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  • God of War 3: God of Epicness ! - Leser-Test von crying_devil

    Die God of War-Reihe steht für brutales Hack & Slay, das aber storytechnisch sehr viel zu bieten hat, und auf der PS2 Meilensteine legte und bewies, dass solche Titel auf jeden Fall mehr Potential entgegenbringen, als man vermuten mag. Der Hype um God of War 3 und der Druck, der auf den Entwicklern lastete, war dementsprechend riesig, da man mit GoW2 schon an die Grenzen der PS2 gekommen war und natürlich deswegen auch hohe Ansprüche an ein GoW3 stellt, das dahingehend sogar noch umwerfender sein muss als sein Vorgänger, weil man jetzt auf Next Gen-Basis arbeitet und die PS3 weit mehr ermöglicht. Und ein Lob sei den Entwicklern jedenfalls gegönnt, denn God of War 3 kann man sehr gut mit einem Wort umschreiben: Episch!

    Die Story von GoW3 ist natürlich am Ende der Trilogie recht simpel gestrickt, da man von den ersten zwei Teilen her natürlich schon alles weiß, was der Grund für die in GoW3 folgenden Handlungen darstellt und man sich jetzt einfach nur noch durch alles hindurchmäht und jeden, der sich in den Weg der Rache stellt, zerschmettern wird. Klar wurden hier auch wieder kleine Überraschungen eingebaut und Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren werden auch aufgezeigt. Aber die Qualität reicht dahingehend verständlicherweise nie an die Vorgänger heran.
    Hierzu muss man sagen, dass man eben diese unbedingt gespielt haben sollte, um storytechnisch auf der Höhe zu sein. Das ist aber kein Problem, da man GoW und GoW2 in einem Bundle kaufen kann. Mittlerweile kann man sogar die gesamte Trilogie in einem Pack kaufen. Genauso wäre es nicht schlecht, wenn man sich die beiden PSP-Ableger zulegt, da kurz in ein paar Nebensätzen auf die Handlung der PSP-Titel verwiesen wird. Aber auch ohne dieses kleine Hintergrundwissen um die Spiele des kleinen Bruders der PS3 ist die Handlung mit den beiden Vorgängern GoW und GoW2 sehr gut zu verstehen.
    Man steigt jedenfalls mitten in den Krieg zwischen Göttern und Titanen ein bzw. macht sich selbst natürlich zum Mittelpunkt des Krieges. Also setzt die Story direkt an das Ende von GoW2 an und so gerät man nach den ersten Minuten auch schon an den ersten Bossgegner. Die Inszenierung sucht dabei seinesgleichen, denn man wird kein anderes Spiel finden, das Kämpfe derart bombastisch darstellt. Schon allein die Tatsache, auf einem Arm eines Titans zu kämpfen, während man im Hintergrund den Krieg im vollen Gange miterleben kann und dabei auch noch selber kämpft. Da merkt man, dass man sich hier mitten in einem Orkan befindet. Der Gewaltgrad von GoW3 steht dem in nichts nach, wobei man sich bei vielen QTE (Quick-Time-Events) fragen wird, wie das Spiel überhaupt mit nur einem 18er-Siegel durch die USK gekommen ist!
    Das Charakterdesign gefällt mir aber in diesem GoW-Teil schon weniger. Ein Kratos ist selbstverständlich immer schlecht gelaunt, rachedürstend, zielstrebig und auch kein Held, wie man ihn kennt. Aber (ohne zu viel von der Story zu verraten) so ziemlich jeden nur zu benutzen, im Stich zu lassen oder zu töten, wirft einfach nur ein schlechtes Licht auf ihn. Die Entwickler wollten mit Sicherheit seinen festen Entschluss, den Olymp zu vernichten und den Göttervater Zeus zu töten, nur verdeutlichen. Jedoch kann ich manche Handlungen einfach nicht verstehen und finde diese auch nicht angemessen für einen Kratos. Mir ist klar, dass er kein Saubermann ist und auch kein Held. Aber Würde und Ehre sollte er als ein Krieger Spartas dennoch haben. Er verlässt so die Pfade eines wahren Kriegers und wird über 95% des Spiels zu einem wahrhaften, moralisch verwerflichen Monster, um es mal schonend und ohne Kraftausdrücke darzulegen.
    Den Rest der Charaktere empfand ich als passend getroffen und gut vermittelt. Ich versuche hier jedenfalls so spoilerfrei wie möglich zu schreiben und gehe deswegen auch nicht weiter auf die Charaktere ein, damit ich nichts über einige Überraschungen verrate.
    Leider sehe ich auch ein paar Logikfehler im Storyplot, die mir doch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Und das Ende dieses bombastischen Spieles ist von der Inszenierung her eine einzige Enttäuschung. Der symbolische Wert ist vorhanden und hinterlässt ohne Frage einen schönen Eindruck, aber die Inszenierung passt einfach nicht zum Rest des Spiels und entspricht eher einer Fliegenklatsche als einem Paukenschlag. Ja noch nicht einmal die letzten Worte gehören Kratos. Das ist einfach nur traurig, eine solch großartige Geschichte auf diese Weise abzuschließen.

