Passend zum DVD-Release des leider im Kino etwas untergegangenen "King Arthur", bringt uns Konami die gleichnamige spielbare Fassung des Ritterepos. Zu einem verspäten Kassenschlager wird King Arthur aufgrund dieses Spiels aber sicher nicht werden, ganz im Gegenteil.
Wie schon im Kinofilm von Antoine Fuqua erlebt ihr auch im Spiel der Krome Studios die etwas andere Geschichte des sagenumwobenen König Arthur und seinen Mitstreitern Lancelot, Guinevere, Tristan und Bors. Das Ganze basiert nämlich auf neueren Erkenntnissen der Geschichtsforscher und zeigt den edlen Arthur in einem völlig anderen Licht zu einer völlig anderen Zeit: Mit seinen Rittern der Tafelrunde muss er sich nämlich im Dienste der römischen Herrscher im antiken England beweisen und es mit den rebellischen Bewohnern der Insel aufnehmen. Später rücken ihm dann auch noch die barbarischen Sachsen auf den Leib und so kommt es, dass sich König Arthur mit seinen einstigen Rivalen verbünden muss, um schließlich ganz England zu retten.
King Arthur
In Sachen Gameplay hat man sich für dieses Spiel mehr als offensichtlich bei EA's ersten beiden Titeln zu "Herr der Ringe" inspirieren lassen. Vom Menüdesign, über die Bedienung und den Spielablauf bis hin den Hilfetexten - alles bis ins Detail nachgebaut. Zwar prügelt ihr euch in King Arthur nicht mit Orks und anderem Getier aus dem Hause Mordor, dafür bekommen die reihenweise anstürmenden Krieger der Woads und Sachsen mächtig eins vor den Latz. Dank drei verschiedener Schlagknöpfe habt ihr die Wahl zwischen Angriffen verschiedener Stärke, meist seid ihr aber auf den schnellsten davon angewiesen, da der Gegner sonst in aller Ruhe blocken kann. Wie in den anderen Beat'em'ups auch, müsst ihr auch hier verschiedene Schlagkombinationen einsetzen um möglichst effizient ans Levelende zu gelangen. Dort werden die erspielten Erfahrungspunkte für neue Moves und Spezialangriffe ausgegeben und weiter geht's im nächsten der insgesamt 20 verschiedenen Level, welche sich in spielerischer Hinsicht nur wenig voneinander unterscheiden.
King Arthur
Das recht eintönige Gemetzel in den farblich noch eintönigeren Wäldern Englands bekommt in Form von verschiedenen Waffen und dem Einsatz von Pferden wenigstens etwas Frischluft ab: In machen Runden dürfen sich Arthur und seine Freunde auch auf dem Pferd beweisen, die Steuerung ist dann etwas anders und auch die ansonsten recht fade Spielgeschwindigkeit steigt auf dem Rücken der Vierbeiner angenehm an. Außerdem könnt ihr zu jeder Zeit zwischen Schwertkampf und dem Einsatz von Pfeil und Bogen umschalten, was eine angenehme Abwechslung mit sich bringt. Da der nützliche Bogen um einiges stärker als euer eigentlich legendäres Schwert ist, werdet ihr die Level sehr schnell nur noch damit bestreiten und lediglich im unausweichlichen Nahkampf auf die Klinge umschalten. Auch wird man in vielen Levels von einem oder mehreren der Tafelritter unterstützt, nur leider ist es mit deren Intelligenz nicht sonderlich weit her: Meist stehen die legendären Ritter uninspiriert in der Gegend herum und überlassen euch die blutige Schnetzelarbeit. Da das Kampfsystem nicht unbedingt viele Fehler verzeiht und das Treffen der oft mit Schilden geschützten Feinde eher ein Glücksspiel als eine Fingerfertigkeit ist, wären etwas schlauere Helfer bitter nötig gewesen.
King Arthur
Zudem kann man nicht gerade behaupten, dass die gegnerische KI besonders viel leisten würde, lediglich in Sachen unfaires Einzukreisen und mit mehreren Angreifern gleichzeitig frustrieren macht sie ihre Arbeit wirklich gut. So schafft es das Spiel teilweise gleich mehrfach pro Level euch rundum mit stur auf euch eindreschenden Gegnern zu nerven, was innerhalb von Sekunden zum Bildschirmtod führen kann und wird. Da die meist sehr weitläufig gestalteten Level frei von jeglichen Checkpunkten sind, ist der Frust buchstäblich vorprogrammiert. Aus diesem Grund ist während unseres Tests das Joypad gleich mehrfach gegen die Wand geflogen - Spielspaß kommt dabei wohl nur sehr spärlich auf.
King Arthur
Da sich die spielerische Seite des Titels mehr oder weniger auf eintöniges Knöpfchendrücken im Kampf gegen immer gleich aussehende Gegner beschränkt, wäre zumindest in optischer Hinsicht etwas zu retten gewesen. Doch auch hier wird man enttäuscht: Die digitale Spielwelt ist fast immer sehr grobkörnig und fade aus wenigen Polygonen geschnitzt worden, zudem sind die Texturen nur selten wirklich scharf. Die Charaktere sind recht notdürftig animiert und selbst die Protagonisten erkennt man höchstens aufgrund ihrer Kleidung wieder. Besser sieht es da schon mit dem Sound aus, der kommt natürlich direkt aus dem Film und ist deshalb ganz ordentlich ausgefallen. Auch die sporadischen Sprüche der Helden konnten uns so manchen Schmunzler entlocken - in Sachen Wortwitz und Musik ist also alles im grünen Bereich.
