Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Mass Effect 2: Auferstanden von den Toten - Leser-Test von Yoshi256

    Vor wenigen Wochen erschien eine der besten Spieleserien für die Xbox 360 auch auf Sonys Playstation 3; Ende des Jahres soll der Abschluss der Mass Effect Trilogie erscheinen. Grund genug in einem Test Mass Effect 2 noch einmal näher vorzustellen.

    "Der Tod beendet nicht alles" wußte schon der römische Dichter Properz.
    Auf kaum jemanden trifft diese Erkenntnis so sehr zu wie auf John Shepard.
    Der Hauptcharakter aus dem ersten Teil trudelt nach einem Angriff auf sein Raumschiff unkontrolliert durch den Weltraum, bevor er mit hoher Geschwindigkeit auf dem Boden eines unbekannten Planeten zerschellt. Schon bald macht die Nachricht die Runde, dass der große Held der Menschheit im Einsatz gefallen ist. Doch eine Organisation die sich Cerberus nennt, schafft es in zwei Jahren und unter Einsatz erheblichen Aufwands Shepard wiederzubeleben. Und obwohl Mass Effect 2 ein Rollenspiel ist behält Shepard dabei sogar sein Gedächtnis.
    Selbstverständlich reicht Cerberus ein einfaches Dankeschön nicht aus und so muss Shepard fortan im Dienste Cerberus für die Belange der Menschheit kämpfen. Chef von Cerberus und neuer Auftraggeber Shepards ist "Der Unbekannte", über dessen Hintergrundgeschichte nur wenig bekannt ist. Seine gläsernen Augen lassen ihn unmenschlich erscheinen und genau wie seine als Terroristengruppe verschriene Organisation ist die gute Absicht seines Handelns fragwürdig
    Hat John Shepard also einen Pakt mit dem Teufel geschlossen?

    Story

    Ziel in Mass Effect 2 ist eine Crew zusammenzustellen, um mit dieser auf ein Himmelfahrtskommando in die Heimatwelt der Kollektoren aufzubrechen. Die Kollektoren sind ins Visier Cerberus gekommen, nachdem sie mehrere von Menschen bewohnte Kolonien angegriffen und die Bewohner entführt haben. Außerdem sollen sie gerüchteweise gemeinsame Sache mit den Reapern machen, eine Maschinenrasse, die das Universum vernichten will.
    Die Story von Mass Effect 2 kann leider nicht mit jener des Vorgängers mithalten, vor allem die Hauptstory ist sehr kurz. Dennoch ist das Spiel umfangreicher als Teil 1. Das liegt daran, dass es für jedes der zwölf Teammitglieder (zwei davon müssen erst heruntergeladen werden) eine Loyalitätsmission gibt. In diesen Missionen hilft Shepard seiner Crew bei persönlichen Angelegenheiten und erfährt dabei mehr über ihre Vergangenheit. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Missionen erhalten die Crewmitglieder eine neue Zusatzfähigkeit. Auch wenn diese Missionen bloß optional sind, solltet ihr sie nicht auslassen, nicht nur weil sie allesamt gut gemacht sind, sondern weil ihr es sonst in der finalen Mission des Spiels bereuen könntet.

    Das Gameplay oder was hat sich verändert im Vergleich zu Mass Effect 1

    Auch wenn Mass Effect 2 storymäßig an den Vorgänger anknüpft und die selbe Grafikengine verwendet, hat sich im Nachfolger einiges verändert. So ist das umständliche und nervige Inventar aus dem Spiel geflogen; Waffen müssen nun vor dem Beginn einer Mission oder an in den Levels platzierten Waffenschränken ausgewählt werden. Des Weiteren benötigen die Waffen neuerdings Munition, während für Standardwaffen Kühlungspacks ausreichen, braucht es für schwerere Waffen richtige Munition. Munitionsmangel gibt es im Spiel aber nur bei den schweren Waffen, Kühlungspacks gibt es im Spiel mehr als genug.
    Insgesamt kann man sagen, dass sich die Kämpfe in Mass Effect 2 deutlich dynamischer und actionlastiger anfühlen.
    Mit dem Wächter ist eine neue Charakterklasse hinzugekommen, sie zeichnet sich vor allem durch ihre Technik- und Biotikfähigkeiten aus.

