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  • Magna Carta: Keine Chance für Ungeduldige - Leser-Test von pineline

    Besitzer/innen einer Playstation 2 konnten sich über die Masse an Rollenspielen wahrlich nicht beklagen, sowohl als Import- aber auch als europäische Pal-Version wurden sie geradezu überflutet, natürlich gemessen an dem, was sonst lediglich aus diesem Genre uns erreicht. "Magna Carta, Tears of Blood" ist ein solches, welches tatsächlich als Pal-Version zu haben ist, aber ausschließlich englische Texte und englische Sprachausgabe aufweist. Dies wiegt umso schwerer, als ja gerade Rollenspiele von den Dialogen, der Hintergrundgeschichte überhaupt leben und tatsächlich haben wir es mit einer gelungenen Präsentation der Figuren zu tun, die sehr individuell daherkommen und je nachdem, wie wir unsere Gruppe zusammenstellen, sogar unterschiedlich im Kampf agieren: "auf die Mischung kommt es an", stimmt hier also wirklich.

    Leider werden wir zu Beginn des Spieles von extrem umfangreichen Erläuterungen zu unendlich vielen Spielregeln und dem, was hier eben alles so wichtig sein soll, erschlagen: es will einfach nicht aufhören, was an komplexen Informationen über die Charakterentwicklung, dem Kombinieren der Elemente und die Kampfführung auf uns einprasselt. Das ist selbst für diejenigen unter uns, die alte Rollenspiel-Hasen sind, viel zu viel. Der Einstieg wird uns jedenfalls alles andere als leicht gemacht und da sist schade, denn "Magna Carta" hat sehr interessante Ansätze und kommt von Handlung und Präsentation der Spielfiguren her mit einem angenehmen Tiefgang daher, genauso, wie man es sich von einem "anständigen" Rollenspiel es sich wünscht.

    Im Blickpunkt steht eine kleine aber feine Eliteeinheit namens "Tears of Blood", welche sich der Rettung der Menschheit verschrieben hat. Die finstere Bedrohung geht von bösartigen Tiermenschen aus, welche anscheinend überhaupt Interesse daran haben, neben uns koexistieren zu wollen. Da hier offensichtlich kein Kompromiss möglich heißt, heißt es für unsere Spezialeinheit, jene kriegerische Rasse komplett auszulöschen, ohnehin ist keine Zeit zu verlieren. Die Fantasy-Landschaften vermitteln die gewünschte Atmosphäre, allerdings haben wir auf der Playstation 2 auch schon eine hochauflösendere Grafik, detailliertere Texturen gesehen, um ehrlich zu sein. Unglücklich ist dabei die Animation der Charaktere geraten, die viel zu steif wirken, nicht selten wie eine Marionette wirken und das ist gerade bei einem Rollenspiel, wo es doch so sehr auf die Identifikation mit der Handlung und eben den Figuren ankommt, mehr als nur etwas tragisch.

    Angenehm ist hingegen, dass wir es hier nicht mit Zufallskämpfen zu tun haben, sondern die Gegner meistens schon aus sicherer Entfernung erblicken und daher einigen Kämpfen aus dem Weg gehen können, sofern diese uns als nicht mehr wichtig erscheinen sollten. Oder aber, so habe ich es oft gemacht, wir versuchen, den Feind großräumig zu umgehen, um ihm letztlich in den Rücken zu fallen, um dadurch den Erstschlag im Kampf zu bekommen. Natürlich gilt Gleiches auch umgekehrt, so dass wir schön die Augen offen halten sollten. Kommt es dann zum Aufeinandertreffen mit dem Feind, haben wir es leider (so meine Meinung) mit hektischen Echtzeitkämpfen zu tun, in denen weniger der Anspruch als vielmehr Tastengehämmer auf gut Glück dominieren: schön, dass Reaktionstests à la "Shadow Hearts" maßgeblich dafür verantwortlich sind, wie gut wir zuschlagen, doch unangenehm oft regiert König Zufall beziehungsweise kommt Frustration auf, da wir die Tasten irgendwie doch nicht im richtigen Rhythmus trafen.

