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  • Gungrave: Stilvolle Anime-Action - Leser-Test von demonwarrior

    Gungrave: Stilvolle Anime-Action - Leser-Test von demonwarrior Eine verschneite Winternacht. Eine gigantische Metropole durch einen mysteriösen Turm in Dunkelheit gehüllt. Durch die Straßen schleppt sich ein Mädchen, einen großen Koffer mit sich ziehend.
    Ihr Weg gekennzeichnet von Blut...

    Beyond The Grave - schon der Name spricht für sich.
    Ein Ex-Killer - verraten und beseitigt. Wie Phönix aus der Asche erhebt er sich aus dem Totenreich, um von seinem Peiniger und dessen Handlangern Rechenschaft zu fordern. Bewaffnet mit einem riesigen Knarrenpaar namens Cerberus und einem auf den Rücken geschnallten Sarg vollgestopft mit schwerem Geschütz zieht Ihr den Kampf.
    Der blutige Rachefeldzug beginnt.

    Das ominöse Syndikat und seine Mutantenbosse erfreut Eure unerwartete Rückkehr selbstverständlich weniger, wart Ihr doch längst totgeglaubt.
    Um Euch schnellstmöglich wieder zurück in die Gosse zu befördern, in der Ihr hättet elendlich verrecken sollen, werden Euch bereits am Anfang allerlei Schergen auf den Hals gehetzt.
    Zwei großkalibrige Wummen, ein Sarg, den Ihr freundlicherweise schon für Eure zukunftigen Opfer bei Euch tragt und zudem noch Gegnerscharen zu Dutzenden?
    Da sind wir auch schon mitten im Spielgeschehen! : -)
    Gameplaytechnisch ist der Titel eher einfach gestrickt. In sechs relativ weiträumigen Arealen ballert Ihr Euch das Hirn aus dem Schädel, bis auch vom letzten Gegner nicht mehr als eine bleihaltige Suppe zurückbleibt. Ob Einschusslöcher in der Wand oder explodierende Wassertanks und Autos - die Umgebung zeigt sich in dieser Hinsicht sehr flexibel. Gehandhabt wird diese Ballerorgie sehr einfach. Die Steuerung gestaltet sich äußerst eingängig und geht wirklich rubbedikatz in Fleisch und Blut über. Am Anfang seid Ihr dabei noch den ganz kleinen Fischen auf der Spur, doch schon sehr bald ereignet sich ein Familientreffen der etwas anderen Art und Ihr steht wieder Euren alten Freunden gegenüber. Von diesen des Verrats beschuldigt, wird auch nicht lange gefackelt und Tee getrunken. Nun bekommt Ihr es am Ende jeden Levels mit den direkten Hintermännern von Harry MacDowell zu tun.
    Ex-Boss Big Daddy hätte euch unter Umständen auf etwas andere Weise empfangen, aber das sei jetzt mal dahingestellt. Die bereits erwähnten Mutantenbosse sind jedenfalls echt abgefahren und machen Euch in ihrer Overkill-Form gerne mal die Hölle heiß.
    An diesen Stellen im Spiel ist dann auch ausnahmsweise mal Taktik gefragt. Ohne die richtige Strategie läuft hier nichts. Das geschickte Zusammenspiel der Faktoren Angriff, Verteidigung und Spezialattacken erfordert zwar anfangs etwas Fingerspitzengefühl, ist aber auch schnell gemeistert.
    Somit wären wir auch schon bei den Feinheiten des Spielsystem angelangt. Natürlich beschränken sich Eure Angriffe nicht nur auf normale Pistolenschüsse, Euer Sarg möchte ja schließlich auch nicht tatenlos zusehen. Mit ihm vollführt Ihr sogenannte Superschüsse. Diese sind jedoch leider nur begrenzt ausführbar - zumindest anfangs noch.: -) Je mehr Kombotreffer Ihr landet, desto mehr gewinnt der runde Balken in der oberen linken Ecke des Bildschirms an Füllung. Hat er sich vollständig gefüllt, dreht der lebendige Totenschädel in der Mitte der Anzeige völlig am Rad und Ihr habt die Möglichkeit, einen Superschuss auszuführen.
