Madden NFL 12 im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Auch wenn alles rund um die AFL ersatzlos gestrichen wurde, kann uns der Football-Titel noch immer begeistern.

Deutschland passt wieder. Deutschland läuft wieder, Deutschland tacklet wieder. Nachdem sich EA Sports 2010 gegen ein Release der Football-Franchise hierzulande entschieden hat, können Fans ein Jahr später aufatmen. Keine Importe und kein dümmliches "Jugendfreigabe"-Problem mehr - die aktuelle Version ist heuer wieder ganz normal im Verkaufsregal des deutschen Händlers eures Vertrauens zu finden. Doch hat sich seit letztem Jahr, außer dass nun wieder das weiße USK-Siegel samt großer Null das Spielecover ziert, auch spielerisch etwas getan? Wie sieht es mit den Inhalten aus? Sind selbige auf dem gleich hohem Niveau, wie vor 12 Monaten? Und was bekommt man technisch geboten? Also Schulterpolster angelegt, Helm über den Kopf gezogen und ab auf das virtuelle Spielfeld...

Playbook #1 - Das bekannte Gameplay

Madden NFL 12 Madden NFL 12 Was hat sich geändert? Was ist neu? Und was wurde entfernt? Drei Fragen, die im ersten Moment und den ersten Spielminuten von Madden NFL 12 gar nicht so leicht zu beantworten sind. Sofort auffallen wird euch die geändert Gestaltung des OSDs, auf neudeutsch On-Screen-Displays. Das Umschalten zwischen der Spielvariante Gameflow und dem konventionellen manuellen Auswählen der Spielzüge ist nun deutlich direkter gestaltet. Einfaches Drücken auf die X-Taste und schon seid ihr im jeweils gewünschten Menü. Sich umständlich durch irgendwelche Unterpunkte zu navigieren, was gerade während eines Spieles mit der Playclock im Nacken durchaus nervig sein kann, gehört zwar nicht ganz der Vergangenheit an, ist aber zumindest deutlich entschärft worden. Gamflow selbst - ihr erinnert euch, es handelt sich hierbei um eine automatische Vorauswahl von Spielzügen - hat ebenfalls eine kleine Überarbeitung spendiert bekommen. Zum einen wird von den Entwicklern nun versprochen, dass die gewählte, durch die CPU vorgegebene Taktik noch besser zur jeweilige Spielszene passen soll, allerdings wird dies wohl nur der Footballkenner auch wirklich merken, zum anderen hat man nun die Möglichkeit die Vorauswahl auf Lauf- oder Passspiele zu beschränken. D. h. in die CPU-Auswahl per Gameflow könnt ihr eure eigenen Spielzugvorlieben mit einbringen. Das Werkzeug für den Neueinsteiger bzw. Gelegenheitsspieler wird also noch perfekter, noch intuitiver. Dafür schon mal ein großes Lob an die Entwickler.

Dieses externe Embedding ist leider nicht mehr verfügbar.

Madden NFL 12 Madden NFL 12 Ebenfalls relativ schnell, wird euch auch die geänderte Ausführung von Punts und Kicks auffallen. Zwar besteht selbige immer noch aus den Komponenten Richtung und Stärke, aber an der Darstellung bzw. Interpretation des Ganzen hat sich etwas geändert. Vergessen könnt ihr z. B. gleich die standardmäßig eingestellte neue Präsentation aus einer seitlich hohen Kamera. Aus dieser Position ist es nämlich kaum möglich, die auf dem Spielfeld als Pfeil dargestellte Schussrichtung sinnvoll vorzugeben. Zum Glück hat man aber die Möglichkeit auf die altbekannte Third-Person-Ansicht umzustellen - nervig nur, dass man das praktisch jedes Mal machen muss. Nervig auch, dass die Richtungssteuerung ziemlich sensibel auf die Sticks reagiert. Im Gegensatz dazu, und auch zur Vorgängerversion, gibt sich die Poweranzeige dagegen sehr robust und schleicht nach Aktivierung deutlich langsamer als man das so in Erinnerung hat die Anzeigenleiste rauf und runter. Hat man sich als Kenner der Serie auf dieses neue Verhalten noch nicht so recht eingestellt, dann kann das gerade anfangs sogar zu Extra Point Fehlversuchen führen. Ja, ihr lest richtig, Extra Point Fehlversuche, eigentlich schon fast ein absolutes Novum innerhalb der Madden NFL-Serie.

Madden NFL 12 Madden NFL 12 Und sonst? Detailverbesserungen bei der KI, Detailverbesserungen an der Physik-Engine und ein paar neue Spielzüge - mehr braucht ihr von Madden NFL 12 auch schon nicht zu erwarten. Natürlich spielt sich der Titel dadurch nicht schlechter als im Vorjahr, ganz im Gegenteil, viele Aktionen scheinen nun sogar etwas stimmiger abzulaufen und bringen noch mehr Realität ins Geschehen. Trotzdem, irgendwie kann man sich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass man für die paar Änderungen am Gameplay ganz sicher keine neue Version der Footballsimulation gebraucht hätte.

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