    Das bei Fans nicht unumstrittene Mako fiel ebenfalls der Schere zum Opfer. Statt unbelebte Planeten abzufahren, sucht man in Mass Effect 2 mit einem Scanner auf der Normandy nach Mineralien. Das ist langweiliger als jedes Flash-Werbespiel, aber leider nötig, um Verbesserungen für Waffen, Rüstungen und das Schiff erforschen zu können. Ohne zu viel zu verraten, die Normandy sollte nicht ohne Verbesserungen in die letzte Mission geschickt werden.
    Das Spiel ist ziemlich linear, wer es liebt in einer großen zusammenhängenden Spielwelt Entdecker zu spielen, sollte lieber zu den aktuellen Fallout-Spielen greifen. Dafür sticht BioWares Space Opera die Bethesda Rollenspiele in puncto Inszenierung gnadenlos aus.

    Die Technik

    Mass Effect 2 setzt wie Teil 1 auf die Unreal Engine 3, allerdings wurden die technischen Macken des Vorgänger größtenteils ausgemerzt. Texturen laden nicht mehr Sekunden lang nach und das Spiel läuft in der Regel flüssig. Clippingfehler gibt es leider immer noch.
    Die Grafik macht einen sehr guten Eindruck, vor allem die Charaktere sind wieder sehr detailliert gezeichnet.
    Das Spiel wird von einem wuchtigen Soundtrack untermalt, der aber zu selten zum Einsatz kommt. Die deutsche Synchronisation reißt keine Bäume aus, leistet sich aber keine gröberen Schnitzer. Leider wurde der (männliche) deutsche Sprecher von Shepard ausgetauscht. Die Xbox 360 Version ist im Gegensatz zur PC-Version nicht multilingual.

    Downloadable Content

    Downloadable Content ist für viele Spieler das Unwort dieser Konsolengeneration, dennoch ist es der DLC von Mass Effect 2 wert darüber zu schreiben.
    Bereits lange vor Erscheinen des ersten Teils sprach BioWare darüber das Universum nach und nach mit neuen Planeten und Missionen zu füllen. Beim ersten Teil geling dies noch nicht, es gab lediglich zwei DLC, von denen einer eine mittelschwere Katastrophe war. Wahrscheinlich war aber nicht die Faulheit der Entwickler Schuld daran, sondern die Tatsache, dass es nicht besonders wirtschaftlich ist für einen 90 Minuten DLC Synchronsprecher zu buchen.
    Für den Nachfolger bot BioWare bereits von Release an Downloadable Content an, um Erstkäufer zu belohnen und Gebrauchtspieler zu benachteiligen. Aber auch nach dem Release erschienen noch einige DLC-Pakete, die im Folgenden kurz beschrieben werden.

    Gebrauchtspieler können die folgenden drei DLC erwerben, indem sie für 1200 MS Points den Zugang zum Cerberus Netzwerk freischalten. Eine nicht unbedingt lohnenswerte Investition.

    Absturzstelle der Normandy (Kostenlos für Erstkäufer)

    Der DLC bietet einem die Möglichkeit die abgestürzte Normandy zu begutachten und 20 Marken gestorbener Crewmitglieder zu sammeln. Außerdem könnt ihr noch Shepards N7 Helm suchen.
    Dann und wann mal gibt es eine Rückblende.
    Für Spieler des ersten Teils ist der kurze Besuch der Normandy zu empfehlen, alle anderen dürften sich eher langweilen.

    Crewmitglied Zaeed (Kostenlos für Erstkäufer)

    Zaed ist ein eher wortkarger Söldner, den ihr auf der Raumstation Omega finden könnt.
    Leider kann man sich mit Zaed nicht zwischen den Missionen unterhalten, wie es bei den restlichen Crewmitgliedern der Fall ist. Immerhin ist die Loyalitätsmission von Zaed recht kurzweilig.

