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  • Lost Planet: Extreme Condition im Gamezone-Test

    Gut ein Jahr nach der Xbox 360 Variante können nun auch die Playstation 3-Spieler die extreme Kälte auf E.D.N. III erleben.

    Eigentlich müsste das für einen Entwickler ein Idealzustand sein: Man veröffentlicht ein Spiel, guckt wie es ankommt, sieht die Kritik und das Lob und hat dann ein Jahr Zeit daran zu feilen und alles besser und richtig zu machen. So lange ist es ungefähr her, dass Capcom die Welt mit Lost Planet: Extreme Condition um einen nicht ganz auf der Mainstreamspur laufenden Sci-Fi-Shooter für die Xbox 360 bereicherte. Einige Monate später folgt die grafisch noch mal für DirectX 10 aufgehübschte PC-Version und jetzt endlich sind die PS3-Eigner dran. Wie gesagt, in einem Jahr kann man viel tun. Zum Beispiel sich zurücklehnen, das Werk von vornherein für perfekt erklären und einen uninspirierten Port abliefern...

    Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Für alle, die bis jetzt ganz auf die große Sony setzten und so noch nicht viel von Capcoms Ausflug in die Weite des Alls mitbekommen haben: In der Zukunft, wir schreiben das Jahr irgendwas, hauptsache weit weg von jetzt, hat die Menscheit Ihr Glück auf E.D.N. III versucht. Die Probleme auf der dauerkalten, von permanenten Schneestürmen geplagten Eiswelt sind so vielseitig, dass man es verstehen kann, wenn keine Zeit blieb einen richtigen Namen für diesen Ort zu finden. Zum einen herrschen permanente arktische Temperaturen, die selbst bei eingebauter Körperheizung und warmer Kleidung langsam aber stetig das Leben entziehen, zum anderen macht eine außerirdische Spezies den Anspruch auf den Eisfelsen streitig.

    Nur zur Hälfte erzählt: Die Handlung

    Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Die Akrid genannten, riesigen Insekten und Pflanzen nicht unähnlichen Viecher zeigten sich gegenüber normaler Bewaffnung resistent, so dass die Menschheit, um zumindest eine Chance zu haben, sich den VS einfallen lies. VS steht für Vital Suit und sind Mechs, normalerweise mit zwei Beinen, zwischen drei und zehn Meter hoch und mit Waffensystemen als Arme ausgestatte bemannte Kampfroboter. Das übliche aus dem Katalog japanischen Robodesigns, entfernt verwandt mit den Masamune Shirow - Entwürfen (Appleseed). Mit diesen heizen die Menschen nicht nur ordentlich den Akrid ein sondern natürlich auch sich gegenseitig.

    Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Die Story wird Euch, ohne hier irgendwas zu verraten, mehr als einmal ratlos im Regen stehen lassen und Ihr werdet Euch wundern, ob sich diese Charaktere bewusst so unglaubwürdig verhalten sollen oder ob das einfach nur einem überhasteten Drehbuch geschuldet ist. So westlich sich Lost Planet in seiner spielerischen Shooter-Seele gibt, so fernöstlich wird die Handlung gelenkt. Das klar von Anime inspirierte Skript zwischen den Missionen nimmt sich am Anfang viel Zeit für Andeutungen, schafft es aber in den nächsten zwei Dritteln nicht, diese zufriedenstellend zu beantworten, geschweige denn glaubwürdige neue Charaktere einzuführen oder den vom Start weg vorhandenen Trupp zumindest den Anstrich von Plausibilität zu geben. Das Capcom-Flair, bekannt aus beispielsweise Resident Evil, ist sicher da und es rettet einiges, nur leider lies man der Geschichte viel zu wenig Zeit sich selbst zu entfalten.

    Erleben Sie E.D.F. III in 7 Stunden

    Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Das mag daran liegen, dass Lost Planet, zumindest im Solo-Spielerteil, sowieso viel zu kurz daherkommt. Mein erster Anlauf, damals noch auf 360, dauerte ungefähr sieben Stunden auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad, auf der PS3 waren es jetzt gerade mal - und dank meiner Erfahrung - noch fünf. Da ich mich nicht gerade zur Elite des Shooterspieler zähle sollte diese Gruppe gleich auf schwer einsteigen, um zumindest zwei Abende lang Spaß zu haben. Nur elf Missionen entscheiden über das Schicksal von E.D.F. III, wobei die letzte sogar ein reiner Bosskampf ist. Da Euch die Geschichte ausschließlich zwischen den Missionen erzählt wird, bleibt nie genug Zeit um den wahrscheinlich irgendwann mal auf komplex ausgelegten Plot in befriedigender Tiefe zu transportieren.

    Es könnte jetzt zu einer Grundsatzdebatte ausarten, ob denn 5-7 Stunden Spielzeit den Preis von ca. 45 € rechtfertigen, also lasse ich Euch das mit Euch selbst und Eurer Geldbörse ausmachen. Stattdessen erzähle ich Euch lieber, ob diese Stunden Euer Leben bereichern werden. Und hier hätte ich weit mehr von der PS3-Umsetzung erwartet. Auf der 360 und dem PC hatte man jede Spielminute das Gefühl, dass dies ein wahnsinnig guter Shooter sein könnte, dem einfach nur das letzte Quäntchen des Feinschliffs fehlt. Und auf der PS3 hat sich daran leider nichts geändert.