    Natürlich sollte man mit den Superschüssen sorgfältig umgehen und sie möglichst gezielt einsetzen, sollte dabei jedoch immer bedenken, dass die Anzahl an Superschüssen auf acht begrenzt ist. Ab diesem Punkt kann sich der Balken füllen, wie er will - es kommen keine weiteren Superschüsse mehr dazu. Es gibt selbstverständlich auch verschiedene Schussarten. Neben extrem durchschlagskräftigen Raketenwerfereinlagen und Maschinengewehrsalven, finden hierbei insbesondere die Superschüsse speziell für Zwischengegner Erwähnung. Diese sind nur an einer bestimmten Stelle in den Kämpfen verfügbar und gerade aus diesem Grund sollte man sich mindestens einen Superschuss immer bis zum Ende aufheben. Der nachfolgende Angriff entscheidet den Ausgang des Kampfes. Sobald der oben bereits erwähnte Totenschädel ganz die Beherrschung verliert, wird der Angriff per Tastendruck ausgeführt. Diese Spezialattacken sind ultimativ! Absolut spektakulär in Szene gesetzt hauchen sie jedem noch so starken Endgegner das Leben aus. Gerade für den Einsteiger eine hervorragende Taktik, um in diesen Kämpfen zu bestehen, die es mitunter wirklich in sich haben. Leider bleibt es nicht alleinig beim Durchhalten, etwas Energie muss den Zwischengegnern schon abgeknüpft werden.: -) Später gessellt sich jedoch auch die Möglichkeit der Heilung zum Arsenal, wodurch die Bosskämpfe weiter an Schwierigkeit verlieren. Der Schwierigkeitsgrad ist in die drei Stufen "Normal", "Schwer" und "Knallhart" unterteilt und gestaltet sich ausgewogen und stets fair. Gerade die letzten paar komischen Viecher, denen man begegnet, können einem mit der Zeit zwar echt auf die Nerven gehen, aber dies beschreibt einen Ausnahmefall.
    Kommen wir zum eindeutig wichtigsten Aspekt des Spiels. Dem Element, das "Gungrave" von anderen Genrevertetern abhebt.
    Die bombastische Präsentation.
    Selten wurde ein Spiel auf solch stilvolle Weise präsentiert.
    Angefangen bei den Charakteren. Auch wenn man kaum etwas über sie erfährt, erscheinen sie einem ausgesprochen tiefgehend und hintergründig.
    Der Anime-Stil des Spiels ist eindeutig Geschmackssache. Mir, als großem Anime-Fan, gefällt er einfach unsagbar gut. Das Gleiche gilt für das Charakterdesign und das Beibehalten der japanischen Sprachausgabe. Für manche mag dies gewöhnungsbedürftig sein, Anime-Fans sollten sich mittlerweile daran gewöhnt haben.: -) Es mag sein, dass meine Objektivität jetzt in den Hintergrund rückt, aber das ganze Spiel ist von Eröffnungssequenz bis zum Ende einfach ein audiovisuelles Meisterstück. Die Musik, die phänomenalen Rendervideos, die Story allgemein. Wen zum Teufel steuere ich hier eigentlich? Was ist das Syndikat überhaupt? Und Harry MacDowell? Was für Absichten verfolgt er? Welches Geheimnis birgt der mysteriöse Turm? Woher kennen sich... .. .. .. ..
    Alles Fragen, die man sich während dem Spielen stellt und die nach und nach beantwortet werden. Immer weiter watet man durch ein Meer von Intrigen und kommt der großen Verschwörung Stück für Stück auf die Spur. Erst sehr spät wird man sich der wahren Ausmaße bewusst. Die letzte Szene im Spiel. Gott, wie genial ist das denn! ? Ich versuche, so wenig wie möglich von der Story preiszugeben, aber dennoch durch kleine Fitzel Interesse zu wecken. Hoffe, mir gelingt dies und ich verrate nicht zuviel.: -) Ich bin von diesem Spiel jedenfalls restlos begeistert. Was war ich unsicher, als ich bei einem gewissen Kaufhaus an der Ladentheke stand. Bei der Fachpresse hatte "Gungrave" ja förmlich versagt. Ich bereue es nicht, dass die kaufregende Stimmung in diesem Kaufhaus, wie so oft, wenn ich vor dem Schnäppchenregal stehe, mal wieder auf mich übergegriffen hatte. Ich weiß, auffälliger kann man sich wohl kaum unauffällig ausdrücken. ;-)
    Doch zurück zum Spiel. Ich darf die Kritikpunkte nicht vergessen. ;-) Kritikpunkt Numero Uno ist ohne Zweifel die Spieldauer. Mit ein bis zwei Stunden ist diese wirklich extrem gering ausgefallen. Dem Spielspaß tut das jedoch keinen Abbruch. So simpel das Spiel auch gestrickt sein mag, es macht einfach höllischen Spaß!
