Lionheart: King's Crusade im Gamezone-Test

Test Van_Helsing

Auch mit ihrem dritten Versuch im Strategie-Genre konnte sich Neocore wieder nicht in den Olymp programmieren.

Das Jahr 2010 nähert sich dem Ende und der bekannte Publisher Paradox Interactive beehrt uns einmal mehr mit einem Strategie-Spiel. Bei ihrem neuesten Streich mit Namen Lionheart King's Crusade wird der geneigte Spieler in die Zeit der Kreuzzüge zurückversetzt. Für die Entwicklung verantwortlich ist die Schmiede Neocore. Wer sich nicht erst seit gestern mit dem Strategie-Genre beschäftigt, dem wird Neocore sicher nicht unbekannt sein; Immerhin handelt es sich bei Lionheart King's Crusade um ihren dritten Ableger in diesem Segment. Ihren ersten Achtungserfolg hatten die Entwickler mit King Arthur: The Role Playing Wargame, welches sich ebenfalls der Thematik rund um die Kreuzzüge annahm. Wie erwähnt, sind auch jetzt die Kreuzzüge Kern des Ganzen, allerdings nicht mit der Leitfigur King Arthur, sondern dem gleichfalls sehr bekannten Richard Löwenherz. Ob aber das dünne Eis des Erfolges in Kombination mit einem berühmten Name ein Garant für ein gutes Spiel ist?

Realitätsfremde Geschichte

Lionheart: King's Crusade Lionheart: King's Crusade Anders als die tatsächlich geschichtlichen Hintergründe erahnen lassen, setzt man im vorliegenden Titel weniger auf die diplomatischen Fähigkeiten Richard Löwenherz, sondern mehr bzw. ausschließlich auf blanke Waffengewalt. Habt ihr euch für eine Kampagne entschieden, zwei verschiedene stehen zur Auswahl, wird der geneigte Spieler sofort in die Schlacht geworfen. Egal ob ihr euch für die Kreuzfahrer oder die Sarazenen entscheidet, das wissenschaftlich dokumentierte Zeitgeschehen jener Epoche ist selten authentisch und sollte keinesfalls zu ernst genommen werden, nicht zuletzt da sehr viele Ereignisse im Spiel einfach fiktiver Natur sind. Wer sich für den guten Richard Löwenherz entscheidet, darf sich in 16 Missionen der Herausforderung stellen das gelobte Land zu erobern. Diejenigen, welche sich für die Sarazenen entscheiden, haben logischerweise den Auftrag das Land wieder zurück zu erobern bzw. zu verteidigen. Bezogen auf die beiden Kampagnen-Strängen unterscheiden sich die Vorgehen wie folgt: Während Richard Löwenherz-Fans alle Missionen klar nach einer vorgegebenen Reihenfolge abarbeiten müssen, dürfen sich die Anhänger der Sarazenen entscheiden wie der weitere Missionsverlauf in Angriff genommen werden soll.

Alt bewährt

Lionheart: King's Crusade Lionheart: King's Crusade Lionheart King's Crusade ist eine Mischung aus rundenbasiertem und Echtzeitstrategie-Spiel. Grund genug also, das sich Löwenherz und sein Gefolge den Vergleich mit Medieval: Total War gefallen lassen muss, nicht nur, da beide Games in die gleiche Kerbe schlagen, sondern auch die Art der gebotenen Kost erscheint ein Stück weit abgekupfert zu sein, denn vieles wirkt wie der Erfolgsserie "Total War" nachgeeifert, wenngleich wir dennoch so fair sein wollen zu erwähnen, dass der Entwickler Neocore diese gekupferte, allerdings auch gesunde Basis mit genug eigenen Ideen garniert hat, so dass definitiv kein 1:1 Abklatsch abgeliefert wurde.

Lionheart: King's Crusade Lionheart: King's Crusade Art und Umfang der Missionsziele sind auf beiden Seiten in etwa gleich ausgefallen. Ein marginaler Unterschied besteht lediglich bei den vorgegebenen Zielen, welche man in einer Stadt einnehmen muss. Das Ganze passiert leider auch ohne nachhaltig über eine Entscheidungsmöglichkeit zu verfügen. Wer so etwas wie ein angedeutetes Mitspracherecht im Spiel besitzen möchte, der sollte sich der Kampagne mit Richard Löwenherz zu Gemüte führen, denn auf diese Weise gibt es zumindest drei verschiedene Parteien, denen man sich anschließen kann. Je nachdem zu welcher Partei ihr euch hingezogen fühlt, sei es der Papst, die Franzosen oder gar die Templer, warten andere Truppenverbände darauf in die Schlacht geschickt zu werden. Und wer sich vor allem für den göttlich-päpstlichen Beistand entschließt, kann sicher sein, dass der Heilige Vater die Moral der Truppen stützt und somit der Kampfeswille durchaus gestärkt wird.

Ganz anders sieht es bei den Sarazenen und deren Kampagne aus. Dort gibt es keine Lobbys denen man sich unterordnen müsste und damit findet natürlich auch kein Interessenskonflikt statt. Doch bis es soweit ist und man sich mit solchen Entscheidungen beschäftigen muss, sollte man sich erst einmal das vorhandene Tutorial zu Gemüte führen, damit vor allem auch Neueinsteiger die Chance bekommen sich im Spiel zu Recht zu finden.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk