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Lost Horizon (PC)

Release:
20.08.2010
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Deep Silver (DE)
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Lost Horizon: Animation Art's Indiana Jones-Huldigung

05.10.2012 13:05 Uhr
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Neu
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Die Adventure-Experten von Animation Arts haben wieder zugeschlagen! Um die Wartezeit auf Geheimakte 3 zu verkürzen, entschloss man sich wohl kurzerhand ein brandneues Spiel, auf Basis der gesammelten Geheimakte-Programmiererfahrungen, aus dem Boden zu stampfen.Als Vorlage für Lost Horizon fungierten klassische Abenteuerfilme der 80er Jahre - allen voran natürlich die legendären Indiana Jones-Filme. Und gerade Kenner dieser Filme werden in Lost Horizon das ein oder andere Déjà-vu erleben. Aber keine Sorge, dies schadet keinesfalls dem Spielspaß, ganz im Gegenteil! Ob Lost Horizon jedoch mit den großen Geheimakte-Geschwistern gleichziehen kann oder nicht, verrate ich euch im folgenden Review.

Entwickler: Animation Arts
Publisher: Deep Silver
System: PC
Genre: Adventure
Sprache: Deutsch
Altersfreigabe: 12
Systemanforderungen (minimum):
CPU: Pentium IV 2 Ghz Single Core oder 100 % kompatibler Prozessor / Windows XP, Vista oder 7 / 512 MB RAM / Grafikkarte 64 MB RAM DirectX 9-kompatibel / 4,5 GB Festplattenspeicher / DVD-Rom Laufwerk


Ein gutes Beispiel für die wunderschön gezeichneten Hintergrundbilder Ein gutes Beispiel für die wunderschön gezeichneten Hintergrundbilder [Quelle: Siehe Bildergalerie]

Einleitung:
Die Adventure-Experten von Animation Arts haben wieder zugeschlagen! Um die Wartezeit auf Geheimakte 3 zu verkürzen, entschloss man sich wohl kurzerhand ein brandneues Spiel, auf Basis der gesammelten Geheimakte-Programmiererfahrungen, aus dem Boden zu stampfen.
Als Vorlage für Lost Horizon fungierten klassische Abenteuerfilme der 80er Jahre – allen voran natürlich die legendären Indiana Jones-Filme. Und gerade Kenner dieser Filme werden in Lost Horizon das ein oder andere Déjà-vu erleben. Aber keine Sorge, dies schadet keinesfalls dem Spielspaß, ganz im Gegenteil! Ob Lost Horizon jedoch mit den großen Geheimakte-Geschwistern gleichziehen kann oder nicht, verrate ich euch im folgenden Review.

Story:
Hongkong 1936: Der britische Ex-Soldat Fenton Paddock steckt mal wieder in derben Schwierigkeiten, nachdem er der örtlichen Tong-Triade das Schmugglergeschäft streitig machte. Tja, obwohl es sich bei Hongkong um eine Kolonie des britischen Empire handelt, bedeutet dies noch lange nicht, dass Himmelhunde wie Paddock treiben können, was sie wollen. Dabei sind die schweren Jungs von der Triade lediglich der Auftakt für Fentons eigentliches Problem, mit dem er sich auseinandersetzen muss. Sein bester Freund und Soldatenbruder Richard Weston ist nämlich auf geheimer Mission in Tibet verschollen und dessen Vater, der derzeitige Gouverneur Hongkongs, möchte seinen Filius natürlich wieder in Sicherheit wissen.
Was liegt da also näher, als den besten Freund der Familie anzuheuern, um in Tibet etwas Schnee aufzuwirbeln? Also geschwind den Flieger flott machen (lassen), eine tibetanische Landkarte auftreiben sowie das vorlaute Mädel Kim Wuang in den ganzen Schlamassel mit hinein ziehen und schon kann die Abenteuerreise rund um den Globus beginnen! Klar, dass die Nazis da noch ein Wörtchen mitzureden haben, denn immerhin gilt es ein mystisches Geheimnis zu lüften, welches unbegrenzte Macht verspricht ...

Es sollte wahrlich nicht schwer fallen, Lost Horizon als Indiana Jones-Klon zu identifizieren. Dies ist nun aber keinesfalls als negativer Kritikpunkt gemeint, schließlich umschiffen Animation Arts damit gekonnt eine ihrer größten Macken, mit der sie schon in den Geheimakte Spielen zu kämpfen hatten. Dank der Vorlage, fällt es hier nicht negativ auf, wenn lockere, humorvolle Sprüche/Dialoge und rabiate Szenen mit "Red-Shirts"-Garantie, zusammenprallen (Ja, diesen Insider konnte ich mir nicht verkneifen^^).
Obendrein bietet der Titel einen sympathischen Helden, eine doofe Nazi-Tusse zum hassen und ein ultranerviges Anhängsel, welches zu allem Übel auch noch als Love Interest herhalten muss. Die alten Formeln aus den 80ern funktionieren eben immer noch.