    Die Grafik von GoW3 ist hervorragend. Man sieht bei Kratos schon jedes genau definierte Muskelpaket, ja schon die Muskelstränge und die Venen. Es tritt kein Tearing auf und Slow Downs sind so selten, dass es kaum erwähnenswert ist. Die Texturen weisen eine gute Tiefe auf und das Blut, das sich auf Kratos legt, sieht einfach richtig spartanisch aus. Das Spiel beinhaltet ein schönes Licht- und Schattenspiel und die Spiegelungen des Wassers sind mit Abstand die besten, die ich je gesehen habe. Das einzige, das man einem GoW3 ankreiden könnte, ist vielleicht die zu plastikähnliche Haut z. B. bei einem Zeus. Genauso sehen die Haare recht undetailiert und wie ein Klumpen aus. Bei Kratos sieht man das jetzt nicht, da keine Frisur sein Haupt schmückt, aber bei einem Zeus sieht man es umso deutlicher. Genauso finde ich, dass das Motion-Capture und die Mimik der Charaktere nicht wirklich als gelungen sind. Es sieht teilweise verzerrt und übertrieben aus. Solche, ja man kann schon sagen, Fratzen habe ich in einem Spiel selten gesehen. Da hat man ein wenig zu viel Engagement hineingesteckt. Und zum Thema Motion Capture: Ich meine, es ist ein wenig lächerlich, wenn ein Kratos seine Arme verschränkt und wie eine beleidigte Leberwurst zur Seite hin wegschaut. Oder die Animation bei dem CPU-Coop-Part, bei dem das Aufsitzen des Charakters auf Kratos so aussieht, als ob Kratos diesen gleich zerreißen will. Die Gestik passt manchmal einfach nicht immer zu den Handlungen, dem Gesagten oder dem Charakter. Zu manchen Charakteren im Spiel würde bzw. mag das ja der Fall sein und es ist jetzt auch nicht jede Bewegung und jede Mimik schlecht umgesetzt, aber bei einigen Stellen ist es doch sehr verwunderlich, was man sich dabei gedacht hat.
    Die In-Game-Grafik entspricht den Cutscenes und somit ist über das Spiel hinweg kein Qualitätsunterschied zu erkennen.
    Das Leveldesign sieht an sich recht gut aus, aber einige Abschnitte sind etwas eintönig und erinnern zum Teil sogar an eine Baustelle. Es ist doch viel interessanter etwas zu betrachten, das schon fertiggestellt ist, als etwas, das sich noch im Aufbau befindet oder andere Makel aufweist. Klar ist außerdem, dass wir hier in einer Welt spielen, die vom Krieg zwischen Titanen und Göttern, in den wir direkt auch miteingreifen, geprägt ist und dass dunkle Farbtöne durchaus angebracht sind. Jedoch wird es auf die Dauer gesehen etwas langweilig, immer die gleichen oder sehr ähnlichen Farben, ja sogar Gebiete zu sehen. Das Levelrecycling unterstützt diesen Eindruck nur zusätzlich.

