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  • Memento Mori: Die Spur des Todesengels im Gamezone-Test

    Ein Adventure ohne große Schwächen und mit abgedrehter Story, die interessant erzählt wird.

    Im Brockhaus finden wir für den aus dem Lateinischen stammenden Ausdruck "Memento Mori" die deutsche Übersetzung "Gedenke zu sterben". Alternativ wird oft auch die Formulierung "Memento mortis" (= "Gedenke des Todes") angewandt. Wenn ein Videospiel den Untertitel "Die Spur des Todesengels" trägt, dann passt das also recht gut zu einem Mystery-Adventure. Denn dort stirbt bekanntlich immer jemand. Und meist keines natürlichen Todes. "Memento Mori" vom tschechischen Entwicklerstudio Centauri Production ist ein solcher Titel und steht wohl am ehesten in der Tradition von Genre-Vertreter wie "The Da Vinci Code Sakrileg" oder "Belief & Betrayal".

    Räuber & Gendarm

    Memento Mori: Die Spur des Todesengels Memento Mori: Die Spur des Todesengels Der Anblick alter Gemälde ist der heimliche Hochgenuss eines jeden Kunstliebhabers. Zumindest solange, wie die Bilder nicht gefälscht sind. Dummerweise ist im St. Petersburg unserer Tage genau das passiert. Irgendwer hat in der dortigen Eremitage drei jener seltenen Kostbarkeiten mit "Engels-Motiv" mitgehen lassen und ganz einfach gegen Kopien, wertlose Duplikate ausgetauscht. Offenbar gibt es Lücken im Überwachungssystem. Der für St. Petersburg zuständige Polizei-Offizier, ein gewisser Oberst Sergej Vasilievic Ostankovic, setzt die junge Interpol-Kommissarin Larisa Ivonova Svetlova auf den Fall an. Unterstützung erhält sie dabei vom Franzosen Maxime Durand, einem ehemaligen Kunstfälscher, der sich inzwischen von der Kriminalität losgesagt hat und beruflich nun als Hochschul-Dozent an einer Kunstakademie Fuß zu fassen versucht. Beide haben viel zu verlieren. Der Oberst lässt keinen Zweifel daran, dass er nicht zögert, Laras Karriere zu vernichten und Max aufgrund seiner Fälschervergangenheit hinter Schloss und Riegel zu bringen, sollten sie nicht mit ihm zu kooperieren bereit sein.

    Dem Todesengel auf der Spur

    Was anfangs wie ein dreister Kunstraub aussieht, entpuppt sich schon bald als das unheilvolle Treiben eines Geheimbundes. Merkwürdig: Einige Werke wurden offenbar mutwillig beschädigt. Was es mit dem "Engel des Todes" wirklich auf sich hat, werden wir natürlich nicht verraten, nein, nicht einmal andeuten. Dies muss der Spieler schon selbst herausfinden. Nur soviel: Der Fall schließt mit einer ungewöhnlichen Wendung. Dass uns auf dem Weg dorthin viele Rätsel begegnen und es auch Tote gibt, versteht sich von selbst. Wobei Leiche Nr. 1 allerdings relativ spät, nämlich erst im Verlauf der zweiten Spielhälfte, auftaucht. Bei dem unsanft Entschlafenen handelt es sich übrigens um einen "Verrückten".

    Memento Mori: Die Spur des Todesengels Memento Mori: Die Spur des Todesengels Fortan steuern und begleiten wir die beiden Hauptfiguren, Lara & Max, im Wechsel an verschiedenen Schauplätzen des Spiels: nach Russland, Portugal (Lissabon), Finnland und Frankreich (Lyon). Örtlicher Schwerpunkt der Handlung ist aber das russische St. Petersburg. Hier pendeln wir mittels Stadtplan, auf welchem alle wichtigen Lokalitäten der Großstadt eingezeichnet sind, häufiger zwischen Eremitage (Kunstmuseum), Bibliothek, Miliz-Hauptquartier (Sitz von Oberst Ostankovic) und dem Marakov-Viertel, wo wir mehrmals eine Disco aufsuchen müssen. Da die Charaktere räumlich voneinander getrennt agieren, erfolgt die Kommunikation der Handelnden meist über (Mobil-)Telefon oder Internet. Via E-Mail findet oft auch die Übertragung von wichtigen, personenbezogenen Daten statt, die für unsere weiteren Nachforschungen unerlässlich sind.

