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  • Marathon: Durandal im Gamezone-Test

    Wer mit einem guten Gleichgewichtssinn ausgestattet ist, sollte sich diese XBL-Retroperle nicht entgehen lassen.

    Was war der erste wichtige Ego-Shooter von Bungie, des gewissermaßen inzwischen zu Microsofts Haus- und Hof-Entwickler gemauserten Entwicklungsstudios? Die ca. 80-90 % unter euch, die wie ich auch, die Hand hoben und Halo! riefen, hören jetzt folgendes Geräusch: MEEEEP! Leider falsch, denn schon 1995 erschien mit Marathon ein Sci-Fi-Shooter der durchaus einen gewissen Kultstatus erlangte und jetzt, nach 11 Jahren, auf Xbox Live für 800 Punkte als aufgehübschte Version zur Verfügung steht. Lohnt sich der Ausflug in die Urzeit der Master-Chief-Erschaffer auch nach über einer Dekade?

    Marathon: Durandal Marathon: Durandal Zunächst einmal heißt es Klarheit zu schaffen, denn bei dem Re-Release handelt es sich nicht um Teil eins der Marathon-Trilogie, sondern den zweiten, Marathon: Durandal. Wenn ihr wollt, könnt ihr jetzt anfangen zu recherchieren, worum es im Ersten ging, aber die Mühe lohnt eigentlich kaum. Eine Alientruppe fand raus, wo wir das Bier lagern und schickte natürlich und wie könnte es anders sein, eine Invasionsarmee zur Erde. Der Champion des blauen Planeten, der Marathon, konnte natürlich und praktisch mit einer Hand die uneingeladenen Gäste wieder von der Tür weisen. Diese schmollten 17 Jahre in den Tiefen des Alls, suchten sich ein paar größere Kanonen und sind jetzt zurück. Also muss wieder der Marathon an die Arbeit, diesmal mit Unterstützung der künstlichen Intelligenz Durandal, die ihm in den Missionen mit neckischen Texten an Terminals aushilft und dabei auch einen leicht verschrobenen Humor an den Tag legt.

    Old School

    Marathon: Durandal Marathon: Durandal Der Hauptgrund, warum dieses Spiel in der Zeit des berühmtesten ID-Index-Ego-Shooters überhaupt eine fanatische Kultgemeinschaft um sich sammeln konnte, war die Tatsache, dass es zuerst auf dem Mac erschien und wer dachte, dass dieser Rechner heute schon eher bescheiden mit Spielen versorgt wird, macht sich kein Bild von der Situation vor über 10 Jahren. Insoweit spielte es nicht die große Rolle, dass Marathon ein offensichtlicher, wenn auch weit weniger blutiger Ripoff des ID-Titels ist, allerdings mit einer ganzen Reihe von Eigenheiten. Der Aufbau ist erst einmal für den 90er-Shooter typisch. Es gibt zwar eine Rahmenhandlung, diese wird jedoch nicht so nahtlos verbunden, wie man das heute kennt. Jeder Level steht für sich, hat einen Anfang und ein Ziel in Form des letzten Schalters. Dazwischen gibt es eine ganze Menge Räume, mehr oder weniger komplexe Schalterrätsel und viele Hindernisse. Dass dies nicht in erster Linie Massen an Gegnern sind, sondern vielmehr die Aufgaben, die Durandal dem Spieler stellt, setzt das Programm schon einmal von ID ab. Letztendlich läuft es zwar auch darauf hinaus, einen Schalter zu finden, aber mit dem Hintergrund, den Durandal einem gibt, fühlt sich das ganze nach einer irgendwie sinnvollen Mission an.

    Oben, unten und seekrank

    Marathon: Durandal Marathon: Durandal Wo sich Marathon noch dramatisch unterscheidet, ist die Möglichkeit, nach oben und unten zu gucken und auch zu zielen und schießen. Es war in der Post-Boom-Ära noch weitestgehend üblich, mit starrem Blick nach vorn, durch die Gänge zu hetzen und geradeaus zu schießen, wenn etwas über oder unter einem war. Bei Marathon, muss es schon etwas genauer sein, wenn das seltsame Vieh vor einem nicht den Sieg nach Hause, wo auch immer das sein mag, tragen soll. Dies funktioniert auf der Xbox mit den beiden Analogsticks technisch genau so, wie heutzutage üblich, nur fühlt es sich etwas weniger elegant an, was sicher auch an den "Gleitbewegungen" der Spielfigur liegt. Der Marathon bewegt sich wie auf Schienen durch den Level, auch das Hüpfen ist ihm völlig fremd. Dies erstaunt ein wenig, da das aufwendige Artwork um das Spiel herum ihn meist bei irgendwelchen Sprungmanövern zeigt.

