"Du kannst nicht vorbei" an diesem Artikel, wenn du Herr der Ringe Fan bist. Und wer ist das nicht? LEGO Herr der Ringe ist eines der besten LEGO-Spiele aller Zeiten und mit Abstand das beste Spiel im Tolkien-Universum seit ewigen Zeiten. Warum wir so begeistert sind? Erfahrt es im Test.
Ein richtig schlechtes LEGO-Spiel von Traveller's Tale gab es ja noch nie, bei LEGO Herr der Ringe haben sich die Entwickler aber erneut selbst übertroffen. Mit Frodo, Gandalf, Legolas und Co. als Legofiguren erlebt man die komplette Geschichte des Herrn der Ringe. Als Basis dienen die drei Filme von Peter Jackson.
Quelle: Warner Bros.
LEGO Herr der Ringe im Test (8)
Ein erster Schauer läuft uns beim Test schon beim Intro den Rücken herunter. Wer das Spiel auf Englisch spielt, hört hier nämlich wirklich Kate Blanchetts Originalstimme, wie sie als Galadriel die Hintergrundgeschichte erzählt. Man sieht Elendil, Isildur und Elrond, wie sie die große Schlacht gegen Sauron während seiner Regentschaft kämpfen, Einstellungen und Kamerafahrten könnten 1:1 aus dem Film entnommen sein. Wie stark sich die beiden ähneln, zeigt dieses Video bei kotaku.com: Gegenüberstellung LEGO Herr der Ringe und Film
Diese Ähnlichkeit zum Film zieht sich durch das ganze Spiel hindurch und erreicht damit auch eine gewisse Ernsthaftigkeit, die man von vergangenen Traveller's-Tale-Titeln noch nicht kennt. Grund hierfür ist aber nicht nur die Nähe zur Filmvorlage, sondern vor allem die Vertonung, die man seit LEGO Batman 2 kennt. Dass die LEGO-Figuren nun sprechen und nicht nur Laute von sich geben, erzeugt eine unglaublich dichte Atmosphäre und gerade wer die Filme gut kennt, wird davon in den Bann gezogen sein.
Gewohntes Gameplay
Am Gameplay ändert Traveller's Tale natürlich nichts. Der Spieler durchlebt in 18 umfangreichen Levels die Geschichte und löst darin jeweils mit mehreren Charakteren Rätsel und muss immer wieder mal actionreiche Jump'n'Run-Passagen meistern. Von der Komplexität her bleibt LEGO Herr der Ringe dabei leider gewohnt einfach: Viele Rätsel beschränken sich einzig darauf, dass man eine Aktion mit dem richtigen Charakter ausführt. Der kräftige Gimli kann beispielsweise Steinplatten zerschmettern, der leichtfüßge Legolas grün markierte Stellen in luftiger Höhe erreichen, weil er als Elbe besonders hoch springt.
Quelle: Warner Bros. Interactive
LEGO Herr der Ringe im Test (6)
Auch Bosskämpfe und Events laufen leider immer nach dem gleichen Muster ab, was LEGO Herr der Ringe leider auch zum einfachsten LEGO-Spiel macht. So schafft man jedes Level auf Anhieb ohne Probleme - sicherlich der Kinderfreundlichkeit geschuldet. Etwas komplizierter wird es, wenn man aber tatsächlich 100% erreichen möchte. Denn wie gewohnt sind in jedem Level Schatzkisten und Mithril-Steine versteckt. Will man sie freispielen, muss man nach der Kampagne wiederkommen, denn viele Wege sind beim ersten Durchspielen gar nicht betretbar. Mit Gollum kann man etwa Wände hochklettern, weil man ihn aber erst später im Spiel freischaltet, muss man bestimmte Gebiete später erneut durchlatschen. So ähnlich läuft es auch mit Ausrüstung: Bei einem Schmied kann man gesammelte Mithril-Steine verarbeiten lassen, etwa zu Mithril-Boxhandschuhen. Der Clou: hierfür muss man erst eine Bauanleitung finden, bis dahin bleiben einem orangene Wege verschlossen. Welcher Charakter oder welche Ausrüstung notwendig ist, wird nicht immer klar. Zwar werden alle Wege farblich oder durch einen Effekt hervorgehoben, eine Liste gibt es aber nicht. Deshalb sollte man die Tooltips anlassen - sie verraten einem was benötigt wird.
Eine kleine Neuerung stellen Nebenmissionen im freien Spiel dar. Wer gerade nicht in einer Mission ist, kann sich in Mittelerde frei bewegen. Sogar eine Schnellreisefunktion gibt es, um vor und zurück springen zu können. Nebenmissionen bekommen wir von NPCs, einer in Bree hat beispielsweise seinen Suppenkessel fallen lassen, als die Nazgûl da waren. Wenn man die Straße zurückgeht und ein wenig sucht, findet man ihn und kann sich als Belohnung rote Legosteine abholen. Sie schalten jeweils ein Gimmick frei, das im weiteren Verlauf hilfreich ist - aber nie spielentscheidend.
