Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Medal of Honor: Eine Frage der Ehre - Leser-Test von alpha_omega

    Die Medal of Honor Reihe aus dem Hause Electronic Arts blickt auf eine langjährige und erfolgreiche Geschichte zurück. Erstmals auf der Playstation One im Jahre 1999 veröffentlicht, sollte der im Zweiten Weltkrieg angesiedelte Ego-Shooter über mehrere Jahre das Genre WWII-Shooter entscheidend mitbestimmen, beziehungsweise dieses zu beherrschen. Erst als im Jahre 2003 Activisions Titel Call of Duty an den Start ging, begann die "Ehrenmedaille" erstmals leichten Rost anzusetzen. Spätestens als die Konkurrenz mit Call of Duty 4: Modern Warfare erstmals das Szenario des zweiten Weltkrieges verließ, während man in MoH: Airborne immer noch über die angestaubten und mit Wehrmachtssoldaten versehenen Schlachtfelder dümpelte, verlor die einst ruhmreiche EA-Serie die Krone der First-Person-Shooter. Umso erstaunlicher, nein als fast schon ironisch möchte man es deswegen auch bezeichnen, dass mit einer großen Kampfansage im Jahre 2010 EA sich eben jene Krone mit einem neuen Medal of Honor, welches ebenfalls wie Modern Warfare in einem moderneren Setting statt fand, zurück erobern wollte. Das Spiel erschien neben dem PC auch auf den HD-Konsolen Xbox360 sowie Playstation3 im Oktober des vergangenen Jahres. In nachfolgendem Review möchte ich mich ein wenig näher mit der PS3 Fassung beschäftigen, die übrigens wie jede andere Systemversion in Deutschland mit einigen Einschnitten versehen wurde.

    Bereits vor der Veröffentlichung, erntete Medal of Honor zahlreiche Kritik, da man sich im Gegensatz zur Konkurrenz von Modern Warfare, nicht nur mit einem fiktiven Kriegsgeschehen begnügte, sondern der derzeit noch immer aktuell brisanten Thematik des Afghanistan-Krieges widmete, der laut Aussagen einiger Politiker noch vor ein paar Jahren eigentlich eine Friedensmission sei. Vor allem der Aspekt, dass man im Mehrspielermodus als Mitglied der Taliban an den Start gehen konnte, brachte speziell das Blut von einigen Militärs zum Kochen. Sodass man sich kurz vor Release dann doch für einen etwas weicher klingenden Organisationsnamen entschied. Die Story des Spieles führt uns übrigens direkt ins Jahr 2002 wo wir an Shahi-Kot-Tal Eroberung mitwirken und uns mit insgesamt vier verschiedenen Charakteren uns in neun mehr oder weniger aufregenden Singleplayer-Missionen beweisen müssen. Neben dem Schleich- und Tarnexperten Deuce, der vor allem durch die Handhabung großkalibriger und weitreichender Sniper-Gewehre glänzt, bekommen wir zudem noch Unterstützung von den Kameraden Adams und Rabbid, die in unterschiedlichen Einheiten eingesetzt, an den unterschiedlichsten Fronten zunächst ihren Dienst antreten. Des Weiteren schlüpfen wir in die Rolle eines Kampfhubschrauber-Piloten namens Hawkins, mit dessen Vehikel man den Feind aus der Luft bekämpft. Leider erfährt man auch bei Medal of Honor keinerlei Hintergrundgeschichten zu den einzelnen Charakteren, ein wenig schade, da speziell in dieser so mancher MoH-Vorgänger (z.B. Pacific Assault) weitaus mehr zu bieten hatte.

    Aufgrund der Vielseitigkeit unserer zahlreichen Charaktere, wirkt das Gameplay auf den ersten Anblick als recht variabel und abwechslungsreich, doch mit aufkommender Spielzeit bröckelt dieser Eindruck, aufgrund der Wiederholungen. Mit Deuce erleben wir somit einige Stealth-Passagen sowie den Ritt eines ATW-Motorbikes durch die dunklen Prärien Afghanistans, während der Actionanteil bei den Missionen von Adams und Rabbit auch dank der Unterstützung vom AC130 Bomber, weitaus höher liegt. Im Großen und Ganzen folgt die Solokampagne von MoH trotz allen nur brav den aktuellen Richtlinien eines 0815-Action-Shooters, die sich aus sehr engen Schlauchlevels, patriotisch verseuchter Atmosphäre sowie einer unverschämt kurzen Gesamtspielzeit von etwa vier Stunden ergeben. Fans von solider Action-Kost, die sich einen gemütlichen Abend machen wollen, dürften sich an diesen Zuständen allerdings nicht wirklich stören. Allerdings mag auch der Eindruck nicht ganz verschwinden, dass man sich ein wenig zu sehr von Call of Duty inspirieren ließ, speziell die holprige Fahrt auf einem Truck, erinnerte mich sehr an den ersten Teil von CoD, während der Einsatz eines AC130 Bombers sowie eine durchaus gelungene Helikoptermission schon fast zum Basic-Repertoire eines Shooters im modernen Setting gehört.

