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  • Largo Winch: Ein Milliardär hats schwer - Leser-Test von Sly Boots

    Entwickler: Dupuis
    Publisher: Ubi Soft
    System: PC, PS2, Xbox, GameCube
    Genre: Adventure
    Sprache: Deutsch
    Altersfreigabe: 12
    Systemanforderungen:
    CPU: 300 MHz Pentium II oder III / Windows 95, 98, ME, 2000, XP / 64-128 MB RAM / Grafikkarte 32 MB RAM DirectX 8.0 kompatibel / 350 MB Festplattenspeicher / 4-fach CD-Rom Laufwerk

    Anmerkung: Dieses Review bezieht sich auf die PC-Version.

    Einleitung:
    Largo Winch - der Name mag Fans frankobelgischer Comicbücher eventuell ein Begriff sein.
    Die Abenteuer um den Erben eines Millionen-Imperiums, entstammen aus der Feder des belgischen Roman- und Comicbuch-Autoren Jean Van Hamme (auch bekannt für die Reihen "XIII" und "Thorgal", zu denen es ebenfalls entsprechende PC- bzw. Konsolenspiele gibt).
    Neben den ursprünglichen Romanen und den vom Franzosen Philippe Francq gezeichneten Comicbüchern, beinhaltet die Largo Winch-Franchise noch eine 39-teilige TV-Serie aus dem Jahre 2001, sowie einen Kinofilm von 2008.
    Das Multiplattformspiel "Empire Under Threat" dem dieser Test zugrunde liegt, orientiert sich übrigens an der Fernsehserie die seinerzeit auch in Deutschland ausgestrahlt wurde.
    Ob das Spiel seiner Vorlage gerecht wird, erfahrt ihr im Folgenden.

    Story - Vom Waisenjungen zum Milliardär:
    Wer kennt es nicht, das Klischee vom sorglosen Milliardär?
    Jeder beneidet die gut betuchten Damen und Herren, deren größte Sorge darin zu bestehen scheint, die nächste Ausgabequelle für ihren schier unerschöpflichen Zaster aufzutreiben.
    Doch was muss man eigentlich leisten, um sich derlei finanzielle Mittel dauerhaft zu sichern?
    Largo Winczlav Adoptivsohn des Multimilliardärs Nerio Winch, könnte ein Lied über die Antwort dieser Frage singen - und es wäre keine freudige Melodie.

    Es begann alles mit dem mysteriösen Tod seines Adoptivvaters.
    Plötzlich ist das alte Leben des abenteuerlustigen und Frauen vernaschenden Herumtreibers Largo vorbei.
    Stattdessen muss er nun als Erbe und Aushängeschild der W-Gruppe herhalten, einem Finanzimperium im Wert von einhundert Milliarden Dollar!
    Abgesehen von geschäftlichen Aufgaben, die Largo nun für die W-Gruppe zu erfüllen hat, muss er seine Erbschaft auch noch vor mörderischen Konkurrenten und Neidern schützen, die ihm sein Eigentum streitig machen.
    Und so vergeht kaum ein Jahr in dem sich der junge Mann nicht in lebensgefährliche Situationen begeben muss, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

    Immerhin kann Largo auf die Unterstützung seiner Freunde und Mitarbeiter zählen:
    Mit dem lebenslustigen Kleinkriminellen Simon Ovronnaz war er schon vor seiner Zeit in der W-Gruppe befreundet.
    Die ehemalige CIA-Agentin Joy Arden und Ex-KGB-Agent Georgi Kerensky kümmern sich um alles was mit Spionage, Computern und allgemeinen Sicherheitsfragen zu tun haben, während die Nr. 2 der W-Gruppe - John Sullivan - bemüht ist Largos Rücken von geschäftlichen Belangen freizuhalten.

    Die Spielhandlung dreht sich um ein Komplott gegen die W-Gruppe.
    Jemand versucht Largos Imperium einen Lebensmittelskandal anzuhängen und schreckt dabei auch nicht vor Mord zurück.
    Largo und seine Freunde ermitteln und dringen dabei tief in einen Sumpf aus Gier, Hass und Rache ein ...

    Die Handlung ist recht spannend und war für mich mitunter der Hauptgrund weiterzuspielen.
    Ich war wirklich daran interessiert herauszufinden, wer aus welchem Grund versucht unserem Imperium auf die Füße zu treten - nach dem Abspann war ich dann auch tatsächlich zufrieden gestellt.
    Es wirkt wie eine Episode einer gut gemachten TV-Action-Serie, in der Hinsicht macht das Spiel, insbesondere als Ableger eben solch einer Vorlage, einen gelungenen Eindruck - auch wenn die Charakterentwicklung etwas zu wünschen übrig lässt.

    Gameplay - Largo der Tausendsassa:
    Obwohl das Spiel im Kern zur Gattung der Adventure-Games gehört, war man bemüht den Titel möglichst abwechslungsreich zu gestalten.
    So muss sich Largo abseits genretypischer Rätseleinlagen in rundenbasierten Gefechten beweisen oder versucht sich als Computerhacker und Poker-Ass - theoretisch sollte hier also keine Langeweile aufkommen.