    Auch beim Sound kann man einige Kritikpunkte bezüglich der Synchro geltend machen. Denn auch hier bringen die Sprecher ein wenig zu viel Engagement mitein. Man versucht bei Kratos auf Biegen und Brechen jedes Wort mit Kraft zu füllen, sodass er weitestgehend zu einem Schreihals wird. An einigen Stellen hört sich Kratos sowohl in der englischen als auch in der deutschen Synchro so gezwungen und gedrückt an, als ob er gerade eine Wurst in die Toilettenschüssel presst. Was ich bei der Grafik mit dem Motion Capture und der Mimik erwähnt habe, setzt sich in der Synchro gnadenlos fort. Man hat zu engagiert versucht, dem Spiel einen stärkeren Ausdruck zu verleihen, sodass es sich manchmal schon sehr gekünstelt anhört. Man lässt es nicht einfach bei der natürlichen Ausdrucksstärke der Worte und der Stimme, sondern versucht einen extra Kick hineinzubringen, indem man bestimmte Wörter mit Gestik unterstüzt und mit der Stimme hervorhebt. Leider werden dadurch zu viele Akzente gesetzt, sodass sich einige Stellen durch die seltsame sprachliche Intonation sehr verzerrt und nicht authentisch darstellen. So in etwa als wäre man in einem Theater über ein Shakespeare-Drama. Wie gesagt, bezieht sich das lediglich auf einige Stellen im Spiel und nicht auf die gesamte Synchro.
    Aber der Rest ist an sich wieder einmal perfekt umgesetzt worden. Das Surren der Verbannungsklingen, das Schwingen der Nemeischen Löwen und das allgemeine Kampfgetöse sucht auch in GoW3 einen Herausforderer. Hinzu kommt noch ein orchestralischer Hintergrundsound, der ab und an auch mal mystischen Gesang und ruhigere Töne anschlagen kann. Der Mix passt jedenfalls hervorragend zum Setting und unterstützt die Atmosphäre um Kratos und seinen Rachefeldzug.

    Die Steuerung und das Gameplay von God of War 3 haben auch so seine Tücken. Die Steuerung hat sich leider seit dem Vorgänger verschlechtert und weist jetzt einige Problem auf. Aber zuerst einmal sollte man sagen, dass sie sich nicht grundlegend zu den vorherigen Teilen geändert hat. Sie wird im Laufe des Spiels nur etwas komplexer als bei den vorherigen Titel.
    Im Spiel hat man wieder die üblichen Sammelgegenstände wie Gorgonenaugen und Phönixfedern. Das einzige was neu ist, sind die Minotaurenhörner, die für die Gegenstandsleiste wie z. B. für den Bogen nötig sind. Die Zauber sind natürlich nicht mehr dieselben wie in GoW2 und sie sind nicht mehr separat zu verwenden, sondern werden einer bestimmten Waffe zugewiesen. Hat man zum Beispiel die Verbannungsklingen, die Kratos neuerdings erhält, ausgerüstet, so kann man nur einen bestimmten Zauber verwenden. Will man einen anderen Zauber gegen den/die Gegner einsetzen, muss man dafür die Waffe wechseln. Ob das jetzt so eine gute Idee war, kann man für sich selbst entscheiden. Schlimm ist es jedenfalls nicht, vielleicht nur etwas ungeschickter als vorher.
    Das goldene Vlies ist auch wieder am Start, nur hört es sich jetzt anders an bzw. beim Konter hört man eigentlich gar nichts, was ich persönlich schade finde. Aber auch so sind Konter meiner Meinung nach schwerer geworden durch die vielen verschiedenen Gegner. Die Attacken sind zwar schon zum Teil farblich markiert, aber es tummeln sich oft so viele Gegner auf dem Bildschirm, dass man nicht unbedingt jeden Angriff sieht. Es fehlt dann einfach auch mal die Übersicht im Kampf.
    Im Spiel gibt es Autosavepoints, welche so ziemlich an jeder Ecke versteckt sind, und von denen man wieder neu anfangen kann, falls man mal eine Pause einlegen will. Somit sind die gesetzten, als gelbe Säule markierten Speicherpunkte eigentlich nicht zwangsläufig notwendig.
    Da das Spiel während der Cutscenes lädt, muss man sich nicht wundern, wenn es während dem Spielen zu keinem einzigen Ladezeichen kommt. Das war bei mir nur ganz selten der Fall und auch überhaupt nicht störend.
    Die Quick-Time-Events wurden auch verbessert und so erscheinen die entsprechenden Tasten nicht mehr in der Mitte des Bildschrims, sondern auf der Seite, auf der die Taste auch auf dem Gamepad platziert ist. Dadurch kann man dem Geschehen besser folgen und es ist auch angenehmer zu spielen.
    Was einem auch sehr angenehm auffallen wird, sind die Rätsel. Sie sind schön ausgearbeitet und abwechslungsreich. Manchmal funktionieren sie über das Trial and Error-Prinzip und sie werden einem auch nicht das Hirn aus den Ohren quetschen, aber schönere Rätsel habe ich schon lange nicht mehr in einem Spiel vorgefunden.

