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  • GTA San Andreas: von der ESRB auf AO hochgestuft

    GTA San Andreas: von der ESRB auf AO hochgestuft Die für die Alterseinstufungen von Videospielen in den USA zuständige Behörde ESRB (Entertainment Software Rating Board) stufte das von Take Two Interactive vertriebene GTA San Andreas nach einer erneuten Prüfung auf AO (Adult only) hoch. Damit darf es nur noch an volljährige Videospieler verkauft werden. Grund dafür sind die im Spiel enthaltenen sexuellen Inhalte, deren Vorhandensein ein niederländischer Programmierer per manipuliertem Spielstand bewies. Selbst die Konsolenversion enthielt die sexuellen Szenen.

    Take Two muss den Titel nun aus dem Handel nehmen und mit den neuen 18+ Stickern versehen oder den sexuellen Inhalt entfernen. Das Unternehmen rechnet mit einem Verlust von 40 bis 45 Cent pro Stück und einem Rückgang der Einnahmen von 205 bis 215 Mio. Dollar auf nur noch 160 bis 170 Mio. Dollar.

    Take Two Chef Paul Eibler sagte, er hätte nicht gewusst, welche Inhalte genau das Spiel enthält, es sei aber nicht ungewöhnlich, dass Programmierer ungenutzte Inhalte auf der Disc belassen um technischen Problemen vorzubeugen die bei der Entfernung entstehen könnten.

