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  • Kane & Lynch 2: Dog Days - Hundstage - Leser-Test von alpha_omega

    Bereits im ersten Teil zu Kane & Lynch, der mit dem Beinamen Dead Man versehen wurde, sorgte das eher ungleiche Duo, bestehend aus dem Ex-Söldner Kane und dem Psychopathen Lynch, nicht nur für geballte Shooter-Action, sondern auch jeder Menge scharfer Wortgefechte. Im vergangenen Jahr feierten die beiden nach gut zweieinhalb Jahren Pause mit dem Spiel Kane & Lynch 2: Dog Days ihr Comeback auf den HD-Konsolen Xbox360 sowie Playstation 3 als auf auf dem PC. Produziert wurde der Nachfolger erneut von den dänischen Machern von IO Interactive, die auch schon an den Arbeiten zu Teil eins beschäftigt waren. In Deutschland musste sich der sehr auf Gewalt basierende Action-Titel dem Zensurschnitt der USK unterwerfen, doch dazu später im Detail mehr. Während man im ersten Teil noch mit Kane agierte, so schlüpft man im Solopart zu 90% des Spieles in die Haut des Cholerikers Lynch, lediglich eine einzige Mission bestreitet man erneut als Kane, doch der Reihe nach.

    Chinesische Sightseeing-Tour

    Lynch hat sich mittlerweile in der chinesischen Metropole Schanghai niedergelassen, wo er gemeinsam mit seiner Freundin Xiu in einem kleinen Apartment lebt. Eben jene Xiu, die eher im Hintergrund bleibt, soll eine nicht unwesentlichen Anteil an der recht intensiven Story haben, doch möchte ich an dieser Stelle nicht all zu viel verraten. Auf jeden Fall hat Lynch einen lukrativen Deal am Laufen, bei dem er seinen alten Kumpel Kane um Hilfe bittet und diesen nach Schanghai ordert. Doch bereits bei einem Routinebesuch kommt es zu einem mächtigen Blutbad und Lynch erschießt im Eifer des Gefechts ein junges chinesisches Mädchen, eine Tat die beiden Männern letzten Endes zum Verhängnis wird. Erzählt wird die Story mittels kurzen Cutscenes, die immer wieder zwischen den Schusswechseln in Erscheinung treten. Des Weiteren hört man während den Ladezeiten, die lediglich zwischen den einzelnen Missionen auftreten, wichtige Telefonate mit, die zusätzlich durch Bilder der einzelnen Orte ergänzt werden. Die Geschichte der beiden Chaoten verläuft zunächst recht spannend, doch so schnell wie sie Fahrt aufnimmt, so abrupt endet sie plötzlich auch und man blickt verdutzt auf den Abspann.

    Spielerisch erscheint K&L2 als klassischer 3rd Person Shooter, bei dem wir unseren Charakter aus der Verfolgersicht begleiten. Eine Besonderheit dabei ist, dass eben jene Verfolgerkamera nicht wie üblich starr auf den Charakter blickt, sondern das gesamte Spielgeschehen mit einer Wackelkamera versehen wurde, sodass speziell beim Sprinten des eigenen Charakteres der Eindruck entsteht, dass man ihm wie im Film Blair Witch Project mit einer Handkamera verfolgt. Ein wirklich tolles Feature, welches sowohl Atmosphäre als den Spieleindruck deutlich steigert, bei dem einen oder anderen aber mit Sicherheit auch Schwindelafälle hervorheben könnte. Zur Not lässt sich die Wackelkamera im Optionsmenü auch abschalten. Weitere Indizien dafür, dass die Macher das Spiel wie eine Art Internet-Doku aussehen lassen wollten, findet man bei Anwählen der einzelnen Kapitel, die im Youtube-Format optisch erscheinen. Des Weiteren werden die Folgen von deftigen Kopftreffern oder auch Nacktszenen, mit riesigen Pixeln versehen, die Kameraauflösung ansich erscheint ebenfalls mit leichten Pixeln.

