Mit den schrägen Heldentruppe um Peter "Star-Lord" Quill hat Marvel einen richtigen Kino-Hit gelandet. Ob das dazu passende Telltale-Adventure ähnliche Qualitäten aufweist und der Auftakt Lust auf die nächsten vier Episoden macht, sagen wir euch in unserem Test.
Wenn es aktuell einen Entwickler gibt, dem man vorwerfen könnte, dass er immer wieder dieselbe Formel anwendet, dann wohl Telltale Games. Die Kalifornier haben seit der ersten Staffel von The Walking Dead stets Adventure-Games im Episodenformat herausgebracht, die zwar spielerisch gesehen sehr seicht sind, dafür aber mit ihren lebendigen Charakteren, getreuen Umsetzungen der Vorlagen und (zum Teil) düsteren Geschichten überzeugt haben - etwa im Falle von The Wolf Among Us, Batman, Game of Thrones oder auch Tales from the Borderlands. Auch Guardians of the Galaxy macht es nicht viel anders, kann aber dank einer interessanten Frage viele Sympathiepunkte bei uns einsammeln: Was machen Superhelden, wenn sie ihren größten Widersacher besiegt haben?
Quelle: PC Games
Einen lustigeren Weltraumhelden als den mächtigen Star-Lord gibt es eigentlich nicht. Schon deshalb ist das neue Telltale-Spiel klasse!
Guardians of the Galaxy im Test: Abzüge in der B-Note
Wer sich mit der exzellenten Comic-Vorlage nur in Form des Hollywood-Streifens beschäftigt hat, wird sehr wahrscheinlich durch die Geschichte von Guardians of the Galaxy nicht überfordert sein - zumal die abgefahrene Heldentruppe um Peter "Star-Lord" Quill passend am Anfang des Abenteuers eingeführt wird. Die fünf Haudegen sind neben der angesprochenen Frage die größte Stärke des Telltale-Adventures. Bei den Witzen des Waschbären Rocket oder den todernsten Anmerkungen von Drax dem Zerstörer kommt genau die Atmosphäre auf, die man von einer guten Comic-Umsetzung auch erwarten darf. Obendrein ist der Soundtrack der Vorlage mehr als würdig und so darf man sich auf den einen und anderen funkigen Siebzigerjahre-Hit freuen.
Grafisch hingegen merkt man Guardians of the Galaxy an, dass Telltale so langsam über eine Kernsanierung ihrer Game-Engine nachdenken sollte. Vor allem die Charaktere könnten trotz der Comic-Optik das eine oder andere Detail mehr vertragen und ebenso wären etwas natürlichere Gesichtsanimationen vonnöten. Doch keine Bange: Wer sich bei den anderen Telltale-Spielen an der Optik nicht gestört hat, wird sich auch bei Guardians of the Galaxy wohl fühlen.
Guardians of the Galaxy im Test: Toller Auftakt
Quelle: PC Games
Im Laufe des Abenteuers müssen wir mal zwischen zwei Helden wählen. Wie die Auswirkungen der Entscheidungen sind, kann man noch nicht sagen.
Abseits der Technik-Schwächen ist die erste Episode von Guardians of the Galaxy ohne Frage nicht nur exzellenter Fan-Service, sondern zugleich ein wirklich netter Auftakt für das auf insgesamt fünf Kapitel ausgelegte Abenteuer. Zu Beginn müssen wir auf eine Notfallmission auf einen abgelegenen Planeten, wo Superschurke Thanos mal wieder den Aufstand probt - oder wohl eher auf der Suche nach einem Artefakt war, wie es sich später herausstellt. Nach einem für Telltale-Spiele typischen Quick-Time-Event können wir den Fiesling tatsächlich schlagen und müssen uns dann im Anschluss mit der Frage beschäftigen, was aus den Hütern der Galaxie werden soll, wenn sie denn keinen echten Widersacher mehr haben. Hier sorgt das mysteriöse Artefakt für Abhilfe, den wir aus den Händen des toten Thanos gerissen haben. Dabei handelt es sich um die "Schmiede der Ewigkeit", über dessen Kräfte wir wohl erst im Laufe der nächsten Episoden so richtig informiert werden. Zumindest scheint das Artefakt die Kommunikation mit Toten zu ermöglichen. Deshalb taucht auch eine neue Widersacherin im letzten Drittel der ersten Episode auf, die ihr Volk mit dem magischen Objekt scheinbar wiederbeleben möchte.
So oder so bleibt es spannend, wie Telltale die Handlung fortspinnen wird. Der Anfang hat zumindest einen guten Eindruck hinterlassen und dürfte allen Fans der Comic- als auch Film-Vorlage richtig gut gefallen. Nun sollte Telltale sich bitte nicht zu viel Zeit für die nächste Episode lassen!
