenen Anti-Helden mehr als abnimmt. Insofern kann es im Falle von God of War für die Playstation 3 auch keinen Zweifel darüber geben, dass wir es hier mit einem absoluten Must-have zu tun haben, der in jede Sammlung eines erwachsenen Videospielfans gehört.

Negative Aspekte:
Vereinzelt triste Areale, nahezu unverändertes Grundspielprinzip, übertrieben brutal

Positive Aspekte:
Gigantische Endboss-Parade, nahezu unerreichtes Sortiment an Waffen und Artefakten, trotz vorhersehbarer Story sehr spannend, herrliche Animationen und atemberaubende Hintergrundgrafiken, geniales Gegner-Design, beste deutsche Vertonung ever

Infos zur Spielzeit:
alpha_omega hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
alpha_omega

9.3
Gamezone
Spielspaß-Wertung
9/10
Spielspaß Multiplayer
-
Grafik
9/10
Steuerung
9/10
Sound
10/10
Gameplay
9/10
Erfahrener Benutzer
Moderation
16.01.2012 15:18 Uhr
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16.01.2012
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