    Etwas undetaillierte, wenn auch eigentlich ganz nette Fantasy-Märchen-Landschaften, sehr steif und somit unterkühlt wirkende Spielfiguren, ein Regelwerk, welches uns eher erschlägt als hilfreich ist und eben jene Portion Frust in den Kämpfen sind in der Summe ein schwerer Brocken, den selbst geduldige Rollenspieler/innen erst einmal schlucken müssen. Da hatte das Intro zu Beginn des Abenteuers uns doch etwas zu sehr den Mund wässrig gemacht, denke ich. Da die Präsentation sowohl von der Optik als auch Akustik her uns nur Playstation 2 Durchschnitt serviert, bleibt gar nicht einmal so viel übrig, was uns außerordentlich fesseln könnte und insbesondere dermaßen, dass wir uns in einer Engelsgeduld üben müssten. Selbst die Vertonung bei der englischen Sprachausgabe klingt ab und zu emotionslos, was nicht wirklich für eine Liebe zum Detail spricht, nur im Kampf selbst wurde sich etwas mehr ins Zeug gelegt, was die Bewegungen wie zum Beispiel Ausfallschritte angeht, dies in Verbindung mit dem ein oder anderen knappen Outfit spricht Bände, glaube ich, so dass der ein oder andere sich über manch einen "Blickfang" freuen könnte. Auch die Zwischensequenzen sind nett anzuschauende Kosmetik, welche aber über die dicken Mängel nur leicht hinwegtrösten.

    Ausschließlich erfahrenere Rollenspieler/innen sollten sich "Magna Carta" antun, dafür gibt es zu wenig richtige Highlights im Vergleich zu den teils dicken Schwächen. Ein sehr zäher Einstieg, nicht enden wollende "Hilfestellungen" in Textform, marionettenhaft wirkende Figuren und teilweise frustrierende Kämpfe, die in hektische Reaktionsspielchen basierend oft auf Zufall ausarten, sind nicht von der Hand zu weisen. Auch, dass wir über weit überdurchschnittlich gute Englischkenntnisse verfügen sollten, darf nicht unter den Teppich gekehrt werden. Trotz des fehlenden Feinschliffs gibt es aber zweifellos den ein oder anderen Anreiz in optischer Hinsicht und insbesondere im Zusammenspiel der Charaktere untereinander, die wir dann als Team auf die Feinde loslassen, gar keine Frage, auch der märchenhaft anmutende Fantasy-Hintergrund hat mir gefallen. Warum ich aber nur eine bedingte Empfehlung aussprechen kann, konnte ich Euch hoffentlich deutlich machen. Aufgrund des Genres und des doch recht eigenwilligen Stils ist dieses Rollenspiel aber auch nach fünf Jahren immer noch irgendwie interessant.

    Negative Aspekte:
    Sehr zäher Einstieg, viel zu komplex, hektische Kämpfe teils frustrierend, Figuren marionettenhaft, sehr gute Englischkenntnisse sind Pflicht

    Positive Aspekte:
    Fantasy-Märchenlandschaften, im Kampf ganz nett anzuschauen, viele Zwischensequenzen, interessantes Zusammenspiel der Hauptfiguren

    Infos zur Spielzeit:
    pineline hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Magna Carta

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: pineline
    7.2
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    7/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Magna Carta
    Magna Carta
    Developer
    505 Games
    Release
    07.04.2006

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

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Magna Carta
Magna Carta: Keine Chance für Ungeduldige - Leser-Test von pineline
http://www.gamezone.de/Magna-Carta-Spiel-13241/Lesertests/Magna-Carta-Keine-Chance-fuer-Ungeduldige-Leser-Test-von-pineline-1010900/
31.10.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2006/04/magnacarta_eu.jpg
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