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Mario Kart DS (NDS)

Release:
25.11.2005
Genre:
Rennspiel
Publisher:
Nintendo
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Mario Kart DS: Die Globalisierung von Mario Kart - Leser-Test von Corlagon

04.05.2012 01:38 Uhr
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Neu
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Mario Kart DS, erschienen im Herbst 2005 und entwickelt direkt bei Nintendo EAD (Mario Kart: Super Circuit für den Game Boy Advance war noch von Intelligent Systems gekommen) ist einer der meistverkauften Titel für den Nintendo DS - kein Wunder, galt die Mario-Kart-Serie doch sowieso schon (und bis heute) als die Referenz bei cartoonigen Rennspielen, und noch dazu war MKDS das erste Nintendo-Spiel (von Third-Party-Software abgesehen) mit offizieller Internet-Unterstützung. Spielerisch kann es als eine Mischung aus den Heimkonsolenspielen Mario Kart 64 und Double Dash!! betrachtet werden, natürlich gibt es aber auch ein paar willkommene Neuerungen.

Das Spielprinzip ist simpel: Acht Figuren aus der Mario-Franchise fahren um die Wette und können spezielle Gegenstände einsetzen, um sich gegenseitig aus der Bahn zu werfen. Ihr benutzt den A-Knopf, um Gas zu geben, B, um zu bremsen, L oder X für Items und R, um durch Kurven zu driften (erfordert Übung und scheint nicht immer sinnvoll). Wie in den meisten Spielen der Serie treten auch diesmal wieder Mario, Luigi, Peach, Yoshi, Toad, Donkey Kong, Bowser und Wario gegeneinander an; sie unterteilen sich grob in drei Gewichtsklassen: Leichte Fahrer beschleunigen am schnellsten und sind im Zweifelsfall am einfachsten zu steuern, während die Schwergewichte bei der Maximalgeschwindigkeit vorne liegen und bei Kollisionen im Vorteil sind. Sobald Ihr Eure Figur bestimmt habt, dürft Ihr noch zwischen zwei unterschiedlichen Vehikeln wählen, welche relativ gesehen weitgehend die gleichen Fahreigenschaften besitzen, doch eines ist pauschal schwächer und neigt dafür zu besseren Items. Durch gewonnene Turniere lassen sich noch weitere Fahrzeuge freischalten.
Auf dem zweiten Bildschirm wird Eure nähere Umgebung in einer praktischen Draufsicht angezeigt; außerdem könnt Ihr erstmals sehen, was für Items Eure Gegner gerade besitzen. Wollt Ihr eine Karte der gesamten Strecke mit den absoluten Positionen der Fahrer sehen, könnt Ihr durch Druck auf Y zu ihr wechseln, was aber problematisch ist, da man den Daumen ja in der Regel schon auf A hat und die Knöpfe sich nur schwer gleichzeitig betätigen lassen (sowohl auf einem damaligen DS als auch dem aktuellen 3DS) - wieder einmal war die zu Super-NES-Zeiten übliche Tastenbelegung die bessere.

Um einen Gegenstand zu erhalten, durchfahrt Ihr einfach die zahlreichen Fragezeichenboxen. Diese regenerieren sich zwar nach kurzer Zeit wieder und sind in der Regel auch in Gruppen plaziert, wer dem Vordermann direkt im Nacken sitzt, kann aber trotzdem leer ausgehen. Beispiele für Items sind die gewohnten Superpilze, die einen kräftigen Schub nach vorne geben, Bananenschalen, die die Gegner ins Schleudern bringen, oder grüne Koopa-Panzer, die (falls sie niemanden treffen) an Mauern abprallen und noch eine Weile durch die Gegend flitzen; rote Panzer finden Euren Vordermann von selbst, können unvorsichtig abgefeuert aber an einem Hindernis zerschellen. Manchmal finden sich sogar Dreiergruppen von Pilzen oder Panzern, wobei letztere auch als Schutzschild fungieren. Die Gegenstände werden allerdings zufällig verteilt, und die wirklich besten gibt es generell nur auf den hinteren Rängen, etwa den berüchtigten Blitz, der alle anderen Fahrer zeitweise schrumpft und verlangsamt, oder den Stachi-Panzer, der direkt zum vordersten Kart fliegt und dort explodiert. Das einzige vollkommen neue Item ist ein Blubber, der den Konkurrenten Tinte auf den Bildschirm spritzt (gut, daß es die Draufsicht gibt). Wer von bestimmten Angriffen getroffen wird, kann zudem noch sein eigenes Item verlieren.