    Nachtrag:
    Die Neueinstufung erfolgte etwa einen Monat, nachdem erste Berichte über den sogenannten "Hot Coffee" Mod für die PC Version von San Andreas ans Tageslicht gekommen waren. Nach der Installation gestattet der weit verbreitete Mod den Spielern, ein Bonus Sex-Minigame als Belohnung für die Komplettierung der zahlreichen "Freundin"-Missionen in San Andreas zu spielen.
    Nachdem Videos dieses Mods weit verbreitet worden waren, zogen sowohl der vehemente Anti-Spiele Verfechter Jack Thompson als auch US Senatorin Hillary Clinton (Demokratin, Bundesstaat New York) über das Spiel her. Senatorin Clinton ging so weit, dass sie Gewaltspiele öffentlich mit Zigaretten und Alkohol gleichstellte und als Gefahr für Amerikas Jugend bezeichnete. Kurz darauf initiierte das ESRB die eingangs genannte Untersuchung, die zutage fördern sollte, ob der Mod im Originalspiel enthalten oder eine Third-Party Kreation sei.
    Als Reaktion auf das Auftauchen des PC Mods und die erregte Aufmerksamkeit gaben Rockstar Games, eine Tochterfirma von Take Two Interactive und gleichzeitig Entwickler/Publisher von San Andreas, ein vorsichtig formuliertes Statement in bezug auf den Mod ab: Bisher habe man erfahren, dass die "Hot Coffee" Modifikation die Arbeit einer Gruppe von fleißigen Hackern sei, die einige Hürden überwinden mussten, um Szenen aus der offiziellen Version des Spiels zu verändern.
    Jedoch konnte Rockstars Stellungnahme die Flammen in dieser Kontroverse nur wenig löschen. Schon bald hieß es, dass die Konsolen Versionen von San Andreas den Code für das Sex-Minigame enthielten. In einem Test Ende letzter Woche hatten GameSpot Redakteure den Code einer Playstation 2 Version (Release Oktober 2004) unter Zuhilfenahme eines Action Replay Max und einer Serie von Cheats freigeschaltet. Da die Konsolenspiele alle auf nicht veränderbaren DVDs erscheinen und die Cheat Codes keinen neuen Inhalt bereitstellen können, deutete die Tatsache, dass das Minigame überhaupt spielbar war, darauf hin, dass es in der original PS 2 Fassung enthalten war, wenn auch versteckt.
    Die AO Einstufung bedeutet nach offizieller Definition des ESRB, dass die aktuelle Fassung des Spiels nur von Personen gespielt werden sollte, die 18 Jahre oder älter sind. Es könnten "längere Szenen mit heftiger Gewalt und/oder grafisch dargestelltem sexuellen Inhalt und Nacktheit" vorkommen. Dies unterscheidet sich nicht so sehr von der M Einstufung (17 Jahre und älter). Die Titel dieser Kategorie können "heftige Gewalt, Blut, sexuellen Inhalt und derbe Sprache" enthalten.
    Während sich diese Einstufungen auf dem Papier sehr ähnlich anhören, so haben sie doch in der Realität einen signifikanten Unterschied. Fast alle Ladenketten, darunter auch der höchst wichtige Händler Wal-Mart, führen generell keine AO eingestuften Spiel im Sortiment. Im Kontrast dazu werden die M gewerteten Spiele nicht einmal von den T(een) oder E10+/E Spielen (Everyone/Jedermann über 10 oder generell jedermann) getrennt. (Spiele mit E(arly)C(hildhood) Einstufung (frühe Kindheit) haben meistens erzieherischen Charakter und sind in anderen Sektionen der Kaufhäuser aufzufinden.)
    Die Effekte der Neubewertung ließen nicht lange auf sich warten. Am späten Mittwoch gaben Target und Best Buy Presseinformationen heraus, wonach alle Versionen von GTA San Andreas aus den Regalen geräumt würden. Wal-Mart gab gegenüber CNN/Money zu verstehen, man habe alle Filialen angewiesen, den Verkauf dieses Spiels zu unterbinden. Man verkaufe keine Spiele mit AO Einstufung, so Wal-Mart Pressesprecherin Karen Burk.
    In einer Stellungnahme von Take Two betonte man die Reaktion auf diese umsatz-beschränkende AO Einstufung. Rockstar Games habe die Herstellung der aktuellen Version des Spiels eingestellt und werde an einer neuen Version mit verbesserter Sicherheit zu arbeiten beginnen, um die "Hot Coffee" Modifikationen zu verhindern. Diese Version werde die ursprüngliche M Einstufung wieder erhalten und werde vermutlich in Rockstars viertem fiskalischen Quartal erhältlich sein (also August-Oktober 2005). Man werde ebenfalls einen Patch für die derzeit erhältliche PC Version des Spiels bereitstellen, welcher die Sex Minispiele versteckt halten werde.
    Am Mittwoch Abend gab die Interactive Entertainment Merchants Association (IEMA), die Haupt-Spielehändler Lobby, eine Stellungnahme während ihrer jährlichen Versammlung ab. Man beabsichtige den sofortigen Verkausstop des Spiels, bis jegliches noch existierendes Inventar des Spiels mit neuen Labels versehen oder gegen neue Versionen des Spiels ausgetauscht worden sei, die den fraglichen Inhalt nicht mehr enthielten und somit mit der M Einstufung konform gingen. Obwohl es keine Maxime gebe, würden die Mitglieder der IEMA AO-eingestufte Spiele nicht anders als X-eingestufte Videos oder DVDs bewerten. Daher sei es wahrscheinlich, dass man alle aktuellen Versionen aus dem Sortiment nehme und durch die geänderten Fassungen ersetzen werde.
    An der Wall Street werden die Entscheidungen des ESRB und der IEMA wohl ebenfalls in finanzielle Einbußen für Take Two münden. Deren Stellungnahme, die kurz nach Marktschluss abgegeben wurde, senkte die Prognose für das dritte fiskalische Quartal (endet am 31.Juli 2005) auf 160-170 Millionen USD an Nettoverkäufen und einem Nettoverlust von 0,4-0,45 $ pro Aktie. Aufs ganze Fiskaljahr gesehen wurde die Prognose ebenfalls gesenkt, hier erwarte man 1,26-1,31 Milliarden USD an Nettoverkäufen und 1,05-1,12 $ an Gewinn pro Aktie inkl. Umtauschrechten. Die Nachricht wirkte sich sofort auf die Notierung aus, die Aktie fiel in der Nachmarktnotierung um 1,82 $ (6,72%).
    Diese Nachrichten waren nicht ganz so schlimm, wie sie hätten ausfallen können. Viele Beobachter aus der Industrie hatten eine empfindliche Geldbuße seitens des ESRB oder sogar der Regierung erwartet. Manche hatten sogar auf eine erzwungene Rückrufaktion spekuliert, was horrende Kosten zur Folge gehabt hätte.
    Take Two beharrte jedoch auf seiner Version, dass die Neueinstufung auf einer nicht authorisierten Modifikation beruhe. Der Herausgeber erinnerte die Öffentlichkeit daran, dass die Szenen aus der "Hot Coffee" Modifikation nicht in der normalen Version aus dem Handel spielbar seien, wenn nicht der User unauthorisierte Software runterladen und installieren würde, die den Inhalt der Original-Version verändere, was eine Verletzung von Take Twos und Rockstars EULA (End User License Agreement) Bestimmungen und geistiger Eigentumsrechte darstelle.
    Paul Eibeler, Take Twos Präsident und Vorstandsvorsitzender, äußerte auch ein paar persönliche Gedanken zu dieser Stellungnahme. Man sei tief betroffen darüber, dass durch die Publicity um diese nicht genehmigten Modifikationen das Spiel in der öffentlichen Wahrnehmung falsch repräsentiert werde. Dadurch werde von den kreativen und künstlerischen Verdiensten dieses bereits mit Awards versehenen Produktes abgelenkt.
    Die Entscheidung des ESRB zur Neueinstufung eines Spiels, basierend auf einer nicht genehmigten Modifikation von dritter Seite, stelle eine neue Herausforderung für die Eltern, die interaktive Unterhaltungsindustrie und jeden, der digitalen Inhalt vertreibe oder nutze, dar, so Eibler weiter. Rockstar Games sei erfreut darüber, dass die Untersuchung nun erledigt sei, und man freue sich bereits darauf, sich wieder auf die Herstellung innovativer und bahnbrechender Videospiele für ein mündiges Publikum (also mature) zu konzentrieren.
    Die Los Angeles Times hatte Take Two Sprecher Jim Ankner mit dem Eingeständnis zitiert, dass das Spiel einen sexuellen Inhalt auf der Disc habe. Die Bearbeitung und Fertigstellung eines Spiels sei eine komplizierte Aufgabe und es sei nicht unüblich, dass unbenutzter oder unfertiger Inhalt auf dem Medium belassen werde. Ein Sprecher von Rockstar Games meinte gegenüber GameSpot dazu nur platt, man habe Ankner falsch zitiert, es sei ein Missverständnis.
    Keine Missverständnisse ließ jedoch Patricia Vance aufkommen, die Vorsitzende des ESRB. In einem harsch formulierten Statement auf der ESRB Webseite gab sie zu verstehen, dass man bei allen drei erhältlichen Versionen des Spiels sexuell eindeutiges Material in komplett gerenderter und nicht modifizierter Form auf den finalen Datenträgern vorgefunden habe. Ebenso hart ging sie mit Take Two ins Gericht. Wenn man die Existenz des unverhüllten und einschlägigen Inhalts mit der weiten Verbreitung der Third Party Modifikation betrachte, so sei die Glaubwürdigkeit und der Nutzen des ESRB ernsthaft unterminiert worden. Man werde in Zukunft von jedem Publisher die Bekanntgabe sämtlichen einschlägigen Inhalts im Endprodukt verlangen, sogar, wenn der Zugriff darauf während des Spiels nicht beabsichtigt sei, oder man müsse diesen Inhalt eben entfernen.
    Damit trat sie in Gegenposition zu Rockstars Beteuerung, dass die Sex-Minigames programmiert wurden, um für den Spieler nicht zugänglich zu sein und man nie die Absicht gehabt habe, sie zugänglich zu machen. Man könne nur durch den Download eines Software Patches drankommen, der ohne Rockstars Erlaubnis von dritter Seite erstellt wurde und nun frei im Internet und über Konsolenzubehör kursiere. Ein Rockstar Sprecher gab bekannt, man erwäge rechtliche Schritte gegen Action Replay, GameShark und andere Hersteller von Konsolen "Schummel-Peripherie", die den Zugriff auf die Sex-Minispiele gewähre.

  • Grand Theft Auto: San Andreas
    Grand Theft Auto: San Andreas
    Publisher
    Take-Two Interactive
    Developer
    Rockstar Games
    Release
    10.06.2005
    Es gibt 8 Kommentare zum Artikel
    Von Nitro89
    echt traurig Es ist echt traurig, welche Einstellung die Amerikaner vom Leben haben.Das beste Beispiel:Die einzigsten…
    Von gucky
    nicht genutzte Distanzierungsmöglichkeiten @ partykiller: Das Herr Thompson des öfteren (vielleicht auch evtl.…
    Von DaRealQowaz
    lachhaft ich finde es zwar lachhaft das man dem spiel nur wegen ein paar pseudo erotischen einlagen eine höhere…
    • Es gibt 8 Kommentare zum Artikel

      • Von Nitro89 Erfahrener Benutzer
        echt traurig Es ist echt traurig, welche Einstellung die Amerikaner vom Leben haben.
        Das beste Beispiel:
        Die einzigsten Spiele, die auf AO gestuft wurden, sind in der Tat Pornospiele. Es ist egal wie gewalttätig ein Spiel ist, besitzt es Pornographie dürfen dies nur Erwachsene sehen.
        Gewalt ist also nicht…
      • Von gucky
        nicht genutzte Distanzierungsmöglichkeiten @ partykiller: Das Herr Thompson des öfteren (vielleicht auch evtl. aufgrund mangelnder Intelligenz) ein Trittbrettfahrer ist, ist ja bekannt. Also ich hatte zuerst eine News über das Geschrei von Thompson und dann erst die Interessensbekundungen von Frau Clinton…
      • Von DaRealQowaz Erfahrener Benutzer
        lachhaft ich finde es zwar lachhaft das man dem spiel nur wegen ein paar pseudo erotischen einlagen eine höhere einstufung gibt aber ich finde es wichtig das das spiel noch mal neu getestet wird. es kann nämlich einfach nicht sein das man einer behörde einige inhalte nicht zeigt. das ist betrug und auch…
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