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  • Killer 7 im Gamezone-Test

    Zu den spielerischen Risiken und Nebenwirkungen dieses Titels fragen sie bitte ihren Arzt oder Psychotherapeuten.

    Vielleicht ist Killer 7 ja genau das, was dabei herauskommt, wenn man die Macher von Resident Evil mit einer Überdosis LSD und der Filmographie von David Lynch in einem knallbunt beleuchteten Keller einsperren würde. Denn beim Spielen von Killer 7 kommen einem eigentlich immer nur zwei Worte in den Sinn: Sehr seltsam.

    Killer 7 Killer 7 Ganz normal ist das nicht: Harman Smith leidet unter einer ziemlich ausgeprägten Form der paranoiden Schizophrenie und versammelt in seinem Kopf gleich sieben verschiedene Persönlichkeiten auf einmal. Ganz ähnlich wie im Film-Geheimtipp "Identity", nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass diese Damen und Herren in seinem Kopf allesamt als Profikiller ihre Brötchen verdienen. Jeder einzelne der 7 Killer verfügt über besondere Fähigkeiten und bringt seine Opfer mit einer anderen Waffengattung um die Ecke. Ganz oben auf der langen Liste der Ziele steht Kun Lan, ein Unterweltboss mit einer nicht weniger schlimmen Psychose und dem zweifelhaften Ziel die Welt ins Chaos zu stürzen.

    Killer 7 Killer 7 Killer 7 schickt den Spieler zwar auf eine kunterbunte Reise in die verzwickten Gehirnwindungen eines siebenfachen Auftragsmörders, versucht sich aber in Sachen Story an noch weitaus mehr. Es geht hier nämlich nicht nur um eine von hervorragenden Filmen inspirierte Geschichte eines schizophrenen Killers, sondern gleichzeitig wird noch eine ganze Ladung verschiedenster Verschwörungstheorien und Weltkriegszenarien in das größtenteils undefinierbare Story-Mischmasch gekippt. In den gekonnt inszenierten Zwischensequenzen ist kaum die Rede von den tödlichen Sieben, vielmehr geht es um politische Spannungen zwischen Japan und den USA und um die ständige Bedrohung von fanatischen Selbstmordattentätern, den so genannten "Heaven Smiles". Während Killer 7 den dritten Weltkrieg im Stil eines cellgeshadeten Endzeit-Animes heraufbeschwört und indessen mit den skurrilsten Endgegnern der Spielgeschichte um sich wirft, bleibt irgendwo zwischen den paranoiden Wahnvorstellungen des vermeintlichen Protagonisten und Brown'schen Verschwörungstheorien der eigentliche Sinn des Ganzen leider auf der Strecke.

    Shinji Mikami und sein Team wollen die Suche danach wohl ganz bewusst dem Spieler überlassen, denn was in Hollywood schon längst gang und gäbe ist, kann bei Videospielen wohl auch nicht falsch sein. Trotzdem wird das wahnwitzige Story-Brimborium aus diesem Grund nur eine sehr spezielle Käuferschaft ansprechen, denn nicht jeder ehemalige Zombie-Jäger wird mit Mikamis Psycho-Exkurs problemlos klar kommen.