    Ein Problem stellt aber, wie so oft, die Kamera dar. Sie ist nicht grundlegend schlecht, aber bietet einem nicht immer die Übersicht, die man gerne hätte. Denn sie zoomt im Kampf auch mal an Gegner heran und zwar auch an größere. Die Macke ist aber, dass sich die Gegner auch um einen herum bewegen können. Und wenn sich ein großer Gegner um einen herum bewegt und sich in einem ungünstigen Augenblick entscheidet von hier aus anzugreifen oder sich auf seinen Angriff vorzubereiten, dann kann das bedingt durch die feste Kamera auch mal bedeuten, dass er einem die Sicht auf das Geschehen versperrt und man zuerst einmal ausweichen muss, um zu sehen, was vor sich geht bzw. was noch die anderen Gegner machen. Und ein weiteres Problem kommt noch hinzu. Denn im dritten Teil treiben sich wesentlich mehr Gegner auf dem Schlachtfeld herum als je zuvor. Und wenn ein großer Gegner die Sicht versperrt und viele kleinere um einen herum stehen, ist der Platz zum Ausweichen begrenzt und man kommt nicht unbedingt gut aus der Situation heraus. Selbst wenn man versucht, irgendwie herauszuspringen, ist das nicht die sicherste Methode, da so gut wie alle Gegner mit ihren Attacken einen aus der Luft pflücken können. Und einmal am Boden liegend dauert es ewig bis Kratos wieder kampfbereit auf den Beinen steht und so steckt er demnach eine Menge ein. Auf geringeren Schwierigkeitsgraden, wie einfach und normal, ist das nicht unbedingt ein Problem. Aber bei höheren, wie schwer und sehr schwer, birgt das Ärger und Frust, da die Gegner natürlich mehr Schaden verursachen und aggressiver sind bzw. schneller hintereinander angreifen werden.
    Die Kamera wird aber auch bei Geschicklichkeitseinlagen oder bei Kämpfen in engen Räumen ein wenig bockig, obwohl man selbst nichts daran verstellen kann. Feste Kameraperspektiven können schlecht designed eben nervig werden.
    Es kommt einem auch so vor, als ob Kratos im Vergleich zu seinem alten Sein ein wenig träger geworden ist. Das liegt aber nicht an der von einigen Gamern beschriebenen Eingabeverzögerung. Denn diese konnte ich nicht feststellen bzw. wurde eventuell durch einen Patch behoben. Der Grund für seine Trägheit liegt eher darin, dass die Gegner schneller sind als er. Wenn ich eine Schlagfolge mit einem schweren Schlag beenden will, dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis Kratos diesen schweren Schlag ausführt. Bis dahin haben mich die Gegner 2 oder 3 mal getroffen. Ein Glück, dass man die Kombos über blocken oder ausweichen unterbrechen kann. Das spontane Ausweichen und Blocken während der Kombos sorgt für ein intuitiveres Gameplay, aber zugleich wird man über die schnelleren Gegner auch darin eingeschränkt. Denn was bringen einem schöne, große Kombos, wenn ich sie eher selten einsetzen kann, da ich diese, öfter als einem lieb ist, durch wesentlich schneller agierende Gegner unterbrechen muss. Deshalb verbleibt man in vielen Fällen bei dem sichereren Schema: leichte Schläge, ausweichen/blocken/kontern, leichte Schläge, ausweichen/blocken/kontern, und immer so weiter. Auf die Dauer wird das doch recht eintönig. Dieses Angriffsschema hat seinen Ursprung eben darin, dass Kratos zu träge geworden ist, die Gegner schneller sind als er und dass es einfach in vielen Fällen auch zu viele Gegner zu besiegen gibt und somit einem andauernd feindliche Schläge in die Kombos kommen. Unter den ganzen Gegnermassen leidet dann letztendlich auch die Übersicht im Spiel und auch etwas der Spielspass, wenn es einfach kein Ende findet.