Gameplay: Ein Puzzlespiel gefällig? Ein Puzzlespiel gefällig? [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Und wo wir schon mal bei alten Formeln sind: Auch das Spielprinzip folgt dem altbekannten Genreschema.
Wer sich ein Animation Arts-Adventure kauft, wird wissen, dass diese zu 90 % aus, nicht immer logischen, Inventar-/Hotspoträtseln bestehen. Das hat sich in Lost Horizon nicht geändert.
Was sich jedoch geändert hat, ist der Schwierigkeitsgrad, der dieses Mal ein ganzes Stück einsteigerfreundlicher ausfällt, als von den Entwicklern gewohnt. Es gab keine einzige Stelle im Spiel wo ich auch nur in Versuchung kam, eine Komplettlösung zu rate zu ziehen. Ob ihr diesen Fakt positiv oder negativ betrachten möchtet, liegt natürlich bei euch, auf jeden Fall ist der Titel eine gute Empfehlung für Neulinge.
Hinsichtlich dessen ist weiterhin auffällig, dass es keinen Entwickler-"Ratschlag" mehr gibt, auf die Hotspotanzeige zu verzichten und sogar zwei der wenigen Puzzlerätsel warten mit einer alternativen höheren Herausforderungsstufe auf, um erfahrene Spieler nicht zu sehr zu unterfordern. De facto waren besagte zwei Rätsel aber selbst in der höheren Stufe relativ einfach zu lösen.

Wie gesagt: Der Titel setzt auf Neueinsteiger. Dies hat aber auch für Hardcore-Abenteurer gewisse Vorteile! So hat man es endlich hinbekommen, der Spielfigur eine angemessene Laufgeschwindigkeit zu verpassen, die vom Programm sogar eigenständig genutzt wird, wenn der Zielwegpunkt mal etwas weiter entfernt liegt – sowas spart Doppelklicks! Apropos Doppelklick: Ehrensache, dass sich damit wieder Screen-Ausgänge abkürzen lassen.
Nett ist auch der neue Button, der einem eine kurze Story-Zusammenfassung der letzten Ereignisse vermittelt und die aktuelle Zielsetzung wiederholt (ohne Lösungshinweise, versteht sich).
Ab und an darf der Spieler auch mal mit anderen Spielcharakteren kooperativ agieren, um besonders heikle Situationen zu meistern. Besonders das letzte Kapitel sticht in dieser Hinsicht positiv heraus, da zu der Kontrolle zweier Spielfiguren auch noch ein weiterer interessanter Aspekt hinzukommt, den ich an dieser Stelle aber nicht weiter spoilern möchte! Auf jeden Fall haben sich die Macher mit dem letzten Kapitel selbst übertroffen, zumal der Showdown eben diese Bezeichnung auch mal wirklich verdient hat! Allein deswegen, hab ich in der Endwertung noch mal 0,2-0,3 Punkte draufgeschlagen!
Und wenn man das Abenteuer überstanden hat, ist der Spaß noch nicht vorbei, denn erstmals haben Animation Arts ein cooles Extra-Menü integriert, in dem man, unter anderem, eine spielbare Promoversion von Lost Horizon zu zocken bekommt. Und es ist durchaus lohnenswert diese zu spielen, da sie einen interessanten Einblick in den Entstehungsprozess solch eines Computerspiels gewährt.

In diesem Sinne bekommt das gut 15-20 Stunden andauernde Abenteuer grünes Licht von mir. Zwar wird nichts wirklich Neues geboten, aber Point & Click-Adventures sind nun mal wie sie sind. Folglich ist es unsinnig sich an mangelnden Innovationen hochzuziehen, solange das Spiel Spaß macht. Und Animation Arts' Indiana Jones-Huldigung ist definitiv ein unterhaltsames Stück Software, wenn auch nicht gerade für Vollprofis gedacht.

Grafik, Sound und Präsentation: Der britische Soldat wird mit deutscher Marschmusik gefoltert - was für Sadisten! Der britische Soldat wird mit deutscher Marschmusik gefoltert - was für Sadisten! [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Grafik: Grafisch ist Lost Horizon ein zweischneidiges Schwert. Zunächst wird einem angesichts der hammergut gezeichneten Hintergrundbilder die Kinnlade runterklappen. Dieser gute Ersteindruck wird jedoch wieder etwas demontiert, sobald man die erste Zwischensequenz mit Nahansicht an eines der 3D-Charaktermodelle zu sehen bekommt. Diese wirken nämlich recht detailarm und unangemessen Comic-artig.
Sicherlich spielt dabei auch der persönliche Geschmack eine Rolle, aber an die realistischen 3D-Modelle der Geheimakte-Spiele, kommen die Neuen nicht heran. Ferner können auch die Zwischensequenzen nicht mit den hochwertigen Rendersequenzen der Geheimakte-Spiele mithalten.

Sound: Keine Kritik gibt es dafür an dieser Stelle. Egal ob Sounduntermalung, Soundeffekte oder Sprachausgabe – es passt alles! Man könnte höchstens kritisieren, dass man den OST nicht auf eine Bonusdisk gepresst hat und der Spielverpackung beilegte, wie man es von anderen Deep Silver-Titeln wie Risen oder A New Beginning kennt. Aber das ist Meckerei auf sehr hohem Niveau.

