Injustice 2 im Test: Ein super Heldenprügelspiel!
Test
Nach dem brutalen Mortal Kombat X sind nun die DC-Superhelden wieder dran. Die Netherrealm Studios um Ed Boon veröffentlichen endlich einen Nachfolger zum 2013 erschienenen Injustice: Gods Among Us und lassen uns erneut mit zahlreichen Helden und Oberfieslingen gegeneinander antreten. Ob Injustice 2 seinen Vorgänger auf die Bretter schickt, erfahrt ihr im Test.
Ganze vier Jahre nachdem die Mortal Kombat X-Entwickler Netherrealm Studios uns zuletzt bekannte Figuren aus dem DC Comics-Universum vermöbeln ließen, hetzen die Prügelspielmeister erneut Superhelden und -schurken aufeinander. So viel Neues haben sich die Mannen rund um Ed Boon dabei gar nicht einfallen lassen. Injustice 2 setzt vielmehr auf die bekannten Stärken des Vorgängers und verfeinert dabei die gewohnte Spielmechanik. Und trotzdem schafft es der Titel, den Erstling locker zu überflügeln.
Injustice 2 im Test
Fledermaus vs Mann aus Stahl
Dies liegt vor allem an den beiden tollen Einzelspielermodi, der etwa sechsstündigen Story-Kampagne sowie dem neuen Multiversum-Modus. Die Story mag zwar kurz und knackig sein, wird dabei aber epischer inszeniert als so manches Blockbuster-Action-Adventure. Die Geschichte spielt erneut im alternativen Justice-League-Universum des Vorgängers und setzt direkt an dessen Handlung an. Nachdem Superman vom Joker dazu gebracht wurde, die schwangere Lois Lane umzubringen und daraufhin ganz Metropolis auslöschte, spaltete sich die Heldenriege in zwei Lager.
Quelle: PC Games
Die Story-Kampagne wird absolut episch inszeniert und erzählt eine unterhaltsame Geschichte, in der Brainiac und seine Schergen gegen eine zerrüttete Justice League antreten.
Batman gewann schließlich die Oberhand und sperrte den Stählernen in eine Kammer, wo Strahlen der roten Sonne seine Kräfte unterdrücken. Die Justice League ist allerdings immer noch zerschlagen und nun kommt auch noch der fiese Brainiac auf die Erde und möchte mit seinen Helfern Scarecrow, Bane, Gorilla Grodd und Co. den ganzen Planeten zerstören. Können sich die Helden zusammenreißen oder wird ihr Disput Milliarden von Menschen das Leben kosten?
Die Geschichte wird etwas hektisch erzählt und Spieler, die sich mit dem DC-Universum nicht auskennen, werden vermutlich mit den vielen Helden/Schurken und ihren Eigenheiten sowie Beziehungen untereinander etwas überfordert sein, doch die Kampagne ist grandios inszeniert und bietet trotz aller Düsterheit immer wieder herrlich abgedrehte oder gar alberne Stellen, die einen zum Schmunzeln bringen.
Wer kann, sollte jedoch auf englisch spielen. Die deutsche Sprachausgabe verschluckt nämlich den einen oder anderen Witz und die teilweise unglücklich besetzten Sprecher wirken in ihren Rollen manchmal etwas überfordert. Die Kampagne bettet über 70 Kämpfe in die Geschichte ein, bei denen fast jeder der insgesamt 28 (+ Darkseid, falls ihr eine Day-One-Edition ergattert) Helden und Schurken mal gegeneinander in den leider nur zwölf Arenen antritt. Insgesamt gibt es zwei toll präsentierte Enden und an einigen Stellen seid ihr sogar mit zwei Helden unterwegs und dürft folglich selbst entscheiden, mit welchem Kämpfer ihr euch Brainiacs Handlangern in den Weg stellt.
Quelle: PC Games
Die Charaktereigenschaften der Kämpfer werden gut von deren Kampfstilen eingefangen.
Masters of the Multiverse
Quelle: PC Games
Neben den Spezialattacken dürft ihr ihr auch von anderen Super-Fähigkeiten Gebrauch machen. Flash verlangsamt beispielsweise die Zeit und sorgt dafür, dass sich seine Gegner kurzzeitig in Zeitlupe bewegen.
Während euch die Story nur relativ kurz beschäftigt, ist der neue Multiversum-Modus theoretisch unendlich spielbar und ähnelt den Türmen aus Mortal Kombat X. Hier werdet ihr in verschiedene Universen versetzt, wo dementsprechend andere Regeln gelten. Ihr erhaltet spezielle Ziele oder auch nur für einen Tag geltende Aufgaben wie "Nutze keine Sprungangriffe" oder "Besiege deinen Gegner mit einem Arenawechsel". Zudem spielen verschiedene Modifikatoren in den Kampfablauf mit rein. So wackelt die Stage beispielsweise hin und her, es werden Lebensenergie erneuernde Herzen abgeworfen oder ein Kämpfer bewegt sich kurzzeitig in Zeitlupe. Die Herausforderungen sind teilweise richtig knackig und stellen selbst erfahrene Prügelspieler auf die Probe.
Neben den beiden großen Singleplayer-Modi dürfen aber natürlich auch normale Einzelkämpfe sowie Übungsfights und das sehr gute Tutorial bestritten werden. Mehrspieler-Partien funktionieren selbstverständlich sowohl lokal an einer Konsole als auch online. Schade ist nur, dass sich hier keine Modifikatoren einstellen lassen. Wer sich gerne online kloppt sollte zudem darauf achten, dass ein normales Matchmaking eingestellt ist. Da die Charaktere mitleveln, kommen sonst nämlich unfaire Kämpfe heraus. Zudem ist der Punkt "Turnier" eine falsche Bezeichnung. Hier kämpft ihr nicht in einem Turnierbaum, sondern es werden lediglich bei allen Spielern in der Gruppe die Stufe und Spezialfähigkeiten gleichgesetzt.