    Bevor ich auf das eigentliche Gameplay zu sprechen komme möchte ich erst einmal auf den größten Schwachpunkt aufmerksam machen: Die anfangs sehr unbequeme Tastatursteuerung. Diese wird nämlich so einige Zeit beanspruchen, ehe sie in Fleisch und Blut übergehen wird.
    Alternativ lässt sich zwar auch ein Controller anschließen, aber bekanntermaßen ist dieses Eingabegerät den meisten (durch bequeme Maussteuerungen verwöhnten) Adventure-Gamern ein Dorn im Auge.
    Schade eigentlich, denn mit Joypad steuert sich Largo Winch sehr angenehm!
    Wer also diesbezüglich keine Scheu hat, kann diesen Kritikpunkt gleich wieder ausblenden - aber nun zum eigentlichen Spielablauf:

    Man steuert Largo durch die recht übersichtlichen 3D-Areale und erkundet die Umgebung nach Hotspots und Items.
    Letztere wollen dann in einem entsprechenden Menü untersucht und untereinander kombiniert werden, um anschließend ihren eigentlichen Verwendungszweck zu erfüllen.
    Falls Unklarheit darüber herrscht was derzeit zu erledigen ist, lässt sich jederzeit Largos PDA aufrufen, um sich die aktuelle Aufgabenstellung ins Gedächtnis zu holen oder die letzten Storyentwicklungen nachzulesen.
    Ehrensache, dass sich dort auch der Spielstand absichern lässt.

    Gespräche stehen ebenfalls auf dem Adventure-Plan.
    Hier kommt es aber nur darauf an alle Gesprächsoptionen abzuklappern.
    Nervig wird es wenn man einigen NPC's bestimmte Infos entlocken muss.
    Wählt man hier die falsche Antwortmöglichkeit, wird das Gespräch abgebrochen und man darf von Vorne beginnen - einfach ein unnötiges Ärgernis.

    Positiv hervorzuheben sind hingegen einige originelle Puzzleaufgaben und Minispiele wie z. B. Pokern und das Hacken.
    Bei letzterem handelt es sich um eine recht komplexe Angelegenheit die mitunter zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Spiel gehört.
    Rundenbasiert zieht man hier von Punkt zu Punkt durch ein variierendes Gitternetz und muss wertvolle Daten sammeln, ehe einem die Anti-Virenprogramme den Garaus machen - eine detailliertere Beschreibung zu diesem Minigame würde hier wohl den Rahmen sprengen, und dies ist keinesfalls als negative Kritik zu verstehen!

    Apropos rundenbasiert - kommen wir mal zum Kampfsystem:
    Man verfügt über einen schwachen aber treffsicheren Schlagangriff sowie einen kräftigen Tritt mit geringer Trefferquote.
    Ferner gibt es für einige Kämpfe auch Spezialangriffe.
    Largo verfügt z. B. über ein Messer für eine Instant-Death-Attacke, während Simon und Joy die Möglichkeit haben den Gegner für eins, zwei Runden zu betäuben bzw. festzusetzen.
    Zu beachten sind weiterhin die Statistiken der Feinde: Einen gepanzerten Gegner mit Schlägen zu attackieren ist genauso kontraproduktiv wie ein Tritt gegen einen besonders wendigen Kotrahenten.
    Die richtige Taktik ist also der Schlüssel zum Erfolg in den insgesamt neun Gefechten.
    Ärgerlich wird es nur, wenn einem trotz guter Strategie das unberechenbare Glücksmoment der Trefferquoten einen Strich durch die Rechnung macht.
    Dieser Umstand führt zu einigen unnötigen Game Overs und sorgt dafür, dass die eigentlich unterhaltsamen Kämpfe manchmal ziemlich stören können.

    Da es eben gerade angesprochen wurde hier ein paar Worte zu Largos Sterblichkeit.
    Es gibt im Spiel einige Passagen, in denen man durch patrouillierende Wachsoldaten, direkte Kampfhandlungen (siehe oben) oder falsche Entscheidungen das Zeitliche segnen kann, was natürlich zu einem Game Over und der anschließenden Rückkehr ins Hauptmenü führt.
    Das Laden eines Spielstandes beansprucht hierbei leider einige Sekündchen, was ungeduldigen Spielern sauer aufstoßen könnte.
    Auch zwischen größeren Arealen fallen Ladezeiten an, einzelne Räume innerhalb eines Gebietes erfordern hingegen keine nennenswerten Wartephasen.
    Die Spieldauer beträgt ca. 15 Stunden und fällt somit zufrieden stellend aus.
    Sonderlich schwer ist Largo Winch jedoch - trotz einiger kniffliger Passagen - nicht ausgefallen.