    Die Extras verdienen ohne Zweifel Aufmerksamkeit. Ein nettes Feature ist sicherlich die Zeitlupe, die schnell freigeschaltet ist. Das ganze seit-, vor- und rückwärtige Wegspringen während dem Feuern wird nun in Zeitlupe dargestellt. Matrix lässt grüßen. Sicherlich ganz nett, im Eifer des Gefechts dann doch eher störend, besonders wenn man, wie ich, die ganze Zeit nur so durch die Levels springt.: -) Die Kombos lassen sich außerdem durch coole Posen visuell noch etwas aufmotzen, auch wenn mir das bisher nur bedingt gelungen ist.
    Ein wahrlich tolles Feature ist die integrierte, virtuelle Action-Figuren-Sammlung, die sich mit zunehmendem Fortschritt im Spiel stetig erweitert. Zum Schluss stehen alle Figuren und Gegner aus dem Spiel, sei es noch der unwichtigste Türsteher, zum Betrachten bereit. Per Knopfdruck wir die Figur ausgepackt und lässt sich in- wie auch außerhalb der Verpackung frei zoomen und bewegen. Echt nett gemacht. Clevererweise bekommt man die Figuren, auf die man sicherlich am schärfsten ist, auch erst ganz zum Schluss. Weitere Features beschreiben die Schauplatzwahl, wodurch man jeden der sechs Schauplätze bei Bedarf noch einmal spielen kann, und die Möglichkeit, die Superschüsse im Spiel auf eine unbegrenzte Anzahl zu erhöhen. Gerade auf "Knallhart" ist dies auch bitter nötig, denn dann ist das Zerschlagen des Syndikats wirklich kein Zuckerschlecken mehr. Ist sehr praktisch, wenn man sich bei Bedarf heilen kann.: -)
    Worin liegt der Sinn, sich das an zu tun? Warum knallharte Action? Nicht nur der Spaß und die nachfolgende komplette Figuren-Sammlung spielen eine Rolle, sondern vorrangig das letzte Feature. Da war ich super heiß drauf.: -) Hat man das Spiel nämlich vollständig geknackt, bietet sich einem somit die Möglichkeit, alle Renderfilme vom Menü aus anzuschauen. Wenn Ihr mich jetzt verfluchen solltet, dass ich hier die ganzen freispielbaren Extras ausplaudere, bitte nicht aufregen. Alle Boni sind vom Anfang an im Menü sichtbar und lediglich nicht anwählbar. Den Überraschungseffekt möchte ich Euch keinesfalls nehmen. Da habe ich bisher oft genug geschwiegen, wo noch Vieles hätte weiter ausgeschmückt werden können, keine Sorge. ;-)
    Last but not least möchte ich noch den technischen Aspekt beleuchten. Die Cel-Shading-Optik ist wieder eine Frage des Geschmacks, sie passt aber in jedem Fall zum Stil des Spiels. Die Grafikengine scheint etwas angestaubt. Selbst bei der bisweilen geringen Sichtweite treten hie und da schon einmal Slowdowns auf, wenn zu vielen Gegnern auf dem Bildschirm die Kugeln um die Ohren fliegen. Über die Texturqualität bei Cel-Shading lässt sich streiten. Recht ordentlich ist die Grafik aber schon ausgefallen, die qualitativ hochwertigen Filmsequenzen und grandiosen Schussszenen der verheerenden Spezialattacken gegen Bossgegner tragen zu diesem Ergebnis ein nicht unwesentliches Stück bei.
    Soundtechnisch gesehen ist der Titel überdurchschnittlich gut ausgefallen. Die Musik passt super zum Spielgeschehen und die Effekte wie Gewehrfeuer und Explosionen sind auch knackig.
    Die Frage nach einem Multiplayermodus erübrigt sich.

  • Gungrave
    Gungrave
    Developer
    Red Entertainment
    Release
    29.11.2002
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Gungrave
Gungrave: Stilvolle Anime-Action - Leser-Test von demonwarrior
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