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  • Medieval Lords im Gamezone-Test

    Auch im Mittelalter war der Städtebau nicht gerade einfach. Medieval Lords versetzt euch selbst in den Bergfried.

    Bauen, Verteidigen, Erobern

    Im Mittelalter war der Städtebau schon um ein ganzes Stück schwieriger als heutzutage: Da musste man sich neben logistischen Problemen auch noch mit angriffslustigen Banditen, Dürreperioden und sogar der Pest herumschlagen. In Medieval Lords dürft ihr endlich mal selbst im Bergfried sitzen und durch stetig fortschreitende Expansion eurer Stadt die hauseigene Schatzkammer füllen.

    Spielerisch wird Medieval Lords seinem Titel äußerst gerecht, denn grundsätzlich gliedert sich das Spiel in genau diese titelgebenden Spielphasen: Bauen, Verteidigen, Erobern. Dabei sollte man dem Abschnitt des Bauens wohl noch am meisten Spielzeit zukommen lassen, schließlich gilt es hierbei eine funktionierende Wirtschaft in der heranwachsenden, mittelalterlichen Stadt aufzubauen. Indem man eines der bereits gebauten Wohnhäuser anklickt, kann man die facettenreichen Bedürfnisse der Bewohner einsehen: Neben lebenswichtigen Grundbedürfnissen wie Wasserversorgung und Nahrung messen die ergebenen Bürger auch Dingen wie Sicherheit, Gesundheit und Vergnügen sehr viel Wert bei. Sollte eine dieser Anzeigen in den roten Bereich rutschen, liegt offenbar etwas in eurer Stadt im Argen und ihr solltet schnellstmöglich handeln, sonst sinkt die steuerzahlende Einwohnerzahl rapide in den Keller. Durch verschiedene Gebäude wie Blumengärten, Schweine- oder Hühnerställe, Ziehbrunnen, Kirchen, Kräuterhexen oder auch einem Pranger samt Galgen können die Bedürfnisse der Bürger wieder ins Lot gebracht werden, wodurch sich auch schön langsam die Schatzkammer eures Bergfrieds zu füllen beginnt. Wenn die Bewohner glücklich sind, steigen auch ihre Häuser über neun Stufen im Rang auf - somit verschönert sich im Laufe der Zeit auch das Stadtbild und aus muffigen Baracken entstehen langsam aber sicher gotische Prachtbauten. Mit dem erwirtschafteten Geld können besonders kostspielige Erweiterungen für das aufstrebende Städtchen erstanden oder aber auch die Armee samt Verteidigungsanlagen aufgerüstet werden.

    Denn auch dem Verteidigen und Erobern hat man bei diesem Titel viel Wert beigemessen. Durch die Anschaffung einer Rekrutierungsstelle können zwei verschiedene Soldaten-Typen und schweres Krieggerät fabriziert werden. Sobald man ein Soldatenlager im Feindesland errichtet, wird sich der dadurch verärgerte Kontrahent recht schnell und sehr deutlich zu Wort melden und die stationierten Soldaten angreifen. Doch Bevor dies geschieht, läuft ein einminütiger Countdown, der so genannte "Gottesfrieden", währenddessen ihr noch schnell ein paar Anlagen zur Verteidigung im Feindgebiet errichten könnt. Wenn ihr schnell genug gehandelt habt und zudem genügend Ressourcen vorhanden waren, habt ihr nämlich noch einen Palisadenzaun und ein paar Wachtürme um das neue Lager gezimmert, wodurch der überraschte Landbesitzer nur noch wenige Chancen auf einen Sieg hat. Wer schnell genug ist, kann sich gleich im Anschluss noch dem Basislager des Gegners widmen und es mit einer kleinen Armee dem Erdboden gleich machen. Wenn dies geschehen ist, habt ihr eurem Besitz erfolgreich ein weiteres Stück Land hinzugefügt und wendet euch dann zur Entspannung nochmals dem wirtschaftlichen Teil zu, indem ihr weitere Häuser und Verbesserungen für eure expandierende Stadt kauft. Vor feindlichen Übergriffen ist man aber dennoch nie ganz sicher, weshalb das Spiel eine Vielzahl an Mauern, Türmen und anderen Verteidigungsanlagen im Angebot hat. Der militärische Abschnitt des Spiels ist zwar gut durchdacht, auf Dauer aber etwas zu langweilig, da immer genau die gleichen, simplen Strategien verfolgt werden müssen. Zudem erlauben gerade mal zwei verschiedene Einheiten keine großen strategischen Sprünge, sind bar jeglicher Taktik und zum Sieg genügt es meist einfach die größere Armee als der Feind zu besitzen. Hinzu kommt, dass der Schwierigkeitsgrad auch in der leichtesten der drei verfügbaren Stufen ganz schön knackig ausgefallen ist, weshalb man schon einiges an Einspielzeit benötigt, um das ideale Mittelmaß zwischen zivilen und militärischen Investitionen herauszufinden.

