Ein neuer Tag, ein neuer Wii U Test. Heute unter die Lupe genommen: Mass Effect 3: Special Edition. Die Wii U Version kommt praktischerweise direkt mit dem Extended Cut und den Story-DLCs daher. Aber ob sich der Kauf auch 9 Monate nach dem Original-Release noch lohnt, verraten wir euch in unserem Test.
Mass Effect ist eine Trilogie, die seit 2007 eine unglaubliche Storydichte entwickelt hat. Neben den Spielen gibt es Romane, in denen Hintergrundgeschichten erzählt werden. Es ist ein riesiges Universum, das in fünf Jahren mit unheimlich viel Geschichte aufgepumpt wurde. Wer das schon weiß, kann hier eigentlich aufhören mitzulesen. Er hat Mass Effect 3 vermutlich schon auf Playstation 3, PC oder Xbox 360 gespielt. Immerhin gibt es das Ende der Trilogie für diese Plattformen bereits seit März 2012.
Auf der Wii U hingegen ist die Sci-Fi-Serie ein absoluter Neuling. Das heißt leider, dass man keine Spielstände importieren kann, um seinen Charakter aus Teil eins oder zwei fortzuführen. Um die Geschichte trotzdem zu verstehen, haben die Macher daher einen interaktiven Comic produziert. Er dauert über 20 Minuten und gibt dem Spieler die Möglichkeit, in Multiple Choice Situationen den Geschichtsverlauf von Protagonist Shepard zu beeinflussen. Nebenbei bekommt man ziemlich viel von der reichhaltigen Story mit – sehr cool!
Fast so etwas wie "Game of the Year"-Version
Quelle: BioWare
Mass Effect 3 für Wii U im Test (2)
Hat man die Charaktererstellung und den optionalen Comic hinter sich gebracht, geht es direkt los. Die Erde wird überfallen, Städte gehen in die Luft, kleine Kinder sterben in Raumschiffen. Commander Shepard, in unserem Test natürlich eine fesche Soldatin, wird auf ihr ehemaliges Schiff, die Normandy gesandt, als Commander wiedereingesetzt und soll die Erde retten… Was als hektischer und actiongeladener Auftakt beginnt und dem Spieler androht, Milliarden würden sterben, wenn man sich nicht beeilt, geht in den kommenden Stunden erstaunlich gemächlich weiter. Hat man erst mal das Sonnensystem hinter sich gebracht, gibt es keinen Grund mehr zur Eile. Es bleibt genug Zeit, um Planeten zu scannen, unwichtige Nebenquests zu machen und sich von einem Besatzungsmitglied zum nächsten zu vögeln. Absurd – das haben wir schon im März kritisiert. Während jeder Sekunde, die wir im Weltall vertrödeln, sterben daheim Millionen Menschen. Hätte Mass Effect 3 nicht mit einem solchen Genozid-Paukenschlag eröffnet, sondern die Spannungskurve gemächlich steigen lassen, wäre das Gameplay des Action-RPGs sicherlich nachvollziehbarer gewesen.
Hat man sich zur Citadel vorgearbeitet, sozusagen dem Parlament der intergalaktischen Gesellschaft, kann man dann neben den normalen Kampagnenmissionen auch die Erweiterungen "From Ashes", "Rebellion", "Resurgance" und "Earth" spielen. Am Ende gibt es außerdem den Extended Cut zu sehen, ohne erst ein Update dafür herunterladen zu müssen – fühlt sich fast an, wie eine Sammelbox. Leider Fehlanzeige, denn nicht alle DLCs werden enthalten sein. Die aktuelle Erweiterung "Omega" wird für Wii U anscheinend nicht erscheinen.
Was macht die Wii U anders?
Quelle: BioWare
Mass Effect 3 für Wii U im Test (3)
Weil sich Wii U, Xbox 360 und Playstation 3 nichtgroßartig unterscheiden, wollen wir auf eine ausführliche Kritik des Gameplays verzichten. Wer wissen möchte, wie sich Mass Effect 3 spielt, findet alle Infos in unserem Mass Effect 3 Test vom 15. März 2012.
Worin sich die Wii U von den anderen Plattformen unterscheidet, ist die Steuerung. Das Wii U Gamepad liefert immerhin eine vollkommen neue Möglichkeit, um das ziemlich überfrachtete Steuerdesign von Mass Effect zu entschlacken. Passiert ist leider nicht viel. Auf dem Touchscreen sehen wir lediglich eine Karte der Umgebung, auf der wir NPC-Mitspieler durch Gestensteuerung rumkommandieren können. Das ermöglicht tatsächlich eine etwas eingängigere Steuerung der KI-Kameraden, hat aber spielerisch leider Null Auswirkung auf das Spielgeschehen. Ob die Kollegen nun links stehen oder rechts macht keinen Unterschied – meist muss man sich um die großen Gefahren eh selbst kümmern.
Quelle: BioWare
Mass Effect 3 für Wii U im Test (1)
Neben der Karte werden vor allem auch Schnellwahlmenüs für Charakterfähigkeiten gelegt. Sie sind im Spiel für Xbox 360 und PS3 nur umständlich durch ein Auswahlrad verfügbar, die Wii U Version punktet hier mit flüssigerem Gameplay. Wer will, kann Mass Effect 3 auch komplett auf dem Wii U Gamepad spielen – dann aber ohne Touchscreen-Elemente, weshalb alle neuen Steueroptionen nur optional sind – von einer echten Entschlackung der Tastenbelegung kann also keine Rede sein.
Technik
Technisch steht die Wii U Fassung seinen Geschwistern auf Playstation 3 und Xbox 360 in nichts nach. Weder grafisch lassen sich große Unterschiede feststellen, noch bei der Bildwiederholrate. Und sogar einen Multiplayer-Modus gibt es. Hierbei wird die Anzeige auf dem Touchscreen jedoch durch die Mitspielerliste und Ergebnisse ersetzt – eine Karte gibt es nicht. Wer will, kann sich mit seinen Mitspielern unterhalten, der Sprachchat lässt sich jeweils per Druck auf den Touchscreen aktivieren. Wenn man loslässt, endet die Übertragung.
