Der UT-Mod kam Anfang des Jahres als Vollpreistitel für den PC auf den Markt und bringt Gameplay a la Left 4 Dead.
Es gibt Trends, die impulsartig eine Vielzahl an ähnlichen Produkten hervorbringen. Einer dieser immer noch aktuellen Trends ist das gemeinschaftliche Ego-Shooter Metzeln im Kooperationsmodus. Zwar hat Killing Floor, so der Erwartungen weckende Titel des Spiels, das Rad nicht neu erfunden, kann sich aber durchaus positiv von seiner Inspirationsquelle - dem Valve Hit Left4Dead - absetzen und an einigen Stellen sogar übertrumpfen.
Quelle: Tripwire Interactive
Killing Floor
Wirklich losgetreten hat diese Art von Mehrspielermodus natürlich nicht Left4Dead oder Left4Dead 2 sondern ein paar viel ältere Titel. Darunter das spielerisch hervorragend für den Kooperationsmodus umgesetzte Spiel Serious Sam: Second Encounter und davor natürlich Doom und Konsorten. Es war besagtes Spiel welches den Spaßfaktor einer vereinten Metzelei gegen Horden von Gegnern erstmals mit einer Masse von Mitspielern ermöglichte, wodurch tatsächlich während des Spiels so etwas wie ein Wir-Gefühl entstehen konnte.
Die gleichen Emotionen kann auch Killing Floor beim Spielen hervorlocken, wenngleich die standardmäßige Anzahl gleichzeitiger Spieler auf sechs limitiert ist. Aber was wäre ein ehemaliger Mod, denn darum handelt es sich bei Killing Floor nämlich eigentlich, wenn es dafür nicht schon längst eine Modifikation geben würde. Sozusagen ein Mod für den Mod. Killing Floor wurde im Jahre 2005 von Shatterline Productions entwickelt und veröffentlicht, wobei es sich nicht um ein Unternehmen im eigentlichen Sinne handelt, sondern um eine Gemeinschaft von Hobby-Programmierern. Der Mod wurde wie üblich auch nicht verkauft, sondern konnte kostenlos als Modifikation zu Unreal Tournament 2004 aus dem Internet heruntergeladen werden. Ein paar Jahre später kaufte das Unternehmen Tripwire Interactive die Rechte an dem Mod und entschloss sich daraus ein - stark modifiziertes und erweitertes - Vollpreisprodukt zu machen. So erblickte Killing Floor das Licht der Ladentheke im Jahre 2010.
Killing Floor
Ob es sich lohnt einen weiteren Ego-Shooter mit Hauptaugenmerk auf den Kooperations-Mehrspielermodus zu kaufen, kann man nachfolgen lesen. Es sei noch erwähnt, dass es sich bei Killing Floor mal wieder um ein reines Spiel für die Steam-Plattform handelt und man entweder einen Steam-Account haben oder kreieren muss. Auch die Verkaufsversion mit Medium und Hülle ist nicht lauffähig ohne aktiven Steam-Internetzugang. Wobei sich da natürlich die Frage stellt, warum gibt es überhaupt eine Verkaufsversion mit Medium? Bei der "Installation" des Spiels wird ohnehin alles vom Steam-Server heruntergeladen.
Es sei noch angemerkt, dass hier nur die Mehrspielervariante von Killing Floor besprochen wird, die Einzelspielervariante die, ebenfalls existent, ist nicht mehr als eine rudimentäre Zugabe zum Hauptzweck des Spiels. Auch ist die in Deutschland über Steam erhältliche Version mittlerweile nur noch als entschärfte Version zu bekommen, ohne die ganzen Splattereffekte.
Die Spielrealität - Metzger's Himmel
Killing Floor
Nun, wer grundsätzlich viel Wert auf eine plausible Hintergrundgeschichte legt, anhand derer man das Geschehen auf dem Monitor intellektuell nachvollziehen und in allen Einzelheiten analysieren kann, ist bei Killing Floor genau richtig. In England wurde durch einen Terrorangriff mit Biowaffen eine ganze Armada an entstellten Mutanten erschaffen, die darf man dann im Mehrspielermodus schön geordnet nach Wellen (Runden) nach allen Regeln der Kunst mit seinen Mitmetzgern niedermetzeln. Klingt doch nach einer epischen verwickelten Geschichte mit unerwarteten Wendungen, wie aus dem richtigen Leben, nicht? Nicht?
Hm.
Killing Floor
Nun ja, wer jetzt denkt, 'Hey, dieses Spiel spiele ich doch jeden Morgen in der U-Bahn, nur dass die Mutanten dort noch hässlicher sind', sei gewarnt, man könnte ein paar bekannte Gesichter im Spiel wiedererkennen und dann wird es möglicherweise peinlich.
Da die ganzen jugendgefährdenden Tätigkeiten im alten England stattfinden, hat man natürlich auch nur in Lokationen dieses Inselstaates zu kämpfen. Da gibt es düstere entvölkerte Landfarmen, alte Landhäuser und natürlich unvermeidbar: London. West-London um genau zu sein. Man hätte allerdings jedes andere Gebiet auf den Verkaufskarton schreiben können, bis auf die West-London-Map erinnert nicht viel an England. Wie auch immer, es dürfte klar sein, dass ein solches Spiel nicht wirklich eine Hintergrundgeschichte benötigt um zu funktionieren. Es gibt praktisch keinerlei Story Verlauf dem man folgen müsste, im Spiel geht es auch primär darum zu überleben und wenn man Spaß daran hat, die derzeit knapp über 60 Errungenschaften erfolgreich zu erreichen. Das ganze Setting erinnert aber durchaus ein wenig an das Filmszenario aus dem britischen Horrorschocker "28 Days Later", welcher 2002 in die Kinos kam.
Insofern besteht die Spielrealität aus dem Mehrspielergefecht und dem Hochleveln seiner Perks. Was Perks sind, ist nachfolgend zu erfahren...
