Götterdämmerung: Iron Dawn in der Vorschau: Wir haben das Kickstarter Strategie-MMO angespielt
SpecialWeil dem Indie-Studio Zombiefood heutige Spiele viel zu einfach sind, arbeiten die Berliner an einem Hardcore-Mix aus Rundenstrategie und MMO. Zur Vollendung von Götterdammerung: Iron Dawn fehlen den Entwicklern nur noch ein paar Kröten, die sie nun bei Kickstarter einsammeln wollen. Wir haben mit ihnen über Crowdfunding gesprochen und Iron Dawn angespielt.
Zombiefood – der Name des kleinen Berliner Indie-Studios sagt eigentlich alles. Felix Dreyfus und Simon Gratwohl, die zwei Studiochefs, haben den Namen gewählt, weil sie Spiele für kluge Menschen machen wollen. "Kluge Menschen bedeuten große und leckere Gehirne, wir machen als Essen für Zombies – Zombiefood."
Quelle: Zombiefood
medic boosting the attack power of an ally
Felix und Simon stammen ursprünglich aus der Schweiz und entwickeln zusammen Spiele seit sie 16 sind. Weil es sich im Alpenländle aber nicht so toll entwickeln lässt, hat es die beiden nach Deutschland verschlagen. Ihr Plan war zu einem großen Publisher gehen, um Blockbuster-Spiele zu entwickeln. Aber irgendwie war das nicht, was die beiden wirklich wollten. Deshalb haben sie am Ende ein eigenes Studio gegründet, entwickeln seither ihre eigenen Ideen. In Berlin, dem hipsteresken Zentrum deutschsprachiger Start-Up-Kultur, sitzen die zwei gerade mit einem Team aus 4-6 weiteren Angestellten und bringen Götterdämmerung: Iron Dawn zu Ende.
Deutsche Tabletop-Lizenz
Iron Dawn basiert auf dem deutschen Tabletop Götterdämmerung und ist in einem Steampunk-Universum angesiedelt. Das Commonwealth der Menschen wird eines Tages aus dem Nichts von den Quel'Nar überrascht. Die Kreaturen übernehmen immer mehr Menschengebiete. Obwohl es sich bei Iron Dawn um ein klassisches MMO handelt, soll es eine dynamische Storyline erhalten. Je nachdem welche Fraktion den Kampf um eine Region gewinnt, verläuft die Geschichte anders. Wenn's für eine Fraktionen schlecht läuft, könnte sie am Ende der Geschichte am Rand der Ausrottung stehen.
Quelle: Zombiefood
the construct of mauling does what he does best
Entscheidend für den Verlauf ist aber nicht nur das Handeln eines Spielers, hier kommt der MMO-Aspekt hinzu. Auf einer Regionenkarte wird man die Gebiete des Commonwealth und der Quel'Nar sehen, an den Grenzgebieten kann man Kämpfe starten. Das Matchmaking wird dann einen Commonwealth-Spieler mit einem Quel'Nar zusammenbringen, wenn das nicht innerhalb einer halben Minute klappt, springt die KI ein. Der Server merkt sich die Ergebnisse aller Spiele und wenn eine Fraktion genügend Gewinne im Kampf um die Region vorzuweisen hat, fällt sie ihr zu. Der Verlauf der Story ist also ein Gemeinschaftsprojekt – man kann zwar die eigene Schlacht gewinnen, wenn man aber schlechte Mitspieler hat den Krieg trotzdem verlieren.
Rundenstrategie wie XCOM
Die Gefechte von Iron Dawn laufen in rundenstrategischen Matches ab. Wie in XCOM kann man sein Team aus verschiedenen Charakteren zusammenstellen, wenn die Kämpfer verwundet werden, gibt es die Chance, dass man sie nie wieder sieht. Gespielt wird im Rundenmodus, jedoch nicht wie man es gewohnt ist: Jede Spielfigur hat einen bestimmten Wert wann sie wieder dran kommt. Besonders starke Charaktere müssen so manchmal länger aussetzen. Komisch es es aber schon, dass durch diese Errechnung ein Spieler manchmal zwei oder drei Züge machen darf, während der andere nur eine Figur verschieben kann.
Quelle: Zombiefood
valkesh vs dragoner
Elemente auf dem Schlachtfeld lassen sich als Deckung nutzen. Vor allem für Magie- und Fernangriffe ist das wichtig, denn der Erfolg oder Misserfolg eines Angriffs hängt auch von Objekten in der Schussbahn ab. Außerdem soll es Objekte geben, die für beide Fraktionen giftig sind – auf der Map, die wir anspielen, ist das eine violette Pfütze. Wie in XCOM bewegt man seine Figur in zwei Schritten. Hierfür wird auf der Karte ein Gitternetz angezeigt – der grüne Rand zeigt einen Zug an, der blaue zwei Züge. Wer nur bis zum grünen Rand geht, kann danach eine weitere Aktion ausführen, beispielsweise angreifen.
Obwohl viel von Iron Dawn an den aktuellen Strategiespielhit XCOM erinnert und Jagged Alliance und Fallout für die Entwickler ein Vorbild waren, von der Qualität dieser Serien ist das Götterdämmerung-MMO noch etwas entfernt. Animationen laufen noch sehr hölzern ab und Kämpfe könnten durchaus mehr Sounduntermalung vertragen. Mit Mainstream hat Iron Dawn wirklich nichts zu tun, aber ein wenig mehr Komfort wäre auch für Hardcore-Zocker wünschenswert.
Wieso Kickstarter?
Quelle: Zombiefood
the construct of mauling gives the medic a hug
erhin so Seit dem 1. Februar sammelt Zombiefood Geld bei Kickstarter. Wir haben vor einigen Wochen mit den Machern darüber sprechen können und nachgefragt, wofür das Berliner Start-Up-Unternehmen die Kohle braucht. £90.000 brauchen die Entwickler, um auch weiterhin frei von Publishern arbeiten zu können. Ihre Erfahrung mit Gaming-Riesen sind eher negativ: Publisher mischen sich viel zu sehr in die Entwicklung von Spielen ein, um das Endprodukt zu "streamlinen" und einer breiteren Zielgruppe attraktiv zu machen. Außerdem muss das Spiel noch fertiggestellt werden. Karten und eine Management-Komponente fehlen noch, bislang gibt es nur zwei Levels. Erfreulich: Es gibt bereits eine Gameplay-Demo von Götterdämmerung: Iron Dawn.
