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  • Knight Shift im Gamezone-Test

    Reality Pump packte zwei Spiele zusammen und nennt das ein Hybrid-Game, kann das gut gehen?

    Gä duathi, gä dohi, imma oabaitn

    Als Spieledesigner hat man es nicht leicht. Der ruf der Kundschaft nach Innovationen und neuen Gameplay ist unüberhörbar, wagt man dann aber das Experiment und gestaltet tatsächlich ein völlig neues Spiel, erntet man oft nur Spot und Hohn zwecks des misslungenen Versuchs. Ob das bei Knight Shift ebenfalls der Fall ist oder ob es Zuxxez geschafft hat zwei Spielegenre erfolgreich miteinander zu verknüpfen, könnt ihr in diesem Review nachlesen. Der Entwickler selbst bezeichnet Knight Shift als Hybrid-Game, also zwei Spiele in Einem, denn der Titel bietet uns die zwei unterschiedlichen Spielmodi Kampagne und Rollenspiel. Beide finden in demselben Setting statt, spielen sich aber sehr unterschiedlich. In der Kampagne dürfen wir die Geschichte des zurückgekehrten Prinzen spielen, dessen erste Aufgabe darin besteht sich erst einmal eine standesgemäße Rüstung zu besorgen. Allerdings gibt es meist mehr als nur ein einzelnes Ziel zu erreichen bevor wir die nächsten Aufgaben erhalten, welche auch fein säuberlich in der ToDo-Liste aufgeführt sind und nur selten Fragen offen lassen. Viele der Aufgaben erhalten wir von der Bevölkerung, die oft erst bereit ist uns zu helfen nachdem wir ihnen eine Dienst erwiesen haben. Anfangs sind das noch so banale Dinge wie die Hilfe beim Hausbau, räuberische Bären von den Bienenstöcken vertreiben oder die Wölfe von den Kühen fernhalten. Später jedoch helfen wir auch bei der Verteidigung des Dorfes oder sind sogar selbst für den ritterlichen Nachschub an der Front zuständig, wo sich nicht nur die Krieger und Kämpfer sondern auch allerlei Zauberer und Hexen ihr Stelldichein geben. Klar, dass wir gegen solch geballte Power nur mit genügend aufgelevelten Charakteren eine Chance haben, ebenso will der Einsatz der diversen Krieger gut geplant sein. Einem Bogenschützen z.B. bereitet es keinerlei Probleme eine Hexe mit wenigen Schüssen von ihrem Besen herunterzuholen, dafür genügen schon wenige Bisse eines Wolfes um ihn sterben zu lassen. Die edlen Ritter dagegen sind im Nahkampf kaum besiegbar und schlagen mit ihrem Schwert alles kurz und klein, können aber kaum etwas gegen Fernwaffen ausrichten und sind auch den fliegenden Hexen praktisch schutzlos ausgeliefert. Doch auch für den Nachschub ist der Spieler verantwortlich, was man in diesem Game besonders putzig realisiert hat. Den beginn der Nahrungskette nämlich stellt die Kuh dar, welche im Normalzustand fleißig Milch für die Männer produziert. Diese wiederum sind in der Lage allerlei Gebäude herzustellen, vom einfachen Zaun über den Wachturm bis hin zur wichtigen Baracke in der starke Krieger ausgebildet werden. Dazu gibt es rein militärische Gebäude wie z.B. den Wachturm, welcher nicht nur die Reichweite des Bogenschützen erheblich erweitert sondern ihn auch schützt, aber auch zivile Häuser wie den Kuhstall. Freilich muss man sich erst mit dem seltsamen Umstand anfreunden, dass man aus Milch Häuser herstellen und sogar Menschen erzeugen kann. Die Milch macht's eben.
    Bei all diesen Details darf man nicht vergessen, dass jede einzelne Figur ihre ganz individuellen Statuswerte besitzt, die selbstverständlich mit jeder Bewegung aufgelevelt werden, sowie seine individuelle Bewaffnung. Da es im Spiel des öfteren neue Waffen zu finden oder zu erringen gibt, ist es auch möglich die "alte Rüstung" wegzuwerfen damit sie ein anderer Kämpfer aufnehmen kann, freilich nur im Rahmen seiner kämpferischen Fähigkeiten, was z.B. den Bogenschützen hindert ein Schild zu gebrauchen.
    Der zweite Spielmodi den uns "Knight Shift" bietet nennt sich das Rollenspiel und spielt sich auch genau so. Obwohl dieselbe Engine bietet dieser Part ein komplett anderes Spielerlebnis welche vor allem den RPG-Einsteigern gefallen könnte. Ganz ab von der gebotenen Story im Kampagnen-Mode können wir aus mehreren Figuren wählen die allesamt recht verschiedene Eigenschaften besitzen. Vom starken Kämpfer über den gedrungenen Gnom bis hin zur Zauberin stehen uns viele verschiedene Charaktere zur Auswahl mit denen wir dann auf einer der vielen RPG-Karten austoben können. Leider ist dieser Spielmodi aber ziemlich unausgeglichen und bevorzugt manche Charaktere enorm. So sind die meisten Waffen nur vom Ritter oder dem Barbar zu benutzen, Speere nur vom Speerwerfer, was dazu führt, dass man sich mit Charakteren wie dem Magier oder der Hexe sehr schwer tut gegen die übermächtigen Kämpfer zu bestehen, denn man ist ständig gezwungen irgendwelche Barbaren mit Gold zu versorgen damit sie unser Leib und Leben schützen. Besonders im Multiplayer-Part fällt dieses Ungleichgewicht stark auf. In einem Satz zusammengefasst: Der Rollenspielpart sieht nett aus ist aber spielerisch nicht konkurrenzfähig.
    Im Laufe der Zeit stellt man zudem fest, dass einem immer dieselben Feinde begegnen, zwar des öfteren in andere Farben gehüllt, ansonsten aber immer gleich. Selbiges trifft auf die zu sammelnden Gegenstände des RPG-Parts zu, die es zwar in vielen und unterschiedlichen Ausführungen gibt, solch motivierende Einzelstücke aber, wie wir sie aus ähnlichen Spielen kennen, existieren nicht.

