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  • Harry Potter und der Orden des Phönix im Gamezone-Test

    Wiingardium Nintenderosa! Oder auf deutsch: Auf der Wii zaubert es sich am besten.

    Merlin, Gandalf, Rincewind und Schmendrik haben gestern ihre Rente beantragt, denn Harry Potter stiehlt ihnen auf lange Sicht die Zaubershow. Zumindest dürfte das Jungzauberer-im-Internat-Epos aus der Feder von Joanne K. Rowling einen weit größeren Bekanntheitsgrad bei der neuen Lesergeneration haben, als jede andere Geschichte um Hexerei, Mythen und seltsame Gestalten. Mit dem schon bald erscheinenden siebten und letzten Buchband erreicht die Harry-Potter-Saga ihr großes Finale. Allerdings hinkt die moderne Unterhaltungsindustrie dem Geschehen noch ein wenig hinterher, denn im Kino läuft dieser Tage erst Teil fünf an, der den Untertitel "Der Orden des Phönix" tragt, und wie üblich von einer Videospiel-Umsetzung für alle gängigen Systeme begleitet wird, an dem Potter-Fans zweifellos ihre Freude haben werden.

    Harry Potter hat es wirklich nicht leicht. Bei seiner Muggelfamilie, den Dursleys, wird er nicht respektiert, bzw. fast wie ein Aussätziger behandelt, und in der Zaubererschule Hogwarts muss er Neid und Missgunst für seine Heldentaten ertragen, während die Rückkehr von "dem, dessen Name nicht genannt werden darf", ihm große Sorgen bereitet. Als Harry obendrein noch in den Sommerferien von Dementoren angegriffen wird, gegen die er sich in Anwesenheit eines Muggels notgedrungen verteidigt, und dafür beinahe von der Schule verwiesen wird, kann ihn die Ankunft einer neue Lehrerin für die Verteidigung gegen die dunklen Künste kaum noch schocken. Dabei könnte ein Dementoren Kuss kaum schlimmer sein als der praxisferne Unterricht dieser kinderverachtenden und herrschsüchtigen alten Schachtel, die eine Rückkehr von "ihr wisst schon wem" für eine Lüge hält und aus diesem Grund keinerlei Anstalten macht, den Jungzauberern brauchbare Zaubersprüche beizubringen. Grund genug für Harry, eine geheime Armee aus Zauberschülern zusammenzutrommeln, und den Unterricht selbst abzuhalten. Doch als "Dumbledors Armee" auffliegt, ändern sich die Machtverhältnisse auf Hogwarts gewaltig...

    Blitzbirne Teil 5

    Simsalabim!... nein, Hokuspokus !... auch nicht Simsalabim!... nein, Hokuspokus !... auch nicht Es herrscht also Trubel auf Hogwarts, und mit der Videospielumsetzung von "Der Orden des Phönix" von Electronic Arts seid ihr mittendrin. Nach einer ausführlichen Einleitung und einem kleinen Zaubertutorial im Versteck von Sirius Black, werdet ihr ohne größere Umschweife in die Zaubererschule Hogwarts versetzt und dürft die Geschichte des fünften Bands im Rahmen eines nahezu gewaltfreien Action Adventures nachspielen. Zumindest in gröberen Abschnitten, denn das ganze Buch mit seinen mehr als tausend Seiten Lesestoff zu versoften, wäre viel zu aufwändig. Um so erfreulicher ist in diesem Zusammenhang, dass EA viele Storylücken mit kleinen Anspielungen und nebensächlichen Gesprächen anderer Schüler füllt, und sich in so mancher Kleinigkeit stärker am Buch orientiert, als die Zelluloidfassung.

    Natürlich nicht durchgängig, denn während ihr in Gestalt von Harry Potter durch die Hallen des Zauberinternats wandert, um mit Lehrern und Schülern zu sprechen und markante Punkte der Geschichte nachzuerleben, bekommt ihr so manche Stelle des Schlosses zu sehen, die in der Vorlage keine Erwähnung findet oder in einer der früheren Episoden Bedeutung hatte. Ganz zu schweigen von den unzähligen kleinen Rätseln und Geheimnissen, die ihr nebenbei löst, denn in ganz Hogwarts warten viele kleine Aufgaben auf euch, die ihr in beliebiger Reihenfolge angehen könnt. Da wollen Bilder per Schwebezauber richtig angeordnet, Ritterrüstungen repariert, und mit Symbolen versehene Sitzbänke ihren Häusern zugeteilt werden. Schnell also den Zauberstab gezückt und die richtige Handbewegung ausgeführt, um mit dem Zauberspruch "Wingardium Leviosa" den gewünschten Gegenstand an die rechte Position schweben zu lassen, während ihr "Accio" und "Depulso" einsetzt, um Objekte zu verschieben und mit "Reparo" und "Reduktio" Zerstörtes repariert bzw. wieder zerlegt. Fehlt nur noch "Encindio", der Flammenzauber zum Verbrennen von hinderlichem Gestrüpp, der aber genauso leicht auszuführen ist, wie alle anderen Sprüche.