    Lahm, dumm und wenig standfest

    Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Das beginnt beim Spieltempo. Ihr seid langsam. Sowohl zu Fuß als auch im VS. Klar, durch den Tiefschnee rennt man nicht so schnell und auf solchem Terrain würde ein gebremstes Schritttempo Sinn machen. Leider ist der Held Wayne auch in schneefreien Fabrikanlagen oder garantiert enteisten Lavaregionen genauso zuckelig unterwegs. Im VS bessert sich das nur minimal, denn die meisten der teilweise sehr unterschiedlichen Vehikel sind eher auf Stabilität denn Speed ausgelegt. Leider haben die meisten Eurer Feinde, insbesondere die Akrids kaum mit diesem Problem zu kämpfen. Spätestens die Bosse kann man nur als hyperaktiv bezeichnen, während sie wie die Irren durch Höhlen kullern, Euch überrollen oder geschickt mit Ihren Super-VSs umkreisen. Ihr steht stattdessen etwas unbeholfen herum, versucht den Feind im Visier zu behalten und wenigstens mittels der Sprungdüsen ein wenig Bewegung in Eure Gegenwehr zu bringen.

    Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Es hilft kein Stück, dass sowohl Wayne als auch gelegentlich sein eventuell benutzter VS sich bei fast jedem besseren Treffer erst mal auf den Hosenboden setzen und dann zwei bis drei Sekunden brauchen um sich wieder aufzurappeln. Das mag realistisch sein, aber wen interessiert realistisch, wenn wir mit Mechs gegen Mutantenaliens auf einem fernen Eisplaneten kämpfen. Es macht einfach keinen Spaß, zumal die meisten Feinde nicht mit diesem Problem zu kämpfen haben. Ihr könnt es dann als Ausgleich betrachten, dass die KI der meisten Gegner wohl schlicht abgeschaltet wurde. Bei den Akrids mögen dumme Verhaltensmuster noch irgendwie angehen, schließlich sind es ja nur irgendwelche instinktgesteuerten Viecher. Bei den Schneepiraten und besonders der feindlichen "Evil Über-Company" hätte ich aber weit mehr erwartet, als dass sie sich als Kanonenfutter der ersten Shootergeneration aufbauen und geduldig Ihr Ende erwarten. Sollte mal doch einer in Deckung rollen, könnt Ihr diesen Tag im Kalender anstreichen. Klar, Lost Planet ist definitiv auf Massenschlachten ausgelegt, aber atmosphärischer wird es durch die offensichtliche Dummheit dieser Massen nicht.

    Ihr lebt für den Moment

    Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Sollte Wayne aber mal gerade nicht umfallen, die Feinde Euch nicht in aberwitzigem Tempo überrollen oder sich komplett dumm stellen, gibt es viele Momente in denen Lost Planet zu echter Shooterhochform aufläuft. Es macht einfach Laune in einem Stahlkoloss durch den Schnee auf eine feindliche Stellung oder durch eine Akrid-verseuchte Ruinenstadt zu stapfen und alles, was sich bewegt mittels einer Doppelgattling unter Beschuss zu nehmen. Die Sprungdüsen gezündet und auf einem Dach gelandet, wo Ihr dann die Heckenschützen direkt erledigt. Den Raketenwerfer gezückt und ein ganzes Akrid-Nest mit einem Treffer ausgehoben. Das sind die Momente für die Ihr spielt und glücklicherweise gibt es eine Menge davon.

    Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Damit es nicht ganz zum reinen Reflextest verkommt und eine zumindest winzige taktische Note dazukommt gibt es zwei Dinge, die Ihr stets im Auge behalten müsst. Eure Munition, denn Waffen gibt es zwar in ausreichender Menge im Schnee verteilt, aber einsammeln müsst Ihr den Nachschub schon selbst und die Waffe welche Ihr mit Euch führt. Nur zwei kleine oder ein großes VS-Geschütz kann Wayne zu Fuß mit sich schleppen, ein VS trägt links und rechts Waffen, die Ihr getrennt anschrauben könnt. Mögt Ihr Raketen oder doch die Gattling? Ist der Laser Eure Ding, nehmt einen davon rechts, links sitzt der Granatwerfer fürs Grobe. Sicher, echter strategischer Anspruch ist was anderes, aber es reicht, um bei Euch zumindest in dieser Richtung nie Langeweile aufkommen zu lassen, auch wenn das Repertoire an sich etwas lieblos wirkt. Maschinegewehr, Shotguns und Laser kennt man halt doch schon zu gut.

  • Lost Planet: Extreme Condition
    Lost Planet: Extreme Condition
    Developer
    Capcom
    Release
    29.02.2008

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von I Expect You To Die Release: I Expect You To Die
    Cover Packshot von Watch Dogs 2 Release: Watch Dogs 2 Ubisoft , Ubisoft
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Lost Planet: Extreme Condition
Lost Planet: Extreme Condition im Gamezone-Test
Gut ein Jahr nach der Xbox 360 Variante können nun auch die Playstation 3-Spieler die extreme Kälte auf E.D.N. III erleben.
http://www.gamezone.de/Lost-Planet-Extreme-Condition-Spiel-12685/Tests/Lost-Planet-Extreme-Condition-im-Gamezone-Test-991678/
03.03.2008
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2008/03/Lost_Planet_Extreme_Condition-PlayStation_3Screenshots8718capture0200-00000.jpg
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