    Feuergänger Pack (Kostenlos für Erstkäufer)

    Das Feuergänger Pack erschien im Gegensatz zu den beiden vorherigen DLC erst zwei Monate nach Release des Spiels. In ihm kann mit dem Fahrzeug Hammerhead fünf kurze Missionen absolvieren.
    Die Steuerung des Hammerheads geht leicht von der Hand, spielerisch erreicht der DLC aber noch nicht mal Durchschnitt. Nur für beinharte Fans des Spiels.

    Crewmitglied Kasumi (560 MS Points)

    Der vierte DLC erschien im April 2010 und komplettiert die Charakterriege.
    Kasumi ist eine Meisterdiebin und möchte auf der Party eines wohlhabenden Kriminellen an die Erinnerungen ihres toten Partners gelangen. Dafür schlüpft Shepard erstmals in einen Anzug (den er auch nach Abschluss der Mission weitertragen kann). Das Anwesen des Kriminellen bietet einen tollen Ausblick und auch sein Privatmuseum würde zum Verweilen einladen, wenn nicht Gegner die traute Zweisamkeit unsanft stören würden. Mit 90 Minuten ist der DLC nicht der umfangreichste, aber an der Güte der Mission gibt es nicht viel zu rütteln.
    Wenn ihr Mass Effect 2 schon beendet habt, könnt ihr mit dem neuen Crewmitglied nur herzlich wenig anfangen, außer sie in zukünftigen DLC mit auf die Missionen zu nehmen.

    Overlord (560 MS Points)

    Im Juni veröffentlichte BioWare den zweiten kostenpflichtigen DLC für Mass Effect 2. Ziel der Mission ist es in einer Cerberus Forschungseinrichtung eine künstliche Intelligenz auszuschalten. Der Hammerhead kommt auch zum Einsatz, um sich zwischen den verschiedenen Einrichtungen fortzubewegen. Dialoge sind im DLC eher Mangelware, zum Durchspielen werden je nach Spielweise 90-120 Minuten benötigt.
    Der DLC ist eher was für Fans des Spiels, die keine Mission verpassen wollen.

    Versteck des Shadow Broker (800 MS Points)

    Der aktuellste DLC zu Mass Effect 2 erschien im September und bietet ein Wiedersehen mit dem Crewmitglied Liara TSoni aus dem ersten Teil. Ihr könnte sie zwar auch im Hauptspiel besuchen, dort spielt sie aber nur eine untergeordnete Rolle. Liara rettete nach dem vermeintlichen Ableben Shepards seinen Leichnam vor den Kollektoren, diese Geschichte lässt sich in den Comics zum Spiel nachlesen.
    Liara möchte ihren Freund Drell aus den Händen des Shadow Brokers befreien und da Cerberus ebenfalls ein Interesse am Shadow Broker hat, hilft Shepard Liara bei ihrer Rettungsaktion.
    Passend zum höheren Preis bietet "Versteck des Shadow Broker" mit 2-3 Stunden einen deutlich höheren Umfang als die bisherigen DLC. Außerdem ist es schön mal wieder zusammen mit Liara zu kämpfen, auch wenn sie leider nach Abschluss der Mission nicht zur Shepards Crew zurückkehrt.
    Dieser DLC ist der bis dato beste, allerdings auch der teuerste.

    Es soll noch mindestens ein DLC zu Mass Effect 2 erscheien, bisher gibt es aber noch keine näheren Informationen.

    Collectors Edition

    Auch dem zweiten Teil hat BioWare eine Collectors Edition spendiert. Das Spiel und die Bonus-DVD stecken in einer schicken Metallhülle, während sich das 50 Seiten dicke Artbook und der erste Band des Mass Effect Comics in einem Pappschuber befinden.
    Darüber hinaus gibt es noch eine exklusive Waffe und Rüstung. Wie auch die exklusiven Rüstungen für Vorbesteller, verdeckt die Rüstung das Gesicht Shepards, sodass seine Mimik in Dialogen nicht mehr erkennbar ist.