Auch diesmal gibt es wieder 16 brandneue Rennstrecken mit ganz verschiedenen Motiven und Schikanen (es werden übrigens jeweils drei Runden gefahren): Einige von ihnen sind simpel und bieten viel Platz, andere fallen durch enge Gassen und fiese Kurven auf, oder es müssen Hindernisse umfahren werden, beispielsweise Bäume oder sogar rollende Kugeln; gelegentlich existieren auch Beschleunigungsfelder, die man erwischen will. Löblicherweise gibt es diesmal etwas mehr Strecken, die an bekannten Orten aus älteren Mario-Spielen angesiedelt sind - welchem Fan von Super Mario Bros. 3 geht nicht das Herz auf, wenn er plötzlich wieder im Land der Wüste ist und Feuerschlangen ausweichen darf? (Wenn jetzt noch die deutsche Übersetzung nicht wieder so "frei" wäre ...) Diese Strecken sind gruppiert in vier sogenannte Nitro-Grand-Prix; dazu kommen auch noch vier Retro-Grand-Prix, die jeweils je eine Strecke aus einem der vier bisherigen Mario Karts enthalten, was die Gesamtzahl auf 32 erhöht. Die Retro-Strecken sind jedoch zum Teil relativ simpel (da ursprünglich für schwächere Hardware kreiert) und/oder kurz (mit auch noch gesunkener Rundenzahl), der höhere Gesamtumfang ist aber natürlich willkommen. Je nach Spielmodus existieren drei unterschiedliche Hubraumgrößen - bei schnelleren Wagen ist das Spiel schwieriger. Übrigens ist zu Beginn nur die Hälfte der Strecken verfügbar, die übrigen gilt es erst nach und nach freizuspielen.

Anders als in den Vorgängern können nun endlich auch Einzelspieler sämtliche Spielmodi genießen. Der offizielle Hauptmodus ist weiterhin der traditionelle Grand Prix, in dem eine komplette Vierergruppe von Strecken gefahren wird, gegen die sieben computergesteuerten Rivalen. Abhängig von den Plazierungen werden Punkte vergeben, und wer am Ende insgesamt die meisten hat, wird mit einem Goldpokal belohnt - sammelt diese, um Zugang zu den späteren Wettbewerben (für jede Hubraumklasse getrennt), Fahrzeugen usw. zu erlangen. Anders als in den alten Spielen ist es leider mehr möglich, ein verpatztes Rennen zu wiederholen, ohne wieder ganz von vorne zu beginnen.

Natürlich gibt es auch diesmal wieder das Zeitfahren, in dem Ihr ganz ohne Gegner und je nach Wagen mit bis zu drei Pilzen versuchen könnt, auf den einzelnen Strecken Bestzeiten zu erfahren und Rekorde zu knacken. Eure Fahrkünste lassen sich aufzeichnen, an andere Spieler weitergeben und bei späteren Versuchen als Geist einblenden (der Speicherplatz ist jedoch begrenzt, also übertreibt es nicht).

Im Versus-Modus düsten bisher ausschließlich menschliche Spieler auf einzelnen Strecken um die Wette - hier ist er stark ausgebaut und bietet diverse Optionsmöglichkeiten. So könnt Ihr nun auch hier alleine gegen sieben Computergegner antreten (die Anzahl läßt sich nicht verändern, was aber vermutlich sowieso keinen großen Unterschied machen würde, da sie ohnehin nicht alle gleich gut fahren); die Schwierigkeitsstufe kann hier unabhängig von der Hubraumklasse gewählt werden. Optional sind auch zwei Viererteams möglich, deren erzielte Punkte jeweils zusammengerechnet werden; es können jedoch nach wie vor die eigenen Kameraden angegriffen werden. Wahlweise spielt Ihr eine Partie unbestimmter Länge oder eine feste Anzahl Strecken, hinterher wird der Fahrer oder das Team mit den meisten Punkten zum Gesamtsieger erklärt, oder es werden nur die ersten Plätze gezählt, und wer eine bestimmte Anzahl Siege einfährt, gewinnt. Die einzelnen Strecken dürft Ihr jedes Mal manuell auswählen, oder nur einmal, um dann in der vorgegebenen Reihenfolge weiterzufahren, natürlich sind auch zufällige Pisten möglich.

Auch der Wettkampfmodus kann erstmals alleine mit sieben Computerspielern bestritten werden; hier werden keine Rennen im engeren Sinne gefahren, sondern es handelt sich um Schlachten, für die sechs spezielle Arenen angeboten werden (vier neue und zwei klassische). Es existieren zwei Untermodi, die beide aus älteren Spielen übernommen, jedoch etwas verändert worden sind: Der klassische Ballon-Wettkampf stellt ein Item-Deathmatch dar, in dem jeder Ballon für einen Trefferpunkt steht; diesmal hat jeder Spieler fünf Stück, von denen vier jedoch erst aufgeblasen werden müssen - dazu blast Ihr ins Mikrofon oder haltet Select, aber Letzteres dauert länger, und Ihr könnt in beiden Fällen nicht auf dem Gas sein. Im anderen Untermodus gilt es, möglichst viele Insignien der Sonne einzusammeln; bei kassierten Treffern gehen sie wieder verloren, und von Zeit zu Zeit werden die Spieler mit den wenigsten eliminiert. Es gibt weniger Optionen als im Versus-Modus, aber immer noch ein paar (auch hier sind wieder zwei Teams möglich).