    Mitternächtliche Museen, entlegene Klöster und jede Menge Lauferei

    Memento Mori: Die Spur des Todesengels Memento Mori: Die Spur des Todesengels Polizei-Chef Ostankovic glaubt anfangs nicht an Geheimbünde und diesen ganzen Hokuspokus. Dass die Mönche - vom Oberst spöttisch "Kapuzen-Gespenster" genannt - tödliche Realität sind und auch vor Mord nicht Halt machen, daran kann aber schon bald kein Zweifel mehr bestehen. Immer wieder kreuzen die zum Teil mit Tätowierungen im Gesicht gekennzeichneten finsteren Kuttengestalten unseren Weg. Max erwischt einen von den Glatzköpfen in einem unterirdischen Geheimgang. Beinahe jedenfalls. Denn der Mönch entkommt - mit einem der gestohlenen Gemälde. Dass die Bruderschaft nicht sehr zimperlich mit ihren Verfolgern umgeht, stellt sich uns in einer späteren Zwischensequenz dar, in der einem unliebsamen Widersacher von Mitgliedern des Ordens die Kehle durchgeschnitten wird. Ein anderer zieht es vor, sich selbst die Augen auszustechen, bevor dies die Mönche für ihn tun. Szenen wie diese bilden allerdings die Ausnahme. "Memento Mori" verzichtet sonst auf die Präsentation physischer Gewalt und setzt - wie es bewährter Mystery-Adventure-Tradition entspricht - stärker auf Figuren, Storymomente und die für gewöhnlich bedrückend wirkende Szenerie, die sich angesichts der meist unheimlichen Orte wie Kunstgalerien, altertümlichen Burgruinen, mitternächtlichen Klostergärten, dem unruhig fackelndem Kerzenschein oder beim Betrachten einer Leiche wie von selbst einstellt. Und da gibt es noch Laras Tante, eine ältere Dame mit Hang zur Spiritualität, die Max die Karten legt, aus denen..., aber lassen wir das.

    Memento Mori: Die Spur des Todesengels Memento Mori: Die Spur des Todesengels Mitunter gerät die Stimmung leider ins Stocken. Die Ursache hierfür liegt zumeist in der umständlichen Abfolge bestimmter Handlungen, wenn diese gleichzeitig mit häufigen Ortswechseln und damit Laufwegen verbunden sind. Beispiel: Max hat sein Gästezimmer im Kloster der Bruderschaft bezogen und möchte heißes Wasser zum Waschen. Also greift er sich eine umherstehende Wasserkanne und geht damit in den Garten (Wasser gibt's am Springbrunnen, der dort steht). Nach dieser Aktion geht es wieder zurück ins Zimmer. Dort erhitzt er die Kanne mit dem Wasser auf einem Ofen, stellt dann aber erstaunt fest, dass das Behältnis jetzt zu heiß zum Tragen ist. Drum verlässt er seine Unterkunft erneut, um im Speisesaal der Abtei ein Handtuch zu besorgen. Danach dann wieder zurück ins Gästezimmer, wo sich die mit heißem Wasser gefüllte Kanne endlich aufnehmen lässt. Zu dumm, dass Max kein Kilometergeld erhält.

