Wie die Zeit vergeht - vier Jahre sind wie im Fluge vergangen und schon stehen die nächsten Olympischen Sommerspiele vor der Tür. Dieses Mal ist London vom 27. Juli bis 12. August der Mittelpunkt der gesamten Sportwelt. Und wie es sich für dieses sportliche Großereignis schon seit Jahren gehört, gibt es auch 2012 eine entsprechende Versoftung für PC, PS3 und Xbox360. SEGA bzw. das verantwortliche Studio SEGA Australien haben sich nach der enttäuschenden Umsetzung von Beijing 2008 auf die Fahnen geschrieben, dieses Jahr alles besser zu machen. "Mehr Sportarten, mehr Wettkämpfe und mehr Adrenalin als jemals zuvor", so die Werbebotschaft der Entwickler. Alles natürlich in absolut zeitgemäßer und passender Grafik verpackt. Mal sehen, ob da nicht wieder mehr versprochen wird, als der Titel dann halten kann.
Quelle: Sega
London 2012 - Das offizielle Videospiel der Olympischen Spiele 2012 (17)
Welche Sportart fehlt überhaupt noch?
Das A und O von "Olympia-Spielen" sind natürlich die integrierten Disziplinen. Mit 10, 20 oder 30 Sportarten kann man da normalerweise niemanden noch wirklich begeistern. Das war wohl auch SEGA klar, weshalb London 2012 tatsächlich mit insgesamt 46 Disziplinen – in der PC-Version sind es nur knapp 35 – glänzen kann. Wie gehabt unterteilen sich diese Sportarten wieder in die bekannten Bereiche Leichtathletik, Wassersport, Schießen, Turnen und "Alles Andere".
- Leichtathletik:
Auf der Aschenbahn könnt ihr euch im 100, 200, 400 Meter-, sowie 110 Meter-Hürden-Lauf beweisen. Im Feld stehen euch die Klassiker Diskus und Speerwerfen, Kugelstoßen, Hoch-, Weit-, sowie Dreisprung zur Auswahl.
- Wassersport:
Im Schwimmbecken könnt ihr euch im 50 Meter Freistil, 100 Meter Brust, Rücken oder Schmetterling in den Kampf um die Medaillen begeben. Auf dem Turm bietet der Titel das 3 und 10 Meter Kunstspringen im Einzel oder als Synchronwettbewerb.
- Schießen:
Ebenfalls ein Klassiker der "Olympischen Videospiele": Das Schießen. Im aktuellen Lizenztitel habt ihr die Möglichkeit euch im Skeet, in der Disziplin 25 Meter Schnellfeuerpistole oder dem Bogenschießen auszuprobieren. Wer will kann die Pistole übrigens in der deutschen Mannschaft von einem Herrn Sandro Obatz abfeuern lassen. Wer da wohl namentliches Vorbild war?
- Turnen:
Der Bereich Turnsport ist in London 2012 ziemlich klein gehalten. Gerade mal Trampolin und Pferdsprung werden hier angeboten.
- Andere Sportarten:
Keirin (Radsport), Kojak, Einer (Rudern), Gewichtheben, Tischtennis und Beachvolleyball runden die Auswahl an den integrierten Sportarten ab.
Definitiv, so viel Inhalt gab es in noch keiner Umsetzung zu einer Olympiade der jüngeren Vergangenheit. Grundsätzlich heißt aber Masse noch lange nicht auch Klasse und gerade diesbezüglich schwächelt der Sporttitel in gewisser Weise auch. Das Problem: Viele Sportarten ähneln sich zu sehr und kranken an einer schwankenden Umsetzungsqualität. Manche sind einfach nur gähnend langweilig integriert, andere hingegen können vom ersten Tastendruck richtiges Olympiafeeling verströmen. Dazu aber später mehr.
Olympische Spiele oder doch lieber Partymodus…
Quelle: Sega
London 2012 - Das offizielle Videospiel der Olympischen Spiele 2012 (6)
Dem Einzelspieler steht die gesamte Auswahl der Sportarten in den Spielvarianten Olympische Spiele und Disziplinmodus zur Verfügung. Während man bei letzterem seine Lieblingssportarten selbst zu einem Event zusammenstellen darf, wird bei Olympische Spiele, wie der Namen schon erahnen lässt, nahezu die komplette Sommerolympiade nachgespielt. Nach der durchaus effektvollen Eröffnungsfeier werden hier sämtliche Veranstaltungstage simuliert. Pro Tag stehen euch mehrere Disziplinen zur Auswahl, wobei ihr allerdings immer nur zwei auswählen dürft. Warum nur zwei, hat sich uns nicht wirklich erschlossen, allerdings wird dadurch zumindest der Wiederspielwert dieses Modus etwas erhöht. Schön übrigens, dass man nicht sofort um Medaillen kämpft, sondern sich bei den gewählten Sportarten über eine so genannte Qualifikation erst das Finale erarbeiten muss. Leider ist hier aber kaum Tiefgang zu erwarten, denn bei allen Disziplinen bedeutet dies, dass gerade mal das Halbfinale nachgespielt wird. Wenn man bedenkt, wie viele Runden die Sportler bei einer realen Olympiade durchkämpfen müssen, bis sie sich endlich in den Kampf um Gold, Silber und Bronze begeben dürfen, ist diese "Simulation" geradezu lächerlich. Dafür wird der Modus Olympische Spiele aber wirklich schön präsentiert. Das beginnt bei der bereits erwähnten Eröffnungsfeier, geht über die diversen Zwischensequenzen und Wiederholungen während der Wettkämpfe und endet bei der Medaillenzeremonie inklusive entsprechender Siegerhymne. Sogar eine durchaus stimmungsvolle Abschlussfeier wird einem geboten. Diesbezüglich gibt es also wirklich kaum etwas zu meckern.
Für die Mehrspielerfreunde unter euch sollten besonders die Spielvarianten Party- und Online-Modus interessant sein. Während man beim Partymodus sämtliche Disziplinen gegeneinander offline spielen kann – sogar eine Art Herausforderungsmodus gibt es hier, bei welchen man allein oder mit Freunden bestimmte Zeiten, Punkte oder Weiten erreichen muss, um die nächste Sportart frei zu schalten –, gilt es beim Online-Modus vor allem seine persönlichen Bestleistungen mit anderen Usern zu vergleichen. Es gibt aber auch die Möglichkeit bestimmte Disziplinen, wie etwa die Lauf- und Schwimmwettbewerbe, per Internet direkt gegeneinander auszutragen, hier sind dann bis zu acht Spieler möglich. Eine richtige Online-Olympiade gibt es aber leider nicht. Schade eigentlich.
