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  • Grandia: Die zarteste RPG-Versuchung - Leser-Test von Sonikachu

    Grandia: Die zarteste RPG-Versuchung - Leser-Test von Sonikachu (Persönliche Anmerkung: Mehr Tests von mir gibt es bei http://www-gamesfun-online.de)

    Allgemeine Informationen:

    Version:
    Deutsche PAL-Version für die Sony Playstation One/ Budget Version: Ubisoft Exclusive-Label

    Derzeitiger Preis:
    Ca. 30 DM (Juli 2001)

    Genre:
    3D-Draufsicht-Rollenspiel

    Hersteller:
    Game Arts / Esp / Ubi Soft

    Spielzeit:
    Ca. 50 Stunden

    Rumble-Funktion:
    Ja

    Speichern:
    Ein Speicherstand benötigt 8 Kbytes; es sind 5 Speicherstände möglich; (Eine Standard-Speicherkarte besitzt 122 Kbytes)

    Spieler:
    Max. 1 Spieler

    Pal-Balken:
    Ja, sie nehmen ca. 20% ein

    Sprache:
    Untertitel & Menüs: deutsch / Sprachausgabe: ca. 90% englisch und ca. 10% deutsch

    Sound:
    Mono oder Stereo

    Handbuch:
    Cover in Farbe; Inhalt Schwarz-Weiß; 76 Seiten; komplett deutsch; Format: ca. 12x12 cm (normal)

    Datenträger:
    2 CDs

    Erschienen:
    PAL: April 2000 / JP: 24.06.1999 / US: 28.10.1999

    Andere mir bekannte Versionen:
    Grandia (Sega Saturn / JP) : 18.12.1997
    Grandia - Yoyaku Present Campaign Edition (Sega Saturn / JP) : 18.12.1997
    Grandia Digital Museum (Sega Saturn / JP) : 28.05.1998
    Grandia 2 (Sega Dreamcast / PAL, JP, US) : 03.08.2000 (JP)
    Grandia 2 (Sony Playstation 2 / PAL, JP, US) : noch nicht erschienen

    Der Test
    In diesem RPG schlüpft ihr nach einem anfangs nicht sehr aussagekräftigen Intro und einer Zwischensequenz, in der man nur mitbekommt, dass General Baal zusammen mit Mullen und Leen per Luftschiff zu einer Expedition nach Parm fliegen, in die Rolle von Justin. Justin ist ein kleiner rothaariger Junge, der zusammen mit der süßen Waisen Sue und ihrem fliegenden Haustier Puffy bei seiner Mutter lebt. Sein Vater, ein Abenteurer ist schon seit längerem gestorben, aber er gab seinem Sohn vorher noch einen mysteriösen Geisterstein, der im weiteren Spielverlauf noch eine ungeahnt wichtige Rolle spielen soll. Justin schlägt jedenfalls voll in die Kerbe seines Vaters und so hat er nur ein Ziel: Irgendwann einmal ein ganz großer Abenteurer zu werden.
    Am Anfang ist er aber noch weit davon entfernt. So ist es eure erste Aufgabe in diesem in süßer Nippon-Grafik gehaltenen Rollenspiel in Justins Heimatstadt Parm drei Gegenstände wie einen Topf oder ein Holzschwert zu finden, damit Sue nicht den protzigen Jungen Gantz als Jux heiraten muss. Hierzu steuert ihr Justin Analog oder Digital, dreht mit L1 und R1 die Kamera, um in den 3D Welten (alle Lebewesen werden übrigens "nur" als Bitmap-Sprites dargestellt) immer alles im Blick zu haben, nehmt per Knopfdruck Gegenstände auf oder redet mit den vielen NPCs. Außerdem könnt ihr in den Dörfern immer in eine hohe Vogelperspektive herauszoomen und natürlich euer Inventory verwalten.
    Die kleinen Spielchen mit Gantz beginnen Justin aber langsam zu langweilen und so verlässt er zusammen mit Sue ohne bestimmtes Ziel die sicheren Stadtmauern, um richtige Abenteuer zu erleben.
    Außerhalb der Dörfer steuert ihr Justin immer noch genau so wie innerhalb, allerdings weist euch ein Kompass den schnellsten Weg zum Ziel. Auf dem Weg dorthin, müsst ihr natürlich im Laufe des Spiels immer stärker werdende Monster besiegen, die zum Glück von vornherein sichtbar sind. Nervige Zufallskämpfe entfallen somit. Allerdings solltet ihr euch zweimal überlegen, ob ihr versucht schnell an einem Monster vorbei zu huschen: Greifen euch die Viecher nämlich von der Seite oder von hinten an, haben sie den ersten Angriff. Kommt es zur Konfrontation, wird in einen Kampfbildschirm gewechselt. Hier seht ihr die genaue Positionierung eurer Einheiten und der Gegner, sowie einen Zeitbalken, der zeigt welcher Kämpfer als nächstes am Zug ist. Wird ein Gegner getroffen, so wird er in der Zeitleiste zurückgeworfen. Wenn man sich geschickt anstellt, lässt man seine Gegner daher kaum zum Zug kommen. Neben den normalen Angriffen mit Schwert, Wurfsternen und anderen Waffen, die ihr findet oder in den Städten gekauft habt, können eure Recken auch besonders wuchtige Spezialattacken ausführen, die aber Technik-Punkte verbrauchen. Ebenso könnt ihr, wie es sich für ein zünftiges Rollenspiel gehört, natürlich auch zaubern. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass euer Charakter die Macht eines der Elemente Feuer, Wind, Wasser oder Erde beherrscht. Beherrscht er mehrere, so erhält man durch die Kombination noch weitere Zaubersprüche. Ihr könnt euch diese Mächte in den Städten kaufen, allerdings müsst ihr sie mit Mana Eiern bezahlen, die meist in den hinterletzten Ecken der Level zu finden sind. Meist findet ihr in den Truhen nur weniger wertvolle Tränke und anderen eher wertlosen Kram, den ihr aus Platzgründen (jeder Charakter darf höchstens 15 Items mit sich führen) bei nächster Möglichkeit entweder in einen Koffer packt, auf den ihr an bestimmten Punkten zugriff habt, oder ihn verkauft. Die Zauber, die natürlich nicht nur zum direkten Angriff, sondern auch zum Heilen, Blocken einer Gegner-Technik und ähnlichem genutzt werden können, werden in drei nach Stärke geordnete Klassen unterteilt, für die die Charaktere auch gesonderte Zauber-Punkte besitzen. Weitere mögliche Aktionen sind das Benutzen von Gegenständen wie Heiltränken oder Bomben, das Blocken, wodurch euer Charakter bei einem gegnerischen Angriff weniger Lebens-Punkte verliert, das Ausweichen, dass eigentlich nur bei einigen Oberbösewichtern Sinn macht und das Aufgeben. Gebt ihr auf, so müsst ihr allerdings auf die nach einem Sieg gewonnenen Erfahrungspunkte, durch die die Charaktere Level um Level aufsteigen, sowie das Geld und die Gegenstände, die die Feinde hinterlassen, verzichten. Außerdem steigt durch das Kämpfen auch die Erfahrung mit Waffe und Zauberei, wodurch ihr hin und wieder neue Special-Attacken und Zaubersprüche erlernt. Habt ihr keine Lust selber zu kämpfen, könnt ihr auch den Computer die Kämpfe übernehmen lassen. Ihr schaltet dann auf offensiv, defensiv, alle überleben oder ähnliche Aktionen und schaut dabei zu, wie der Computer das regelt. Empfehlen tue ich das aber nicht, denn wenn man sich die Kämpfe mit diesem ausgeklügelten Kampfsystem entgehen lässt, macht das Spiel weit weniger Spaß.
