GoldenEye 007: Reloaded im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Trotz der aufgefrischten Optik und dem gelungenen Multiplayer merkt man dem Titel seine Herkunft deutlich an.

Das letztjährige Wii-Remake des N64-Klassikers bekommt nun ein HD-Remake spendiert. Klingt komisch, ist aber so. Für diesen Zweck wurde die Grafik von GoldenEye 007 Reloaded auf HD-Niveau portiert. Ob das ehemalige Wii-Spiel auch auf den HD-Konsolen in der Oberliga mitspielen kann, lest ihr im Test.

Remake zum Remake, WTF?

GoldenEye 007: Reloaded GoldenEye 007: Reloaded GoldenEye für den Nintendo 64 aus dem Jahre 1997 ist ein wahrer Klassiker. Das Werk von Entwickler Rare konnte damals viele Fans für sich gewinnen, doch GoldenEye 007 Reloaded ist keine 1:1 Neuauflage, die grafisch verbessert wurde. Naja fast, wenn es um die N64-Fassung geht, dann stimmt das auch tatsächlich, doch da es sich bei der hier vorliegenden HD-Fassung quasi um ein Remake des Wii-Remakes handelt, bekommen wir grundsätzlich das identische Spiel geboten, zumindest im Story-Modus. Zwar sind Handlung und Charaktere grob an die Vorlage aus N64-Spiel und Film angelegt, die Schauplätze wurden jedoch zum größten Teil ausgewechselt und auch die Levelstrukturen unterscheiden sich stark, bieten aber immer noch einen gewissen Wiedererkennungswert. Aus Pierce Brosnan wurde Daniel Craig, während nicht einmal das Titellied von Tina Turner im Intro erklingt. Für das aktuelle Spiel hat sich Nicole Scherzinger, die Frontfrau der Pussycat Dolls, vor das Mikro gestellt und den bekannten Song recht beeindruckend neu eingesungen. Ansonsten darf man sich ebenfalls auf Judy Dench als "M" freuen.

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GoldenEye 007: Reloaded GoldenEye 007: Reloaded In GoldenEye geht es im Prinzip um böse russische Terroristen, die den GoldenEye-Satelliten für ihre Zwecke missbrauchen wollen. James Bond jagt sie aus diesem Grund über den ganzen Globus. Ob finstere Militäranlagen, Nachtclubs, Eislandschaften oder der tiefste Dschungel, der Doppel-Null-Agent kommt herum. Das Problem ist jedoch, dass die Örtlichkeiten zu einem Teil sehr abgedroschen wirken, da man zum gefühlten 100. Mal durch irgendwelche grauen Militärkomplexe und austauschbare Gefängnisse schleicht. Wenn man das Spiel schon umkrempelt, dann hätte man idealerweise etwas kreativer sein dürfen. Wiederrum sind andere Abschnitte fast perfekt inszeniert. So fliehen wir aus einer explodierenden Anlage, während um uns alles zu Bruch geht, dank gekonnt einsetzender Skriptsequenzen.

GoldenEye 007: Reloaded GoldenEye 007: Reloaded Etwas später fliehen wir vor einem Kampfhubschrauber, der ein Schiff zerlegt, auf dem wir uns dummerweise befinden. GoldenEye hat so seine kleinen Tiefpunkte, bei denen man ein wenig mit der Müdigkeit kämpft, doch dann dreht das Spiel erfreulicherweise immer wieder auf. Und dennoch, was auf der Wii vor einem Jahr grundsätzlich noch überzeugen konnte, muss sich auf der Xbox 360 und der PlayStation 3 mit einer deutlich größeren Konkurrenz auseinander setzen. Wenn man GoldenEye 007 Reloaded mit den kürzlich veröffentlichten Battlefield 3 oder Call of Duty: Modern Warfare 3 vergleicht, dann wirkt das Spiel ziemlich nach Standard. Es spielt sich immer noch sehr flüssig, aber auf den HD-Konsolen hat man so etwas schon unzählige Male viel besser gesehen.

Schleichen statt Schießen

GoldenEye 007: Reloaded GoldenEye 007: Reloaded GoldenEye ist nicht so linear, wie man es eventuell erwarten könnte. Die Ballereinlagen dominieren zwar, doch da man sich nicht nur durch die aus Call of Duty bekannten Schlauchlevel kämpft, gibt es immer wieder Möglichkeiten, an den Feinden vorbei zu schleichen, um sie beispielsweise von hinten zu erledigen. Wird man dann doch entdeckt, hat der Spieler wenige Momente Zeit, um darauf zu reagieren. Ansonsten rückt Verstärkung an und man hat es deutlich schwieriger davon zu kommen. Die Stealth-Elemente zeigen sich allerdings noch nicht ganz ausgereift, weswegen öfters die Frage aufkommt, warum man denn nun entdeckt wurde. Um verdeckt vorzugehen, sollten idealerweise Kameras umgangen oder zerstört werden, wobei automatische Geschütze gehackt werden und sich fortan gegen den Feind wenden. Dies geschieht mit Bond's Smartphone, mit dem man gelegentlich auch Fotos schießt.

GoldenEye 007: Reloaded GoldenEye 007: Reloaded Wer auf die Haudraufmethode steht, wird ebenfalls sehr gut bedient. Die Waffenauswahl lässt nämlich kaum einen Wunsch offen. Bis zu drei Waffen lassen sich gleichzeitig mitnehmen. Auf sonderlich viel Abwechslung sollte man nicht gefasst sein, da GoldenEye 007 Reloaded auch in dieser Hinsicht altmodisch daher kommt. Lediglich ein Abschnitt unterscheidet sich stark vom Rest des Spiels. Dabei sitzen wir in einem Panzer und ballern uns durch enge Straßen und verwüsten Parkhäuser. Die Umsetzung fällt jedoch schwach aus und wirkt zu deplatziert. Ein wenig ärgerlich ist die KI, die nicht nur durch cleveres Verhalten positiv auffällt. Oft beweist sie übermenschliche Adleraugen und eine extreme Zielsicherheit. Das führt manchmal zu etwas Frust.

GoldenEye 007: Reloaded GoldenEye 007: Reloaded Interessanter sind da schon die vier Schwierigkeitsgrade, denn während sich in den ersten drei Stufen die Gesundheit wie gewohnt erholt, weist letzterer einen Lebensbalken auf, der sich nicht wieder von alleine auffüllt, ähnlich wie beim ursprünglichen GoldenEye. Die Herausforderung des Classic-Modus ist enorm. Während die leichteste Stufe von uns keine Nebenziele fordert und man sich nur von Punkt A nach Punkt B kämpft, gilt es bei den anderen Varianten noch diverse Nebenaufträge zu erfüllen, was ein sehr stimmiges Konzept bedeutet. Leider ist die Kampagne recht kurz. Nach rund sechs bis sieben Stunden hat der gute James den Bösewichten das Handwerk gelegt, zumindest auf "leicht". Die höheren Schwierigkeitsgrade erfordern teilweise merklich mehr Zeit.

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