Magrunner in der Vorschau: Trotz H.P. Lovecrafts Cthulhu-Story nicht mehr als ein billiger Portal-Klon
SpecialMagrunner ist ein Spiel aus der Egoperspektive und es nutzt physikalisch Regeln. Klingt nach einem dreisten Klon der Portal-Idee. Weil die Entwickler die Handlung in das Setting einer H.P. Lovecraft Horrorstory verlegen, hoffen sie trotzdem auf einen Erfolg. Wir haben uns das Denkspiel schon angesehen.
Über 100.000€ haben Fans im Internet schon investiert, um Magrunner zu ermöglichen. Als ich es zum ersten Mal sehe, verstehe ich nicht warum. Durch 45 Levels muss man mithilfe eines Mag-Gloves Rätsel in Testkammern lösen. Zu Beginn des Spiels sehen die sogar noch weiß, kahl und abweisend aus. Magrunner sieht aus, wie ein billiger, ziemlich hässlicher Klon von Portal. Einzige Änderung: Der Protagonist hält keine Portal-Knarre in der Hand, sondern einen magnetischen Handschuh. Mit diesem kann der Spieler Objekte anziehen oder abstoßen. Falls auch das jemandem bekannt vorkommt: Exakt dasselbe hat Headup Games 2009 schon in einem eigenen, ziemlich öden Portal-Klon gemacht. Auch in Twin Sector konnte man sich und Objekte anziehen und abstoßen, damals fiel das Spiel im Test mit einer Wertung von 6 Punkten durch.
Quelle: Focus
Magrunner in der Vorschau (5)
Die Macher von Magrunner sind sich dessen bestimmt bewusst. Sie wissen, dass sie nicht einfach eine Kopie von Portal abliefern können. Deshalb haben sie ihre Welt um eine Komponente erweitert: Horror. Mit zunehmender Spielzeit wird sich offenbaren, dass man als Spieler nicht nur an einem Testmarathon teilnimmt, sondern ganz tief eingesogen wird in eine Cosmic-Horrorstory nach Vorbild von H.P. Lovecraft. Die Handlung spielt in den 2050er Jahren im Weltraum, ein weltumspannender Konzern ruft zu einem Wettbewerb auf. Versuchspersonen aus aller Welt müssen Rätsel mit dem Mag-Glove lösen, bis sich plötzlich Monster aus einer Parallelwelt in unsere schlagen. Sie müssen besiegt und von der Erde ferngehalten werden!
Wie genau das funktioniert, wurde uns nicht gezeigt. Wie man einzelne Monster angreifen kann aber sehr wohl. In schwerelosen All verschieben wir durch Anziehung und Abstoßung eine Kiste im Kreis – wie auf einer Umlaufbahn, und besorgen uns so eine explosive Kiste. Durch weiteres rythmisches Anziehen und Abstoßen sowie eine Wurfvorrichtung wird diese Explosivkiste dann in Richtung Gegner geschossen – ein hässliche Explosion und die Viecher sind weg, der Weg zum Levelausgang ist in der Demomission frei.
Gameplay mit falscher Polarisation
Quelle: Focus
Magrunner in der Vorschau (2)
Magrunner wird aus der Egoperspektive gesteuert und erinnert von der Aufmachung des handschuhs durch Drahtwindungen ein wenig an Steampunk-Spiele. Die Funktionsweise ist einfach: Elemente auf dem Spielfeld, beispielsweise spezielle Kisten, Wände, Ankerpunkte oder Wurfvorrichtungen, lassen sich entweder positiv oder negativ polarisieren. Jetzt wird es unlogisch: Objekte mit der gleichen Polarisation ziehen sich an, unterschiedliche Pole stoßen sich ab. Wer in Physik nicht aufgepasst hat und gerade auch keine zwei Magneten findet: In der Realität ist das nicht so. Wir haben die PR-Beraterin des Studios gefragt, wieso diese Kleinigkeit geändert wurde. Ihrer Aussage nach haben bei frühen Zielgruppen-Tests Spieler unterschiedlich auf Plus- und Minuspolarisation und die Farben rot und blau reagiert. Erst als sich Kisten mit gleichen Farben anzogen, haben alle Gameplay-Tester den Zusammenhang erkannt und die Demo beenden können.
Quelle: Focus
Magrunner in der Vorschau (1)
Ansonsten aber hält man sich an die Regeln der Physik. Plattformen schweben entlang eines Traktorstrahls zu einem hin oder von einem weg und auf kreisrunden Umlaufbahnen lassen sich Objekte durch zyklisches Anziehen und Abstoßen höher und weiter transportieren als durch einfaches Polarisieren.
Wenn es trotzdem mal nicht ausreicht, hat man einen kleinen Gehilfen. Auf Knopfdruck kann man einen Roboterhund auswerfen, der an Wänden oder Decken haftet. Wenn man ihn polarisiert, kann man etwa die letzten Meter auf einer Plattform überwinden, indem man sich vom gleichgeladenen Hund quasi hochziehen lässt.