    Moorhuhnjagd im Großstadtdschungel

    Im Gegensatz zu der sehr intensiven Präsentation, gestaltet sich das Gamplay eher als eintönig. Im Grunde genommen beschäftigen wir uns in den elf sehr kurz gehaltenen Missionen mit nichts anderen, als von A nach B zu laufen, hinter diversen Kisten und Mauern Deckung aufzusuchen, um dann möglichst alle bösen Gangmitglieder, Polizisten und Spezialeinheiten über den Haufen zu pusten oder gegebenenfalls mittels umher liegenden Gasbehältern oder Benzinkanistern zu rösten. Das Prinzip "Schießen - Laufen - Cutscene" zieht sich wie ein roter Strich durch das komplette Spiel. Lediglich einmal werden wir als MG-Schütze in einem Helikopter unterwegs sein, das wars dann allerdings auch schon mit der Abwechslung. Das ganze ähnelt einer wilden Moorhuhnjagd im chinesischen Großstadtdschungel, da auch die KI sich so verhält wie man es sich bei einer flotten und unkomplizierten Arcade-Ballerei wünscht. Auch das Level-Design, welches uns speziell in den ersten sechs Missionen durch unglaublich enge Gassen und Gebäude führt, lässt kaum spielerischen Freiraum, den man speziell im kooperativen Zweispielermodus sich gewünscht hätte. Lediglich gegen Ende des Spieles hatten die Entwickler ein wenig Erbarmen und präsentieren uns große Fabriken oder auch ein abgelegenes Bahnhofsgelände, welches mit etwas mehr Weitsicht gesegnet wurde.

    Ebenso nicht ganz nachvollziehen kann ich das Feature der Geiselnahme. Mittels Drücken auf die Kreistaste kann man wie in einem Gears of War nahestehende Gegner in den Würgegriff nehmen und ihnen die Pistole an den Kopf halten. Mit diesem erpresserischen Mittel sollte man eigentlich dafür sorgen, dass die anderen Gegner nicht mehr so wild um sich schießen, doch genau das Gegenteil tritt auf. In China scheint ein Leben nicht besonders wertvoll zu sein, und so wird der einst geschätzte Kollege einfach über den Haufen geschossen. Sodass man sich dann doch gleich selber der Exekution widmet oder sein Opfer einfach lieblos weg stößt. Ein weiterer Kritikpunkt ist die unverschämt kurze Spielzeit. Im normalen Schwierigkeitsgrad werden geübte Spieler kaum länger als drei bis vier Stunden benötigen, während man im extremen Modus ungefähr die doppelte Spielzeit beansprucht.

    Die Steuerung ist den Machern hingegen soweit recht gut gelungen. Mittels Schultertasten nehmen wir unsere Gegner ins Visier, und sprinten zügig flott durch die einzelnen Areale. Lediglich die Kollisionsabfrage bei den Maschinenpistolen lässt etwas zu wünschen übrig, da hier sich das Fadenkreuz in einen nicht ganz nachvollziehbaren größeren Kreis verwandelt, der selbst beim genauen Zentrieren auf den jeweiligen Gegner, nicht immer den gewünschten Erfolg verspricht. Ansonsten macht speziell wie Waffenphysik einen recht guten Eindruck. Die einzelnen Wummen, von denen man maximal zwei bei sich tragen kann und die trotz der recht knappen Gesamtspielzeit sehr zahlreich erscheinen, überzeugen durch ihre spezifischen Merkmale wie Durchschlagskraft und Präzision. Ebenso dienen dünnen Materialien wie Holz oder Plastik nur kurzfristig als Deckung, da sie ebenso zerstörbar sind, wie zahlreiche kleine Gegenstände, die sich an den einzelnen Orten befinden.

