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  • John Woo presents Stranglehold (dt.) im Gamezone-Test

    Da fliegen die Fetzen! Für Non-Stop-Action Fans ist Stranglehold ein Muss. Nur schade, dass die Abwechslung fehlt.

    Es gibt Filme, die sollen gar nicht logisch korrekt sein. Ganz im Gegenteil, erst wenn die Schwerkraft ausgehebelt, der Protagonist schon längst Krankenhausreif und die Storyline fern jeglicher Realität ist, geben sich manche Filmemacher zufrieden. So zum Beispiel John Woo, dessen Leinwandschinken in ihrer Gewaltchoreographie kaum zu überbieten sind. Irgendowo zwischen wilder Ballerei, graziöser Anmut und ein paar Tauben konnte Herr Woo bislang immer einen Hauch von Story verstecken, und ähnlich sieht es beim ersten Videospiel aus, bei dem er die Schirmherrschaft trägt. Stranglehold heißt dieses Actiongame, welches das Feeling eines Woo Films exzellent einfängt, erfahrenen Spielern aber irgendwie bekannt vorkommt.

    Schon komisch: Vor rund sieben Jahren wurde uns mit "Max Payne" ein Actionknaller vorgestellt, der versuchte, eine "John Woo" Filmstimmung einzufangen. Als eines der Schlüsselelemente galt damals die sogenannte "Bullet Time", eine steuerbare Verlangsamung der Zeit, in welcher der Spieler mehr Zeit hatte, seine Gegner anzuvisieren. Nun, sieben Jahre später, legt der legendäre Regisseur zusammen mit Midway selbst Hand an, und kommt zur selben Quintessenz: Zur Bullet Time, nur heißt das Feature diesmal anders.

    Max Panglehold

    Wie gut, dass der Sniper Laser auch andersherum funktioniert. Wie gut, dass der Sniper Laser auch andersherum funktioniert. In Stranglehold heißt dieses Feature "Tequila-Time", was hauptsächlich daran liegt, dass der Held des Spiels diesen Nachnamen trägt. Die Verwendung unterscheidet sich jedoch nur minimal, denn wie schon bei Max Payne könnt ihr auf Knopfdruck in jede Richtung hechten und dabei die Zeit verlangsamen. Allerdings passierte letzteres erst, wenn ihr einen Feind vor die Nase bekommt, damit ihr bei unbeabsichtigtem Sprung oder beim Überwinden kleiner Lücken nicht in die langatmige Zeitlupensequenz schaltet. Zusätzlich lässt sich die Bullet... sorry, die Tequila-Time auch manuell auslösen, bzw. sie kommt automatisch zum Zuge, sobald ihr im Kugelhagel auf Geländer steigt, über Tische und andere Flächen rutscht oder an einem Seil hangelt.

    It's Tequila Time! It's Tequila Time! Beim Namen Tequila sollte John Woo Fans allerdings längst ein Lichtlein aufgegangen sein. Stranglehold ist nämlich nicht nur ein actionreicher Third Person Shooter, sondern gleichzeitig auch eine Fortsetzung des Films "Hard Boiled" aus dem Jahre 1992, dessen Original-Titel übersetzt so viel wie "Der flinke Gott der Cops" bzw. alternativ "Gott der Knarren" heißt. Das trifft den Nagel auf den Kopf, denn obwohl auch im Hard Boiled Universum viele Jahre seit der Filmhandlung vergangen sind, bleiben die Umstände die selben. Inspector Tequila ist und bleibt der gleiche kaltschnäuzige Hund, der sich ohne Rücksicht auf Verluste auf eine Überzahl von Bösewichten stürzt, ohne auch nur einen Kratzer abzubekommen. Ein Kugelhagel ist für ihn also nicht aufregender als ein Regenschauer, und so lässt er sich auch in seinem Auftrag, einen Drogenring zu sprengen, von nichts aufhalten. Allerdings wird sein Anliegen erst richtig kompliziert, als ihn ein Drogenboss überredet, dessen Tochter und Enkelin aus den Klauen einer rivalisierenden Gruppe zu befreien, denn damit öffnet sich ein längst geschlossenes Kapitel seiner Vergangenheit...