    Dazu zählen natürlich auch die einzelnen Handfeuerwaffen, die allerdings weder in ihrer Vielseitigkeit, als auch in punkto Waffenphysik, den Wummen aus Modern Warfare das Wasser nicht reichen können. Vor allem im Solopart wird dieses spürbar deutlich, wurde dieser nämlich nicht im Gegensatz zum Multiplayer von den Battlefield Machern von DICE, sondern vom eher unbekannteren Studio Danger Close entwickelt. Spürbar wird der Unterschied zwischen Solo- und Mehrspielerpart auch bei der Bedienung. Das Handling wirkt stellenweise sehr träge und dank diverser Framerate-Einbrüche wird der holprige Zustand, speziell in Massenschlachtsituationen, umso mehr verstärkt. An der Belegung der einzelnen Funktionen auf das PS3 Pad gibt es hingegen nichts zu beanstanden, da diese sehr konservativ gewählt wurde. Im Mehrspielermodus hingegen wirken sowohl Steuerung als auch Waffenphysik viel runder und machen auch richtig Spaß. Speziell der hohe Waffenschaden, als auch die Möglichkeit seinem Gegner die versteinerte Deckung mittels Raketenwerfer um die Ohren zu hauen, sorgen für ein reales Spielgefühl.

    Generell hat mir der Multiplayer von Medal of Honor weitaus mehr gefallen, als die viel zu knapp ausgefallene Storykampagne. Besonders hervorzuheben wäre hier wohl der Modus Kampfeinsatz, in dem man als US-Soldat diverse Missionen erfüllen muss, während man in der Haut der Taliban, dies verhindern muss. Maximal 24 Spieler tummeln sich auf den Servern, die auch heute, gut sechs Monate nach Release noch gut besucht sind, obwohl sowohl das Aufleveln der insgesamt drei Klassen ein wenig mager ausfällt und man viel zu schnell an die nützlichen Waffenaufsätze gelangt. Wie auch in Modern Warfare, so werden auch hier Kill-Serien mit diversen Unterstützungsaktionen, in Form von Mörserangriffen, Predator-Raketen oder auch schweres Artilleriefeuer belohnt. Allerdings ist das Punktesystem bei den Serien ein klein wenig anders aufgebaut. Für spezielle Aktionen, wie das Einnehmen von Punkten, Platzieren von Sprengstoffen oder eben das Töten von Gegnern, werden Serienpunkte vergeben. Schafft man es einen gewisses Punktekonto zu füllen, so hat man die Wahl zwischen einer offensiven oder einer deffensiven Unterstützungsaktion. Bei der defensiven Aktion, wie zum Beispiel Zusatzmunition, Flak-Westen oder auch die bewährte UAV, hat dabei nicht nur der Spender einen Vorteil, sondern sein gesamtes Team. Außerdem werden Defensivaktionen, im Gegensatz zu offensiven Taten, mit zusätzlichen Bonuspunkten belohnt, welche dann zum Aufbau der weiteren Serie zu Gute kommt und man auf die nächste Belohnung aufbauen kann.

    Zu guter Letzt noch ein kleiner Blick auf die Technik, die vor allem im Solopart durch eine erschreckend altbackene Grafik mit matschigen Texturen und unscharfen Konturen negativ auffällt. Zudem läuft das Spielgeschehen wie erwähnt sehr holprig, während man im MP trotz Internet Verbindung auf eine saubere und flüssige Grafik trifft. Was hingegen in beiden Spielmodi auffällt, sind die tristen Landschaften, denen es eindeutig an Farbe und Schärfe mangelt. An dieser Stelle haben beide Producer mächtig versagt, sodass ich speziell bei den Nachtmissionen ausschließlich nur mit dem Support des integrierten Nachtsichtgerät die Einsätze bestritt, da wenigsten diese Sicht halbwegs annehmbar auf dem HD-TV aussah. Der Sound fällt hingegen weitaus angenehmer auf. Der tosende Lärm auf dem Schlachtfeld, die wirklich sehr guten Waffen SFX, speziell beim Einschlagen von Unterstützungsfeuer, sowie endlich einmal authentisch wirkende Sterberufe im Multiplayer, die einen nicht auf die Nerven gehen. Zudem liefern die deutschen Synchronsprecher ordentliche Arbeit, auch wenn man auch diesmal nicht an die originale englische Sprachausgabe herankommt. Lediglich der Soundtrack wirkt mit seinem Mix aus orientalischen Klängen in Kombination mit heroischen Orchestersoundtrack etwas überholt und stellenweise etwas zu aufdringlich.