    Weitere Mankos sind das Ausweichen an sich und die allgemeine Zielerfassung im Spiel. Kratos weicht nicht immer dorthin aus, wohin der Spieler will. Das liegt mit Sicherheit auch zum Teil an der festen Kamera, die perspektivisch nicht immer sonderlich gut platziert ist. Es kam öfters vor, dass ich nach rechts oder links ausweichen wollte, Kratos aber letztlich zwar diese Richtung eingeschlagen hat, aber nicht gerade sondern schräg ausgewichen ist. In vielen Fällen mit Sicherheit kein großes Problem, aber wenn mal wieder eine riesige Horde an Gegner auf einen zukommt, kann man auch mal direkt in die Arme von einigen Gegnern ausweichen oder direkt auf aus dem Boden kommende Stacheln. Zum Thema schlechte Zielerfassung muss man sagen, dass sie einem nicht sonderlich auffällt, solange man nicht bestimmte Aktionen im Spiel durchführt. Denn gerade, wenn man mehrere verschiedenartige Gegner auf dem Schlachtfeld gegnübertritt, fällt einem auf, dass Kratos sehr oft nicht gezielt einen Gegner greifen kann. Wie oft habe ich versucht einen mit der Kreistaste sofort greifbaren Gegner an die mächtige Brust den Spartaners für eine zerreißende Attacke oder eine Rammbock-Attacke zu ziehen, aber stattdessen versucht er nach einem Minotaurus, einer lebenden Statue, einem Zyklopen oder sonst einem Gegner zu greifen, welche man nicht auf diese Weise attackieren sollte. Und das geschieht selbst dann, wenn man verzweifelt in die Richtung des Gegners drückt, den man zwischen die Finger bekommen will. Gerade bei der zweiten der insgesamt sieben Herausforderungen, welche man wieder nach dem ersten Durchspielen freischalten kann, wird deutlich, wie schlecht das Greifen bzw. die Zielerfassung ist. Und das hätten in dem Moment selbst die Entwickler sehen müssen! Zudem braucht Kratos nach einem fehlgeschlagenen Griffversuch eine Erholungsphase, die den Gegnern ein Willkommensgeschenk bieten. Aber selbst ein funktionierender Griff bedeutet nicht automatisch den Sieg über den Gegner. Verwendet man nach der anfänglichen Kreistaste jede andere Taste außer wiederholt die Kreistaste, so ist man bei diesem Move für den Gegner nicht angreifbar. Sollte man aber versuchen, den Gegner mit dem rechts außen gelegenen Button weiter zu bearbeiten, kann man durchaus von jedem x-beliebigen Angreifer unterbrochen werden, was diese Möglichkeit, seinen Gegner ins Jenseits zu schicken, fast komplett unnütz macht. Danke für einen unbrauchbaren Angriff. Das war zwar schon in den vorherigen Teilen so, meine ich mich zu erinnern, jedoch hätte man diese unbrauchbare Attacke auch endlich mal funktionierend machen können.
    Aber nicht nur die Kreistaste macht die schlechte Zielerfassung deutlich, denn z. B. auch die Nemeischen Löwen zeigen es auf. Des öfteren wird hier ein Schlag durchaus ins Leere gehen, eben weil sich Kratos nicht entscheiden kann, wen er angreifen soll. Mit den anderen Waffen ist das nicht unbedingt das Problem, da sie schweifende Attacken besitzen, die einen gewissen Raum abdecken können. Aber auch bei Spartas Rage (kurze Unbesiegbarkeit durch Verwendung der Klinge des Olymp) wird deutlich, dass man hier sehr wenig bis gar keine Kontrolle mehr über den mächtigen Spartaner hat wie bei gleichartigen Features in den vorherigen Teilen. Selbst wenn man Gegner versucht, als Rammbock zu missbrauchen, wird schnell deutlich, dass auch hier die Kontrolle über Kratos schwer fällt. Bestes Beispiel liefert wieder die zweite Herausforderung und auch viele andere Stellen im Spiel.

    Was ich auch schade finde, ist die Tatsache, dass man für das Bestehen des Chaos-Modus (sehr schwer) nichts bekommt, außer einen roten Haken hinter den betreffenden Schwierigkeitsgrad, wenn man wieder ein neues Spiel starten will. Dafür gibt es als DLC (Downloadable Content) Kostüme und eine Arena-Exil-Herausforderung zu kaufen. Da hätte man zum Beispiel das Kostüm "Dominus" für das Bestehen des Chaos-Modus anbieten können. Denn das einzige Kostüm, welches man bekommt, ist "Kratos des Unheils" und das erhält man schon beim Durchspielen des einfachsten Schwierigkeitsgrades. Die Marketing-Strategien auf den Next Gen-Konsolen ist eben ein absolut nerviges Feature geworden. Ich vermisse die Zeiten auf den alten Konsolen wie der PS2, in denen man für das komplette Bestehen eines schwierigeren Modus noch zusätzlichen Content freigeschaltet hat.