    Da fliegen die Fetzen

    Die Cut Scenes sind beinahe Filmreif Die Cut Scenes sind beinahe Filmreif Der Spielablauf von Stranglehold ist relativ einfach gestrickt. Ihr rückt als Inspektor Tequila in die Verstecke böser Verbrecher vor und lasst eure Waffen sprechen, die von doppelt geführten Handwummen über halbautomatische Maschinengewehre bis zu kräftigen Pumpguns reichen. Da sich Verbrechen aber scheinbar doch auszahlt, hat die Gegenseite allerdings eine regelrechte Armee von freiwilligen Schergen gegen euch in der Hand, die in mehreren kleinen Gruppen auftauchen und euch das Lebenslicht ausblasen wollen. Mehr als Kanonenfutter stellen diese Handlanger aber nicht dar, denn dank der relativ niedrig angesetzten KI und der Tequila-Time sterben diese wie die Fliegen. Einen höheren Bodycount als in Stranglehold dürften jedenfalls die wenigsten Actionspiele bieten, und das will was heißen. In der Praxis heißt das allerdings, dass ein Kugelhagel dem nächsten folgt, und man in der Regel keine zwei Minuten Verschnaufpause genießen kann. Die meisten Spieler dürften aber auch gar keine Feuerpause wollen, denn neben dem beunruhigend hohen Spaßfaktor an der pausenlosen Ballerei, ist es auch die Grafik, die euch umgehend fesselt. Dank einer angepassten Unreal Engine 3, zerspringen nämlich angeschossene Objekte in viele Einzelteile, zeigen Einschusslöcher oder gehen in Flammen auf, was der auf Standbildern etwas leblos wirkenden Grafik eine unglaublich hohe Dynamik verleiht.

    Und noch mehr Gegner... Hier muss irgendwo ein Nest sein! Und noch mehr Gegner... Hier muss irgendwo ein Nest sein! Besonders tiefreichende Gameplay Elemente werdet ihr in Stranglehold allerdings nicht finden. Die einzige wirkliche Variation wird nämlich mit den Duell-Passagen gewährt. Hin und wieder wird Tequila von einer Hand voll Gaunern umzingelt worauf eine Sequenz eingeleitet wird, in welcher ihr die Kugeln der Gegner in Zeitlupe anfliegen seht. Daraufhin habt ihr die Chance, diesen auszuweichen und mit einer Ladung Blei zu antworten. Kompliziert wird es dabei nie, denn man kann lediglich nach links oder rechts ausweichen, während alle anderen Bewegungen von der Konsole vollzogen werden. Allerdings dürft hier nicht nach Logik fragen. Selbst gegeben, Tequila wäre in der Lage Pistolenkugeln anfliegen zu sehen, so bliebe noch immer die Frage, warum nur ein einziger von vier bis fünf Gegnern schießt, während die anderen erst einschreiten, wenn man den direkten Gegner erledigt hat.