    Bei der Vergabe der einzelnen Trophäen achteten die Macher peinlich genau auf eine gerechte Verteilung in online- und offline-Erfolgen, wobei wohl gut die Hälfte aller Trophies wohl eher im Vorbeigehen eingeheimst werden dürften. Um an den begehrten Platin-Pott zu gelangen, gilt es unter anderem auch die Zeitvorgaben des sogenannten Tier1 Modus zu meistern. In diesem Arcade Modus erhält der Spieler bei Kopftreffern und Nahkampf-Kills Zeitgutschriften. Allerdings gibt es innerhalb einer Mission keinerlei Kontrollpunkte. Im Gegensatz zur PC- und Xbox360 Version, bietet die PS3-Umsetzung einen kleinen, aber speziell für Solospieler nicht uninteressanten Bonusinhalt. Denn neben dem Hauptspiel wartet zudem ein HD-Remake zu Medal of Honor: Frontline, welches im Jahre 2002 für die Playstation 2 und später auch für die damalige Xbox sowie den Gamecube erschien. Dort schlüpft man in die Rolle des US-Soldaten Jimmy Patterson, dessen Mission am D-Day startet, wo seine Reise durch das von den deutschen Truppen besetzte Frankreich aus startet. Wie auch das Hauptspiel, so enthält auch dieses Bonusspiel den vollen Trophy-Support.

    Fazit. So viel sei vorweg gesagt. Wer absolut nichts mit Online-Shooter, also Internet-Gaming anfangen kann, sollte sich einen Kauf von Medal of Honor für die Playstation 3 vorher gut überlegen. Die Solokampagne bietet nicht mehr als solide Action-Kost, die man gern zwischen Frühstück und Mittag oder auch an einem langweiligen Abend locker verspeisen kann, ohne dabei befürchten zu müssen vor freudiger Erregung einen Herzinfarkt zu bekommen. Zudem vergrault man den Spieler gleich in der zweiten Mission mit einer völlig angestaubten Optik sowie eklatanten Grafikpatzern. Freunde von gepflegten Online-Gefechten freuen sich hingegen über fünf verschiedene und gut ausbalancierte Spielmodi sowie einer weitaus besseren Waffenphysik und einem auf Teambasis versierten Kill-Streak-Feature. Scharfe Texturen sowie sattere Farben darf man aber auch hier nicht erwarten Vielleicht könnte aber auch der Bonustitel MoH: Frontline ein Kaufargument für Solisten sein, da hier die Storymissionen fast dreimal so viel Zeit in Anspruch nehmen und zudem der Nostalgiezeiger erheblich ausschlägt. Letzten Endes muss man ganz klar anerkennen, dass EA's Mission, sich die Shooter-Krone von Activisions Modern Warfare zurückerobern komplett fehlgeschlagen ist und man bei einem eventuellen Nachfolger deutlich mehr Überstunden absolvieren sollte.

    Negative Aspekte:
    Grafikaussetzer, altbackende Optik & matschige Texturen (Solopart), unscharfe Konturen & blasse Farbauswahl (Solo- und Mehrspielerpart), lediglich solide Action-Kost, keinerlei Hintergrundinfos, träge Bedienung (Solopart), zu wenig Klassen und zu schnell

    Positive Aspekte:
    Süchtig machender Multiplayer mit toller Waffenphysik sorgt für fast schon realistische Verhältnisse, Bonusinhalt MoH: Frontline, der Tier1 Modus (speziell für Veteranen), teambasiertes Killstreak-Feature

    Infos zur Spielzeit:
    alpha_omega hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Medal of Honor

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: alpha_omega
    6.9
    Multiplayer
    -
    Grafik
    5/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    7/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    7.5/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Medal of Honor
    Medal of Honor
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Electronic Arts
    Release
    09.09.2011

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von I Expect You To Die Release: I Expect You To Die
    Cover Packshot von Watch Dogs 2 Release: Watch Dogs 2 Ubisoft , Ubisoft
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 01/2017 SpieleFilmeTechnik 12/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1010680
Medal of Honor
Medal of Honor: Eine Frage der Ehre - Leser-Test von alpha_omega
http://www.gamezone.de/Medal-of-Honor-Spiel-14400/Lesertests/Medal-of-Honor-Eine-Frage-der-Ehre-Leser-Test-von-alpha-omega-1010680/
03.04.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2010/10/MOH_MP_Online_E3_7_120531141810.jpg
lesertests