    Sollte ein Charakter sterben, so ist er nicht wirklich tot, sondern nur kampfunschädlich gemacht. Er läuft in den Welten weiterhin hinter Justin her und tritt weiter in den Dialogen auf. Das Spiel ist nur zu Ende wenn während eines Kampfes alle Charaktere sterben. Wollt ihr einen toten Charakter wiederbeleben, so habt ihr verschiedene Möglichkeiten: Ihr benutzt einen Wiederbelebungs-Trank, benutzt einen Wiederbelebungs-Zauber (was allerdings erst gegen Ende des Spiels möglich sein dürfte) oder sucht einen Speicherpunkt. Diese Speicherpunkte dienen nämlich nicht nur zum Speichern des Spielstandes, was übrigens gerade bei mehreren Spielständen unnötig viel Zeit beansprucht, sondern ihr könnt hier auch eure Charaktere unbegrenzt oft heilen. Sowohl Lebens-, wie auch Technik- und Zauberpunkte werden wieder vollständig hergestellt. Das ist leider auch ein Kritikpunkt am Spiel: So kann man praktisch nach jedem besiegten Gegner wieder zurück zum Speicherpunkt laufen und seine Energie komplett auffrischen lassen, was das Spiel noch einfacher macht als es eh schon ist. Denn sterben tut man normalerweise höchstens bei den Obermotzen, bei denen man sich meist erst eine Technik a la "Hmm, vielleicht sollte ich nächstes Mal doch lieber zuerst auf das heilende Organ gehen, bevor ich mich an den Haupt-Körper heranwage" herauslegen muss.
    Diese großen Gegner tauchen aber vorerst noch nicht auf, weshalb man sich mit Justin recht schnell zu Baals Expeditions-Stätte, den Sult-Ruinen, vorgekämpft hat. Hier begegnet Justin und Sue eine Projektion der sagenumwobenen Liete. Wer genau sie ist und was ihre Aufgabe ist wird erst nach und nach erzählt. Fest steht vorerst nur, dass sie etwas mit der untergegangen Angelou-Zivilisation zu tun hat und um Justins Hilfe bittet, wozu unser Held aber einen langen Weg durch die Neue Welt bis nach Alent vorkämpfen muss. Justin, der endlich ein konkretes Ziel vor sich hat, schafft es nach ein paar Querelen dann auch an das Bord eines Schiffes, dass ihn von der Alten Welt in die Neue Welt fährt. Auf dieser Fahrt trifft er Feena, eine berühmte Abenteurerin und gleichzeitig die zweite Hauptperson des Spiels. Natürlich trefft ihr im weiteren Verlauf noch auf viele, völlig unterschiedliche Charaktere, die euch ein Stück eures Abenteuers begleiten.
    Sämtliche Dialoge des Spiels sind ausgesprochen gut deutsch untertitelt. In wichtigen Dialogen wird zudem überzeugende englische Sprachausgabe geboten. An ganz seltenen Stellen, wird die Geschichte auch mit FMVs weitererzählt. Diese sind meist aus einem interessanten Mix aus Render-Hintergrund und Anime-Charakteren gehalten. Hier gibt es dann sogar hin und wieder deutsche Sprachausgabe, die aber leider mehr schlecht als recht gesprochen wurde.
    Somit komme ich zum Fazit: Grandia ist ein sehr gutes RPG, mit einer relativ innovativen und sich oft wendenden Story, die einen so manches mal überrascht, Charakteren, die einem sofort ans Herz wachsen, sofern man gegen japanischen Süßstoff nicht allergisch ist (Sue ist zusammen mit Puffy das Süßeste, was mir je in einem Videospiel untergekommen ist), viel Abwechslung einem Super-Kampf-System und nicht zuletzt einer guten Portion Humor. Zudem ist die Fantasy-Atmosphäre so dicht, dass man förmlich in Justins Welt hineingezogen wird, was auch an der sehr gelungen Musik-Untermalung, am besten vielleicht als japanische Klassik zu definieren, liegt. Auch nach Stunden ist man von ihr kein bisschen genervt.
    Negativ fällt vor allem der zu geringe Schwierigkeitsgrad auf. Bei den Speicherpunkten hätten die Programmierer etwas weiter überlegen sollen: So wäre es zum Beispiel sehr viel besser, wenn man für das Heilen zumindest einiges an Gold blechen müsste. So hatte ich nur an zwei oder drei Stellen etwas Probleme. Selbst den Endkampf hatte ich im ersten Anlauf geschafft. Und dieser dürfte mit 50 Stunden Spielzeit für einige RPGler auch schon recht früh kommen. Allerdings ist Grandia dadurch vielleicht das beste Spiel für Neu-Rollenspieler.
    Ein weiterer Kritikpunkt ist die Grafik: Sie wirkt doch mittlerweile auch für eine PSOne-Spiel recht angestaubt. Allerdings vermittelt sie durch die recht kleinen Charaktere gut den Flair der 16-Bit Rollenspiele a la Breath of Fire und ist dadurch fast zeitlos. Selbst als Dreamcast- und Playstation2-verwöhnter Spieler hatte ich keine Probleme, mit der Grafik klarzukommen, während ich heute beim Einlegen von Gran Turismo 2 schon denke: "Oh Gott, und solche Grafik hatte dich vor ein paar Jahren noch beeindruckt?". Apropos PS2. Mit eingeschaltetem Textur-Mapping wird die Grafik gleich nochmal deutlich schöner und aus Pixel-Städten werden Aquarell-Städte. Allerdings hat sich das Spiel beim Durchspielen auf der Playstation 2 mit eingeschaltetem Texture-Mapping ca. fünf mal aufgehängt, was aber bei 50 Stunden Spielzeit zu verschmerzen ist.
    Grandia 2 steht in meiner Einkaufsliste auf jeden Fall sehr, sehr weit oben. Das dürfte eigentlich alles sagen.

  • Grandia
    Grandia
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Game Arts

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

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Grandia
Grandia: Die zarteste RPG-Versuchung - Leser-Test von Sonikachu
http://www.gamezone.de/Grandia-Spiel-4456/Lesertests/Grandia-Die-zarteste-RPG-Versuchung-Leser-Test-von-Sonikachu-994260/
19.10.2001
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2008/03/grandia_2_.jpg
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