    Arcade-Modus und Onlinepart

    Neben der viel zu kurzen Storykampagne bekommt man als gratis Beilage einen Arcade-Modus, in dem man allerdings nicht die einzelnen Kapitel mittels Punktejagd absolvieren wird, sondern lediglich mit KI-Kameraden an einem der drei zur Verfügung stehenden Onlinemodi teilnimmt. Hierbei gilt es als Gangster eine Bank oder auch einen Geldtransporter aus zu rauben, in dem sich vier Millionen Dollar befinden. Gemeinsam stürmt man die einzelne Areale und kämpft sich bis zum Fluchtfahrzeug, welches mal einen Helikopter oder auch mal einen einfachen Kleintransporter darstellt. Das eher ungewöhnliche an der ganzen Sache ist, dass man seine Kollegen zu jeder Zeit eliminieren kann, und dann das erbeutete Geld nicht mit ihnen teilen muss. Allerdings muss man sich dann auch allein mit der Vielzahl an anrückenden Cops auseinander setzen. Mit dem eingespielten Geld lassen sich dann bessere Waffen kaufen. Ein Nachteil an diesem in Runden basierenden Zusatzmodus ist, dass sich bis auf den Schwierigkeitsgrad der von Runde zu Runde ansteigt, sich eigentlich nichts ändert, der Spielablauf immer gleich abläuft und auch die Gegner immer wieder in die selbe Position laufen.

    Ähnlich wie der Arcade-Modus läuft auch der Onlinepart ab, zumindest in "Fragile Alliance", auch hier arbeitet man erst im Team zusammen, um dann im dümmsten Fall von seinen einstigen Gangsterkollegen über den Haufen geschossen zu werden, oder schlichtweg im Stich gelassen zu werden, wenn diese mit dem Fluchtfahrzeug nicht auf einen warten. Zudem kommt erschwerend auch noch hinzu, dass erspielte Erfahrungspunkte, wie etwas das Töten von Polizisten sowie das erbeutete Geld bei einem Versagen in einer Runde nicht übertragen werden, dies bringt eine Menge Frust mit sich und demotiviert zusätzlich. Neben "Fragile Alliance" stehen einem zusätzlich noch die Herausforderungen "Cops & Robbers", hierbei respawnen getötete Ganster als Polizisten, sowie "Undercover Cop" bei dem es gilt eine Ware abzuliefern. In diesem Spielmodus übernimmt ein Spieler die Rolle eines verdeckten Polizisten, der sich unter die Gangster mischt, versucht alle zu eliminieren und erst auffliegt, sobald er auf einen Bösewicht feuert. Doch auch hier herrscht auf den Onlineservern zu viel Misstrauen, blind wird einfach auf alles und jeden gefeuert. Wohl auch aus diesem Grunde sind die Server von K&L2 zumeist gähnend leer, sodass man trotz der eigentlich interessanten Grundidee den Onlinepart fast abhaken kann.

    Technik-Check und Zensurschere

    In Sachen Grafik macht Kane & Lynch 2 einen gemischten Eindruck. Zum einen überzeugen die mit viel Liebe zum Detail ausgeschmückten Locations, speziell das Nachtleben von Schanghai mit seinen leuchtenden Wolkenkratzern und geschmückten Straßenzügen, zum anderen gibt es aber auch vereinzelte Areale (speziell im letzten Spielabschnitt) mit blassen Farben und unscharfen Konturen zu beklagen, die speziell auf der Playstation 3 Fassung zu vernehmen sind. Speziell hier wird bei mir der Eindruck erweckt, als hätten die Entwickler unter einem Zeitproblem gelitten. Zudem geht die Bildrate bei zu hohem Aufwand, zum Beispiel der Helikoptermission, bemerkbar in die Knie. Der Sound bietet hingegen nur wenig Anlass zur negativen Kritik. Die derben Dialoge von Kane und Lynch sorgen speziell mit englischer Sprachausgabe für ein raues Feeling und verstärken zusammen mit den satten Waffen SFX den unbarmherzigen Eindruck dieses Gangsterepos. Einen richtigen Soundtrack während des Spielgeschehens gibt es hingegen nicht. Auch hier setzten die Macher mehr auf Realismus, sodass man lediglich ein paar chinesische Popsongs vernimmt, die aus einem naheliegenden Radio oder in einem Fast-Foot-Restaurant dudeln.

