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  • Kino Mogul im Gamezone-Test

    Der Kino Mogul stellt eine der simpelsten und monotonsten Wirtschaftssimulationen der letzten Jahre dar.

    Verdächtig, verdächtig. Ein Spiel, dass auf nur einer CD, nicht DVD, daherkommt und diese ist dann auch noch zu zwei Dritteln mit Bonusmaterial belegt? Eine zehn Seiten dünne Anleitung für eine Wirtschaftssimulation, die die ganze Welt der Kinobranche abdecken soll? Kann denn das was werden? Leider nicht ganz, wie sich herausstellt, denn statt uns in die goldenen Tage des Chinese Theaters zurückzuführen und Glanz und Glorie der Lichtspielhäuser zu präsentieren, zeigt sich Kino Mogul von Comport Interactive und Donkey Games trist wie die finanzielle Situation vieler der großen THX-Paläste. Ob sich Kinopolis, Betreiber einer Reihe solcher Cineplex-Häusern, so das Ergebnis der Zusammenarbeit mit den Casual-Game-Entwicklern vorgestellt hatte?

    Die ganze Welt auf zehn Bildschirmen

    Kino Mogul Kino Mogul In Kino Mogul hat der Spieler von seinem Onkel ein kleines Kino in der Innenstadt geerbt und muss jetzt das winzige, rückständige Lichtspielhaus in einen brummenden 8-Säle-Multiplexpalast verwandeln. Leichter gesagt als getan, denn mit den 10.000 € Startkapital kann gerade mal die Snackbar befüllt und zwei Altfilme gemietet werden. Also heißt es zunächst einmal kleine Brötchen backen, die Eintrittspreise ein wenig senken und ein paar Flyer unters Volk bringen, damit sich ein paar Besucher in die ersten Vorstellungen verirren.

    Kino Mogul Kino Mogul Das gesamte Spielgeschehen läuft auf ca. 10 poppig-bunten Screens ab, die alle benötigten Optionen verstecken. Im Kinoeintrittsbereich lassen sich die Preise regeln, im Büro nebenan werden die Statistiken im Auge behalten, die Angestellten bezahlt oder gefeuert und ein Überblick über die Spielziele gegeben. Nach einem ersten Rundklick geht es dann auf die 3D-Übersichtskarte, auf der als erstes der Filmverleih angesteuert wird, denn schließlich muss man ja was zeigen. Eine Auswahl an Titeln mit so illustren Namen wie "11 Donkeys" oder "Dürstende Legenden" steht zur Miete bereit, wobei beim Ausleihen eine recht hohe einmalige Gebühr fällig wird und dann eine tägliche Miete. Die Filme hat man auch nicht ewig sondern nur für ein paar Tage, bevor sie wieder in den Verleih zurückgehen. Als nächstes wird für die Snackbar geshoppt und da die gerade getätigten Ausgaben sich auch rentieren müssen, noch schnell ein Werbevertrag abgeschlossen. Diese Verträge sehen vor, dass eine bestimmte Zahl von Zuschauern die Werbung innerhalb von einer bestimmten Anzahl an Tagen sehen müssen, ansonsten gibt es statt einer saftigen Prämie eine Strafzahlung.

    Kino Mogul Kino Mogul Von der Bank sollte sich der frischgebackene Kinobesitzer fernhalten, denn die Zinsen der hier vergebenen Kredite fressen sich schnell durch die anfangs dünne Finanzdecke. Sinnvoller ist da schon die Werbeagentur, denn je nachdem ob man mit Freikarten oder Fernsehwerbung auf sich aufmerksam macht, wissen halt mehr Leute, was gerade gespielt wird und verbringen den Abend eher im Kino. Dies sind dann neben dem obligatorischen Speichermenü auch schon alle Screens, die man so zu Gesicht bekommt. Sind alle Zutaten beieinander, geht es flugs zurück ins Kino, um Film und Werbung auf den Spielplan zu setzen. Dann heißt es abwarten und der Besucher harren, die da kommen.

    Wenige Zahlen und noch weniger Komplexität

    Kino Mogul Kino Mogul Dieses Spielprinzip und die Umsetzung ist nicht gerade neu, denn schon zu Zeiten des seligen Commodore Amigas funktionierten Wirtschaftssimulation genau nach diesem Muster und es ist deshalb erstaunlich, dass Kino Mogul dem so gar nichts hinzuzufügen hat. Im Gegenteil, es ist ja klar, dass hinter jeder WiSi irgendein definiertes Zahlenmodell rechnen muss, das die Aktionen des Spieler und die Reaktionen der Simulation zusammenhält. Dieses Modell sollte aber auf keinen Fall nach 30 Minuten selbst von schlichten Gemütern zu durchschauen sein, denn das Erkunden, wie man schließlich zu einer positiven Bilanz kommt, ist ja die Hauptmotivationsquelle. So simpel wie hier war es noch selten, denn es spielt eigentlich keine große Rolle, was für Filme man wann spielt. Jeder Film hat ein Qualitätsniveau und eine bestimmte Laufzeit. In den ersten Tagen läuft er gut, später schlecht, während hochwertige Filme mehr Leute in Kino locken. Es spielt überhaupt keine Rolle welches Genre ich wann spiele, am Nachmittag läuft ein Kinderfilm genauso gut wie ein Splatterstreifen, der das gleiche Qualitätsranking hat. Ich balanciere also gerade mal zwei Zahlen.