    Marathon: Durandal Marathon: Durandal Diese Gleitbewegung mache ich persönlich auch für eine inzwischen glücklicherweise fast ausgestorbene Spielekrankheit verantwortlich. Viele die damals, wie ich auch, die ID-Shooter, vor allem den mit den bösen Nazis in der Burg, spielte, merkte nach einiger Zeit, in meinem Falle dauerte es Monate, bis zu den ersten Beschwerden, dass diese schnelle fließende Bewegung erst Kopfschmerz und dann massive Übelkeit, nicht unähnlich massiver Seekrankheit, hervorrief. Von diesem Phänomen war nicht jeder betroffen, bei einigen reichten schon Minuten, andere zeigten nie diese Symptome. Marathon löste bei mir auch wieder dieses Phänomen aus, zum Glück eher unbedeutend. Wer also weiß, von was ich hier rede, sollte auf jeden Fall zuerst die Demo herunterladen und sehen, ob er einen Eimer beim Spielen in der Nähe haben sollte.

    Dumme Freunde und Feinde

    Marathon: Durandal Marathon: Durandal Aber auch anderes ähnelt den Genrekollegen der Ego-Shooter-Frühzeit. Das Waffen und Munitionssystem hat zwar immerhin eine Nachladeanimation, aber ansonsten geht es von der Nahkampfwaffe über die Pistole und das MG zu den schweren Geschützen wie Napalm und Raketen durch das obligatorische Repertoire. Die Shotgun macht etwas mehr her, allein durch die Tatsache, dass man zwei gleichzeitig benutzen kann. Der Kampf an sich bietet die üblichen Rückzugsgefechte der 90er: Eine Horde Aliens stürzt sich auf den Spieler, dieser weicht, aus allen Rohren feuernd mit leichten Strafe-Bewegungen rückwärts und versucht sich die Brut vom Leib zu halten. Die Hilfeversuche der AI Durandal sind dabei eher skurril, denn sie schickt gelegentlich eine Gruppe zur Unterstützung, nur leider halten die nicht viel aus und positionieren sich offensichtlich mit Absicht direkt vor mir. Ich habe nicht genau gezählt, aber ich denke, dass ich mehr von den Kumpanen auf dem Gewissen habe, als die Aliens. Dafür sollte mir die nicht vorhandene Intelligenz der Computergegner auch dankbar sein, denn Deckung suchen oder taktisch arbeiten sind für sie komplette Fremdwörter. Stattdessen geht es grundsätzlich in direkter Linie auf den Marathon zu und wer sich jetzt auf ein Gorefest im Sinne alter Tage freut, wird auf jeden Fall von Marathon enttäuscht. Das Geschehen läuft weitestgehend blutleer ab, zumindest, was rote Farbe angeht. Auch sind die Feinde eher abstrakt, denn fliegende Roboter, Emukrieger und Rieseninsekten in verschiedenen Farben sagen zwar SciFi aber nicht Splatter.

    Marathon: Durandal Marathon: Durandal Das deren Überreste nach einem Intermezzo praktisch als Wegmarker liegenbleiben, kommt dem komplexen Aufbau der Levels entgegen, denn die Zahl der Texturen und Farben der alten Engine ist recht begrenzt. Alles sieht ein bisschen wie direkt daneben aus und mehr als einmal wird der Marathon deswegen ein paar Ehrenrunden durch den labyrinthartigen Aufbau drehen. Das Automapping ist allerdings ganz gut geraten, nur das stufenlose Zoomen fehlt zur perfekten Übersicht. Dafür kann man sich auch auf der Karte direkt bewegen, ein nettes Feature, das es viel zu selten heutzutage gibt. Aber es gibt auch genug Dinge, die bei Marathon einfach nur nervig sind und die schlimmste Designsünde ist die Lebensenergie. Sie ist ausreichend und wird recht konventionell wieder aufgefrischt, aber der Stand wird in den nächsten Level mitgenommen! Jeder frühe Shooter-Fan hat mindestens ein Erlebnis, wo der Zähler beim Drücken des letzten Schalters im Level die Ziffer 1 zeigte und er atmete erst einmal tief durch, bevor es relativ entspannt weiterging. Bei Marathon geht es mit 1 weiter und das macht keinen Spaß. So heißt es nämlich, stets noch einmal den schon geschafften Level nach Energie abklappern oder einen alten Spielstand laden. Es nimmt einfach etwas aus dem Spiel, was bei anderen Titeln für große Momente sorgte und das ist nie eine gute Sache.

  • Marathon: Durandal
    Marathon: Durandal
    Publisher
    Microsoft
    Developer
    Freeverse Software
    Release
    08.08.2007
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Marathon: Durandal
Marathon: Durandal im Gamezone-Test
Wer mit einem guten Gleichgewichtssinn ausgestattet ist, sollte sich diese XBL-Retroperle nicht entgehen lassen.
http://www.gamezone.de/Marathon-Durandal-Spiel-13493/Tests/Marathon-Durandal-im-Gamezone-Test-991397/
14.08.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/08/1185821836.jpg
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