    Nur auf Nintendo Wii: Fuchteln mit dem Zauberstab

    Wingardium Leviosa! Das klappt immer. Wingardium Leviosa! Das klappt immer. Jeder Zauberspruch wird über eine ganz bestimmten Bewegung mit dem Zauberstab aktiviert, und Dank der Wiimote Steuerung dürfen wir diesen endlich selbst schwingen, während auf den meisten anderen Systemen lediglich die Analogknüppel zum Einsatz kommen. Zieht ihr die Wii Remote z.B. mit einem Schwung nach hinten, so benutz ihr "Accio" auf den zuvor per Cursor ausgewählten Gegenstand, und zieht ihn damit zu euch, während eine kreiselnde Handbewegung (im Uhrzeigersinn) die Reparatur-Magie auslöst. So einfach und intuitiv wie es klingt, so funktioniert es auf der Wii Konsole auch, was, wie wir feststellen mussten, keine Selbstverständlichkeit ist, denn auf der PS3 wollten die Zaubertricks trotz ähnlicher Bewegungs-Sensorik keinesfalls auf Anhieb klappen. Mit der Wiimote sind alle Magien jedoch spielend leicht auszuführen und bedürfen nur in sehr seltenen Fällen eines zweiten Versuchs, was das Spielgefühl stark intensiviert. Man möchte schon fast selbst "Wingardium Liviosa" schreien, und ertappt sich immer wieder beim Posen mit dem Wii-Zauberstab. Einfach Klasse.

    Allerdings dauert das Ausführen eines Zaubers auf der Wii meist etwas länger, als auf den anderen Systemen, da man einerseits eine gewisse Zeit braucht, um den Laserpointer-ähnlichen Cursor zu positionieren, und andererseits, weil man mit Wiimote und Nunchuck-Einheit dazu neigt, größere Bewegungen zu machen, die mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ein kurzer Rüttler am Analogstick. Ungeduldige Naturen, die schon ahnen, dass ihnen bei einer zweiminütige Zaubersession der Geduldsfaden reißen könnte, sollten also lieber nach einer Fassung mit üblicher Joypadsteuerung Ausschau halten. Ansonsten gleichen sich die einfach gehaltenen Kontrollbewegungen systemübergreifend und werden selbst von ungeübten Spielern schnell verinnerlicht. Lediglich das Fehlen einer justierbaren Kamera fällt negativ auf.

    Bis die Füße qualmen

    Eine Liebesszene mit Cho Chang darf natürlich nicht fehlen Eine Liebesszene mit Cho Chang darf natürlich nicht fehlen Eure Hauptaufgabe ist natürlich, die Geschehnisse in der Schule voranzutreiben, in dem ihr diverse Personen in Hogwarts ansprecht und jene Orte aufsucht, in denen Schlüsselszenen stattfinden. Doch braucht ihr dafür weder das Buch gelesen, noch die Filmumsetzung gesehen zu haben, denn einerseits hängen euch fast permanent Ron und Hermine am Zipfel, die euch die aktuelle Aufgabe erläutern, und zum Anderen könnt ihr jederzeit auf die berühmte Karte des Rumtreibers zurückgreifen, die zwar in der Geschichte des fünften Bands nicht vorkommt, euch aber im Spiel nützliche Dienste leistet. Auf dieser könnt ihr nämlich die Position aller wichtigen Personen und Orte finden, und diese auf Wunsch markieren, so dass euch auf dem Boden von Hogwarts kleine Fußspuren eingeblendet werden, denen ihr einfach nur nachzulaufen braucht, um die entsprechende Person zu finden. Auch wenn die Idee der "Karte des Rumtreibers" damit ein wenig verfälscht wird, ist dies eine wirklich gute Orientierungshilfe, die verhindert, dass ihr ständig zur Karte umschalten müsst, daher ist uns diese Funktion mehr als positiv aufgefallen. Seid ihr am Zielort angekommen, so gilt es meist, weitere Rätsel zu lösen, die aber nicht viel schwerer ausfallen, als die rundum verteilten Schlosspuzzles.

    Selbst die Hausaufgaben, die ihr aufbekommt, gestalten sich eher einfach. Einmal sollt ihr ein bestimmtes Buch in der Bibliothek finden und ein anderes Mal gilt es die fünf sprechenden Wasserspeier des Schlosses zu lokalisieren. Im Grunde genommen müsst ihr aber über das ganze Spiel hinweg nur von A nach B laufen, um Gegenstand C zu Person D zu bringen. "Harry Potter und der Orden des Marathon" wäre jedenfalls auch kein schlechter Titel für dieses Spiel gewesen, denn gerade in der ersten Hälfte lauft ihr permanent im Schloss herum, um anderen Leuten die Arbeit abzunehmen, und dürft lediglich hier und da mal den Zauberstab schwingen, um an begehrte Objekte zu kommen. So lassen sich z.B. hoch gelegene Gegenstände erst auflesen, wenn ihr zwei Sitzbänke aufeinander stapelt und raufklettert, oder euch auf den Regenrinnen und Vorsprüngen der Schlossmauern bewegt, die zuvor per Zauber repariert werden wollen. Um ehrlich zu sein, erinnert die Gesamtstruktur des Spiels dadurch ein wenig an ein non-lineares Lego Star Wars, denn anspruchsvollere Aufgaben gibt es nicht, und wenn ihr mal nicht weiterkommen solltet, verrät euch sogar ein Nebencharakter ungefragt die Lösung für euer Problem, daher werden sich Potter Fans reiferen Alters womöglich etwas unterfordert fühlen.

  • Harry Potter und der Orden des Phönix
    Harry Potter und der Orden des Phönix
    Publisher
    Electronic Arts
    Release
    21.08.2009

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Harry Potter und der Orden des Phönix
Harry Potter und der Orden des Phönix im Gamezone-Test
Wiingardium Nintenderosa! Oder auf deutsch: Auf der Wii zaubert es sich am besten.
http://www.gamezone.de/Harry-Potter-und-der-Orden-des-Phoenix-Spiel-5537/Tests/Harry-Potter-und-der-Orden-des-Phoenix-im-Gamezone-Test-991342/
02.07.2007
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