    Die W-Gruppe peilt mit diesem Titel klar Einsteiger und Gelegenheitsspieler mit Hang zu Konsolenspielen an - dies sollten erfahrene PC-Abenteurer besser beachten.
    Die positive Gegenseite dieses Kritikpunktes äußert sich dafür in erfreulich logischen Inventarrätseln die sich in den meisten Fällen ohne nerviges Trial & Error meistern lassen.
    Weiterhin spaßig sind die Geschäftsfälle die zwischen den Missionen zu bearbeiten sind.
    Jack Sullivan erwartet eine wichtige Entscheidung vom Geschäftsführer Largo Winch, der für die bevorstehende Entscheidung einige Informationen aus seinem E-Mail Postfach herausfiltern kann.
    Eine lustige Idee der Programmierer, die aber leider nur sehr oberflächlich implementiert wurde.
    Auf jeden Fall bietet der Titel so einiges an Abwechslung, wodurch das Gameplay trotz seiner Macken recht interessant und gelungen ausfällt.

    Grafik, Sound und Präsentation - Eine Schönheits-OP wäre angebracht:
    Grafik: Der größte Schwachpunkt von Largo Winch ist die bescheidene 3D-Grafik.
    Ich gehöre ja eigentlich zu jenen Spielern, die immer wieder gerne behaupten, dass die grafische Darstellung eher zweitrangig wäre und es alleine auf den Spielspaß ankommt.
    Im Falle von Largo Winch fällt die maue Optik aber tatsächlich ziemlich negativ ins Gewicht.
    Besonders auf dem Computer konnte man damals wesentlich mehr erwarten, als hier geboten wurde.
    Beim Anblick detailarmer Locations, langweiliger Texturen und klobigen Umgebungsobjekten vergeht einem schon mal die Spielfreude.
    Wenn dann noch solche Späße wie andauernde Mundanimationen bei einer eigentlich beendeten Dialogzeile auftreten, ist auch der letzte Rest Verständnis erloschen.
    Rendersequenzen gibt's auch, aber die sind qualitativ ziemlich schwach und werden ohnehin von vereinzelt auftretenden Grafikfehlern in einigen Ingame-Arealen überschattet.
    Immerhin gab es dafür keine spielrelevanten Bugs und Abstürze.

    Sound: Beim Sound sieht's ähnlich mau aus wie im grafischen Bereich.
    Es ist einer jener OSTs, die man nach Beendigung des Programms sofort wieder vergisst.
    In anbetracht dieser Sachlage kann ich auch nicht mehr dazu sagen.
    Die englische Sprachausgabe (eine Deutsche hat man sich gespart) fällt dafür ziemlich gut aus, auch wenn sie durch oben angesprochene Animationsproblematik etwas heruntergezogen wird.

    Präsentation: Tja, da hat man sich das teure aber dringend benötigte Lifting wohl gespart, nicht?
    Aber hey! Immerhin gibt es Bonzen die dazu stehen, wenn sie älter werden und sich deswegen nicht gleich unters Messer legen, das ist doch auch was wert!
    Spaß beiseite, abgesehen vom audiovisuellen Aspekt, macht sich das Spiel gar nicht mal schlecht.
    Die Programmierer von Dupuis haben sich durchaus bemüht das Feeling der Vorlage einzufangen.
    Als Ableger einer eher unbekannten Fernsehserie ist der Titel jedenfalls ganz nett geworden.

    Fazit - Gewinn oder Verlust?:
    Alles in allem bietet Empire Under Threat so einiges fürs Geld, leidet jedoch unter einer schwachen Tastatursteuerung und einigen unfairen Passagen die für lästige Game Overs und damit verbundene Ladezeiten sorgen.
    Zum krassen Gegensatz dazu fühlte ich mich allerdings über weite Strecken unterfordert, und das obwohl ich leichte Spiele mag!
    Weitere Schwachpunkte finden sich in der mäßigen Grafik und dem dazu passenden OST.
    Aber genug gemeckert! Ein schlechtes Spiel ist Largo Winch - Empire Under Threat sicher nicht, immerhin versucht es den Spieler mit einer recht spannenden Story und vielfältigen Gameplay-Elementen bei der Stange zu halten.
    Ich würde mir ja wünschen, dass es mal ein größeres Entwicklerstudio mit höherem Budget versuchen würde solch einen interessanten Genremix auf die Beine zu stellen.
    Oftmals habe ich bei solchen Spielen wie "Empire Under Threat" den Eindruck, dass es den Programmierern lediglich am nötigen Kleingeld mangelt - und diese Tatsache ist zumindest bei einem Spiel zum Thema "Largo Winch" äußerst ironisch.
    Unterm Strich bleibt es also auch hier nur bei einem nett gemeinten Versuch im Stile von Gooka - Das Geheimnis von Janatra, The Fifth Disciple u. a..

    Negative Aspekte:
    unspektakuläre 3D-Grafik und OST / einige nervige Spielpassagen / unbequeme Tastatur-Steuerung

    Positive Aspekte:
    durchaus interessante Story und Charaktere / abwechslungsreiche Gameplay-Elemente / gute Pad-Steuerung

    Infos zur Spielzeit:
    Sly Boots hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Largo Winch

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Sly Boots
    6.7
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    6/10
    Gameplay
    7/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    5.8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Largo Winch
    Largo Winch
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Ubisoft
    Release
    05.09.2002

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Largo Winch
Largo Winch: Ein Milliardär hats schwer - Leser-Test von Sly Boots
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16.02.2011
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