Knockout Kings 2003 im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Zuerst gab es überhaupt keins, dann kamen gleich zwei auf einmal. Die Rede ist von Boxing-Games für den Gamecube, die jetzt in Form der Multiplattformtitel "Rocky" und "Knockout Kings 2003" erschienen sind.

Dabei können sich Cube-Spieler über den Umstand freuen, dass sie die 2003er Version vor allen anderen NextGen-Konsolen Besitzern spielen können, die sich noch mit der 2002er zufrieden geben müssen. Allerdings sind die Unterschiede zwischen diesen beiden Versionen nicht besonders groß, trotzdem bemerkbar.

Denn das was EA da, im besten Sinne des Wortes, auf die Beine gestellt hat, ist ein wunderbar schnelles Boxing-Game mit einer erstaunlich leicht zu bedienenden Steuerung und einem trotzdem recht umfangreichen Gameplay. Dreh und Angelpunkt ist natürlich die Karriere eines selbst aufgebauten Boxers, den man von seinen Anfängen bis zum Weltruhm begleitet. Je nach Leistung im Ring verbessern sich die spezifischen Stärken des Boxers, die im Training zusätzlich ausgebaut werden können. Daneben existieren so spaßige Modi wie die "Schlagorgie", ein Kampf ohne Zeitlimit bis zum bitteren K.O., den "Schaukampf" für ein schnelles Spiel zwischendurch, das man auch mit einen menschlichen Mitstreiter austragen kann, sowie das "Turnier", bei dem man entweder gegen vier oder acht Computergegner bestehen muss.

Die Steuerung der Boxer ist so einfach wie genial und ermöglicht auf dem kleinen Nintendo-Gamepad ein erstaunlich flüssiges Spielen, auch wenn die verwendete Spieler-Mechanik noch so manches Manko beinhaltet. Im direkten Vergleich mit dem wesentlich komplexerem "Rocky", gestattet "Knockout Kings 2003" allerdings einen wesentlich schnelleren Kampf. Grundsätzlich ist es so, dass der Boxer an seinem Gegner fixiert ist, er zeigt ihm also immer das Gesicht von Vorne. Drückt man den linken A-Stick nach vorn oder hinten, bewegt man sich auf den Gegner zu oder von ihm weg. Seitlich kann sich der Kämpfer natürlich auch bewegen, wobei man ihn, wenn man den Stick nur leicht drückt, sogar richtig tänzeln lassen kann. Auf den Vier Aktionstasten liegen der linke und der rechte Haken, der Jab und der Cross. Blocken kann man mit der linken Schultertaste und die rechte Schultertaste dient zum modifizieren der Schläge. Sehr interessant auch die Z-Taste, auf der eigentlich der Spezialschlag jedes Boxers liegt, die aber in Verbindung mit der linken Schultertaste eine Provokation auslöst. Bei linkshändigen Boxern wurde zudem die Steuerung umgedreht, was das Gameplay mehr bereichert als man im ersten Augenblick meinen könnte.

Das wichtigste an der Grafik zu einem Fightspiel sind natürlich die Kämpfer selbst. Diese wurden recht gut umgesetzt und besonders die Animationen können begeistern, was bei dem massiven Einsatz der Motion Capturing Technik auch zu erwarten war. Besonders die Mimik der Gesichter ist sehr gut gelungen, wie sie ihrem Ärger Luft machen oder wenn die Gesichtszüge zwecks mechanischer Einwirkung entgleisen. Auch über die Arenen kann man sich nicht beschweren, da sie mit allerlei Details geschmückt sind und ihren realen Vorbildern gut nachempfunden wurden. Auch die Zuschauerränge können gefallen, sind sie doch mit vielen verschiedenen Leuten bevölkert die sich alle Mühe geben nur nie ruhig zu sitzen.

Die Soundkulisse erfüllt ihren Daseinszweck ebenfalls hervorragend. Die beiden Sprecher Larry Michael und Max Kellerman kommentieren das Game nicht nur aufs Beste, nein, sie peitschen den Spieler ebenso wie das Publikum regelrecht an, geben keine Sekunde Ruhe und scheinen im Kampf völlig aufzugehen. Allerdings beginnen auch diese Sprüche sich schon bald zu wiederholen, was aber zwecks des Engagement der Zwei kaum ins Gewicht fällt, denn auf die Stimmung kommt es an. Und für die sorgen nicht nur die zwei Schreihälse sondern auch der Rest der Soundkulisse, der selbstverständlich in DolbySurround gehalten wurde.

Meinung

Wertung zu Knockout Kings 2003 (GC)

Wertung:

7.8 /10
Pro & Contra
Sehr schnelle Kämpfeeingängige Steuerung und nette PräsentationBesonders der exzessive Einsatz der Motion Capturing Technik macht sich positiv bemerkbar
Auf dem rechten Analogstick hätte noch wunderbar die Funktion zum freien Bewegen des Boxers gepasst
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