    Die spielbare Action-Geisterbahn

    Killer 7 Killer 7 Grundsätzlich spielt sich Killer 7 sehr ähnlich wie bereits etablierte Action-Adventures aus dem Hause Capcom. In kleinwenig hat sich Shinji Mikami sogar von sich selbst inspirieren lassen und Elemente der Kultserie "Resident Evil" auch in Killer 7 verarbeitet. Es geht um das Lösen von Rätseln, das Plattmachen von Gegnern in der Egosicht und die teilweise hysterische Suche nach dem nächsten Speicherraum. Die Bewegung durch die knallbunt inszenierte Spielwelt wurde jedoch gänzlich untypisch umgesetzt und nimmt dem Spieler einiges an bisher gewohnter Bewegungsfreiheit: Der Killer bewegt sich nämlich per Knopfdruck auf vorgegebenen Bahnen durch die Level, eine weitere Taste dient dem Richtungswechsel - eigenständiges Erkunden der Umgebung ist nicht möglich. Kommt ihr an einer Kreuzung, Tür oder einem interessanten Gegenstand vorbei, erwartet das Spiel kurzfristig die Richtungseingabe per Analogstick. Besonders in hitzigen Feuergefechten und wenn mehrere Gegner gleichzeitig hinter euch her sind, ist diese im Prinzip sehr einfache Steuerung aber hinderlich, da ein geschicktes Ausweichen auf einer vorgegebenen Bahn nun mal nicht möglich ist. Die Abstriche in Sachen Bewegungsfreiheit gaben den Entwicklern natürlich die seltene Möglichkeit viele sehr ansprechende und filmreife Perspektiven für die virtuelle Kamera zu wählen - würde man den Spieler bei solchen Kamerafahrten selbst steuern lassen, wäre das Chaos buchstäblich vorprogrammiert.

    Killer 7 Killer 7 Einen Grossteil der Spielzeit nehmen natürlich die Kämpfe gegen die so genannten "Heaven Smiles" ein, eine Bande halbdurchsichtiger Selbstmordattentäter, die nichts anderes vorhaben, als sich in eurer unmittelbaren Nähe in die Luft zu sprengen. Da sich diese hinterlistigen Burschen im Vorfeld grundsätzlich durch ein hysterisches Lachen ankündigen, wisst ihr immer zur rechten Zeit Bescheid, wann ihr per Schultertaste in den Zielmodus wechseln solltet. Aus dieser Ego-Ansicht könnt ihr wie in einem klassischen Shooter die Feinde aufs Korn nehmen und sie mit besonders gut gezielten Schüssen sogar sofort ins Jenseits pusten. Da die explosiven Lachsäcke nicht sofort zu sehen sind, muss vor dem eigentlichen Schusswechsel das Sichtfeld erst per Tastendruck nach ihnen gescannt werden. Außerdem fördert dieser Trick auch die Schachstellen der Gegner zu Tage, nur durch einen dort platzierten Treffer lösen sich die Feinde sofort in eine rötliche Pixelwolke auf. Im Prinzip besteht das ganze Kampfsystem aus dem vorsichtigen Anvisieren dieser Schwachstellen und dem rechtzeitigen Erfassen der Gegner. Viel ist das leider nicht, da haben andere Spiele schon mehr Abwechslung zu bieten.

    Endgegner aus einer anderen Bewusstseinsebene

    Killer 7 Killer 7 Auch wenn man während der zahllosen Zielübungen irgendwann die Lust verlieren könnte, halten die verschiedenen Gegner-Varianten einen dann doch relativ lange bei Laune und ganz besonders die pompös inszenierten Endgegner entschädigen auch den letzten Zweifler von der vergleichsweise tristen Standard-Action. Hier dreht das Spiel nicht nur in Sachen Sound und Grafik noch mal so richtig auf und stellt auch den abgebrühtesten Zocker-Veteran vor die wohl skurrilsten Endgegner der Spielgeschichte: Da wollen mutierte Anime-Engelchen hinterrücks erledigt, Blutgeile Texaner ins Jenseits befördert und sogar Gehirn-hustende Opas fachgerecht beseitigt werden - alleine für die hier verbauten Ideen steht den Machern eine Design-Auszeichnung zu.

  • Killer 7
    Killer 7
    Release
    15.07.2005
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990309
Killer 7
Killer 7 im Gamezone-Test
Zu den spielerischen Risiken und Nebenwirkungen dieses Titels fragen sie bitte ihren Arzt oder Psychotherapeuten.
http://www.gamezone.de/Killer-7-Classic-10504/Tests/Killer-7-im-Gamezone-Test-990309/
18.07.2005
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2005/07/TV2005071814012400.jpg
tests