    Klassisches Gameplay, solide Technik

    Memento Mori: Die Spur des Todesengels Memento Mori: Die Spur des Todesengels "Memento Mori" ist ein konservatives Adventure, d.h. es geht keine großen Experimente ein. Die Rätsel sind recht fair und daher auch von Einsteigern gut zu bewältigen. Leichtere Aufgaben, z.B. das Vergleichen zweier Bilder, um per Lupe Echtheit bzw. Fälschung bestimmen zu können, wechseln sich ab mit etwas anspruchsvolleren, aber ebenfalls nicht sonderlich schweren Rätseln. So müssen wir irgendwann eine Überwachungskamera unter Anwendung eines Astes blockieren, mit Hilfe eines Kataloges in der Bibliothek ein bestimmtes Buch im Regal herausfinden, eine Gaskartusche per Schuss aus einer 9mm-Pistole zur Explosion bringen, einen Schaltkasten überbrücken und sogar eine Briefbombe entschärfen. Die Äußerungen der Charaktere ("Sich ohne Wasser zu waschen, kann ganz schön kompliziert sein.") deuten meist schon darauf hin, was als nächstes zu tun ist. Die Steuerung folgt gängigen Standards. Per "TAB"-Taste lassen sich alle Gegenstände, mit denen man interagieren kann, sichtbar machen. Mit Links- bzw. Rechtklick werden Aktionen durchgeführt, Objekte benutzt oder betrachtet. Per Doppelklick bewegt sich die Spielfigur schneller (Laufschritt) von A nach B. Neu: Bevor Items ins Inventar (oberer Bildschirmrand) wandern, erscheinen sie noch einmal kurz in Großformat. Außerdem werden keine einzelnen Dialogzeilen mehr angewählt, sondern nur Reaktionsmöglichkeiten (positiv, negativ, fragend), die dem Spieler für begrenzte Zeit (dargestellt durch einen Zeitbalken) zur Verfügung stehen.

    Memento Mori: Die Spur des Todesengels Memento Mori: Die Spur des Todesengels Optisch gibt's an "Memento Mori" wenig auszusetzen. Mitunter hätte man sich häufigere bzw. betontere Gesichtsanimationen gewünscht, damit die Charaktere etwas lebendiger wirken. Erfreulich dagegen die Bild-in-Bild- (Cutscenes) sowie Licht- und Schatteneffekte. Auch die Vertonung ist unterm Strich gelungen. Allerdings gibt es Ausnahmen, z.B. hört sich Laras Tante irgendwie unecht (wie ein Kerl) an. Auch Lara kommt aufgrund ihres hektischen und rechthaberischen Tonfalls nicht immer sehr sympathisch rüber. Aber Kriminalbeamtinnen reden wahrscheinlich so. Neben überwiegend bekannten Synchronsprechern sind auch die Stimmen von Bandmitgliedern der deutschen Rockgruppe Oomph! ("Gott ist ein Popstar") zu hören. Deren Sänger Dero spricht André, das ist der Bruder von Max und einer der wichtigsten Nebencharaktere im Spiel. Die anderen Musiker sind ebenfalls mit kleineren Sprecherrollen beteiligt. Bliebe zuletzt noch die Frage nach der Spielzeit. Die Verkaufsverpackung von "Memento Mori" nennt eine Dauer von ca. insgesamt 20 Stunden. Geübte Adventurespieler dürften den Nachspann nach Abschluss des siebzehnten und letzten Kapitels jedoch bereits nach ungefähr der Hälfte dieser Zeit sehen. Wie dem auch sei: Jedenfalls existieren noch sechs alternative und damit unterschiedliche Enden. Ein wiederholtes Durchspielen kann sich also lohnen.

    Memento Mori: Die Spur des Todesengels (PC)

    Singleplayer
    8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Spannende Story
    solide Grafik
    insgesamt guter Sound (Musik)
    pflegeleichte Bedienung
    ausgewogenes Rätseldesign (nicht zu schwer
    nicht zu leicht)
    alternative Enden (Wiederspielwert)
    Teilweise zu häufige Ortswechsel (lange Laufwege)
    Synchronisation von schwankender Qualität
  • Memento Mori: Die Spur des Todesengels
    Memento Mori: Die Spur des Todesengels
    Publisher
    ANACONDA
    Developer
    Centauri Production
    Release
    31.10.2008

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Memento Mori: Die Spur des Todesengels
Memento Mori: Die Spur des Todesengels im Gamezone-Test
Ein Adventure ohne große Schwächen und mit abgedrehter Story, die interessant erzählt wird.
http://www.gamezone.de/Memento-Mori-Die-Spur-des-Todesengels-Spiel-14708/Tests/Memento-Mori-Die-Spur-des-Todesengels-im-Gamezone-Test-991979/
18.11.2008
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2008/11/0001-MementoMori_01.jpg
tests