    Dafür zaubert die Engine eine wirklich herrliche Spielwelt auf dem Schirm in der nicht mit Details gespart wird. Diese kann frei gedreht werden und selbstverständlich kann man in bestimmten Grenzen auch Zoomen, wovon man im Spiel allerdings nur selten Gebrauch macht, da die entfernteste Sicht erst für den erwünschten Überblick sorgt. Besonders die Wasser- und Wettereffekte sind sehr gut gelungen, denn während man am Boden die Schatten der Wolken Entlangziehen sieht und die Sonne langsam gen Horizont wandert, tummeln sich die Fische im Wasser welches so klar ist, dass man bis auf den Grund sehen kann obwohl sich die Wellen an der Oberfläche kräuseln. Doch auch an Land gibt es vieles zu sehen und man bewegt sich kaum über einen neuen Abschnitt ohne etwas für's Auge zu finden, wie z.B. die Eingänge in die unterirdischen Dungeons. Neben der Oberflächenkarte existiert nämlich auch eine Unterwelt mit einer komplett eigenständigen Karte und ganz besonders bösen Untoten, auf die wir aber kaum verzichten können da durch sie oft der einzig gangbare Weg führt. Ein besonderes Lob verdient hierbei die Kamera, welche zwar frei vom Spieler gesteuert wird aber auf ganz intelligente Art und Weise die Dinge durchsichtig macht die unserem Blick im Wege stehen. Es ist also nicht erst nötig die Kamera groß zu bewegen um erkennen zu können wo es weitergeht. Allerdings sehen die Dungeons optisch bei weitem nicht so gut aus wie die Oberwelt.

    Die zugehörige Soundkulisse ist technisch einwandfrei geworden, besonders das gesungene Titellied sorgt gehörig für die richtige Stimmung, dürfte aber die Spielergemeinde spalten, zwecks der vielen (und falschen) Dialekte mit denen man den Spieler beschallt. Kann man über den sächsischen Bogenschützen noch lachen wenn er seinen "faif oh glogg tä" haben will, das falsche Wienerisch aber welches die Bauern an den Tag legen tut schon nach wenigen Minuten "wäh im Oah". Die Härte aber stellt der besoffene Magier dar, welcher uns durch die Kampagnen führt, denn er redet nicht nur verdammt langsam, er nuschelt auch tatsächlich als ob er abgefüllt wäre bis zur Unterkante der Oberlippe. Im späteren Verlauf des Spiels erfährt man zwar, dass er tatsächlich alkoholisiert sein soll, denn das Bier schmeckt halt so gut, bis dahin allerdings fragt man sich ernsthaft was im Tonstudio abging. Es ist nun sehr schwer sich über die Sprachausgabe ein Urteil zu bilden, denn es wird sicherlich Spieler geben welche die verschiedenen Dialekte als Lustig empfinden, anderen wird es schlicht die Haare im Nacken aufstellen.

    So schön auch die Optik von "Knight Shift" auf dem Schirm erstrahlt, wobei man über die leicht steifen Bewegungen der Akteure locker hinwegsehen kann, und so gut bedienbar das Interface auch geworden ist, man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Knight Shift an einigen Stellen gehörig Potenzial verschenkt hat. Denn besonders der Rollenspielpart lockt sicher keinen eingefleischten RPG-Freak hinter dem Offen hervor, denn der taugt höchstens um etwas ins Genre hineinzuschnuppern. Die Kampagne hingegen ist nett und gelungen, auch wenn man mitunter die Kühe zu verfluchen beginnt, wenn sie sich so lange gegenseitig im Wege stehen, bis man die Mission aus Ressourcenmangel verloren hat. Das lernt man aber schnell zu umgehen indem man zukünftig die Gebäude etwas weiter auseinander setzt, damit auch eine dumme Kuh ihren Weg auf die Wiese findet. Das ändert allerdings nichts an den langen Vorlaufzeiten der Missionen, denn so eine Kuh lässt sich Zeit und ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen.

    Knight Shift (PC)

    Singleplayer
    7,3 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    6/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Hübsche Spielwelten
    gelungenes Interface
    angenehm lange Kampagne
    Unausgewogener und wenig motivierender RPG-Part
    Dialekte arg gewöhnungsbedürftig
  • Knight Shift
    Knight Shift
    Publisher
    Koch Media
    Developer
    Reality Pump Studios
    Release
    29.09.2003

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Knight Shift
Knight Shift im Gamezone-Test
Reality Pump packte zwei Spiele zusammen und nennt das ein Hybrid-Game, kann das gut gehen?
http://www.gamezone.de/Knight-Shift-Spiel-10911/Tests/Knight-Shift-im-Gamezone-Test-989495/
09.10.2003
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2003/12/JewelCase3D.jpg
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