    Playstation 3 Version

    Mass Effect 2 auf der PS3 beinhaltet alle bisherigen DLCs, sowie einen interaktiven Comic, der die Story des ersten Teils nacherzählt und den Spieler so die wichtigsten Entscheidungen aus dem ersten Teil in etwas anderer Form treffen lässt.
    Die PS3-Version basiert bereits auf der Engine von Mass Effect 3, sodass die Grafik etwas hübscher als auf der Xbox 360 aussieht.

    Ausblick auf Mass Effect 3

    Mass Effect 3 soll Ende 2011 für Xbox 360, PC und Playstation 3 erscheinen. Ein erster kurzer Teaser lässt vermuten, dass es Shepard dies Mal erstmals auf den Heimatplaneten der Menschen verschlägt. Bisher hatte Shepard von einer Nebenmission auf dem Mond im ersten Teil abgesehen mit der Erde nur wenig zu schaffen. Da Mass Effect als Trilogie ausgelegt ist, sollte das Spiel die Story um John Shepard zu einem Abschluss bringen. Weitere Spiele im Mass Effect Universum sind natürlich nicht ausgeschlossen.

    Fazit

    Die große Stärke von Mass Effect 2 ist die neue Crew, die Charaktere sind fast alle interessant und geben dem Spiel mehr Tiefe. Ebenfalls ist es großartig zu sehen, wie die Entscheidungen aus dem Vorgänger Auswirkungen auf den Nachfolger haben.
    Das verbesserte, dynamischere Kampfsystem, weiß ebenso zu gefallen.
    Von den neuen Waffen überzeugt unter anderem die M-490 Blackstorm, die ein lokal begrenztes schwarzes Loch erzeugt. Leider ist die Waffe ein Gamestop-exklusives Vorbestelleritem. Von den neuen Angriffen ist vor allem der Sturmangriff des Frontkämpfers beeindruckend.

    Ein Wermutstropfen ist, dass die Story um die Reaper im zweiten Teil kaum aufgegriffen wird. Außerdem ist die Hauptgeschichte ziemlich kurz, dank der Loyalitätsmissionen und Nebenquests ist der Gesamtumfang aber absolut zufriedenstellend.
    Durch das Wegfallen des Inventars verliert die Serie einen Teil ihres RPG-Gefühls. Die Schusswechsel können es aber auch nicht mit denen von 3rd-Person Shootern wie Gears of War aufnehmen. Damit läuft das Spiel ein wenig Gefahr es weder RPG-, noch Action-Fans recht zu machen, am besten dürfte das Spiel Leuten gefallen, die an beiden Genres Spaß haben.
    Nichtsdestotrotz ist Mass Effect 2 ein würdiger Nachfolger, der viele Schwächen des ersten Teils ausmerzt, aber auch in einigen Punkten zu stark simplifiziert wurde.
    Andererseits spielt sich der Titel dank der Simplifizierung flotter als die meisten RPGs und hat trotz des großen Umfangs kaum Längen. Innovationen sucht ihr leider mit der Lupe, einzig die Schlussmission kann überraschen. Audiovisuell ist auch der zweite Teil großes Kino, BioWare versteht es einfach Geschichten spannend zu erzählen.

    Negative Aspekte:
    Kurze Hauptstory, weniger RPG-Elemente, kein Planetenerkunden mehr, recht linear

    Positive Aspekte:
    Grandiose Inszenierung, Entscheidungen aus dem Vorgänger haben Konsequenzen im zweiten Teil, saubere Technik, ordentlicher Umfang

    Infos zur Spielzeit:
    Yoshi256 hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Mass Effect 2

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Yoshi256
    9.3
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Steuerung
    9/10
    Sound
    9/10
    Gameplay
    9/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    8.9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Mass Effect 2
    Mass Effect 2
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Bioware
    Release
    28.01.2010

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Candle Release: Candle Daedalic Entertainment
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1010623
Mass Effect 2
Mass Effect 2: Auferstanden von den Toten - Leser-Test von Yoshi256
http://www.gamezone.de/Mass-Effect-2-Spiel-14067/Lesertests/Mass-Effect-2-Auferstanden-von-den-Toten-Leser-Test-von-Yoshi256-1010623/
16.02.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2010/01/me2_grafikvergleich_4_100127093941.jpg
lesertests