    Wie in fast jedem Videospiel, in dem Gewalt exzessiv dargestellt wird, so unternahm auch bei Kane & Lynch 2 die deutsche Aufsichtsbehörde USK einige Einschnitte, die sich allerdings teilweise auch auf das Gameplay, speziell im Arcade-Modus auswirken. In diesem lassen sich wie im kompletten Spiel auch, wahllos oder eben auch unfreiwillig Zivilisten töten, die sich vermehrt an den einzelnen Orten befinden. Im Arcade-Modus wird man für das Töten von unschuldigen Passaten mit Punktabzügen bestraft, eine Maßnahme die es in der deutschen Fassung nicht gibt, da man dort prinzipiell keine Zivilisten töten kann. Ebenso wurde, wie fast schon üblich, der Ragdoll-Effekt entfernt, während es auch in der deutschen Fassung möglich ist, seine im Schwitzkasten genommen Gegner das Hirn weg zu pusten.

    Fazit
    Mit Kane & Lynch 2: Dogdays erhalten Shooter Fans einen durchschnittlichen Action-Shooter, der bis auf die ungewöhnliche Kameraführung kaum nennenswert in Erscheinung tritt. Neben viel zu engen Schlauchlevels und einer manchmal nicht enden wollenden Anzahl an heranstürmenden Gegnern, besitzt der Nachfolger von Dead Man zwar eine intensive Atmosphäre, die allerdings spätestens nach der ersten Spielstunde vom dem Gefühl des monotonen Gameplays immer mehr an Fahrt verliert. Lediglich der härteste Schwierigkeitsgrad sorgt zumindest für etwas Motivation, da man nicht gleich nach zwei Minuten den nächsten und stets fair gesetzten Checkpoint erreicht und die Spielzeit von vier auf acht Stunden Spielzeit verdoppelt. Das der Titel viel Potenzial verschenkt, wird auch bei dem mitgelieferten Arcade-Modus deutlich spürbar. Anstatt den Spieler noch einmal durch die einzelnen Storykapitel mit Punktevorgaben zu jagen, entschloss man sich lieber einfach einen der insgesamt drei Onlineparts einzubauen. Wahrscheinlich auch, weil man wusste, dass sich auf den Servern eh nur die Wenigsten verlieren. Verleiten die einzelnen Spielmodi ganz einfach dazu seine Kollegen einfach über den Haufen zu ballern und zu allem Überfluss wird man nach einem mehr minütigen Match beim Versagen mit Null Erfahrungspunkten belohnt.

    Die PS3 Version leidet im Gegensatz zur Xbox360- und PC-Version zudem deutlich unter den Einflüssen einer zu blassen Optik, die nicht selten Grafikmängel wie unscharfe Konturen oder auch ein Einbrechen der Bildrate offenbart und den ansonsten tollen Kamerastil deutlich schadet. Für einen langweiligen Abend, alternativ auch gemeinsam im Koop-Modus mit einem Freund eignet sich dieser Shooter mit Sicherheit, für mehr wird es allerdings nicht reichen. Lediglich bei der Namensgebung trafen die Macher exakt den Nagel auf den Kopf. Denn "Hundstage" drückt so ziemlich das aus, was man als nachhaltige Erinnerung vom zweiten Teil des Chaos-Duos Kane & Lynch beibehält.

    Negative Aspekte:
    Unscharfe Konturen und teils blasse Farbtöne, kaum Abwechslung, unverschämt kurz, nutzloses Geisel-Feature, eintöniger Arcade-Modus, unbefriedigende Punktvergabe im MP, gähnend leere Onlineserver

    Positive Aspekte:
    Die eigenwillige Kameraführung, ordentliche Waffenphysik, Koop-Modus sowohl offline als auch online, Fans von anspruchsloser Gewalt kommen mit Sicherheit auf ihre Kosten, sehr gute englische Sprecher

    Infos zur Spielzeit:
    alpha_omega hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Kane & Lynch 2: Dog Days

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: alpha_omega
    6.5
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    5/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    8.0/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Kane & Lynch 2: Dog Days
    Kane & Lynch 2: Dog Days
    Publisher
    Eidos
    Developer
    IO Interactive
    Release
    20.08.2010

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Kane & Lynch 2: Dog Days
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24.04.2011
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