Und brandneu: Die Missionen. Hier bekommt Ihr zig verschiedene Aufgaben gestellt, die es (Figur/Vehikel sind vorgegeben) zu lösen gilt, innerhalb eines Zeitlimits und überhaupt möglichst gut. Beispiele: Fahrt durch Tore, jagt Item-Boxen (die sich hier durchaus bewegen können), fahrt eine reguläre Strecke mit zusätzlichen Schikanen, sammelt Superpilze, um damit Big Bully aus der Arena zu stoßen.

Auch die lokale Mehrspielerfunktion unterstützt bis zu acht menschliche Spieler; ob freie Plätze mit Computergegnern aufgefüllt werden ist Euch freigestellt. Versus- und beide Wettkampfmodi sind möglich, mit allen Optionen außer der Hubraumklasse. Matches gehen auch dann, wenn nicht jeder eine eigene Spielkarte besitzt, allerdings stehen dann nur die ersten acht Strecken bzw. drei nicht wählbare Arenen zur Verfügung. Spieler ohne Karte dürfen zudem weder Figur noch Wagen wählen (die anderen schon), kurioserweise müssen sie Shy Guys (Leichtgewichte) spielen, die sonst überhaupt nicht in Erscheinung treten (nicht einmal als freispielbare Figuren).

Internet-Matches über die Nintendo Wi-Fi Connection sind kostenlos, jedoch eingeschränkt, vermutlich um den Aufwand zu reduzieren, der hier ja eine deutlich größere Rolle spielt. Es sind ausschließlich Vier-Spieler-Rennen (keine Wettkämpfe) ohne Optionsmöglichkeiten (außer Figur/Wagen und Piste) möglich; nachdem Ihr Euren groben Wunsch nach Gegnern geäußert habt - weltweit, regional (wohl für bessere Verbindungen), Rivalen (Spieler mit möglichst ähnlicher Erfolgsquote, wobei ich nirgendwo meine eigene gefunden habe) oder nur Spieler von der Freundesliste -, versucht das System automatisch drei Kontrahenten für Euch zu finden, eine Chatfunktion ist nicht vorhanden. Es werden immer vier Strecken in Folge gespielt und je nach jeweiliger Plazierung Punkte vergeben; es stehen 20 Pisten zur Auswahl, über die Ihr abstimmt. Geht zu einem Spieler die Verbindung verloren oder werden gar nicht erst vier gefunden, spielen die anderen alleine weiter - ein nachträglicher Einstieg ist ebensowenig vorgesehen wie zusätzliche Computergegner.
Wollt Ihr gegen bestimmte Personen antreten, ist das über die anscheinend nicht sehr beliebten Freundescodes möglich - Ihr gebt Euren eigenen Code außerhalb des Spiels an jemand anders weiter, der ihn dann bei sich eingibt. Der Code kennzeichnet eine bestimmte Kombination aus Hard- und Software, was den Vorteil hat, daß Gebrauchtkäufer nicht ein bereits existentes Profil vorfinden (man sieht, die wurden nicht schon immer von allen verteufelt); es existiert auch eine Funktion, um seine Daten auf eine andere Konsole zu verschieben, aber wenn die alte kaputt ist, werden sie futsch sein.

Fazit: Mit Mario Kart DS haben sich die Macher wieder mal selbst übertroffen, aber nur geringfügig, denn das Gameplay ist mit dem von Mario Kart 64 und Double Dash!! (abgesehen von den Zweierteams) im Prinzip identisch - ein cartooniges Rennspiel, das definitiv gelungen ist. Die Verbesserungen betreffen den Umfang: Ein brandneuer Einspielermodus, und auch die bekannten Modi sind endlich alle alleine gegen Computergegner spielbar, sogar noch mit einer Reihe neuer Optionen. Zu den üblichen 16 neuen Pisten gesellen sich auch noch mal so viele bekannte - so etwas gab es zwar schon in MK: Super Circuit, das jedoch aufgrund der relativ schwachen Hardware entsprechend wenig Abwechslung bieten konnte. Und natürlich erstmals Internet-Matches, die allerdings deutlich eingeschränkt sind (lokale Mehrspielerpartien zum Glück nicht), so daß Ihr Eure diesbezüglichen Erwartungen besser nicht zu hoch ansetzt.

Negative Aspekte:
Online-Modus eingeschränkt, verpatzte Grand-Prix-Rennen können nicht gleich wiederholt werden

Positive Aspekte:
klasse Spaßrennspiel, umfang-/optionsreicher als die Vorgänger, auch für lokale Mehrspielerpartien empfehlenswert

Infos zur Spielzeit:
Corlagon hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
Corlagon

8.8
Gamezone
Spielspaß-Wertung
9/10
Spielspaß Multiplayer
8.8
Grafik
9/10
Steuerung
8/10
Sound
8/10
Gameplay
9/10
Benutzer
Moderation
04.05.2012 01:38 Uhr
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