    Inspektor Tequila fackelt nicht lange Inspektor Tequila fackelt nicht lange Ein weiteres nutzbares Element zeigt sich in den Sonderfertigkeiten, die sich erst im Laufe des Spiels offenbaren. So könnt ihr zum Beispiel eure Lebenskraft auf Knopfdruck auffüllen, einen besonders genauen Schuss abfeuern oder wie wild um euch schießen, sobald ihr eine Anzahl besonders stylischer Aktionen durchgeführt habt. Stellt ihr euch zum Beispiel inmitten eines Feuergefechts auf ein Treppengeländer und rutscht dieses herunter, so wird euch für jeden Treffer ein wenig Power für die Sonderfertigkeiten gutgeschrieben, welche über einen Indikator am Bildschirmrand links unten angezeigt wird. Mehr hat Stranglehold allerdings nicht zu bieten. Sicherlich gilt es in manchen Level kleine Aufgaben wie das Legen von Bomben oder das Zerstören von Drogenküchen zu absolvieren, doch sind diese Beschäftigungen nichts weiter als virtuelle Karotten, die vor euch gespannt werden, damit ihr den Weg zum nächsten Ballergefecht findet. Puzzles und größere Denkaufgaben sucht man jedenfalls vergebens, denn das einzige, was einen ab und zu ins Grübeln bringt, ist das Einschlagen des richtigen Weges. So müsst hier und da Masten umschießen, um euch einen Weg zu entlegenen Stellen zu ebenen, oder so manch andere Ziele wie explodierende Fässer treffen, die dafür sorgen, dass allerhand Blechteile durch die Luft fliegen und für euch Brücken schlagen. Zu den abwechslungsreichsten Ballergames gehört Stranglehold also sicherlich nicht, und genau das ist auch der große Schwachpunkt. Nach einer Weile hat man nämlich alle Effekte gesehen, so dass die reine Action nicht mehr ganz so sehr zu fesseln vermag, wie am Anfang. Wer aber auf reine "Augen zu und durch" Spiele steht, wird hier bestens bedient, denn die Präsentation ist beinahe fehlerfrei.

    Filmreif

    Hui, da hat es jemand auf uns abgesehn. Hui, da hat es jemand auf uns abgesehn. Rein grafisch braucht sich Stranglehold jedenfalls nicht vor etwaigen Konkurrenten zu verstecken. Klar, an manchen Stellen gibt es grobaufgelöste Texturen und auch das grundsätzliche Stagedesign zeigt sich nicht immer von der besten Seite, doch wird dieser Umstand durch die Exzellenten Charaktermodelle und die glaubwürdigen Animationen von Freund und Feind mehr als ausgeglichen. So sind es unter anderem auch die wirklich sehr schön umgesetzten Cut Scenes, die euch bei Laune halten werden. Dabei waren wir besonders positiv von der deutschen Synchro angetan, da sie ziemlich glaubwürdig und nie aufgesetzt klingt. Eine Seltenheit im Spielebereich. Nur schade, dass die Lippensynchro nicht immer passend ist.

    Zu erwähnen wäre noch, dass es auch einen Multiplayer Modus über Xbox Live gibt. Allerdings waren wir mit der Version, die uns zum Test zur Verfügung gestellt wurde, nicht in der Lage diesen auszuprobieren. Sollten wir zukünftig noch in den Genuss kommen, so wird dieses Review noch entsprechend ergänzt. Die deutsche Version von Stranglehold wurde zudem leicht entschärft, sprich die Ragdoll Animationen wurden verkürzt und Blut gibts auch nicht, aber stören sollte das niemanden, denn auf sowas kann man bei der aufkommenden Spielgeschwindigkeit gar nicht achten.

    John Woo presents Stranglehold (dt.) (X360)

    Singleplayer
    7,7 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Satte Action - beinahe ohne Verschnaufpause
    tolle
    realistisch wirkende Grafik
    geniale Special FX
    stilvoller Sound
    tolle Synchro in Filmreifen Cut-Scenes
    sehr zugängliche und präzise Steuerung
    Nach einer Weile ziemlich einseitig
    niedrige Gegner-KI mit mehr Masse als Klasse
    insgesamt nicht sonderlich schwer
    letztendlich "nur" Max Payne auf Speed
  • John Woo presents Stranglehold (dt.)
    John Woo presents Stranglehold (dt.)
    Developer
    Tiger Hill Entertainment (US)
    Release
    14.09.2007
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John Woo presents Stranglehold (dt.)
John Woo presents Stranglehold (dt.) im Gamezone-Test
Da fliegen die Fetzen! Für Non-Stop-Action Fans ist Stranglehold ein Muss. Nur schade, dass die Abwechslung fehlt.
http://www.gamezone.de/John-Woo-presents-Stranglehold-dt-Spiel-9337/Tests/John-Woo-presents-Stranglehold-dt-im-Gamezone-Test-991428/
14.09.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/09/Stranglehold360_15.jpg
tests