    Natürlich ist auch das umgebende Terrain von oftmals entscheidendem Vor- und Nachteil, da man sich beispielsweise mit umgebenden Bergen ganz gut vor feindlichen Überfällen schützen kann, somit aber auch die Erweiterungsfähigkeit der Stadt stark begrenzt ist. Auch das Wasser in Form von hoher See oder Flüssen spielt eine wichtige Rolle: Es stellt nämlich eine natürliche Grenze dar, muss aber bei Bedarf mit sehr kostspieligen Brücken überwunden werden. Bevor ihr mit der eigentlichen Mission beginnt, dürft ihr den Ort eures künftigen Stadtzentrums gezielt aussuchen, hierzu kann man das Terrain durch praktische Einfärbung nach Wasserversorgung, Bodenqualität, Gelassenheit der Bürger und Verteidigungsgrad sondieren. In einer großen Kampagne, welche sich über acht einzelne Szenarien erstreckt, wird man sich über lange Zeit mit den verschiedenen Zielvorgaben des Computers beschäftigen können, sehr häufig müsst ihr dabei eine Stadt mit einer vorgegebenen Mindesteinwohnerzahl aufbauen und anschließend ein Gebiet auf der Karte vom gegnerischen Okkupanten befreien. Zwischendurch werden immer wieder die wirtschaftlichen Fähigkeiten des Spielers gefordert, da hin und wieder auch unvorhergesehene Ereignisse wie Dürreperioden oder Krankheiten über die arglosen Bürger hereinbrechen können. Auch mit gelegentlichen Angriffen von schlecht gelaunten Wikingern wird man sich abfinden müssen, kann aber in solch einem Fall zwischen der Zahlung einer stattlichen Summe oder dem sofortigen Angriff wählen.

    Optisch hat Medieval Lords mit seiner vollständig in 3D gehaltenen Grafik recht viel zu bieten, auch wenn das Gebotene nur aus der nächsten Nähe wirklich auftrumpfen kann. Ein eher untypischer 1st-Person-Modus ermöglicht den detailverliebten Stadtherren nämlich einen direkten Einblick in das rege Treiben ihrer mittelalterlichen Schützlinge. Dies macht zwar nicht viel Sinn, jedoch ist die Reise ins Innerste der selbst gestalteten Stadt immer wieder ein Erlebnis. Doch die genreuntypische Dreidimensionalisierung ermöglicht auch ein paar spielerische Feinheiten: Alle Gebäude können vor ihrer Platzierung frei gedreht werden, was wiederum ganz individuelle und effektive Städtedesigns zulässt. Auch ist das Spiel in der Lage die noch ungebauten Häuser automatisch mit einem nötigen Straßenstück auszustatten, auf dass sich alles formschön ins noch junge Stadtbild einfügt. In den meisten Fällen funktioniert dieses Feature hervorragend und erspart viel handwerkliche Arbeit mit der Maus. Optisch kommt das Spiel also ganz ordentlich daher, doch leider kann man dies vom Sound nicht ganz behaupten: Die Hintergrundmusik teilt sich die meiste Zeit in gerade mal zwei Stücke auf, nämlich das Städtebau-Thema und das Schlachten-Thema. Hier hätte man durch eine bessere Soundkulisse deutlich mehr Atmosphäre verbreiten können.

    Medieval Lords (PC)

    Singleplayer
    7,5 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    7/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    schmucke 3D-Grafik samt gelungener Ego-Ansicht
    Einwohner haben facettenreiche Bedürfnisse
    ordentliches System zur Nahrungsbeschaffung
    acht fordernde und umfangreiche Missionen
    militärischer Teil lässt keine Strategie und Taktik zu
    Soundkulisse ziemlich mau
    für Einsteiger stellenweise zu schwer
    fehlende Nahrungs- und Handelsketten
  • Medieval Lords
    Medieval Lords
    Publisher
    Pointsoft Deutschland GmbH
    Developer
    Monte Cristo (FR)
    Release
    26.08.2004

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Medieval Lords
Medieval Lords im Gamezone-Test
Auch im Mittelalter war der Städtebau nicht gerade einfach. Medieval Lords versetzt euch selbst in den Bergfried.
http://www.gamezone.de/Medieval-Lords-Spiel-14457/Tests/Medieval-Lords-im-Gamezone-Test-989980/
26.08.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/09/Medieval8.jpg
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