Lego City Undercover für den 3DS im Test: Kommt nicht ganz an die Wii U-Fassung ran, ist aber trotzdem gelungen.
TestFür die Wii U erschien Lego City Undercover bereits im März und konnte bei uns im Review eine sehr ordentliche Wertung abräumen. Nun dürfen wir auch unterwegs auf dem 3DS in der Rolle des Polizisten Chase McCain für Recht und Ordnung sorgen und warum der Handheld-Ableger nicht ganz die Qualität der Wii U-Fassung erreicht hat, erfahrt ihr in unserem Review.
Bei dem 3DS-Ableger namens Lego City Undercover: The Chase Begins handelt es sich übrigens um keinen Port der Wii U-Version, sondern um einen komplett neuen Teil der Reihe, bei dem wir auf dem Handheld die Vorgeschichte der Konsolenfassung spielen dürfen. Dementsprechend ist unser Held Chase McCain hier gerade neu bei der Polizei von Lego City und wir müssen uns zu Beginn um eher kleinere Aufgaben kümmern, bis wir bald endlich auf die Jagd nach den großen Verbrechern der Stadt gehen können.
Die verschiedenen Fähigkeiten
Quelle: Nintendo
LEGO city Undercover: The Chase begins. (7)
Beim Gameplay erwartet uns aber auch auf dem 3DS im Grunde eher die gewohnte Kost. Wir steuern Chase mit dem linken Stick durch die Umgebungen, können die Feinde angreifen, gegnerische Angriffe blocken und bei Bedarf mit dem Steuerkreuz unsere jeweilige Verkleidung ändern, was nicht nur das Aussehen von Chase verändert, sondern neue und immer wieder benötigte Fähigkeiten mit sich bringt. Während wir als Polizist zum Beispiel mit Hilfe eines Wurfhakens höhere Stellen erreichen können, können wir als Astronaut mit einer Rakete Hindernisse überwinden oder als verkleideter Schurke mit dem Brecheisen Schränke öffnen. Wann wir welche Fähigkeit benötigen, wird im Spiel zumeist mit farbigen Kreisen auf dem Boden signalisiert, die uns zeigen, welche Verkleidung gerade erforderlich ist. Auf Knopfdruck können wir dann diese schnell auswählen und die Fähigkeit einsetzen. Je nach Fähigkeit müssen wir uns anschließend aber noch in kleinen Aufgaben beweisen. Die Bezeichnung Minispiele wäre hierfür wohl etwas übertrieben, denn meist müssen wir einfach schnell auf die Tasten drücken, auf dem Touchscreen ein Schloss knacken oder durch Neigen des Handhelds ein Signal erfassen. Hier kommen die Fähigkeiten des Handhelds also ganz gut zum Einsatz, zumal wir auf dem Touchscreen stets eine hilfreiche Karte vorfinden, die uns nicht zuletzt bei der Suche nach dem Startpunkt der nächsten Mission zur Seite steht. Auf ein Navigationssystem, wie wir es von anderen Open-World-Spielen kennen, müssen wir bei Lego City Undercover jedoch verzichten. Durchaus schade, denn dies hätte das Navigieren durch die Spielwelt schließlich nochmals erleichtert.
Erleichtert wird uns dafür wie gewohnt der Spieleinsteig, denn Steuerung und Gameplay werden in bekannter Manier während der ersten Missionen des Spiels erläutert, so dass auch Einsteiger und insbesondere jüngere Spieler ohne Probleme mit dem Titel zurecht kommen sollten. Dies liegt nicht zuletzt auch an dem sehr geringen Schwierigkeitsgrad der halbwegs erfahrene Spieler vor keinerlei Probleme stellt. Etwas komplexer hätte das Gameplay und nicht zuletzt das Kampfsystem aber schon ausfallen dürfen. Eine Taste zum Angreifen und eine weitere zum Kontern ist auf Dauer etwas eintönig und hier sorgen lediglich die Bosskämpfe für Abwechslung.
Open-World auf dem 3DS
Quelle: Nintendo
LEGO city Undercover: The Chase begins. (6)
Zusätzliche Abwechslung bringt zwischen den Missionen natürlich die frei begehbare Welt, die schon von Anfang an zu Erkundungstouren in der Stadt einlädt. Zu Fuß oder am Steuer eines der Fahrzeuge können wir daher abseits der Missionen und ohne jegliche Aufgaben die Gegend unsicher machen und nach allerlei versteckten Dingen Ausschau halten. Diese sind auch zahlreich in der Spielwelt verteilt und so können wir beispielsweise neue Fahrzeuge freischalten. Wer also alles entdecken möchte, der ist auf jeden Fall einige Zeit beschäftigt, auch, weil viele Boni erst im späteren Verlauf erreicht werden können. Immerhin sind viele Gebiete zu Beginn noch nicht erreichbar und ein kleiner Warnhinweis erscheint auf dem Bildschirm, wenn wir diese betreten möchten. Zudem benötigen wir häufig besondere Fähigkeiten, über die wir ebenfalls erst später verfügen, wenn wir die entsprechende Verkleidung besitzen. Dadurch lohnt es sich für uns immer wieder mal die Umgebungen zu erkunden und uns nach bisher noch nicht erreichbaren Objekten umzuschauen. Wer sich für die unzähligen versteckten Objekte interessiert und das Spiel auf die gerne angepeilten 100 % Spielfortschritt bringen möchte, der darf auf jeden Fall noch so manche Stunde nach dem eigentlichen Durchspielen der Story einplanen.
Von diesen freischaltbaren Extras abgesehen, gibt es dann aber nicht viel außerhalb der Missionen zu erledigen. Nebenmissionen, wie wir sie aus einigen anderen Open-World-Spielen her kennen, gibt es somit leider keine. Sicherlich schade, aber hier stellt sich einfach die Frage, inwieweit dies zu einem solchen Spiel letztlich passen würde. Somit bleibt es also bei den erwähnten Erkundungstouren, die auch abseits der Suche nach versteckten Objekten immer wieder mal Spaß machen können.
Lange Ladezeiten, Nebel und ins Bild ploppende Objekte
Quelle: Nintendo
LEGO city Undercover: The Chase begins. (2)
Bei den ersten Erkundungstouren fällt uns dann aber auch sofort auf, dass wir bei der Handheld-Version leider einige Abstriche bei der technischen Seite in Kauf nehmen müssen. Dies beginnt eigentlich schon beim Spielstart, bei dem uns eine relativ lange Ladezeit erwartet, was leider auch beim Wechseln eines Stadtgebietes der Fall ist. Ein Kritikpunkt, den wir jedoch schon von der Wii U-Version ein wenig kennen. Zudem sind bei der 3DS-Fassung weiter entfernte Areale im Spiel in Nebel gehüllt und Fahrzeuge und insbesondere Fußgänger ploppen regelmäßig sehr spät ins Bild.
Auch auf dem 3DS: Keine Mehrspieler-Möglichkeiten
Einen Mehrspielermodus gibt es übrigens, wie auch schon bei der Wii U-Version, leider nicht. Einerseits schade, denn diese waren bei den bisherigen Lego-Spielen ohne Zweifel ein Garant für großen Spielspaß mit Freunden, andererseits handelt es sich bei Lego City Undercover nun einmal um ein Open-World-Spiel und auch wenn es mittlerweile bei manchen Genrevertretern Mehrspielermodi und Koop-Möglichkeiten gibt, würde dies bei diesem Spiel womöglich schlichtweg nicht zum Spielgeschehen passen. Vor- und Nachteil zugleich also.