    Kino Mogul Kino Mogul Nicht wesentlich anspruchsvoller geriet der Rest des Finanzmodells. Setze ich die Preise ein wenig hoch, bleiben die Leute weg, gehe ich runter, kommen mehr. Der Eintrittspreis lässt sich nicht für einzelne Zeiten definieren, außer ich passe jede Vorstellung händisch an, eine Bürde, die sich spätestens bei mehr als drei Sälen keiner mehr antun wird. Das Personal kann geschult werden und für jeden der sechs Jobs gibt es fünf Ausbaustufen, so verkauft ein Level Fünf Kartenverkäufer 5 % Karten mehr, ein Imbisswart 5 % mehr Snacks und so weiter. Auch das Kino selbst lässt sich mit besseren Leinwänden, Klimaanlagen und Soundsystemen ausstatten, jede Änderung verbessert entweder klar definiert die Zahl der Zuschauer oder einen anderen der wenigen Faktoren. Es wäre wünschenswert gewesen, dass solche Änderungen nicht so isoliert wären, sondern sich in mehr Faktoren niedergeschlagen würden. Auch ein wenig mehr experimentieren bei den Wirkungen der Upgrades hätte motiviert, so weiß der Spieler immer viel zu genau woran er ist.

    Selbst auf dem hohen Schwierigkeitsgrad, wo die Besucher nicht ganz so in Scharen hineinströmen, lässt sich doch durch die Einzelpositionen alles sehr leicht kalkulieren, zumal die laufenden Kosten selbst mit mehreren ausgebauten Sälen zu gering sind, um den Spieler, der sich nicht mutwillig übernimmt, in Bedrängnis zu bringen. Letztlich lässt sich jede Entscheidung mit einem Taschenrechner im voraus kalkulieren und mittels eines Projektplaner genau sagen, wann wie viel Geld in der Kasse und das Kino komplett ausgebaut ist.

    Keine Langzeitmotivation, aber auch keine Hemmnisse

    Kino Mogul Kino Mogul Die Benutzerführung unterstützt dieses Simpelkonzept sehr gut. Das ist nicht einmal direkt negativ gemeint, denn sobald erst einmal das Personal, vor allem der Snack-Manager, der den Kiosk automatisch auffüllt, trainiert ist, reicht es völlig, sich um die Werbeverträge und Filme zu kümmern. Wenn man möchte, kann noch der Preis der einzelnen Säle den Filmen angepasst werden, schließlich zahlen die Zuschauer für einen Fünfsternefilm mehr als für eine olle Kamelle, aber das war es dann auch schon. Von den Ausbauten, die im Kino eingerichtet werden, sieht man nur wenig und ob eine Lasershow oder ein neues Soundsystem gekauft wurde, bemerkt man nur an den Zuschauerzahlen. Die Langzeitmotivation reduziert sich damit sehr drastisch, sind erst mal die acht Säle da, gibt es nichts mehr zu erreichen, auch ein neues Haus kann nicht gekauft werden. Wer intensiv spielt, kann dieses Ziel locker an einem Tag erreichen.

    Kino Mogul Kino Mogul Ein wenig reizt noch die Kampagne, die einen immer neue Zwischenziele setzt, aber im Endergebnis läuft es auch hier nur darauf hinaus, ein großes, profitables Haus zusammenzustellen. Die hier gesetzten Zeitlimits sind auch so großzügig ausgelegt, dass Ziele wie das Erwirtschaften von 3.000 € Gewinn oder die Einrichtung eines zweiten Saales leicht erreichbar sind und erst der höchste Schwierigkeitsgrad den Spieler zum Ende hin fordert. Die Filmauswahl weiß auch nur kurz zu motivieren, denn die insgesamt 200 Titel werden durch eine Fortsetzungszahl aufgewertet, die Beschreibung bleibt immer gleich. Nach einer Weile ist es halt langweilig "Heavy Traffic 8" gefolgt von 9 und dann von 10 immer wieder zu zeigen. Für einen Spieletitel, der immerhin 30 € kostet, ist das alles zu wenig und das ist auch das größte Problem, mit dem Kino Mogul zu kämpfen hat.

  • Kino Mogul
    Kino Mogul
    Publisher
    DK Games
    Developer
    DK Games
    Release
    11.2006

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Kino Mogul
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http://www.gamezone.de/Kino-Mogul-Spiel-10725/Tests/Kino-Mogul-im-Gamezone-Test-991151/
05.02.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/02/Kino_Mogul_2007-02-04_22-24-03-32.jpg
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