    Aber das letzte was ich hier erwähnen will und das mit Sicherheit bisher zu kurz gekommen ist, sind die bombastisch in Szene gesetzten Bosskämpfe. Es sieht einfach nur toll aus und besticht mit seiner atemberaubenden Atmosphäre. Ein ganz großes Lob an die Entwickler, denn schon am Anfang wird man hier in einen Bosskampf gesteckt, bei dem man nur noch staunen kann und der für mich auch das absolute Highlight in diesem Spiel war. Ein solches Ausmaß an Inszenierung habe ich in noch keinem anderen Spiel zu spüren bekommen und macht God of War 3 absolut einzigartig unter den Hack & Slay-Titeln, ja schon unter allen Spielen, die es gibt, will ich jetzt mal unbelegt behaupten. God of War 3 war dahingehend in meinen Augen einfach nur genial.

    Fazit: God of War 3 ist ein atemberaubender Titel und auch ein würdiger letzter Teil einer erfolgreichen Trilogie. Um die Geschichte komplett zu verstehen und auch wichtige Hintergründe nicht zu verpassen, sollte man die ersten beiden Teile auf jedenfall gespielt haben und, wenn möglich, auch die PSP-Ableger, auf die auch bei der ein oder anderen Stelle verwiesen wird. Wirklich wichtig sind jedoch die beiden ersten Teile, welche schon als Collection für die PS3 erhältlich sind. Oder man besorgt sich einfach die gesamte Trilogie als Bundle auf einmal.
    Die Grafik von GoW3 ist überragend und detailgetreu mit ein paar kleinen Fehlern, die aber nicht großartig auffallen dürften. Nur die Mimik sowie das Motion Capture und Leveldesign könnte man ab und an bemängeln. Einige Stellen im Spiel erscheinen zum Teil immernoch wie eine nicht aufgeräumte Baustelle oder könnten Restaurierungsarbeiten vertragen und bremsen so den Wow-Effekt ein wenig aus.
    Der Sound hat nur seine Schwächen in der Synchro, die doch ein wenig zu aufgesetzt und sehr theatralisch wirkt.
    Gameplaytechnisch und im Bezug auf die Steuerung werden GoW-Veteranen sich freuen, denn es hat sich nichts Grundlegendes verändert, außer der Tatsache, dass Kratos sich ein wenig behäbiger und träger bewegen lässt, und dass die feste Kamera sich nicht immer so platziert oder verhält, wie es am Besten für den Spieler wäre. Dies kann jedoch auch am Leveldesign liegen, womit sich die Entwickler ein wenig selber ins Aus geschossen haben. Aber mit der Kamera kann man trotz alledem noch gut zurechtkommen. Die einzigen noch zu bemängelnden Tatsachen, wären das schlechte Targeting im Spiel, wodurch einige Schläge ins Leere gehen und dass das Greifen nicht immer so funktioniert, wie es sollte.
    Aber selbst wenn das Spiel nicht so genial umgesetzt wurde wie die Vorgänger, ist es insgesamt ein beeindruckender Abschluss mit genauso beeindruckenden Bosskämpfen und einem mager ausgearbeiteten, ja sogar einfallslosen Ende, über dessen Inszenierung sich streiten lässt.
    Auf jedenfall ist God of War ein Titel, ja sogar eine Trilogie, die man jedem Gamer ans Herz legen sollte. Denn hinter der äußerst brutalen Fassade dieser Reihe steckt eine zwar erfundene aber durchaus passende, wirklich interessant gestaltete und unterhaltsame Geschichte auf der Basis der griechischen Mythologie.

    Negative Aspekte:
    Zielerfassung, manchmal übertriebene Theatralik (Mimik und Aussprache), Kamera, manchmal fehlende Übersicht durch zu viele verschiedene Gegner, mageres Ende, Kratos Charakter ist missratener als je zuvor

    Positive Aspekte:
    einmalige Inszenierung, tolle Bosskämpfe, hervorragende Grafik, schöne, abwechslungsreiche Rätsel, sinnvoll verbesserte Quick-Time-Events, abwechslungsreiches Gameplay mit Rätseln, Flugpassagen, Coop-Part und natürlich actionhaltigem Gemetzel

    Infos zur Spielzeit:
    crying_devil hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    God of War 3

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: crying_devil
    9.0
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    9/10
    Gameplay
    9/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    9.2/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • God of War 3
    God of War 3
    Publisher
    Sony Computer Entertainment
    Developer
    Sony Santa Monica
    Release
    19.03.2010
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God of War 3
God of War 3: God of Epicness ! - Leser-Test von crying_devil
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09.01.2011
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