Präsentation: Bevor ich auf meine beiden letzten Kritikpunkte zu sprechen komme, möchte ich schon mal im Voraus erwähnt haben, dass Lost Horizon sehr schön umgesetzt wurde. Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, wurde das Indy-Feeling sehr gut eingefangen, was einen großen Teil des Spielspaßes ausmacht.
Etwas schade fand ich jedoch, dass man es wieder versäumt hat variable Konterfeis für wechselnde Gemütslagen darzustellen (ja, auch hier bekamen die Spielfiguren Konterfeis zu ihren Textboxen). Ganz besonders negativ fällt dies z. B. Bei Fenton Paddock selbst auf, der im Verlauf des Spieles ja in unterschiedliche Outfits schlüpft, im Konterfei jedoch stets seine Mütze vom Tutorial-Abschnitt trägt. Das schadet einfach der Atmosphäre!
Einen weiteren Kritikpunkt, muss man bei der geradezu krampfhaften Zensur sehen. Es gibt im Spiel einige gewalttätige Szenen, wo Leute auch gerne mal von einem MG zersiebt werden. Das man bei diesen Szenen auf Blutspritzer und sonstige "Äußerlichkeiten" verzichtet hat, wirkt eher peinlich und unangemessen. Ich verstehe zwar, dass man das Spiel bei der USK "ab 12 Jahre" freibekommen wollte, doch ist dies meiner Meinung nach der komplett falsche Weg! Ich gebe aber zu, dass dies ein gesellschaftliches Problem der letzten Jahre ist. Zur Zeit meiner Kindheit, wurden Filme wie Indiana Jones noch ungeschnitten und mit allen blutigen Szenen im TV gezeigt. Wenn diese Klassiker aber heutzutage im Fernsehen zu sehen sind, wird alles herausgeschnitten, was etwas "unangenehmer" erscheint!
Diese Doppelmoral nervt mich ziemlich an! Aber wie gesagt, da können die Entwickler ja nicht wirklich etwas dafür, an dieser Situation tragen verpienzte Sittenwächter die Schuld!

Pro und Kontra:

Pro:
- gelungenes Indiana Jones-Feeling
- einsteigerfreundlich
- Fenton kann sich zügig vorwärts bewegen!
- die gezeichneten Hintergrundbilder sind absolut Top!
- angemessen lange Spieldauer von 15-20 Stunden
- herausragendes letztes Kapitel
- Bonusmaterial nach Abschluss des Spiels

Kontra:
- Profis werden unterfordert
- Kim nervt wie Sau!
- einige Rätsel wirken immer noch etwas konstruiert
- der neue Comic-Look wirkt qualitativ schwach
- actionreiche Szenen wurden nicht bis zur letzten Konsequenz durchgezogen (siehe Bereich "Präsentation")

Fazit: Fenton's Reise führt ihn an allerlei exotische Orte Fenton's Reise führt ihn an allerlei exotische Orte [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Mit Lost Horizon haben Animation Arts ein weiteres sehr gutes Point & Click-Adventure geschaffen. Dieses Mal wurde jedoch versucht den Neueinsteiger anzusprechen, denn erfahrene PC-Abenteurer, dürften mit dem freundlichen Schwierigkeitsgrad nicht unbedingt glücklich werden.
Abgesehen davon überzeugt das Spiel mit einem gelungenen Indiana Jones-Feeling, welches leider nicht 100%ig konsequent durchgezogen wurde (Stichwort: Gewalt). Auch der neue Comiclook dürfte die Lager spalten. So sehen die gezeichneten Hintergründe unglaublich gut aus, werden jedoch durch mäßig modellierte 3D-Charaktere im Comic-Look hinuntergezogen.
In Anbetracht des fantastischen Schlusskapitels mit all seinen Highlights (bei einem ohnehin schon gelungenen Abenteuer), kann man aber auch über kleinere Mängel hinwegsehen und sich dem zufriedenen Gefühl hingeben, dieses sympathische Spiel erlebt zu haben.
Meines Erachtens konnte Lost Horizon den Qualitätsstandard von Animation Arts halten, wenn auch nicht steigern. Im diesen Sinne wünsche ich euch noch viel Spaß im virtuellen Hongkong, Tibet und wo immer Fentons Reise auch hinführen mag!

Endwertung:

Punktvergabe von 1 (schlecht) bis 10 (spitze)

Grafik: 7,5-8
Sound: 8,5-9
Steuerung: 9,5
Umfang: 8,5
Story: 8
Spielspaß: 8-8,5
Gesamtwertung: 8,3

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
Sly Boots

8.3
Gamezone
Spielspaß-Wertung
8/10
Spielspaß Multiplayer
-
Grafik
8/10
Steuerung
10/10
Sound
9/10
Gameplay
8/10
Erfahrener Benutzer
Moderation
05.10.2012 13:05 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
06.10.2012 18:07 Uhr
Wie immer toller Text sly 

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